• D'r Müller aka demiemonde"The future belongs to those who believe in the beauty of their dreams." Diesen erbaulichen Satz von Eleanor Roosevelt hat Margarita Mathiopoulos noch immer auf ihrer Startseite, ebenso wie die Bezeichnung "Doctoressa" vor ihrem Namen. Für diesen akademischen Titel hat sie 31 Jahre beschwerlicher Arbeit auf sich genommen, am Ende hat aber die letzte Prüfungsinstanz, des Bundesverwaltungsgericht, festgestellt, dass Anfang der 1990er Jahre eine frühere Instanz, die Nachprüfungs-Prüfungskommission der Universität Bonn, D'r Müller aka demiemondezu Recht davon abgesehen hatte, "eine nicht geringe Zahl von Verstößen gegen das Zitiergebot und gravierende methodische Mängel" zum Anlass zu nehmen, ihr den Gradus ad parnassum zu entziehen, weil sie nicht mit Täuschungsabsicht, sondern halt "nachlässig" gehandelt habe, als sie 1986 eine Dissertationsschrift in Bonn einreichte, in der es von abgespickten Fremdtexten nur so wimmelte. Genauer nahm man es erst nach der Erfindung des Internetz und der "Vroniplag"-Schadstoffsoftware zur Unterminierung gut abgesicherter Titeleigentümer (2011), weshalb dieselbe Universität den vorab vergebenen "Bestanden"-Titel (Dr. best.) dann doch noch rückgängig machen durfte, so dass die Führung des Doctoressa-Titels zwischen 1986 und 2017 quasi illegal erfolgt sei. Diese 31 Jahre müssen nDruidenbüroun also von vorn nach hinten abgewickelt werden; es war für die Kandidatin eine Zeit der Prüfungen, copyofacopyzwei Generationen "lebenslanges Lernen" gewissermaßen, bei welchem leider der höchste Grad des Parnassos, die Meisterschaft vom Stuhl verfehlt wurde: der Pressesprecherinnentitel der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), von Doktorandinnenförderer Willy Brandt verliehen, dieser Kelch wurde gestürzt bzw. ging 1987 an Frau Mathiopoulos vorüber, und der von ihr ganz begeisterte Vorsitzende stürzte gleich mit (damals prägte Dr. Friedhelm Farz-, äh, Fahrtmann, der in Personalunion vereinte Kautsky und Gramsci des NRW-Landesverbandes, den schönen, als Wahljahr-Werbe-Idee wiederzubelebenden Ausdruck "Tittensozialismus"), weil in dieser uralt-männlichen Volks(schullehrerinnen)partei nur Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat/in/en ohne Abitur reüssieren. Deshalb war der einzige einigermaßen erfolgreich agierende Räuberhauptmann der SPD ein Herr Lassalle (der seine Fleißarbeit über "Herakleitos den Dunklen" und seine Fragmente vorsichtshalber dann doch nicht bei Professor Boeckh an der Berliner Uni einreichte), während Dr. Marx und Dr. Liebknecht ihre Pressesprecherzeit wesentlich im Ausland oder im Knast verbracht haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Damals, 1986, hatte Margarita Mathiopoulos ein Hebammerich namens Prof. Dr. Bracher zu dem Examen verholfen, dessen Zertifikat (links oben: Abbildung ähnlich!) rückblickend allerdings so viel wert ist wie falsch Geld oder ein ungedeckter Scheck. Insgesamt gingen, das steht in Wikipedia, D'r Müller aka demi(e)mondeaus den Lenden des Professors Bracher 132 Doktorkinder hervor, das ist eine Nachkommenschaft biblischen Ausmaßes, für die der Erzeuger seinerseits noch jede Menge Ehrendoktorate einheimste, vom Orden "pour le merite" und dem Großen VerdieMarx in Biberachnstkreuz mit Stern und Schulterband mal ganz abgesehen. Da blieb wohl keine Zeit, bei den Elaboraten von Adepten der Wissenschaft genauer nachzuschlagen, ob sie Thesen andernorts entlehnen. Ich hab selber erlebt, wie ein Aufsatz von mir geplündert wurde, eingangs zwar lobend erwähnt, aus dem sich jemand Zitat für Zitat guttenborgte und zwar nur die, die der betr. These in den Kram passten. Muss die Mathiopoulos ihr Diplom jetzt eigentlich zurückschicken oder reicht ein Nachweis der fachgerechten, umweltschonenden Entsorgung im Papiercontainer? Jemand könnte es aus dem Mülleimer herausfischen und den eigenen Namen hineinkopieren, sich in irgendeiner der aufstrebenden kleinen Rechtsparteien als falscher Doktor anheuern lassen! In Köln gab es übrigens mal einen Hausmeister, der sich aus Ärger über einen benachbarten Mülleimer mit Doktortitel ebenfalls "Dr Müller" auf den Mülleimer schrieb (früher waren die Dinger aus Metall und man musste die Namen der Befüllenden draufschreiben), auf Befragen, wie er dazu käme sich den Titel zuzulegen, ohne je auf einer Akademie gewesen zu sein, erklärte er, man nenne ihn (im kölschen Dialekt) im ganzen Viertel nur immer "D'r Müller", und da schreibe er diesen Namen eben auch auf seinen Mülleimer, basta.


