• Bonjour la France - die Wahl! fällt nicht schwer, oder? man weiß zwar links nicht was drin ist, aber rechts, was letztlich dabei herauskommt.

    Makrone  .........oder...........Marine


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  • aus dem NRW-Programm der Partei Die Piraten (wörtliche Zitate in Fettdruck wiedergegeben)plakate der "Partei" und der "Piraten"

    Eine von der sich zur Wahl stellenden NRW-Piratenpartei beabsichtigte Gesetzesreform...

    ...soll in der Hinsicht in das bestehende Urheberrecht eingreifen, als dass es sich dem digitalen Wandel nicht mehr verschließt, Missverständnisse und Missstände ausräumt und das in Schieflage geratene Gleichgewicht zwischen Urhebern, Rechteverwertern und der Allgemeinheit zugunsten der Kulturschaffenden und Verbrauchern wiederherstellt.

    Und eure Lektoren und Texter, werden die mit Legosteinen bezahlt? Ein Gleichgewicht "zugunsten der Verbrauchern" wiederherstellen, das klingt ja nach schönen Gedichten von Ernsten Jandln! Aber hören wir weiter! Es sollen auch...

    Für diese Reform sollen die im Urheberrecht verankerten Zugeständnisse an die Allgemeinheit, die Urheberrechtsschranken, deutlich ausgeweitet werden.

    Okay, Zeichensetzung ist auch nicht so eueres. Und stilistisch: Schranken ausweiten, ist das nicht wie Mehrwert vermindern? geht das nicht nach hinten los?

    Ferner soll die Geltungsdauer ... herabgesetzt werden. Die Dauer des Urheberrechts soll höchstens bis 10 Jahre nach dem Tod des Urhebers gelten.

    Ach so, nicht erst siebzig, sondern schon zehn Jahre nach dem Ableben einer Komponistin oder eines Schriftstellers werden deren Erben enteignet. Und wenn ich eine Fabrik gründe oder ein Stück Land rode, wird die oder das auch zehn Jahre nach meinem Tod zum Allgemeingut?

    Während früher der Freund eine Schallplatte auf Kassette überspielte und so die Musik einem Freund zugänglich machte, ist der damals zeitraubende Vorgang heute in Sekundenschnelle über das Internet möglich. Das Prinzip ist das gleiche.

    Schön und gut, aber der Klang von schicken teuren Schallplattenspielern war anders als das Geplärr aus dem Ghettoblastern. Und die Kassette war irgendwann abgenudelt oder der Salat quoll vorn aus dem Plastikgehäuseschlitz raus. Dann war Schluss mit der Gratisnutzung, und die inzwischen gereiften, nicht mehr vom Taschengeld, sondern vom Bafög oder vom ersten Gehalt gesegneten Halbwüchsigen kauften sich dann doch noch, nostalgisch gerührt vom Punk ihrer Jugend, die LP samt Cover und Beiheft. Während das geklaute Digitalgut sich nie abnutzt und perfekt kopiert (und ggf. ohne Qualitätsminderung als Piratenprodukt weiterverkauft) werden kann. Und die Hersteller der Kassettenrecorder zahlten, anders als die Hersteller internetfähiger PCs oder Applemacs, eine Pauschale an die GEMA, wie die Hersteller von Fotokopiergeräten an die VG Wort. Aus der wurden die Urheber der schönen, zeitverkürzenden und lebenserfreuenden Künste vergütet.

    Aber bevor ihr weiter Quatsch erzählt, liebe Mixtape-Börsianer, hier ein Tip: Der Urheberschutz eines Werkes, dessen Nutzungsrecht der Künstler zu Lebzeiten verkauft hat, erlischt nach siebzig Jahren, nicht das unveräußerliche und immerwährende "Urheberrecht". Die Oper Don Giovanni ist immer noch von Mozart, kapiert? und wer seinen eigenen Namen auf die Partitur schreibt (oder das eigene Bild mit dem Namen Picasso signiert), klaut (und lügt obendrein). In den heute gemeinfreien Seefahrerromanen waren Piraten nicht wirklich die Guten!

