• Alte Mären berichten von einer Frau Holle, welche alljährlich im Lande umgehe, Fruchtbarkeit den Äckern fleißiger Menschen verleihe und Kuchen, Blumen und Obstfrüchte die in ihrem unvergleichlichen Garten unter dem Brunnen wüchsen, denen austeile, die ihr begegneten - und wie die Märchen nun weiter lauten. - Vor einigen Wochen schüttelte sie ihre Betten aus und die Menschen im Süden Deutschlands freuten sich, die kühlen Bettfedern herabpurzeln zu sehen und bald waren Wiesen, Wälder, Felder und Skipisten davon bedeckt wie mit einer Hülle.

    Einige machen Frau Holle zu einer guten, andere wieder zu einer bösen Frau. Bald ist sie eine Unholdin, bald eine Göttin, bald sichtbar, bald unsichtbar; bald erscheint sie den Vorübergehenden, als eine schöne weiße Frau, in oder auf der Mitte des Hollen-Teiches, bald hört man aus dessen unergründlicher Tiefe ein Glockengeläute, bald ein leises, nächtliches Geistergeflüster usw. Es heißt auch, sie bringe die neugeborenen Kinder aus einem schönen Brunnen hervor. Zur Zeit der Rauhnmächte besuche sie die Menschen, um zu prüfen, wer übers Jahr fleißig oder wer faul gewwesen ist, kehre dann aber wieder in ihren Teich zurück und führe die ungetauft gestorbenen Kinder mit sich.

    Karnevalesker domNur der Kleriker Joachim Meisner, der 1989 Erzbischof zu Cöllen wurde, der schwang ebenfalls die Glockenklöppel, denen vor  allem in kirchlich-sittlichen Belangen so viel Bedeutung zugemessen wird und erinnerte an die Verbrechen an den ungeborenen Kindlein, sprach von einem neuen Völkermord, von abtreibenden Frauen verübt. Dafür ließ er an jenem 28. Dezember 1989, Gedenktag des Bethlehemitischen Kindermordes, die Domglocken läuten, dass es landauf, landab hallte und die Frau Holle in ihrem Teich sich die Ohren zuhielt. 2011 wollte derselbe Bischof den 28. Dezember gar zum Staatsfeiertag erheben.

    Heuer aber wird der Dom kurzerhand nicht mehr angestrahlt, wenn unangenehme, wenig erbauliche Botschaften verkündende Demonstranten sich nähern. Der Dom wird ausgeknipst, aber auch das Domhotel, die Brücken und andere öffentliche Gebäude nicht mehr angestrahlt. "Dann gehen die Lichter aus", wie man mich als jungen KKW-Gegner schon früh verwarnt hat. Nicht der Gründer der sog. "Klagemauer" des stadtbekannten Nichtsnutzes W. Hrm. ist damit gemeint, der jahraus, jahrein antisemitische Karikaturen vor dem Dom ausstellt, u.a. eine, in der palästinensische Kindlein von monströsen davidsstern-geschmückten Riesenhänden auf einem Teller mundgerecht zerteilt werden. Dann schweigen die Glocken. Und auch, als die Fußgängerzonen in Köln und anderswo im Sommer 2014 von Hetzparolen gegen Juden ("Kindermörder Israel") widerhallten, oder zuvor schon, als um die Rathauswürde bangende Bürger eine Volksabstimmung über den Nichtbau eines jüdischen Museums anzettelten, erstrahlte der Dom allnächtlich in heller Pracht. Die Heilige Kirche und die mit der Stadt Cöllen verbündeten Versorgungs-Betriebe setzen ein Zeichen im Namen der ganzen Stadt, sie machen einfach die Stadtlichter aus, warum? weil ein paar Trollos aus der Außerparlamentarischen Opposition ihre Grundrechte wahrnehmen? Wie wär's, wenn man auch mal Sturm läuten würde, wenn die Deutschtümelei der Sylvesterknaller mit grellen schwarz-rot-goldenen Verpackungen und der Beschriftung "GERMAN ROCKETS" wieder losgeht?

    Aber der Dom ließ sich schon immer trefflich politisieren von denen, die sich als die echten Hüter des Abendlandes Das Dimmen des Domsbetrachten. Schon die NSDAP hatte vor 1933 wegen eines Parteitags in diesen Stadtmauern die Rheinbrücken beflaggt, und Adenauer ließ die Hakenkreuzfahnen wieder abnehmen. Als 1989 die Glocken gegen den bethlehemitischen Mord läuteten, weil der Paragraph 218 abgeschafft wurde, bildeten Frauen (und ein paar Männer) eine Menschenkette rund um den Dom. Symbolpolitik allerorten. Hauptsache, wir haben gegendemonstriert, dann ist alles wieder gut, was? Und wenn wir das Licht ausmachen, sehen wir die Bösewichter nicht mehr, die verschwinden und sind dann weg - ebenso praktisch wäre eine Blinden-Demo, bei der wir auf Verabredung zu einer bestimmten Stunde die Augen ganz fest zumachen. So rettet man ein Abendland mit einem Zwinkern. Danke, ihr sauberen Westen, ihr feinen Leute, ihr heiligen Kölner! Das Logo des WDR blieb übrigens an, wie ich heute las.

    Und was ist aus Frau Holle geworden? nachdem sie zwei Au-pair-Mädchen aus der "Generation Praktikum" zu höchst ungleichen Löhnen, ohne die Sozialabgaben zu entrichten, eingestellt und eine von den beiden sogar mit Pech überschüttet hatte, rückten ihr Gewerbeaufsicht und Finanzamt auf die Bude, beschlagnahmten die Spindeln und schlossen den Textilbetrieb, seitdem ist ihre Klage vor dem europäischen Gerichtshof für Mythenrechte anhängig; die ungetauft gestorbenen Kinder holte sich der Rattenfänger von Hameln.