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  • Bonjour la France - die Wahl! fällt nicht schwer, oder? man weiß zwar links nicht was drin ist, aber rechts, was letztlich dabei herauskommt.

    Makrone  .........oder...........Marine


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  • aus dem NRW-Programm der Partei Die Piraten (wörtliche Zitate in Fettdruck wiedergegeben)plakate der "Partei" und der "Piraten"

    Eine von der sich zur Wahl stellenden NRW-Piratenpartei beabsichtigte Gesetzesreform...

    ...soll in der Hinsicht in das bestehende Urheberrecht eingreifen, als dass es sich dem digitalen Wandel nicht mehr verschließt, Missverständnisse und Missstände ausräumt und das in Schieflage geratene Gleichgewicht zwischen Urhebern, Rechteverwertern und der Allgemeinheit zugunsten der Kulturschaffenden und Verbrauchern wiederherstellt.

    Und eure Lektoren und Texter, werden die mit Legosteinen bezahlt? Ein Gleichgewicht "zugunsten der Verbrauchern" wiederherstellen, das klingt ja nach schönen Gedichten von Ernsten Jandln! Aber hören wir weiter! Es sollen auch...

    Für diese Reform sollen die im Urheberrecht verankerten Zugeständnisse an die Allgemeinheit, die Urheberrechtsschranken, deutlich ausgeweitet werden.

    Okay, Zeichensetzung ist auch nicht so eueres. Und stilistisch: Schranken ausweiten, ist das nicht wie Mehrwert vermindern? geht das nicht nach hinten los?

    Ferner soll die Geltungsdauer ... herabgesetzt werden. Die Dauer des Urheberrechts soll höchstens bis 10 Jahre nach dem Tod des Urhebers gelten.

    Ach so, nicht erst siebzig, sondern schon zehn Jahre nach dem Ableben einer Komponistin oder eines Schriftstellers werden deren Erben enteignet. Und wenn ich eine Fabrik gründe oder ein Stück Land rode, wird die oder das auch zehn Jahre nach meinem Tod zum Allgemeingut?

    Während früher der Freund eine Schallplatte auf Kassette überspielte und so die Musik einem Freund zugänglich machte, ist der damals zeitraubende Vorgang heute in Sekundenschnelle über das Internet möglich. Das Prinzip ist das gleiche.