    Ein digital verfügbares Kulturgut wird durch kopieren oder Teilen niemandem genommen, es stellt vielmehr eine Bereicherung für andere Menschen dar.

    Durch "das Kopieren", ein substantiviertes Verbum wird zum Substantiv und daher auch nach neuer Schlechtschreibregel groß geschrieben, kommt viel Blödsinn unter die Leute. Mit Tinte auf Kalbshaut abschreiben hält länger! Wusstet ihr, dass weniger als ca. 10 % der antiken Literatur überliefert ist und nachgelesen werden kann? Klar, am Ende der Verwertungskette bereichern sich andere Menschen daran - beispielsweise Raubdrucker und andere Content-Geier, die per "Copy on demand and paste it for the money" das kostenlose pdf-Angebot an gemeinfreien Büchern des 19. Jhds. von google und Bayerischer Staatsbibliothek herunterladen, womöglich noch per OCR-Schrifterkennung einlesen und als angebliche Verleger (von miserablig zusammengepappten Ausdrucken in grauenhaft gestalteten Broschurklappen) zugleich als e-books auf den Markt werfen, in der Hoffnung, irgendwer vom Verband analphabetischer Blindschleichen hält das dann für eine seriöse, redaktionell betreute oder gar durch Kommentierung und Einleitung angereicherte Neuerscheinung.

    Wir streben die strikte juristische Trennung zwischen kommerzieller Verwertung und nicht kommerzieller Verwertung an. Dabei soll nicht kommerzielle Verwertung grundsätzlich frei von Urheberrechtsabgaben und den Folgen von Urheberrechtsverstößen erfolgen können.

    Ihr wisst schon, dass z. B. das Hochladen von Bildern aller Art auf Facebook der kommerziellen Anzeigenwerbung dient, oder?

    Von öffentlichen Geldern finanzierte oder mitfinanzierte Forschungsergebnisse, Kulturgüter oder andere dem Urheberrecht unterworfene Inhalte oder Produkte sollen der Öffentlichkeit kostenlos und unter freien Lizenzen zur Verfügung stehen.

    Dumm nur, dass die meisten Drittmittelfinanzierungen beispielsweise bei Ausstellungen so geregelt sind, dass Einnahmen aus dem Projekt (Eintrittsgelder) beim Beantragen einkalkuliert werden müssen. Von der Selbstbeteiligung (ein Drittel) ganz zu schweigen. Diese Eigenleistung geht dann neben der von mir eingeworbenen privaten Spende auch unwiederbringlich an die Allgemeinheit, stimmt's?

    Die Panoramafreiheit ist zu gewährleisten. Um das weiterhin sicherzustellen, wollen wir uns auf allen Ebenen dafür einsetzen.

    Ach, das meinte Brecht mit den "Mühen der Ebenen"? Und was ist mit der Freiheit der Alpen, oder liegen die weiter an der Gebirgskette? - Sprich, jeder dämliche Ansichtskartenfabrikant darf ein Denkmal oder eine Skulptur, die der Künstler in der Regel für nullkommagarkein Honorar in den öffentlichen Raum stellt (wisst ihr, was so ein Bildhauer für Ateliermiete zahlt, was er für Materialkosten hat?), in alle Ewigkeit und grenzenlos vermarkten, dafür sorgt ihr ja. Schon mal was von diesem Künstler "Christo" gehört?

    Ferner setzen wir uns dafür ein, vorhandene Einschränkungen in Innenräumen, bei Texten und 3D Kunstwerken zu überprüfen und, wo sinnvoll, abzuschaffen.