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  • Tag der Deutschen

    Gut, das klingt jetzt etwas merkwürdig, aber diese Klappkarte mit den Hoheitszeichen zweier deutscher Staaten habe ich vorhin in der Sauna mitgehen heißen, genauer gesagt, im Erfrischungsraum bzw. der "Gastro-Ecke", wie man das heute nennt, des Wellnessbades, wo alle Tische mit diesen Karten dekoriert waren. Grund war der dritte Oktober, da hatte es wohl gestern eine lange Sauna-Nacht gegeben und es war noch nicht alles abgeräumt. Ich war etwas erstaunt, die Symbole des Unrechtsstaats hier vorzufinden, und erst recht war ich baff, dass man das Zusammenwachsen dessen, was zusammengehört, durch einen Besuch in der Schwitzhütte feiern kann, im heißen Dampf des keltischen Kessels oder in der Zisternensauna mit dem Amphorenimitat vor dem Ofen. Immerhin wurde das Deutschlandlied bei einem Helgoland-Urlaub des Hoffmann von Fallersleben gedichtet, da liegt das Wellnessen und Baden ja nicht ganz fern. Hatetepeh, De, Eh und Tusch! Deutscher Schweiß und deutscher Sang, uns in jedem Bad begeistern...
    "Deutscher Aufguss, deutsches Handtuch,
    Deutsche Holzbank, deutscher Schweiß
    Sollen in der Welt behalten
    Unterpfandes Glücksbeweis!
    Wie ein Heer von Bademeistern,
    Fahnen schwenkend mit Gesang,
    uns zum edlen Bad begeistern
    Unser ganzes Leben lang..."
    Es sollen laut Bedienung rund 100 Leute dagewesen sein, (während am Samstagmorgen, als die Stammgäste noch ihren Vereinigungsrausch ausschliefen, höchstens fünf bis sechs, später vielleicht das Doppelte an Besuchern zugegen waren). An der Theke dieser Cafeteria, deren Servierpersonal man extra heranklingeln musste, gab es heiße Milch mit Honig, auf Wunsch (auch so ein deutsches Wort) "frischgepressten" Orangensaft, alko-freien Cocktail oder notfalls Bier, "Kleinigkeiten, Salate und Imbißgerichte", sogar Schwarzwälder Kirschtorte. "Auch die Mieterpressertanten im Café Kranzler, Torte futternd, Leiber breit wie Kisten" sang einst Wolfgang Neuss, eine echte Horrorvision, sich das in der Sauna vorzustellen! Bei den Aufgüssen werden manchmal Obsthäppchen herumgereicht oder kleine Becher mit  Eis oder (äußerlich anzuwendendem) Honig, mit dem man sich wohl einschmieren soll, was ich zum ersten Mal gemacht habe, etwas seltsam, ich weiß ja nicht, wie Dermatologen davon denken, aber in einem Ameisenhaufen möchte ich in diesem Zustand nicht vergraben werden! Der Verzehr mitgebrachter Speisen und Getränke ist übrigens dort verboten, ausgenommen Wasser, aber davon gibt es ja auch genug umsonst. Die Karten konnte man rückseitig im Querformat aufstellen, jeweils die DDR- oder die BRD-Seite nach außen richten. Später haben wir erfahren, dass begleitend zur Event-Sauna ein Kabarettprogramm lief. Eventuell sollten die in ihrer Nacktheit oder Bademantelkuscheligkeit ja wenigstens politisch identitätslosen Besucher des Event-Programms eine Art Rollenspiel machen, und man durfte sich aussuchen, ob man an einem BRD- oder DDR-Tisch sitzt. Man kennt das ja, "das Publikum spielt mit", und alle ducken sich, um nicht dranzukommen. Jedenfalls habe ich mir die Klappkarte zum Andenken mitgebracht und über die deutsch-deutsche "Mitternachtssauna" nachgedacht, wobei ja schon das Wort "Themenaufguss" als Sprachzeugnis ein Kleinod deutsch-deutscher (wo ist dieses Doppelwort geblieben?) Kultur darstellt. Aber wie muss ich mir den "Themenaufguss zum 3. Oktober" vorstellen? Blasmusik und schwarzrotgoldene Badetücher? Einreibungen mit Sauerkraut und Löwensenf? Bayerisches Bier oder Bommerlunder auf die Glühsteine kippen? Immerhin war ich darüber ins patriotische Gegrübel gekommen, was ja wohl der Sinn des Feiertages ist, an dem selbst eigentlich nicht viel Originelles zu erleben war, wenn man mal von dem Mann mit Nordic-Walking-Stöcken absieht, der in rabenschwarzem Dreiteiler mit Jackett usw. durch den Grüngürtel schritt, als müsse er nachher gleich an einer Beerdigung oder bei einem politischen Empfang zum Gedenktag teilnehmen. Dieser Mann müsste mit seinen Walking-Stöcken die zwei, drei Kilometer über die Kappesbauernpampa wandern bis hin zur Saunalandschaft und, statt nackend wie die anderen, den "Themenaufguss" im Dreiteiler mitmachen, das wäre mein idealer 3. Oktober.


