• Habe heute an einem WDR-5-Gedichtwettbewerb zum Thema deutsch-französische Freundschaft teilgenommen. Bedingungen: Es sollte ein Sechszeiler sein und die Worte "Boulette" und "Blamage" mussten darin vorkommen.  Eigentlich wollte ich was über das EU-Rauchverbot machen, aber das ging nicht in der verordneten Eile. Und bingo!, mit fünf weiteren von anderen Hörern wurde mein Gedicht vorgelesen! Leider hat man in deutschen Rundfunkhäusern von französischer Intonation beim Vortragen von Poesie keine Ahnung und las Worte wie Concierge nicht dreisilbig, was zu Geholper führte. Aber egal, war trotzdem lustig. Wer das nochmal hören will, die ganze Sendung wird am Mittwochmorgen 23.1.13  um 4.45 wiederholt (früh aufstehen oder Recorder programmieren... :-) Wer's nachlesen will, findet meinen Beitrag für das "krosse deutsche Volk, jawoehl! das krosse deutsche Volk" (de Gaulle) zur Völkerverständigung oben unter dem link.

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  • Wer hätte das von Alfred Biolek gedacht. Ich meine nicht, dass er neuerdings bei einem Feierabend-Lieferservice bestellt, der "CO2-neutrale Lieferung bis zu Ihrer Haustür" garantiert. Mich interessiert mehr, was in der Tüte drin ist, die man ihn mit den Worten "die Gäste können kommen" (steht in einer Spruchblase, deren Zipfel man noch sieht, aber ich wollte Schleichwerbung vermeiden) entgegennehmen sieht. Eine Werbeaktion, die den Schnappschuss überall plakatiert, erlaubt intime Einblicke in Bios private Kaufgewohnheiten. Ah, mmh, intereressant! Grüner Spargel, na schön, der aber von der Farbe her schon ziemlich... hm... naja... jedenfalls, der vermutlich mehr als einen Tag im Spediteursregal verbracht hat. Dazu ein Fläschchen Wein - schließlich gehört der Küchenwein auch zu den 10 Geboten des Alfred Biolek ("Küchenwein muss sein. Während der Vor- und Zubereitung kann man sich mit seinen Gästen so wunderbar auf das Essen einstimmen")... Im Prospekt der Firma, der heute im Briefkasten war, steht: "Dazu einen passenden, preisgekrönten und gleichwohl preiswerten Rotwein", hier mit Siegel vom Verband deutscher Prädikatsweingüter, herrje, nicht dass deutsche Rotweine nicht auch mal gut sein könnten: Aber hätte ihn nicht Gerhard Schröder besser beraten, der damals im Boulevard Bio erstmals seinen Männerfreund Putin öffentlich duzte, zum Beispiel  einen leckeren Barolo oder einen schönen Berlusconi zu bestellen? An nicht-Alkoholiker hat Bio auch gedacht und ihnen Smoothie-Obstsaft der Marke "true fruits" bestellt. Seine Gäste scheinen zahnlose Obstmuffel zu sein. Stiftung Warentest hat das Zeug allerdings wegen der irreführenden Deklarierung getadelt, Herr Biolek. Und was seh ich da: Tortellini vorgekocht und aus der Plastikverpackung??? Weizenmehl, Wasser und Eigelb mit der Gabel geknetet, dünn ausgerollt, briefmarkengroß mit der Rändelrolle perforiert, dazu eine selbstgemachte Füllung aus Fleisch oder Käse wären nicht zuviel verlangt vom Küchenchef. Bei Alfredissimos 'Kartoffel-Spargel-Ravioli' sollte man zwar fertige Wan-Tan-Blätter im Asiashop erwerben, die Ravioli aber selbst kuvertieren. - Salami gibt es also, vielleicht als Vorspeise, Piemont-Reis als Beilage, meinetwegen. Aber Oliven "Rio Ana" gefüllt mit pikanter Paprikapaste, als Dosenfraß? Herr Biolek? gibt es denn bei Ihnen keinen Wochenmarkt, keinen netten Türken, wo man Oliven viel frischer und in besserer Auswahl ohne Konservendose bekommt? und probieren darf man auch vorher. Soviel Zeit muss sein...

    Alfred Biolek

     


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  • Wer hat das Recht, die Uhr zu heben?