    Schön und gut, aber der Klang von schicken teuren Schallplattenspielern war anders als das Geplärr aus dem Ghettoblastern. Und die Kassette war irgendwann abgenudelt oder der Salat quoll vorn aus dem Plastikgehäuseschlitz raus. Dann war Schluss mit der Gratisnutzung, und die inzwischen gereiften, nicht mehr vom Taschengeld, sondern vom Bafög oder vom ersten Gehalt gesegneten Halbwüchsigen kauften sich dann doch noch, nostalgisch gerührt vom Punk ihrer Jugend, die LP samt Cover und Beiheft. Während das geklaute Digitalgut sich nie abnutzt und perfekt kopiert (und ggf. ohne Qualitätsminderung als Piratenprodukt weiterverkauft) werden kann. Und die Hersteller der Kassettenrecorder zahlten, anders als die Hersteller internetfähiger PCs oder Applemacs, eine Pauschale an die GEMA, wie die Hersteller von Fotokopiergeräten an die VG Wort. Aus der wurden die Urheber der schönen, zeitverkürzenden und lebenserfreuenden Künste vergütet.

    Aber bevor ihr weiter Quatsch erzählt, liebe Mixtape-Börsianer, hier ein Tip: Der Urheberschutz eines Werkes, dessen Nutzungsrecht der Künstler zu Lebzeiten verkauft hat, erlischt nach siebzig Jahren, nicht das unveräußerliche und immerwährende "Urheberrecht". Die Oper Don Giovanni ist immer noch von Mozart, kapiert? und wer seinen eigenen Namen auf die Partitur schreibt (oder das eigene Bild mit dem Namen Picasso signiert), klaut (und lügt obendrein). In den heute gemeinfreien Seefahrerromanen waren Piraten nicht wirklich die Guten!

    Ein digital verfügbares Kulturgut wird durch kopieren oder Teilen niemandem genommen, es stellt vielmehr eine Bereicherung für andere Menschen dar.

    Durch "das Kopieren", ein substantiviertes Verbum wird zum Substantiv und daher auch nach neuer Schlechtschreibregel groß geschrieben, kommt viel Blödsinn unter die Leute. Mit Tinte auf Kalbshaut abschreiben hält länger! Wusstet ihr, dass weniger als ca. 10 % der antiken Literatur überliefert ist und nachgelesen werden kann? Klar, am Ende der Verwertungskette bereichern sich andere Menschen daran - beispielsweise Raubdrucker und andere Content-Geier, die per "Copy on demand and paste it for the money" das kostenlose pdf-Angebot an gemeinfreien Büchern des 19. Jhds. von google und Bayerischer Staatsbibliothek herunterladen, womöglich noch per OCR-Schrifterkennung einlesen und als angebliche Verleger (von miserablig zusammengepappten Ausdrucken in grauenhaft gestalteten Broschurklappen) zugleich als e-books auf den Markt werfen, in der Hoffnung, irgendwer vom Verband analphabetischer Blindschleichen hält das dann für eine seriöse, redaktionell betreute oder gar durch Kommentierung und Einleitung angereicherte Neuerscheinung.

    Wir streben die strikte juristische Trennung zwischen kommerzieller Verwertung und nicht kommerzieller Verwertung an. Dabei soll nicht kommerzielle Verwertung grundsätzlich frei von Urheberrechtsabgaben und den Folgen von Urheberrechtsverstößen erfolgen können.

    Ihr wisst schon, dass z. B. das Hochladen von Bildern aller Art auf Facebook der kommerziellen Anzeigenwerbung dient, oder?

    Von öffentlichen Geldern finanzierte oder mitfinanzierte Forschungsergebnisse, Kulturgüter oder andere dem Urheberrecht unterworfene Inhalte oder Produkte sollen der Öffentlichkeit kostenlos und unter freien Lizenzen zur Verfügung stehen.

    Dumm nur, dass die meisten Drittmittelfinanzierungen beispielsweise bei Ausstellungen so geregelt sind, dass Einnahmen aus dem Projekt (Eintrittsgelder) beim Beantragen einkalkuliert werden müssen. Von der Selbstbeteiligung (ein Drittel) ganz zu schweigen. Diese Eigenleistung geht dann neben der von mir eingeworbenen privaten Spende auch unwiederbringlich an die Allgemeinheit, stimmt's?