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  • Theben als Themenabend...? Nein, mit so einer Frage darf man Zahnarzthelferinnen nicht kommen nach dem Sieben-zu-Eins-Sieg der deutschen National-Elf über die brasilianische Mannschaft. Schon gar nicht, wenn das Spiel über 22.00 hinaus geht und man am anderen Morgen schon um 7.00 auf dem Folterstuhl liegt. Die denkt vermutlich bei Brecht nur an das Dentallabor Hüttenhofer-Brecht in Augsburg, das natürlich verwandt und verschwägert sein könnte mit dem Nationaldichter... Und mich, den kundigen Thebaner, rechnet sie gewiss derselben Antike zu wie Brecht, spielen_laermen in den Anlagen verbotenschon weil ich das Spiel nicht geguckt Dom aus Pappehab und beim Aufwachen noch dachte, es seien sechs Tore gewesen, da ich das siebte Vuvuzelatröten im Schlaf nicht mehr gehört hatte (vermutlich der Blinde unter lauter Einäugigen auf Erden,  aber meine Liebste hatte es gehört). Als in der Faz stand, "So viele haben noch nie in Deutschland gemeinsam Fußball gesehen und einen Augenblick für das kollektive Gedächtnis erlebt", und es handele sich um "eine neue Mondlandungsfrage: Wo warst du, als wir 7:1 gegen Brasilien gewonnen haben?" dachte ich, verdammt, diese Frage wurde sonst nie nach der Mondlandung, sondern nach Kennedys Ermordung - wahlweise zum Einsturz der Türme vom 9. September gestellt??? Bei letzterem Ereignis weiß ich es nur zu genau, ich saß am Schreibtisch und las einen unfassbaren Brief, der per Einschreiben gekommen war, und in dem der Kassenwart eines Vereines, für den ich damals den Vorsitzenden gab, mich mit der Bemerkung ausbooten wolle, er gebe mir jetzt keinerlei Informationen mehr. Zu dem Zeitpunkt hatte er schon eine Menge Mitglieder neu aufgenommen, von denen ich nie gehört hatte, und die auch, wie sich später herausstellte, keinen Pfennig Beitrag bezahlten. Das waren meine persönlichen Twin Towers, aber danach blies ich wie George W. zum Kreuzzug, informierte die Mitglieder über die Riesenvorräte Chemischer Waffen in der Vereinszentrale und ein halbes Jahr später war der Vorstand neu gewählt, der Vorsitzende noch derselbe, und die neue Schatzmeisterin ist ein echter Schatz, wie ich hier mal sagen muss. Bei Kennedy weiß ich nur, daß ich anderntags in der Schule war, damals muss ich 8 Jahre gewesen sein, und als der Pfarrer Eisenhut, der damals ein strenges Regiment in dem Wohnort führte, Priesterrock trug und die Predigtkanzel gleichermaßen wie das Lehrerpult einnahm, behauptete, Kennedy habe nur einen Fehler gemacht, er habe Schwarze und Weiße unter einen Hut bringen wollen, und ich erinnere mich gut, dass mir an dem Hut auffiel, das stimmte nicht, die Metapher war schief, ich meldete mich und widersprach dem verblüfften Popen: "...in einen Bus!", also nicht unter einen Hut, denn dass schwarze und weiße Kinder in Amerka künftig ein- und demselben Bus fahren dürften, und dass das irgendwie problematisch war, das hatte ich aufgeschnappt. Der gute Pfarrer Eisenhut (nicht zu verwechseln mit dem Bauernkriegspfaffen, der in Wikipedia steht), der hat damals dem Zeitungskiosk erfolgreich verboten, den "STERN" zum Verkauf feilzubieten, und eine Kneipe aufzumachen hat er auch verhindert, damit die Ehemänner nicht abends an der Theke stehen, sondern daheim dem Alkohol verfallen (allerdings nur so lange, bis der Friedhof fertig war, danach musste es eine Kneipe geben, denn ohne Trösterich keine zünftige Beerdigung, stimmt's?) und hat noch so manches auf dem Kerbholz. Derselbe Pfarrer brachte mir auch bei, dass man nicht Scheiße oder Sackzement sagt, sondern höchstens, wenn man sich mal mit dem Hammer auf den Daumen haut (z.B. wenn man einen Ketzer ans Kreuz schlägt?) "verflixt noch mal", das wär schon erlaubt. Aber wenn ich überlege, dass der neue Erzbischof von Köln Kind von Heimatvertriebenen ist wie ich, und nicht nur aus ratio copyrightderselben Diätzose, äh, Diazephimöse kommt wie ich, sondern aus demselben Stadtteil der Hl. Stadt Cöllen, und auch noch aus dieser von Vertriebenen mit Billigkrediten errichteten Siedlung!! - dann denk ich schon, er könnte auch in derselben Grunschule gewesen sein, ach nein, er war erst sechseinhalb oder sieben und eine Klasse drunter. Während ich mit dem damaligen Pfarrer die amerikanische Negerfrage und das Four-letter-word-Problem diskutierte, dachte der noch nicht daran, eines Tages Erzbischof im reichsten Sprengel Europas zu werden. Und ich zahl jetzt sein Gehalt, als NRW-Steuerbürger, so ist das nun mal beim Konkordat, da hilft auch kein Kirchenaustritt. - Heimat koelscher HeldenNun, wie dem auch sei, bei dem Erbauen des siebentorigen Siegestempels, der natürlich kommenden Sonntag beim Finale auch ganz schnell zum Einsturz kommen kann, war ich nicht zugegen, habe vielmehr gedöst und klassische Musik gehört - die Zauberflöte in der Direktübertragung aus Aix-en-Provence, aber ich gönn den Ballaballas ihre Vuvuzellas, und "will ich mir auch Theben loben, denn ich hör' das Leben toben". Wußtet ihr, dass bei der Heiltumsfahrt nach Aachen - die war vom 20. bis 29. Juni 2014, wenn dort von dem Brückchen zwischen Oktogon und Pentagon wieder die Hl. Windeln Jesu vorgezeigt werden, ob die auch schön gewaschen sind, die Pilger eigentlich ebenfalls ins Horn blasen müssten? Zu mittelalterlicher Zeit haben sie's getan. Man holte die Hörner ("Aachhorn") wohl aus Kornelimünster, wo das auch der Brauch dom_geissbockwar, "cornus", das Horn, der betreffende Heilige war auch für das Hornvieh zuständig... Die Pilger in der Nachbarstadt Kornelimünster hatten auch solche Megatröten, und man signalisierte mit denen genau wie heute, dass man das wesentliche mitgekriegt hat, (die Zeiger der Windeln hatten wiederum solche Rückenkratzer mit Händchen und Zeigefinger am Stock). Und so zeugen uns auch die fernsehguckenden Vuvuzelas an, dass sie das Tor auch gesehen haben. Hatte man auch ein Lied aus meiner Jugend, von Börries von Münchhausen gedichtet: "Das alte Horn, das so lange geruht, Veit Stoßberg nahm's aus der Lade. Das alte Horn, es brüllt nach Blut und wimmerte Gott genade!" Da ging es aber auch weniger ums Musikalische, das war wieder Bauernkriegszeit, "dem Ritter fuhr ein Schlag ins Gesicht, ein Spaten zwischen die Rippen - ". Aber in der Liste der Pilgerartikel auf der offiziösen Heiltumsseite suche ich Vuvuzelas vergebens, wohl gibt es dort einen mir bisher unbekannten Schwitzableiter, auch gut, nachdem die Kirche ein bis zwei Jahrhundsankt nikolaus am rheinerte vergebens gegen Benjamin Franklin und den Blitzableiter gekämpft hatte, einige fromme Juden meinten sogar, der Turm zu Babel hätte einen solchen gehabt. Erst einige Tage später sah ich eine Zusammenfassung der sieben Tore und hatte einen unguten Eindruck. Immer wenn sich ein Deutscher dem brasilianischen Tor näherte, standen die Spieler der Gegenmannschaft herum wie Kellner, die einem beim Eintritt ins Lokal zurufen: "Suchen Sie sich einens chönen Platz aus, wollen Sie nicht den Ball ablegen, vielleicht hier links ins Tor? oder mehr rechts?" Auch gut! also, die machten nichts, da war kein Gezappel und Gewimmel und Herumgefoule und kein Abdrängen, der Ball blieb auf gerader Linie und die Spieler der brasilianischen Abwehr wirkten etwas, äh, unflexibel, um es freundlich zu sagen, sie erstarrten wie Lots Weib zur Salzsäule (solche Metaphern habe ich aus dem Bibelunterricht des Pfarrers Eisenhut). Sag mal , waren die nachher alle gekauft, um den Ball durchzulassen, von der Wettmafia, die jetzt Millionen verdient, weil kein Mensch dieses Ergebnis vorhergesagt hat??? Meine Schatzmeisterin meint nein, der Vater einer Schulfreundin spricht von Schiebung. Gut, ich gebe zu, der nationalen Euphorie wäre es abträglich, die am Mittwoch das ganze Land erfasst hatte,Rahmenhandlung selbst meine Zahnarzthelferin, die angesichts meiner Gaumenmöblierung andauernd seltsame Ausdrücke benutzte wie "das geht jetzt Ratzi-Fatzi", und "primi" usw. usw. - und die war natürlich auch übermüdet, nur der Zahnarzt wirkte glockenwach und hatte alle ex- und internen Mängel an meinem Beißwerkzeug bis 12.00 beseitigt. Na, nehmen wir an, die deutschen Spieler haben die Brasilianer einfach durch Überschallgeschwindigkeit betäubt, als die Tore fielen. Jetzt merk ich erst, wie die Metapher hinkt: "Tore fallen", das ist ja das Gegenteil von erbauen! Hieß es nicht auch mal "Sieben gegen Theben"? Das war, wenn ich mich recht erinnere, ein Drama von Aischylos, "Im Schlachtschmuck speerhemmender Schilde vorleuchtend, sie stellen sich / Dem Los nach bei den sieben Toren!" Und natürlich auch das erste Pre-make vor den Sieben Samurai und diesem Western da, wie hieß er gleich, die glorreichen Sieben, das würde viel besser passen als Titel, aber nu is zu spät. Da sprach der Prinz von Theben, na eben, na eben. - Kurz, wir fragen jetzt nicht mehr, was oben in der Zeile steht, sondern "wem (ge) fielen die sieben Tore?" Also, in diesem Sinne wünsche ich allen Fußballinteressenten, dass das Finale so ausgehen möge, dass der Bessere gewinnt.