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  • Am 22. August wird es 70 Jahre her sein, dass die ersten 1078 Stuttgarter Juden vom Sammellager KillesbergSiegener Bunker nach Theresienstadt deportiert wurden. Die Fahrt kostete 50 Reichsmark, außerdem nahm man ihnen 5 Mark für ein Essenspaket ab, das allerdings nie ausgehändigt wurde. Am Bahnhof Bauschowitz angekommen, mussten die vorwiegend alten und gebrechlichen Menschen unter Schlägen tschechischer Miliz 3 km zu Fuß ins Lager gehen, wo sie kein Altersruhesitz, Gedenktafel für die Siegener Judenden man ihnen versprochen hatte - und für den sie viel Geld an die SS gezahlt hatten - , sondern die völlige Ausplünderung (man nahm ihnen u.a. alle mitgeführten Medikamente weg), Wassermangel, der Hunger, zum Schlafen der Steinfußboden einer Kaserne erwarteten. Erst am folgenden Morgen wurde etwas zu Trinken ausgeteilt, an diejenigen, die nicht zu schwach waren, in der Schlange zu stehen. (Diese Information entnehme ich dem Buch von Margot Weiß: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post..." Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart, Barbara Staudacher Verlag, Horb 2012; darin ein präziser historischer Überblick von Dieter Kuhn. Über Theresienstadt kann man sich in dem Standardwerk von H. G. Adler, Tübingen 1955, informieren.) Während der ersten sechs Wochen starben 247 dieser Stuttgarter, 312 wurden weiter nach Treblinka zur "Vergasung" deportiert. Bis 1945 sind von diesem Transport 551 in Theresienstadt, 473 in Vernichtungslagern umgekommen. Überlebt haben 49 aus diesem ersten Transport (dem ersten von vielen aus Stuttgart und zahlreichen anderen Städten des Deutschen Reichs und der Tschechoslowakei), und selbst von diesen wenigen erlagen manche nach der Befreiung einer Typhusepidemie oder starben an Entkräftung, noch ehe das Jahr 1945 vorüber war. Diejenigen, die nach Stuttgart zurückkamen, mussten die Fahrt in zwei Omnibussen selbst organisieren. Sie erhielten 250 Mark "Starthilfe", die später von der sogenannten Wiedergutmachung abgezogen wurden.

    SS Günni halt's Maul

    Den Staat Israel hat Deutschland auf diese Weise mitgegründet. Diese Verantwortung wiegt so schwer, dass jeder Gehör findet, der uns (vermeintliche) Erleichterung verspricht: endlich "dürfen" wir sagen, was wir wollen, endlich werden wir den Druck los, wir sind - wenigstens diesmal - nicht schuld, die anderen, die Juden sind es, die böse Waffen haben, wir doch nicht (denn wir haben ja die Amerikaner, jeder Handgriff beim Abfeuern von Atomraketen aus deutschen Startlöchern wird von Bundeswehrsoldaten ausgeführt, und nur das letzte, das Schärfen der Bombe, erledigt fürsorglich ein US-Soldat für seine nichtatomisierten NATO-Kollegen). Der Vorwurf des "Antisemitismus" ist kraftlos und abstrakt. Er trifft niemanden wirklich, solange der Begriff in der Debatte ungeklärt bleibt - es gibt keine Bestimmung, ab wann jemand "antisemitisch" sei oder sich verhalte. Zwei, drei Generationen ist es her, da wurden hierzulande antisemitische Parteien, Vereine, Zeitungen gegründet. Antisemitismus als Vorwurf und Anklage erscheint idiotisch in einem Land, in dem noch immer Menschen leben, die sich in ihrer Jugend voller Stolz für überzeugte Antisemiten erklärten. Und wieviele mögen diese Überzeugung noch immer oder gar schon wieder hegen, als Bekenner oder - viel öfter - in heimlicher Feindseligkeit. Solange in Deutschland nicht debattiert wird, was Antisemismus heißt, wie wir mit ihm umgehen, wie ernst wir ihn nehmen, ist der Begriff so unbestimmt wie die Wendung "Kritik an Israel". Etwas kritisch zu hinterfragen hieß in meiner Jugend noch: argumentative Auseinandersetzung mit Angelegenheiten, die einem als bis dato als selbstverständliche Gewissheit ausgegeben worden waren. Klar, dass manche Interessierte dies auch auf den Holocaust anwenden wollten, den es angeblich nie gegeben hätte - die gefilmten Leichenberge in Auschwitz seien in Wahrheit Opfer der Bombenangriffe auf Dresden gewesen, hieß es beispielsweise. Leugnen ist nicht mehr erlaubt, sondern eine Straftat. Aber die schiere Verkehrung eines Sachverhalts Am Deutschen EckAm Deutschen Eckins Gegenteil als "Kritik" zu bezeichnen, wäre wohl niemandem eingefallen. Und nichts war weniger selbstverständlich als Israel, das damals immer wieder als "künstliches Gebilde" (Klaus-Rainer Röhl) oder "geschichtslos" oder als prekäre Hinterlassenschaft englischer Besatzer bezeichnet wurde - nicht weniger künstlich als Baden-Württemberg, ein Werk englischer Besatzer wie Nordrhein-Westfalen. Was ist aber als "Kritik" an einem Staat zu verstehen, und wo beginnt die Hetze gegen die, die diesen Staat verkörpern? Gäben wir beispielsweise die Parole aus: "Das perfide Albion ist und bleibt der Erbfeind", ist das noch erlaubt? Wäre z. B. der Satz: "Die Atomstrom nutzende französische Nation, die keine internationale Kontrolle ihrer Nuklearanlagen zulässt, bedroht die Gesundheit deutscher Kinder" - jeder Satzteil spricht eine Tatsache aus -, wirklich als "Kritik" am Nachbarstaat zu verstehen, oder überschreitet er die Grenze zur Hetze? Zwingt Kritik nicht dazu, näher hinzusehen, Verantwortliche zu benennen, Argumente anzuführen, statt Ursache und Wirkung zu vermengen, Opfer und Täter in einer tückischen Rochade auszutauschen?