    Die Panoramafreiheit ist zu gewährleisten. Um das weiterhin sicherzustellen, wollen wir uns auf allen Ebenen dafür einsetzen.

    Ach, das meinte Brecht mit den "Mühen der Ebenen"? Und was ist mit der Freiheit der Alpen, oder liegen die weiter an der Gebirgskette? - Sprich, jeder dämliche Ansichtskartenfabrikant darf ein Denkmal oder eine Skulptur, die der Künstler in der Regel für nullkommagarkein Honorar in den öffentlichen Raum stellt (wisst ihr, was so ein Bildhauer für Ateliermiete zahlt, was er für Materialkosten hat?), in alle Ewigkeit und grenzenlos vermarkten, dafür sorgt ihr ja. Schon mal was von diesem Künstler "Christo" gehört?

    Ferner setzen wir uns dafür ein, vorhandene Einschränkungen in Innenräumen, bei Texten und 3D Kunstwerken zu überprüfen und, wo sinnvoll, abzuschaffen.

    Bei Texten in Innenräumen kenn ich mich gut aus. Die Nutzung meiner in der Regel nicht honorierten wissenschaftlichen Texte als e-Book soll stets uneingeschränkt und auf Ewigkeit gelten, so steht es in den Verträgen, und selbst das kommerzielle Veräußern dieser Nutzungsrechte an Dritte soll ich für immer einräumen. Vom Werk heißt es dann immer gern "ganz oder in Teilen", sprich: ein Sammelband darf in einzelne Aufsätze verhackstückt und die Rechte zur e-Nutzung Dritten entgeltlich überlassen werden, d. h. auf Dauer stehen Aufsätze in ganz anderen Kontexten, angeboten von Bezahlportalen wie sie in den USA die Wissenschaftslandschaft allmählich dominieren. Immer, wenn einer den Text zum Herunterladen anklickt, klingelt bei Anbietern - die gern auch mal Werbung egalwelcher Art und für was auch immer in die Randleiste stellen - die Registrierkasse, während der Autor leer ausgeht. Kopierabgabe, VG-Wort Vergütung? Fehlanzeige! Wenn sie eine CD-Rom produzieren würden , könnte ich sie bei der VG Wort anmelden, ein e-book nicht. Danke, Piraten, für eure Offenheit, mit der ihr mir klarmacht, dass niemand euch wählen sollte, der zu Wohl oder Wehe von dem Verkauf der Nutzungsrechte an seinen Werken leben muss.

    Den betreffenden Beitrag habe ich damals übrigens nicht geschrieben, weil den ahnungslosen, an einer Universität angestellten oder schon verbeamteten Herausgebern verlagsseitig klargemacht wurde, dass eine Ausnahme von der e-Book-Vermarktung nicht möglich sei. Verhandlungen wurden mit mir als dem Autor des Ganzen gar nicht erst geführt. Das hatten die Sammelband-Herausgeber vorher schon vertraglich vereinbart und sei nun mal so, friss oder stirb, e-publish or perish.

     


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  • Die rote Linie überschritten ist auch so ein Quatsch. Ständig höre ich Anglizismen in den miserabligen Übersetzungen von Krimiserien. Und immer wieder wird ein Steak falsch serviert! Neulich hatte ich aus einem gedruckten Krimi das kulinarische Beispiel vom geschwungenen Fischfilet zum Steak gebracht. Vorige Woche kam in einer dieser TV-Serien, ich glaube es war "Vera", eine mißlaunige Polizeikommissarin aus Großbritannien, die erfreulicherweise nicht viel redet, aber ihre Kommentare zum Geschehen mit so pessimistischen "Mhm" und "Hach"-Lauten erkennen läßt (meine Frau und ich haben uns das seitdem regelrecht angewöhnt!), also da kam vor, wie ein junger Mensch von einer Dame auf ein Steak eingeladen wird, "Ich mach Dir auch ein Steak", so in der Art und es folgte "...mit Nierchen!" Und nicht nur das, der Blödsinn wurde am Ende der Szene noch mal wieder aufgegriffen, wie 'ne rennende Pointe: "Und vergiß nicht das Steak!" strahlte er sie bedeutungsvoll und lüstern an. Blinki, blinki, Augenzwinki: "Mit Nierchen!" Lecker, wenn man ein Steak hat und dann auch noch Saure Nieren in Sahnesauce dazu bekommt, mit KarlToffel-Püree als segondi piatti vielleicht? Dabei waren die Innereien, die Leopod Bloom seiner Nora am nächsten 16. Juni zum Frühstück mitbringt, gar nicht gemeint. Sondern, wie mir mein Rückübersetzerprogramm im Gehirn vorschlägt, aller Wahrscheinlichkeit nach "Kidney"-Bohnen, die ganz vorzüglich zum Steak schmecken, aber dann sollte das Gericht gefälligst Steak mit Bohnen heißen ("schon wieder Bohnen", wie die Wildwestleute am Lagerfeuer stöhnen, wo sie Nacht für Nacht von lauter lebenden Steaks umgeben, die immergleichen Dosenbohnen kriegen, die Andy Warhol dann zum Pop-Kult gemacht hat).

    Wegweiser zum Pfad des amerikanischen FreundesZurück ins Glied, bzw. auf Linie. Früher gab das keine "rote Linie" zum Überschreiten in der deutschen Alltagssprache, da hieß das meiner Erinnerung nach Grenze. Oder? Oder, oder, oder. Okay, da gab es die Oder-Neiße-Linie, eine wahrhaft "rote" Linie (ich sage nur: Linie mit Vorhang, der aus Eisen ist gemeint) - eine graniza, die man ungern eine "Grenze" nennen wollte, weil die Ewiggestrigen noch nicht ahnten, daß Schlesien auf jeden Fall "unser" bleibt, unser Schlesien nämlich in der Erinnerung, dem schönsten Paradies ohne Vertreibung. (Hatte ich nicht schon mal vorgeschlagen, das ewige "und, und, und", mit dem man eine sinn- und endlose Folge von Aufzählungen abzukürzen vermeint, jedesmal mit "oder, oder, oder" zu substituieren, um den Schwachsinn gleich ins Extrem zu steigern und dadurch aufzuheben?)

    Jetzt aber Trump, der dafür ja schließlich Präsident geworden ist, uns jedenTag mit neuen Lach- und Sachgeschichten zu überraschen. Törööö! Gestern soll er zu dem Giftgasmord des Massaker-Assads gesagt haben, es seien "mehrere rote Linien" überschritten worden, wie der SPON-Videokommentator höflichst übersetzte, ich hab es aber im Radio zuerst gehört, da blieb der O-Ton länger stehen, und es hieß doch wirklich und wahrhaftig "MANY, MANY LINES!"Ampelwunschknopf

    Dass wir die Sch%*!#%&!metaphern aus dem amerikanischen Politikerspech eins zu eins übernehmen, schlimm genug, aber Trump hat echt nicht begriffen, wie die Metapher funktioniert. Also nochmal für Doofe. DA ist eine rote Linie -------------------------------------------------------------------

    und WEHE du überschreitest die, dann gibt's Kasalla, d.h. Boykott, internationaler Steckbrief, Einmarsch von Bodentruppen, Absetzung, Kriegsverbrecherprozess und notfalls den Strang oder bei zeitigem Abschied von eigenen Gnaden das gutdotierte Exil auf Sankt Helena oder am neutralen Genfer See.

    EINE rote Linie, wenn schon, denn schon. Nicht zwei, drei, oder vier. Man merkt es gleich, wenn man "Grenze" dazu sagt, dass es anders nicht funktioniert. Mit den vielen Linien, das war Chamberlain in München 1938, das klappt nicht. Hier ist die Grenze, und jenseits davon ist Schluss.