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  • Heute vormittag konnte meine Lebensabschnittspartnerin ausnahmsweise den hiesigen Zoo ebenfalls sehen, und die aktuellen Fotos lasse ich jetzt auch mal hier. Einen abendfüllenden Papageienfilm habe ich tagsüber gedreht, den muss ich aber noch bearbeiten. - Inzwischen ist das schon Routine, morgens liegt mindestens eine Nuss auf die Fensterbank, Eichhörnchen im FliederEichhörnchen im Baumund wenn die Sonne einigermaßen scheint, kommen nacheinander die Meisen, die sich um Knödel und Körnerhäuser herumtreiben, dann besuchen mich die drei bis vier  Mitglieder der Eichkatzenfamilie Sittich im Fliederund holen sich, was ich ihnen einzeln hinlege, wobei sie sehr wählerisch sind und Erdnüsse sowie andere kugelförmige Sachen wie Radieschen oder Quittenkerne liegenlassen. Die Erdnüsse sind aber hinterher auch verschwunden, die lassen wohl die Halsbandsittiche mitgehen (wenn es nicht die Elstern waren), dann fallen die Sittiche über die Knödel her. Alles fotografisch in meinem Archiv dokumentiert, in Deutschland sollen lt. Wikipedia nur 7500 unterwegs sein, davon habe ich mit ca. zwölfen hier viele - und das, was diese etwas tumben und wenigstens in Bezug auf Tischmanieren ungesittichten Vögel aus dem Schnabel fallen lassen, holt sich anschließend das Rotkehlchen aus dem Kerbel.

