• country life

    Hier findet sich alles, was man im "dörflichen" Landleben rings um unsere Wohnung tut.

  • Als ich den letzten Blogbeitrag schieb, ahnte ich kein bißchen, was für Sommertage noch auf mich zukommen würden, und das ist auch schon wieder dermaßen lange her, dass selbst der Sommer-Bestandteil schon nicht mehr ganz wahr ist. Von den richtig üblen *§%?!-Tagen fange ich besser nicht erst an, aber dazwischen will ich einen hervorheben. Wir haben schon längere Zeit an unserem heimischen Sprudelwassergerät herumlaboriert, die Flaschen gibt es einfach nicht nachzukaufen, weil das System zum Einschrauben geändert wurde, die letzten dieser Flaschen mit kreuzförmigen (!) Halterungen im Gewinde hatten wir bei Oxfam im Gratis-Korb mitgehen heißen und davon haben wir nur noch eine und die ist auch nicht mehr ganz schön. israelisch-palästinensischer Aufkleber für SodastreamZufällig bot nun eine bekannte Supermarktkette ein Neu-Gerät desselben Herstellers feil, und zwar ein echtes Update (Glas- statt Plastikflaschen) und für nur XXL statt XXXL Euro, zufällig lag der Laden auch in der Nähe des Krankenhauses, so dass ich mit meiner damals bettlägerigen Zuguterletztlebensabschnittspartnerin verabredete, so ein Dings zu kaufen, was denn auch fast problemlos gelang. Es war nämlich sehr groß und musste zu Fuß nach Hause getragen werden. Dort las ich eine umständliche Gebrauchsanleitung und packte alles schön aus, auf der Packung war da ein Kleber, der die Ware als friedliches Koprodukt von Palästinensern und Israelis auswies, ich liebe ja solche Hinweise und zürne meiner Ehefrau noch immer, dass sie den "ökologisch-wertvoll"-Aufkleber (stromverbrauchsarm, Wasserersparnis usw.) sofort von der Waschmaschinenfront abgezurrt hat, statt ihn den übrigen Nutzern der Waschküche stolz und vorbildhaft vorzuzeigen. Hier war nun der Friedenskleber auf der Packung, in Silber und Blau, und ich will ihn euch nicht vorenthalten. Leider wurde nur eine (Glas-)Flasche mitgeliefert, und die fasst nicht ganz dasselbe Volumen Leitungswasser wie die früheren aus Plastik mit dem veralteten Drehsystem, daher beschloss ich, das Zusatzangebot desselben Discounters auch noch zu erwerben, nämlich die Ersatzglasflaschen, die (auch nicht ganz billig) im Doppelpack verkauft wurden. Kurz, anderntags, voller Vorfreude auf die friedliche Sprudel-Mission, gehe ich ca. 7.00 durch eine der stillen Seitenstraßen unseres genossenschaftlichen Viertels und sehe dort, nicht bei der Ko-, sondern bei der Kotproduktion, den Polarhundwelpen und den Nachbarn, der denselben wohl nicht mehr, jedenfalls nicht bei Tageslicht, vor unseren Terrassenbalkon, zugegeben, sondern an die Ecke Dingsheimer zur Dummszwister Straße in einen anderen Vorgarten ausführt. (Viele Friedensprozess erfolgreich abgeschlossenHunde hier haben kein abwechslungsreiches Leben, werden höchstens 10 Schritt straßenauf- oder ab geführt.) Durch diese Straße ging ich neuerdings des öfteren, weil ich das etwa 20 Min entfernte Krankenhaus zweimal am Tag aufsuchte, und zuletzt hatten sich pogromartige Szenen abgespielt. Ich hatte nun ja Gelegenheit, die Wiese vor unseren Schlaf-, Arbeits- und Wohnzimmerfenstern 2 x täglich zu prüfen und Hinterlassenschatfen, die die Hundehalter dort vergessen haben, sorgsam aufzusammeln, mit Hilfe einer pappverstärkten Reklame oder genossenschaftlicher Rundbriefe höchst sozialdemokratisch gerecht auf dem Bürgersteig zu verteilen, so dass die gesamte Front des Hauses genug abbekommt. Seit da auch noch die Verbotsschilder stehen, ist