    Bei Texten in Innenräumen kenn ich mich gut aus. Die Nutzung meiner in der Regel nicht honorierten wissenschaftlichen Texte als e-Book soll stets uneingeschränkt und auf Ewigkeit gelten, so steht es in den Verträgen, und selbst das kommerzielle Veräußern dieser Nutzungsrechte an Dritte soll ich für immer einräumen. Vom Werk heißt es dann immer gern "ganz oder in Teilen", sprich: ein Sammelband darf in einzelne Aufsätze verhackstückt und die Rechte zur e-Nutzung Dritten entgeltlich überlassen werden, d. h. auf Dauer stehen Aufsätze in ganz anderen Kontexten, angeboten von Bezahlportalen wie sie in den USA die Wissenschaftslandschaft allmählich dominieren. Immer, wenn einer den Text zum Herunterladen anklickt, klingelt bei Anbietern - die gern auch mal Werbung egalwelcher Art und für was auch immer in die Randleiste stellen - die Registrierkasse, während der Autor leer ausgeht. Kopierabgabe, VG-Wort Vergütung? Fehlanzeige! Wenn sie eine CD-Rom produzieren würden , könnte ich sie bei der VG Wort anmelden, ein e-book nicht. Danke, Piraten, für eure Offenheit, mit der ihr mir klarmacht, dass niemand euch wählen sollte, der zu Wohl oder Wehe von dem Verkauf der Nutzungsrechte an seinen Werken leben muss.

    Den betreffenden Beitrag habe ich damals übrigens nicht geschrieben, weil den ahnungslosen, an einer Universität angestellten oder schon verbeamteten Herausgebern verlagsseitig klargemacht wurde, dass eine Ausnahme von der e-Book-Vermarktung nicht möglich sei. Verhandlungen wurden mit mir als dem Autor des Ganzen gar nicht erst geführt. Das hatten die Sammelband-Herausgeber vorher schon vertraglich vereinbart und sei nun mal so, friss oder stirb, e-publish or perish.

     


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  • Radolfzell Denkmal Krieg und GewaltherrschaftDie Richter in rotseidenen Kutten zieren heute fast alle Tageszeitungen, ist ja auch mindestens so photogen wie die Dumpfglatzen in Lederkluft und Stinkestiefeln, deren Recht zur Parteienbildung nach vierjähriger Prüfung endlich - seufz! - bestätigt wurde. Beim ersten Mal klappte es nicht so ganz, weil sich die NPD-Funktionärs-Ebene als weitgehend vom Verfassungsschutz lanciert und finanziert herausstellte. Schön lächerlich hat sich der Staat damals gemacht. Im Grunde waren das doch alles seine Leute! Was mögen die heute beruflich machen?

    So leid mir das tut für alle, deren Familien bedroht und deren Unterkünfte mit Segen dieser "Partei" abgefackelt wurden: Vaterländerei oder Universitätseingang?Dass die Täter, die solches verüben, unnachsichtig verfolgt und bestraft werden, ist vordringlich und richtig. Natürlich sollen militante Kameradschaften, Wehrsportgruppen etc. rücksichtslos unterdrückt werden. Der Zschäpe gönne ich auch ein paar Jahrzehnte gesiebte Luft.

    Wer in gewissen Kommunen im Oberbergischen noch immer Hitlers Geburtstag feiert, den Hitlergruß zeigt und / oder den Holocaust leugnet, soll gern ins Loch geworfen werden und hinter Gittern zur Besinnung kommen. Aber, und jetzt kommt ein vielleicht überraschendes ABER - ich war und bin gegen ein Parteiverbot der NPD und finde das Urteil auch dahingehend richtig, dass zumindest für diesmal die Verfassungsfeindlichkeit der NPD höchstrichterlich überprüft und ein für allemal festgestellt ist. Warum? Ein paar Gründe:

    0. Ich hätte diese Partei lieber nicht. Könnte die nicht mal kurzerhand geräuschlos platzen? Oder die Mitglieder fänden es plötzlich klasse, sagen wir, an Führers Geburtstag um 5.45, auf einen Gongschlag hin, in den Emsmooren, wo sie am tiefsten sind, kollektiv Selbstmord zu begehen? Wäre für spätere Archäologen ein hochinteressanter Fund! also, überlegt's euch, dann brauchte es das folgende nicht.