    Nachdem wir ein paar Tage die Morgenzeitung vermissen mussten, weil sich der Zusteller nicht blicken ließ, kam das Blatt heute wieder pünktlich. Man muss dann jedesmal so eine Servicenummer anrufen und diverse Sprüchlein aufsagen... ja, der Briefkasten sei vor dem haus angebracht... nein, die Zeitung ragt nicht aus der Klappe heraus... außerdem liest hier außer uns bürgerlichen Qualitätsjournalismus... Arbeiterviertel und so... ja, die Zeitung soll nachgeliefert werden usw. usf., Eichhörnchen wählerischSittich turnt an der Futterstellemit Glück bringt der Kurier des Zaren im Lauf des Tages noch die aktuelle Ausgabe - hat man Pech und muss zB. am Freitagnachmittag nochmal bei dem Abo-Service anrufen, weil auch der "Kurierfahrer" nicht gekommen ist, kriegt man die Zeitung  fünf Tage später, denn in die Post geht sie nach 17.00, kann also anderntags nicht mehr kommen, und Montags wird hier keine Post mehr ausgetragen (oder nur noch, wenn dem Briefträger danach ist, ich habe neulich an einem Montag wieder auch normale Deutsche Post-Sendungen bekommen). So habe ich heute zwei Zeitungen zum Lesen, aus der ersten las ich heute früh schon das Fernsehprogramm und stellte fest, was bei VOX so läuft, die Titel der einzelnen Sendungen, Ratgeber, Quiz & Doku-Soaps, wirkten seltsam rhythmisch und sinnreich angelegt, wie geheime Illuminatenbotschaft oder indianische Geister-Beschwörungsrituale oder moderne Poesie à la Ernst Jandl. Hier ist er, der abgeschlossene Roman:

    8.40
    Verklag mich doch!
    9.45
    Hilf mir doch!
    10.55
    Mieten, kaufen, wohnen
    12.00
    Wer weiß, wer weiß es nicht?
    13.00
    Verklag mich doch!
    15.00
    Shopping Queen
    16.00
    4 Hochzeiten und eine Traumreise
    17.00
    Mieten, kaufen, wohnen
    19.00
    Das perfekte Dinner - Das Weihnachtsmenü
    20.00
    Prominent!
    20.15
    Danielas Hochzeitsgeheimnis
    22.15
    Goodbye Deutschland! Die Auswanderer

    Leider, auch wenn sie noch so verfressen sind, lassen sich die Halsbandsittiche nicht einmal darauf ein, auch nur ein winziges Wörtchen wie "Lora" von mir zu lernen, "sie kreischen zwar manchmal wie Kinder, die nicht zur Blockflötenstunde gehen wollen, aber das Sprachvermögen ist noch sehr unausgebildet. Wenn ich sie erst mit Erdnüssen kirre gemacht habe, bringe ich ihnen bei, das Tagesfernsehprogramm von VOX aufzusagen, damit sie ab und zu geheimnisvoll Fassade an der Annostraße"Wer weiß es, wer weiß es nicht?" in den Hof rufen und dann wieder, vor allem wenn die eine Nachbarin vorbeigeht, "Verklag mich doch!" - Einen Kormoran - das schwarze Schaf unter den weißen Möwen - haben wir neulich auch gesehen, am Rheinufer, der sich aufmerksam umblickte, aber uns gar nicht zur Kenntnis nahm. Und allerlei Metalliges habe ich am Rheinufer fotografiert. Noch am selben Abend haben wir in der katholischen Kirche in der Nähe einem Blockflötenkonzert beiwohnen können, da kamen jede Menge Kiddies zusammen, sehr diszipliniert, drei schöne gutgewachsene ältere Mädels waren die Virtuosi und Solisten, ein Knabel hämmerte auf dem Glockenspiel: sie kamen aus allen Vierteln der Stadt, um dieses Adventskonzert zu geben, und pfiffen was das Zeug hielt, gottlob waren auch manchmal bassige Borduntöne eines kastenförmigen Blasinstruments unterlegt, das wohl als Behelfsorgel diente und den Wohlklang erheblich steigerte, denn mal ehrlich gesagt, ich mag Blockflöte gern und verehre Frans Brüggen und Sigiswald Keuken,Kormoran am Rheinufer aber ab einer bestimmten Dauer ist der Ton doch nicht auszuhalten und die in das speicheldurchtränkte Blasrohr kriechende Kirchenraumkühle sorgt für Verstimmung erst des Instrumentes, dann der Zuhörerschaft. - Im schönen Abendlicht kehrten wir nach Hause zurück und erfreuten uns des Sonntagsbratens, der inzwischen im Römertopf gegart hatte, und nichts war an- oder gar ausgebrannt, wie ich in meiner ständigen Panik schon befürchtet hatte.