    Antisemitismus ist kein neues Phänomen, nur der Begriff dafür ist neu. Die "undeutsche Deutschheit und das unchristliche Christentum, die leider heute im Schwange sind", formulierte Karl August Varnhagen 1816. Und das richtet sich nicht gegen "irgendwen": Gemeinheit, NiedertrachtBank im Siegener Bunker und Mordlust toben sich, mal mehr, mal weniger offen, seit Jahrhunderten und heute noch immer vor allem gegen Juden aus, jedenfalls in Deutschland. Es gibt aber noch schlimmeres als Antisemitismus und Hetze. Viel schwerer als die militante Dumpfheit und Stammtischseligkeit, die das Gedicht von Günter Grass repräsentiert, auslöst und anfeuert, wiegt der Mangel an Empathie in seinen Zeilen. Dieser Mangel an Empathie fiel mir zuerst 1989 auf, als Grass allen Ernstes behauptete, wegen Auschwitz müsse Deutschland für immer und ewig geteilt bleiben, als gerechte Strafe für seine Schuld. Auch dies "eine Art Schadensabwicklung" (Habermas): könnten wir damit den Völkermord, den Zweiten Weltkrieg und die Zerstörung der eigenen Kultur abbüßen, dann, ja! dann soll doch die Mauer ein für allemal bleiben, dann wär es abgetan und ja nun bitte gut! Dass fast nur Ostdeutsche dies als Strafe erleben, fiel ihm nicht ein, noch konnte er dieses seltsame Urteil eines obersten namenlosen Weltgerichts, bei dem Grass als schweigsamer SS-Mann nicht einmal Kronzeuge war, erklären. Ob eine solche Gleichung wohl aufginge, die das eine - Teilung Deutschlands - mit dem anderen - die völlige Entrechtung und Ermordung u. a. von 6 Millionen Juden  - verrechnet? Aber welcher Lyriker wäre das, der sich nicht vorstellen kann, wie sich Holocaust-Überlebende fühlen mögen, wenn man dem Land, das ihnen Zuflucht bot, die Planung eines Völkermords unterschiebt? Und der mit keiner Silbe darauf eingeht, was die Kinder und Enkel derer bewegt, die damals wehrlos gewesen sind? Menschen, die in Israel leben, die wir einst vertrieben haben und die nie wieder mit Deutschland zu tun haben wollen, und denen man heute aus sicherer Distanz heraus, im Schutz der eigenen Bündnis- und Militärmacht, Pazifismus, Gewaltlosigkeit Schild aus dem Siegener Bunkerund heiligmäßiges Duldertum predigt, während Hamas und Hizbullah Bomben werfen (mit "selbstgebastelten", wie es in unserer - gottlob nicht gleichgeschalteten - Presse heißt, als wären die in einer Wellblechhütte aus Unkrautex und Zucker entstanden, während israelisches Militär grundsätzlich mit "Vergeltungsschlägen" gegen diese harmlosen "Bastler" vorgeht), während die Führung des Iran mit Auslöschung droht und noch niemand weiß, wie sich die neuen arabischen Reformbewegungen zu Israel verhalten werden. - Und dafür wären wir als Deutsche nicht mitverantwortlich? Doch, sind wir. Und bleiben wir.