    Mahnmal der Schande1. Ich hab nun mal was gegen Verbote, die nicht unbedingt (wie Fahrverbote bei 0.9 Promille und so) sein MÜSSEN. Allerdings bin ich andererseits sehr für die Einhaltung und Durchsetzung von Ge-Boten. Wenn unsere Ordnungshüter dafür sorgen würden, dass das letztere mal richtig klappt, bräuchten wir das erstere gar nicht so zu strapazieren. Ansonsten denke ich, soll Denkfreiheit sein, von Denkverbot reden eh nur die, die erfolgreich seit Jahren ihrer Großhirnrinde das Denken verbieten. "Ich denke sowieso mit dem Knie." (Joseph Beuys)

    2. Völkisch-nationale Rassisten gab es "schon immer", also lange, lange vor 1933, und im ZugeTransparente Beschriftung in Radolfzell der Gründung der Bundesrepublik blühten sie erst richtig auf. Etliche von ihnen waren auch im Bundestag vertreten. Deutscher Block, Trampelnde SoldatenDeutsche Partei, DRP, von den SS-Kameradschatsabenden, Vertriebenenverbänden usw. zu schweigen. Es würde geradezu an ein Wunder grenzen und wäre absolut undeutsch, wenn dieser so liebevoll gehegte braune Ungeist nach 1945 einfach verduftet wäre. Und ein Parteienverbot bringt ihn auch nicht in die Flasche zurück. Bliebe er drin, würde er nicht die Luft so sehr verpesten. Aber ist es nicht besser, die Schadstoffemission ist optisch und olfaktorisch erkennbar? dann können wir nämlich was dagegen tun, und die Verursacher zur Rechenschaft ziehen, ohne dies irgendwelchen Richtern oder an die Polente zu delegieren. Also zeigt mal schön Flagge, ihr Nazis, wenn auch nicht Reichskriegsflagge, die haben die Alliierten verboten. Aber ich weiß noch, wie ein gewisser Martin Mussgnug brauner Spitzenkandidat war und die gesamte Deutzer Brücke mit NSDAP NPD-Wimpeln beflaggt war. Weiße Symbole, roter Hintergrund, da kamen alllerlei Erinnerungen hoch. Aber statt über die Reling zu kotzen, haben ich und Freunde die Wimpelchen eins nach dem anderen - ritschratsch abgerissen. Mit dem Erfolg, dass die Reichskölner heute ihre sog. pro(st)-Köln-Plakate sieben bis zehn Meter hoch hängen müssen, damit das nicht wieder vorkommt. Und da oben kann sie keiner lesen, hähä.

    3. Ein Parteienverbot führt unsere Demokratie ad absurdum. Wo sollen die Meinungen der Ewiggestrigen hin? die kommen unbemerkt in etablierten Parteien unter, wo ich sie auch nicht gern sehe. Wäre die NPD am vergangenen Dienstag verboten worden, hätte die AfD auf Anhieb ein paar tausend Wähler mehr. (Desgleichen Herr Seehofers CSU, wenn die AfD in Bayern nicht antreten dürfte.)

    4. Dass sich in den 1950er-Jahren Altnazis in Medien wie ZEIT und SPIEGEL tummelten, bei BND und Verfassungsschutz, im Auswärtigen Amt und auf jeder denkbaren Verwaltungsebene, ist kein Geheimnis. Kindisch wäre die Vorstellung, wir verbieten dieses Völkchen und dann ist es "weg" - bevor sie sich in ihre Splittergrüppchen verkriechen, sehe ich lieber zu, was sie programmatisch vorzubringen haben.Braunschweig im Jahre 33

    5. Denn eine Partei zu bilden heißt, auch anzutreten und sich zu offenbaren. Die Wahl selber findet im Büdchen statt, aber der Kandidat muss vom freien Rederecht auch Gebrauch machen. Der kriegt keine Stimmen, wenn er zuhause bleibt. Da Karlsruhe mit schöner Eindeutigkeit formuliert hat, dass die NPD verfassungsfeindlich ist, weiß man, was man von den Kandidaten zu halten hat. Raus mit ihnen aus Polizei, Beamtenjobs, Schulen und Co.