    Außerdem las ich in der heutigen Zeitung von einem Aufruf, den die Schriftstellerin Juli Zeh (ist das nicht eher doch ein Pseudonym, sie will wohl nicht mit Befestigungsring am RheinuferKlarnamen in die Literaturgeschichte eingehen, warum nicht, dafür hab ich Verständnis, die Privatsphäre gönne ich ihr) mit ihrem Co-Autor "Juri Trojanow" - die TITANIC meinte schon, das klingt wie ein russisches Computer-Störerprogramm, aber der Mann ist Bulgare, ich musste bei dem Namen an einen Serienspion meiner Jugend denken, mir fiel auch gleich ein, wer, stimmt alles überein, nur Vor- und Nachnamen sind anders: Ilja Kuryakin, der in den 50er Jahren zusammen mit einem gewissen "Napoleon Solo" (auch nicht besser ausgedacht als "Juli Zeh") im deutschen Vorabendprogramm herumermittelte. Überhaupt die Serien: Yancy Derringer zum Beispiel, immer wie aus dem Ei gepellt und die Pistole mit perlmutternem Knauf, wer kennt noch die seltsamen Abenteuer des Hiram Holliday oder seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger? Emma Peel und John Steed, "The Avengers", haben es ja zu diversen Neuausstrahlungen geschafft, wohl wegen ihrer poppigen Ausstattung & Kledage, ebenso meine absolute Lieblingsserie "Nummer 6", der Spion, den seine eigenen Leute im englischen Feriendorf gefangen halten, lief früher als Alternative zu den Olympia-Livesendungen. Ganz früh hab ich Erinnerungen an die Serie "Anwalt der Gerechtigkeit", von dem ich immer dachte, der hieße "Am Wald der Gerechtigkeit", bis mein Bruder den Irrtum korrigierte. Das hätte ich viel poetischer gefunden! Es gibt jetzt übrigens eine Internetseite, wo man das uralt-Programm der beiden deutschen Fernseh- und diverser Radioanstalten nachlesen kann.

    In dem Interview wird Juli Zeh u. a. darauf aufmerksam gemacht: "Die Absender des Aufrufs sind klar, Ankerplatz am Rheinuferaber der Adressat bleibt im Vagen", und die Antwort darauf ist die kürzeste, die man sich denken kann: "Es gibt keinen." Und später fügt sie hinzu: "Wir erwarten nicht, dass etwas Messbares passiert", und stellt überdem fest: "Im Grundgesetz stehen diese Grundrechte auch." - Aha? dann könnte man doch als Alternative eine Petition an den Deutschen Bundestag richten und dem mal freundlich "Alles Gute!" wünschen, einfach so zwischendurch, zur Ermutigung und gerade jetzt, wo sich die satte Groko-Mehrheit anschickt, jede Abstimmung zur Abnickung zu machen bzw. jede Debatte zu einem fröhlich-einvernehmlichen Hin- und Herspielen der Bälle zwischen Partnern. Zu den Unterzeichnern (560 Schriftsteller) gehören wohl auch 5 Nobelpreisträger.Abflussrinne am Rheinufer "Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei, und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr", das haben diese Autoren also unterschrieben, aber: Moment mal, ist es nicht Berufsalltag von Schriftstellern, die Gesellschaft zu beobachten, und beobachten sie selber denn niemals andere Menschen, um sie, z. B., in ihren Romanen zu schildern? "Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen", ich dachte erst, da fehlt ein t bei den "Privatträumen", aber sie meinen wohl die vier Wände, "in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben" - aber wer ist es denn, der seinen Bekanntenkreis verwurstet in Dramen, Romanen, Gedichten, wer hat gesagt, "Bücher sind dicke Briefe an Freunde"? Maxim Biller, ick hör' dir trapsen, da hieß es noch, im Hinblick auf personenbezogene Daten über die Brüste von "Esra", der Freundin des Ich-Erzählers bzw. Autors, "es wäre der Bankrott der Kunstfreiheit, wenn künftig jeder, der sich in einem Werk der Fiktion wiederzuerkennen glaubte, auf Schadensersatz klagte", auch das haben über 100 Autoren unterschrieben. Wie denn nun? Wer verkauft denn seinen Vorlass ins Marbacher Literaturarchiv, damit andere später darin herumschnüffeln und Briefwechsel zwischen Hinz und Kunz edieren können und wiederum fruchtlose Dissertationen entstehen und Tagungen über "Briefnetzwerke" stattfinden und teure Autographen verauktioniert werden können!? Die Zahl der Bücher ist Legion, die auf Titel hören wie "Gespräche mit..." (für die drei Pünktchen kann man ein Autorenlexikon von A bis Z einsetzen). Trojanow selber zitiert im Interview wörtlich (!) aus Absagen einzelner Kollegen, haben die das autorisiert? Namentlich genannt sind aber nur die Unterschriftsteller, die Adabeis, wie sie der Wiener nennt ("he stonn die, die immer he stonn", sagt man im Rheinland) - die Unvermeidlichen, "die Absender des Aufrufs sind klar" - Prominent! - , philosophierende TV-Talkshowmoderatoren und ihre Dauergäste, die Töchter eines Gruppe-47-Autors, der selber nicht dabei ist, der Politiker Daniel Cohn-Bendit, Verfasser von Wahldampfparolen und (rein fiktiven) Erinnerungen an Kita-Fummeleien, Vortragsrednerin Carolin Emcke, die mit dem Patenonkel bei der Deutschen Bank, der von Terroristen ermordet wurde (Daniel Kehlmann, unzweifelhaft ein Autor, aber er hätte auch gut und gerne, wie Dalì über Kandinsky sagte, "Fabrikant von Spazierstöcken mit silbernem Knauf" werden können, wurde unter Österreichern einsortiert). Für Kleindichter, Verbandsheinis und on-demand-SelbstverlagssellerTrümmerberge in Raderberg ist die Protestliste jetzt auch geöffnet, fast 20.000 bekennen sich mittlerweile zu der Botschaft, "dass jeder Bürger das Recht haben muss, mitzuentscheiden" (man beachte die Vorsilbe), "in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden", dann werden noch die Konzerne aufgerufen, diese "Rechte" (jetzt sind's mehrere, Plural, als Schriftsteller sollte man allerdings "Recht" und "Rechte" auseinanderhalten können, wie ja auch "Freiheiten" keine "Freiheit" sind) zu respektieren, die Bürger, sie zu verteidigen, und die Vereinten Nationen werden aufgerufen, eine nicht mit Formulierungshilfen konkretisierte, undefinierbar-uferlose, aber immerhin bereits "verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden" und wiederum weltweit "alle Regierungen..., diese Konvention", die dichterisch-fiktive nämlich, weil sie ja noch gar nicht existiert, nicht mal im Ansatz, gefälligst "anzuerkennen und einzuhalten". Das perfekte Dinner - das Weihnachtsmenü. Goodbye Deutschland! Verklag mich doch!