    Ob nun der Nobelpreisträger je wieder als SPD-Wahlhelfer, eine Partei, der er "unkündbar verbunden" ist,nach Schleswig-Holstein einreisen darf (um die dröhnende Stille der judäischen Wüstezu übertönen), ob ihm gar noch durch den WDR-Journalisten Thomas Nehls (der zu allem Überfluss von einer jüdischen sowie einer deutsch-israelischen "Lobby" - who's who? - fabelte) ein zweiter Nobel-, und zwar der Friedensnobelpreis verliehen wird - immerhin hat sein einstiger Widersacher Winston Churchill "nur" den für Literatur bekommen, ob die frechen Studentenmescaleros aus Göttingen sein (noch nicht GG, aber G7-)Denkmal mit einer Ergänzung der Schrifttafel versehen, das kann mir ziemlich egal sein. Lassalle_GedenktafelIch war nie Grass-Fan, hielt ihn für einen miserablen Prosaisten von schmalem Wortschatz - jede seiner Übersetzungen dürfte besser sein als das Original - , wenn auch mitunter beachtlicher Erfindungsgabe. Für mich persönlich war er auch nie ein politischer Stichwortgeber oder gar moralisches Vorbild. Ein taz-Kommentator namens Jörg Magenau hat recht treffend analysiert, dass Grass als Typ und mit seinen politischen Ansichten viel besser in die Zeit des Kalten Krieges und der Ostverträge passte. Aber sein Nachleben dürfte er so ziemlich besiegelt haben - er wird fortan immer wieder mit diesem "Gedicht" zitiert werden, dessen Weltruhm von jetzt an Rättinnen, Schnecken, Butts und Blechtrommeln überstrahlt.


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  • Herr W. ca. 52 Jahre, Lebenserwartung laut Bundesdurchschnitt 82 Jahre, erhält ca. 200.000 € p.a. Ehrensold noch für 30 Jahre, macht ca. 6.000.000 €.

    Fordert Herr W. noch eine Aufwandsentschädigung für Sekretariat, PKW, Fahrer und Office von ca. 280.000 € p.a. für 30 Jahre, macht das 8.400.000 € zusätzlich. Frau W. geschätzt 37 Jahre, Lebenserwartung ca. 88 Jahre, erhält eine Witwenrente von 60% des Ehrensoldes, i.e. 120.000 € p.a. für die Zeit nach dem Tode von Herrn W., sagen wir ca. 21 Jahre, macht 2.520.000 €.


    In toto hätte Herr W. 16.920.000 € in ca. 200 Manntagen erwirtschaftet, d.h. er hätte, nach Gesetz, einen Tagessatz von fast 85.000 €!, d.h. vermutlich etwa das 300fache eines Bürgermeisters einer westdeutschen Millionenstadt.

    Obige Rechnung habe ich aus dem Internet gefischt - ich kann ja nicht rechnen. Z. B. sammle ich die Sonder-Euros mit komischen Bildern drauf, manchmal seltene, aus entlegeneren Schengenländern,oder besondere aus naheliegenden, und verschenk sie, wenn mir danach ist oder jemand besonderes InteresseSondereuro an diesem Stück zeigt. Die Griechen hatten mal einen nackten Mann drauf (Diskuswerfer), die Italiener haben immer einen nackten Mann drauf, und dann gibt es so ein Strichmännchen und so weiter. Den Erasmus von Rotterdam aus NL hab ich hier auf diesen Seiten mal vorgestellt. Grade habe ich einen neuen Sonder-Euro bekommen, seltsamseltsam, da steht Bundesrepublik Deutschland und 2000-2012 drauf und ein Globus, aus einem Euro gestaltet, auf dem sich winzige Menschlein jubilierend die Hände reichen, neben ihnen mehrere proppere Häuser, was sag ich, Villen vor grünbelaubten Baumkronen, dazu Windräder neben (Bank)hochhäusern (mit Euro-Denkmal davor, daher als Frankfurt erkennbar), Fabrikschlote dampfen - alles in bester Werkkreis- und FDJ-Ästhetik, der Zirkel, weswegen ich schon dachte, das sei 'ne polemische Alt-DDR-Prägung von irgendwelchen begnadeten Satirikern, entpuppte sich aber bei näherem Hinsehen als Takelage eines Schiffleins. Werde die Münze nachher scannen, falls ich sie bis dahin noch nicht verschenkt habe. 

    Wertschöpfung


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