    6. Bestes Beispiel: Björn Höcke, die laberselige fleischgewordene Deutsche Volkheit. Ich kenn den Mann nicht persönlich, aber die Bilder, die von ihm veröffentlicht sind, und dieses Youtubevideo vom Ballhaus Watzke (what a name!), wo er so vor jedem Wort vier Zögerpunkte macht.... Liebe.... Mitstreiten.... Patrioten.... nah und fern...." und so weiter und so wirr, wie sich der Pöbel schon gröhlend bepisst, weil er behauptet "überglücklich" zu sein, oder den Namen "Merkel" fallen lässt - da bricht alles in Sprechchöre aus und klascht frenetisch, incl. Vorstandspodium, damit Hans J. Volk auch merkt, wann er mit den Geblöke aufhören soll. Beim Ballhaus-Schwur des Stubenhöcker riecht man den gesammelten Mundgeruch und Fußschweiß dieser Deutschländerwürstchen. Gut, altersgreise Wirrköpfe mit allen Anzeichen verhetzten Spaltungsirreseins beim Herumbrüllen sind nicht jedermanns Geschmack, aber das bleibt auf Sendung, ich will das jetzt sehen. Das darf nicht so einfach ausgeschaltet, verboten und hinterm Waffenschrank des SS-Großonkels versteckt werden.

     Platz der NS-Opfer in München7. Außerdem zwingt es die Parteien, mal über den Selbstbedienungsladen nachzudenken, den sie sich in der Kohlära geschaffen haben. Inzwischen wird selbst für nicht abgegebene Wählerstimmen ein Betrag ausgezahlt und regenschauerartig über den Parteien verteilt. Ohne diese Kohle würde die NPD ja auch längst eingegangen sein, trotz großzügiger steuermindernder Spenden aus der Miller-Mülch-Spesenkasse. Die Parteien halten sich für unverzichtbar. Dabei heißt es doch, die Parteien sollen nur "mitwirken" am Prozeß der politischen Willensbildung. Der findet nach meiner Meinung besser anderswo statt. Und wie steht es mit der innerparteilichen Demokratie? Da sollten die etablierten Parteien sich mal an die eigenen Versäumnisse erinnern. Wenn der Populismus überall Tr(i)ump(he) feiert, hat das wohl auch damit zu tun, dass die Mehrheiten sich für unantastbar halten und nicht mehr auf die Minderheiten hören, statt deren Argumente einzubeziehen in das politische Handeln, ihre Opposition für die eigene Meinungsbildung zu nutzen. Die Große Koalition hat ja schon dafür gesorgt, dass das Rederecht ihrer Gegner auf Minuten verkürzt wurde. Sorgt für mehr Demokratie in allen Lebensbereichen, und lasst alle mitreden, statt euch durch Verbotsmaßnahmen abzuschotten.

    8. Wo bitte hat es dieser Abschaum geschafft, in nennenswerter Zahl die Landtage zu erobern? Nun muss g'nug sein! - (m)eine UrteilsbegründungWenn überhaupt drin, haben sich ihre Fraktionen umgehend im Pöstchenkampf selber zerlegt. Ein Spitzenkandidat im Osten konnte mal gar nicht erst antreten, weil er sich im Titanic-Telefoninterview hat reinlegen lassen und ausplauderte, wo sein Hund, den er getötet hat, begraben ist. Bisher kandidieren keine ernstzunehmenden Intelligenzler für deren Sache: Verschwörungstheoretiker, arbeitslose Journalisten, randständige Juristen sind das Namhafteste, was sie an Land ziehen. Und was die von sich geben, füllt nicht nur Unwörterbücher, sondern ist auch schlichteren Gemütern als Hirnriss leicht erkennbar. Angesichts der Mickerprozente der Protestparteien hat sich die Wählerschaft bisher gescheit verhalten.

    9. Kurz, ich vertrete, was in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte, Meinungsfreiheit für alle, selbst für die Ewiggestrigen. Die geben sich doch paranoisch gern als Märtyrer einer eingebildeten Lügenpresse aus, die ihre Vernunftgründe nicht zur Kenntnis nehmen will. Dabei ist die PEGIDA ein reines Presseerzeugnis, ohne breite Resonanz in den Schlagzeilen wären auch diese Montagsdemos folgenlos geblieben wie die Stuttgart-21-Mahnwachen. Lasst also die Rechten ihre Rechte heben ausüben, wie alle anderen auch, solange sie friedlich bleiben und nur verbal herumprovozieren - falls sie sich nicht an die zivile Ordnung halten, Handschellen dran und abführen, die ekligen Miesnickel.