    Ist alles lieb und klasse, aber wirklich nicht viel Kontroverses dran an der Sache, damit wird man mühelos Feuilleton-Titelgeschichte und dreimal 20.000 Unterschriftchen (d.h. e-Mail-Adressen!) sammeln und manche geben beim Anklicken im Eingabefeld als Motiv an, man sei "gegen brave new world", "gegen Big Data" bzw. führe, wie T. C. Boyle den Initiatoren schrieb, "den Kampf gegen die Maschine". Na, denn: Auf in den Kampf! und schleunigst auch unterschreiben! Friede sei in allen Landen, verstanden? oder seid ihr etwa gegen das Gute und für das Böse??? Wer weiß es, wer weiß es nicht? 


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  • Pizzawerbung mit DeutschlandzwergEigentlich wollte ich unmittelbar nach der Wahl hier einen Kommentar abliefern. Ich hatte mir hierzu einen Gag mit einem Gartenzwerg, der neulich für die Fertigprodukte eines Discounters geworben hat, und zwar mit Pizza "Quadro Stagione" überlegt, weil ja nur noch vier Parteien im Bundestag sind statt 5 oder elf - wie im belgischen Parlament, das im Mai 2014 gewählt wird (es hat zwei Häuser, dazu kommen allein drei Regionalparlamente, dazu kommen die Gemeinschaften der Wallonen, Flamen, Deutsche usw. -  Henryk Broder hat sieben Parlamente und sieben simultane Regierungen in Belgien ausgemacht). - Aber da wir ja noch immer keine Regierung haben, Mutti fröhlich weitermacht, bald wieder mit Hilfe der Sozialdemokratie als Pizzataxi-BayernangebotSteigbügelhalter, und alles mal wieder auf Modell "Konsens um jeden Preis" hinausläuft, ist mir die Lust dazu vergangen. Gabriel sah ja gar nicht glücklich aus, als er das erste "Sondierungs-Gespräch" verließ, ganz wie ein Berufsanwärter nach dem Einstellungsinterview, bei dem er zusammengefaltet wurde, anstatt seine Ansprüche durchsetzen zu können. Klar, die CDU/CSU braucht ja nur 5 Stimmen, um etwas durchzusetzen, was den Sozis nicht passt, die kann man preiswert bei den Grünen, vielleicht sogar bei der Linken einkaufen. Gregor Gysi wird Oppositionsführer,Taschendiebwarnung von Schaffhausen wer sagt's denn, mit ausgedehnten Redezeiten und einer Dauerkarte für die Bundespressekonferenz. Das Schönste ist ja, dass sich die MerkelinOrtsverein der SPD JETZT Steuererhöhungen vehement widersetzen und  nach der nächsten Krise, wenn sie unzweifelhaft wieder angesagt sind, dem kleineren Koalitionspartner in die Schuhe schieben kann. Sowieso glaube ich nicht, dass dieser Regierung ein langes Leben beschieden ist, da werden wohl in einiger Zeit Neuwahlen (oder Neusondierungen?) fällig. Hier in Zollstock schäumte der SPD-Ortsverein Zollstock in seinem Schaukasten, weil der grüne schwule Gegenkandidat Volker Beck (mit deutlicher Anspielung auf die Kondomreklame auf seinen Werbetafeln: "ich will's gleich gerecht") nicht freiwillig darauf verzichtet hat, sich zur Wahl zu stellen, und dadurch verhinderte, dass Elfie Scho-Antwerpes, Ex-Frau eines einst skandalumwitterten und ziemlich landesherrlich auftretenden Regierungspräsidenten,Graffiti an der Litfass-Säule ihr Gnadenbrot künftig in der Bundestagskantine verzehren darf. Wie lautete der alte Abzählreim früher? "Der Hetero raucht Marlboro (in der schwarz-roten Packung!), der Homo wird auch ohne froh." Wie man hört, wird Elfie Scho-Antwerpes nunmehr auf Platz 2 der Kommunalwahlen antreten, um wieder Bürgermeisterin zu werden - die SPD hat ihr den Platz "freigehalten". Die freundlichen Wahlberater von der Versicherungswirtschaft, vertreten durch einen Fachmann mit Büro im selben Viertel, stänkerten schon vorher gegen die Bürgerversicherung und sind froh, dass diese Maximalforderung vom Tisch ist. - Und dann wäre da noch der Protestler, der alle Litfass-Säulen mit sonderbaren Botschaften vollschreibt, in hektischen, schwer lesbaren Kritzeleien,Versicherungs-Propaganda gegen Bürgerversicherung der wurde auch wieder mit 1), 2) und 3) aktiv. Vielleicht ist er aber identisch mit dem Kommentator, der den SPD-Ortsvereins-Schaukasten mit der Polemik gegen Volker Beck bespielen durfte? beiden Pamphletisten ist eine gewisse Vehemenz beim Unterstreichen zu eigen. Der von der SPD hätte Stimmen-Splitting bevorzugt: "Wenn auch mal mehr andere im Wahlkreis so überlegt und intelligent gewählt hätten! Dann wäre Frau Scho-Antwerpes gewählt." Erinnert mich an mein Studium, man riet mir, beim Lesen immer alles wichtige anzustreichen, und da ich als Erstsemester schlechthin alles für wichtig hielt, unterstrich ich mehr oder minder alles. - Und was gibt es sonst noch in dieser Saison zu sehen? Angesichts des Oktoberfestwahnsinns, der auch in meiner rheinischen Provinz allenthalben ausbricht, bietenSpielplatz-Warnschild vom Bodensee die Discounter aller Orten "bayerische Schmankerl" an (ein Lieferant für Taxi-Food hat auch eine Pizza Krautigunde im Angebot)  oder wie sie das jeweils nennen, und Metzgereien bereiten wohl aus lebensmitteljuristischen Gründen "Weißwürste Kölner Art". Das Kölner Oktoberfest, zu dem ich seit 2010 Scharen von Trachtenjanker-Kölnern und dirndlverkleideten Kölnerinnen zum Vorgebirgspark pilgern sah, wo eigens eine saisonale Holzbude errichtet wird, hat zahlreiche Nachahmer gefunden: Man nennt es dann wohl aus rechtlichen Gründen nicht Kölner Oktoberfest, sondern "Hüttenzauber" und dergl., Karstadt bietet das passende Outfit für die Möchtegernbayern, natürlich gibt es für Volker Beck und die Seinen längst eine "Rosa Wies'n" in den Sartoy-Sälen. Damit ist aber noch lange nicht Schluss, am 11. im 11. beginnt die Session, dann fangen die Weihnachtsmärkte an; eine Kölsch-Woche im Januar opder Februar findet kurz vor Karneval ebenfalls am Vorgebirgspark statt, jedesmal hauen sie so eine Bretterbude zusammen und das dient dann als Bierhalle, nur dass jetzt auch in dieser das Rauchen nicht mehr erlaubt ist. Eigentlich wäre die deutsche Sozialdemokratie genug bestraft, wenn sie den zum Einzug in die Regierung erforderlichen Kotau vor Seehofer in Dirndl und Lodenjackerl machen müsste.