     

    P. S. es war natürlich doch nicht Schluss. Keine zwei Wochen später kam ein Krimi mit Inspektor Banks, und was passiert kurz nach Beginn? Bilder von losdüsenden Blaulicht-Polizeiwagen, Lautsprecherdurchsage: "Achtung, an alle Einsatzkräfte: Leiche im Moorgebiet!" Ich denk schon, jetzt muss sich die Truppe aber mit Gummistiefeln ausrüsten und einen schlammverkrusteten Ertrunkenen im Bodybag bergen, aber nein, man spazierte trockenen Fußes durch... erika-überwucherte Heidelandschaft. Der Übersetzer kannte wohl den schönen Folksong - most beautifully rearranged for Hohner organ and guitar by Paul Brady - nicht,  "Heather on the moor, over the heather, over the moor and among the heather...": da setzen sich der Schürzenjäger und die schöne Schäferin direktemang hinein ins Moor.


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  • Das lebhafteste Vergnügen, das ein vernünftiger Mensch in der Welt haben kann, ist:
    neue Wahrheiten zu entdecken, das nächste nach diesem ist: alte Vorurteile loszuwerden.
    Friedrich der Große

     

    10.2.1821

    Der Fürst Sulkowski, erst bonapartistischer General, jetzt preußischer Pole, sagte neulich hier: "Man glaube nur nicht, daß wir Polen so sehr eine besondere Nation und durchaus Polen sein wollen, unsere Hauptforderung ist, daß wir Europäer sein wollen; denke man nur nicht, uns Landstände zu geben und uns in Polen berathen zu lassen, damit ist uns gar nicht gedient, aber Reichsstände wollen wir, und zu denen wollen wir nach Berlin unsere Deputirte schicken, und da sollen sie reden!"

    18.6.1821

    Der Kaiser Alexander hat in Warschau zu einer Gräfin, ich glaube Potocka, gesagt, der Kongreß von Laibach werde der letzte in dieser Art gewesen sein, da schon hier das allgemeine Einverständniß aller Staaten vermißt worden; es würde nun jeder Staat wieder auf das vorige System zurückkommen müssen, sein eigenes Interesse möglichst zu verfolgen.

    26.6.1821

    Man spricht hier mit Abscheu und Empörung von der Art, wie Oesterreich sich in der griechischen Sache benimmt; daß die Flüchtigen, die sich vor den Türken in's Oesterreichische retten wollen, wieder zurückgetrieben werden sollen, nennt man schändlich und erbärmlich. Selbst Personen, die nicht gern den Respekt vor den Regierungen vergessen, gebrauchen mit Heftigkeit jene Ausdrücke.

    (wird, wenn's mir so passt, fortgesetzt)

    27.7.1821

    Der russische Kaiser erklärt den Polen, da sie sich zur freien Verfassung und Selbstständigkeit so schlecht anließen, und ihm so vielen Verdruß machten, so werde er sie mit dem russischen Reiche vereinigen.

    2.11.1821

    Mit Unwille und Abscheu spricht man über das Benehmen der Mächte in Hinsicht der griechischen Sache; "Sie werden die Griechen untergehen lassen, und nachher doch zum Kriege gezwungen sein; die unmenschliche Grausamkeit, die in ihrem gleichgültigen Zusehen liegt, wird ihnen dann nichts geholfen haben, und die Schande wird ihnen bleiben ohne den Vortheil".

     

    26. Juli 1845
    Anekdote, daß damals in Wien [1814] aus dem russischen Kabinet einige Landkarten dem preußischen mitgetheilt worden, zum Behuf untergeordneter Berichtigungen, daß aber darunter ein Blatt sich befinde, worauf Rußlands Gränzen bis zur Elbe ausgedehnt waren über welche der König sich dermaßen entsetzt habe, daß er lange eingeschlossen geblieben, nachher aber höchst ärgerlich die Karte dem Offizier, der sie ihm vorgelegt, mit den Worten zurückgegeben habe: „Dumme Kabinetsprahlerei, weiter nichts.“


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