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  • Ein Riesen-LKW ist in Nizza in die Menschenmenge gerast, die das Feuerwerk zum 14. Juli ansehen wollte. 80 Leute sind tot, mindestens. Die Polizei hat den Irren hinterm Steuer erschossen. Auf der Ladefläche sollen lauter Waffen gewesen sein.

    So viel Leben ausgelöscht, so viel Hoffnungen, Schmerzen, Sehnsüchte und Gedanken sind mit ihnen erstorben. Und wir bleiben zurück in der kleiner, und gemeiner gewordenen Welt. Das Abstumpfen gegenüber den Taten ist das Schlimmste. Man will gar nicht mehr dabei sein und dieser Welt gleich ganz Adieu sagen, bevor man weitere Adieus zu sagen hätte. Sie ist sowieso anders, als ich es mir einbilden ließ von wohlmeinenden Schönrednern, und die Menschen darin sicher auch keine Engel, aber Terror beginnt bei den Graswurzeln.

    Verdammte Terroristen, in der Höllle sollen sie schmoren und die Anführer in einer extra fiesen Hölle, und verdammte Religion, die sich solche Höllen ausdenken und überhaupt nur aus Gewaltphantasien und Menschenkontrollmechanismen bestehen.

    Nizza


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  • Vorwärts, fort und immer fort!

    FRANKREICH sprach das stolze Wort:

    Vorwärts!

    Diese Zeilen summend, spazierte ich heute durch das Wohnviertel, fand aber nicht, dass die Vaterländerei abgenommen hatte; auch hing keine der zahlreichen Flaggen auf Halbmast, was ich ja für geraten hielte, wenn meine Mannschaft so eindeutig verloren hat wie gestern die Nationalelf gegen Frankreich.Abpfiff Der Torschütze, ein gewisser Griezmann, kommt aus Mâcon, einer meiner Lieblingsstädte, wo ich immer gern Station gemacht habe auf dem Weg in den Süden, um am grünen Ufer der Saône kleinen Morgenschlaf auf der Bank nachzuholen - wenn nicht grade Wasserkski gefahren wurde - , und das mitgebrachte oder vom Hypermarché (tanken kann man da auch billg, ist auch immer dann grade fällig) requirierte Picknick zu genießen... Okay, jetzt muß Captain Germany die Flatter machen und sich geschlagen geben, er kann ja statt dessen die EU retten oder sich eine Bratwurst mit Sauerkraut grillen. "Zwei kleine Fehler in der Abwehr", jaAbpfiffmmerte der Reporter noch heute früh, und die Boulevardquatschpresse titelte MIST! und "Eine Hand voll Pech!", wobei mir der Mist jetzt  mal als Gärtner lieber wäre, das Bitumenzeug kriegt man ewig nicht von den Händen geschrubbt. Ich kuck ja nicht so viel Fußball wie manche Expertinnen hier, aber was ich diesmal von den Spielen gesehen habe, war langweilig und lächerlich. Erst dieses bescheuerte Defensivspielen, warten wir mal die Elfmeterrunde nach Dienstschluss ab, und dann zweimal Hand gespielt und selber das Elfmetergewitter auf sich gezogen, da kann man nur selber schuld sagen. Jedenfalls freu ich mich, dass mir die Rheinufer diesmal durch kein Puplic Viewing verstunken wurden (die stolze Abwehrkette aus Dixiklos,und -urinalen, die bei der WM dafür am Rheinufer aufgefahren wurde, habe ich hier schonmal gepostet). Jetzt brauch ich auch keine schwarzrotgoldene Nudeln ("Pokal-Pasta") mehr zu kaufen oder Fußball-Klopapier mit dem schönen Namen "Ausputzer" (wäre "Abpfiff" nicht besser gewesen - die Pappteller heißen Anpfiff -, oder erinnert das zu sehr an Dünnpfiff?).

     


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