    Nach der Wahl haben wir schon wieder einen neuen Skandal, um den Bischof von Limburg, Diebarz-van Elster:

    Ego-Spiel für Tebarz van Elst

    Das ist allerdings nicht die Heimat des Limburger Käses, sondern eine Kreisstadt an der Lahn, die schon im Hessischen liegt. Durch das "richtige" Limburg (den Landesteil von Belgien meine ich jetzt)  muss ich demnächst, also schon morgen, auch wieder, weil meine Liebste eine Woche Ferien an Flanderns Nordseeküste gebucht hat. Hierzu teilt mir eine Fremdenverkehrsseite folgendes mit, so wisst ihr, womit ich in nächster Zeit beschäftigt bin (ich gebe leicht gekürzt den originalen Wortlaut in der eigentümlichen Orthographie wieder):

    Wenn es einen Badeort gibt der voller Energie hat und einjeder verlocken kann, denn ist es bestimmt Blankenberge. Nicht in mindestens durch das unübertroffene angebot an Familienattraktionen und Sehenswürdigkeiten. Hier gibt immer schon etwas zu tun! Sie können gemütlich spazieren auf dem Boulevard, sich hinsetzen bei einem der zahlreichen Eßlokalen oder nur frische Lucht nehmen auf dem Strand . Dieser sprudelende Badeort ist eine interessante Umgebung für die junge Familie und für die Familie mit Jugendlichern die sich nicht langweilen möchten. Dies ist jedoch auch der meist lärmige und farbige Badeort der Belgischen Küste. Auf dem breiten Boulevard gibt es Raum für Spaziergänger, Schlittschuhläufer und sonst für jedermann der sich auf gleich welches nicht-motorisierte Fahrzeug von A bis B abfahren möchte. Blankenberge ist ein echter beliebter Badeort. Die Strandpromenade scheint eine Kermis und auf dem übervollen Strand wird vollauf gepicknickt. Neben einer ausgedehnten Vielfalt an Außen- und Innensportmöglichkeiten bietet Blankenberge unzahlbare Möglichkeiten für Einkaufliebhaber, Gastronomen und Liebhaber von der derzeitigen Erholung. Der Freizeitparken und Kneipen... bilden das vitale Zentrum des ergriffenen Ferienorts das seine Gäste in einer gemütlichen Atmosphere willkommen heißt. Spaziergänger können sich an den Fonteintjes zu gute tun. ... Der alte Fischerhafen wurde umgebaut bis einem ultramodernen gastfreien Jachthafen mit allen notwendigen Rückstellungen. ...  Auch für der aktiver Urlauber gibt es am und um dem Strand viel zu erfahren. ... Der Steg von Blankenberge überwiegt den ganzen Strand. Ein exklusiver Einsatz bestehend aus einer langen Fußgängerbrücke im Meer, der führt zu einem fabelhaften runden Gebäude. ... Blankenberge würde Ihnen erstaunen. Gemütliche Einkaufsstraßen die im Sommer sogar verkehrsfrei sein. Wenn Sie durch das Getreibe sehen können und weiter als den Strand gehen, entdecken Sie einen fabelhaften Art Nouveau Erbe hinter dem Deich. ... Sie können stundenlang einkaufen machen in den gemütlichen Einkauf-Spazierstraßen und dennach Ihre Appetit zähnen mit frischen Krebs am Hafen. ...  Der Steg gibt Ihnen das Gefühl laufen zu können auf dem Wasser auf Weg zu dem monumentalen runden Gebäude. Hierin befindet sich eine gemütliche Taverne und eine Ausstellungsfläche. Der Hörsaal befindet sich 4 meter unter dem Meeresspiegel und kann angewendet werden wie Kinosaal mit Platz für 80 Besücher.


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