es zwar weniger geworden, aber immer noch genug, dass Passanten, oft Hundehalter, hineintreten, die arglos oder in ihr Handy vertieft ihres Hundes / ihrer Schritte nicht achten, und Schlechtwetter verteilt den braunen Brei, der sonst vor unserer Terrasse schwappen würde, so recht über die ganze Fläche des Bürgersteiges. Nun hatte ich auch noch eine der besonders hartnäckigen Scheißerinnen ertappt, wie sie ihren Wauwau bei der Etagennachbarin vor das Küchenfenster führte, ich kam grade zurück von einem Unfallort, wo ich verspätete Beweissicherung gemacht hatte, und hatte meine Kamera daher schon in der Hand, und fotografierte auch ausgiebig - die Genossenschaft hatte mir anlässlich einer Beschwerde ausdrücklich geraten, das zu tun. Mein Fotoapparat löste heftiges Gezeter bei der Porträtierten, anderntags eine große Hundehalterkonferenz auf derselben Wiesenfläche (die Hunde "kamen zu Potte" dabei), und eben auch das besagte Pogrom in der Dummzwister Straße aus. Ich würde illegal Leute filmen, zudem den Bürgersteig verunreinigen, man werde das Ordnungsamt holen usw. Etwa vier bis fünf Leute beteiligten sich daran, ferner auch das Polarhund-Ehepaar, dessen männliche Hälfte nun wiederum um 7.30 den Polarhundwelpen (ob sie den großen noch haben, entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht leben sie von der Hundezucht, würde mich als Lebensmodell hierorts nicht verwundern) in den Vorgarten seiner Nachbarn (natürlich nicht den eigenen) führte. Beim Gezeter der Weiber und o. g. Pogrom war ich völlig still und passiv geblieben, hatte nur nett gefragt, ob die Dame, die sich gefilmt wähne (konnte Film und Fotoapparat nicht auseinanderhalten) denn "Juhutjuup" kenne. mit hundi kacki gehenproserpina_mit_zerberusLeben vor dem Küchenfenster der anderenAber Herr Polarhund unterschied sich insofern, als er in dem Haufen pöbelnder Megären und sonstigem Abschaum der einzige männliche Schreier war und mir Prügel angedroht hatte. So auch jetzt, als ich, unterwegs zu meiner Nahost-Friedenssprudelmission und voller Gedanken an Flaschen und Flüssigkeiten, ihn nicht weiter beachtend auf der anderen Straßenseite vorüberging: "Ich schlaach disch kapott, dir polier ich die Fresse", so und ähnlich äußerte sich Herr Polarhund, und  an diesem Morgen, in aller Frühe bei menschenleerer Straße war es mir einfach zu arg, ich durchmaß die Dummszwisterstraße und war mit wenigen Schritten bei und vor ihm. "Du willst mich also schlagen", redete ich ihn an und duzte gleich frei nach Heines Motto, nur wenn wir im Kot uns fanden, / da verstanden wir uns gleich - "dann machs dioch mal, los jetzt, schlag zu" (das wiederholte ich in dem folgenden Dialog der Taubstummen wohl ein dutzendmal).  Er kniff leicht verdutzt die Augen zusammen, rückte mir auch bedrohlich auf die Pelle, vielleicht mit geballten Fäusten - das sollte wohl eindrucksvoll abschrecken, aber ich wich keinen Millimeter zurück, wobei sich leider für meine Nase herausstellte, dass er den Hals nicht gewaschen hatte. Er war überhaupt noch im Kurzhosen-Pyjama unterwegs, die nackten Füße in Gummisandalen, der weit besser gepflegte Hund schnoberte in dem fremden Vorgarten herum, pißte, gesellte sich dann zum ungepflegten Herrchen. Ich, ungeduldig: "Na los doch, mach schon! Jetzt kannst du doch, ist keiner in der Nähe..." Er zog ein Gesicht, als hätte ich ihm einen Fuffie angeboten, der aber Falschgeld zu sein schien, "nachher krieje isch nochen Anzeijebei der Pollezej, wenn ich en '***schloch wie dich..." stammelte er jetzt. Ich hielt ihm demonstrativ die Backe hin und tippte darauf. "Hier. mach schon, nicht bloß labern, oder soll ich die Brille abnehmen? Mache ich, wenn du dich dann traust" usw. Okay, er war etwas kleiner gebaut, aber bestimmt skrupelloser als ich, er hätte mir ja jetzt wirklich eins auf die Zwölf geben oder mich niederwerfen und mit meinem Schädel Fußball spielen können, womöglich mit schlimmen Folgen, ein Äderchen platzt an der Schläfe und aus wär's mit den ganzen Bildungskram, den Fremdsprachen und dem aufgespeicherten Wissen über das 19. Jahrhundert. Besttseller, eine Art Buch zum FilmAndererseits, er hatte eine kugelige Riesenwampe und trug Gummisandalen, ich hatte wenigstens Schuhe an, wenn auch nicht die mit den Stahlkappen (und nahm mir stillschweigend vor, die öfter wieder anzuziehen, wo jetzt Herbst wird). Jedenfalls wich ich nicht von der Stelle und starrte ihn ohne mit der Wimper zu zucken an: "Du bist also ein Feigling, was? eine Labertasche, die nur dummes Zeug schwätzt", tatsächlich ging in diesem Moment eine Tür auf, zwei afrikanische Jungs verließen das Haus gegenüber, gingen ihrer Wege wohl zur Schule. Nee, fing er an, nicht unter Zeugen (obwohl die sich grade entfernten), er werde mich ein andermal fertig machen, und überhaupt, da drüben (er wies unbestimmt in Richtung Dingsheimer Straße) wohnten noch andere, die würden mich vermöbeln - nach und nach rückte er ab, und je größer die Distanz wurde zwischen ihm und mir, der ich wie angewurzelt stehenblieb (ich rief dann immer ganz freundlich "Na, Feigling?", "komm doch endlich", "du quasselst doch nur rum und machst nichts!" usw. dazwischen), desto lauter pöbelte und schimpfte er weiter, wobei erst richtig ungewaschenes Zeug aus seinem Mund purzelte. "Wenn du noch einmal wagst, eine Frau anzugreifen, du Drecksack... das ist nicht deine Wiese...", er und "die anderen" würden mir nachts auflauern... und außerdem: "Ich schreib dir in dein Internet!", das schien die stärkste Drohung zu sein, aber nein, er hatte noch mehr zu bieten. "Ich arbeite bei der Zeidung!" und das würde ich noch sehen, was das heißt, denn er arbeitet bei der Zeidung. - Ich war eigentlich ganz nostalgisch gerührt, denn diese Sprache hatte ich zuletzt so mit 10, 12 Jahren vernommen, um 1965-70 in dem Problemstadtteil, wo ich aufgewachsen bin und wo man bestimmte Straßen tunlichst meiden musste: die Labersäcke von damals schlugen wirklich zu, allerdings nur bei kleineren Kindern, spuckten aber, wenn sie ihrer Sache nicht ganz sicher waren (und auch ich wuchs dann mal heran und wirkte martialischer als ich war), wortwörtlich dieselben großen Töne, dir werd ich's zeigen, na warte, und wenn das den Eindruck verfehlt, kommt dies: da drüben wohnen meine Freunde, wahlweise mein großer Bruder, der wird dir einheizen, und so weiter und so blöd. Dass ich das mit meinen grauen Haaren nochmal erleben durfte, schmeckt wie ein köstliches Madeleine im Hustentee meines Alters. - Meine zwei Ersatzflaschen für den Sodasprudler, für den übrigens meine Lieblingsschauspielerin (Scarlett Johansson, aber eigentlich nur in Lost in Translation* und in zwei Woody-Allan-Filmen) trotz Boykottdrohungen Reklame macht, habe ich dann noch bekommen und so eben auch noch mein Scherf zum Frieden im Nahen Osten beigetragen, als Dalai Lahmarsch von nebenan. Und ob ihr es glaubt oder nicht, am selben Morgen finde ich im Bücherkasten (so einer dieser Gratis-Bücher-Verteilstellen steht auch auf dem Platz, wo der Discounter ist) die abgebildete, vergnügliche Fachliteratur, wenn ich das bedenke, was da alles an Streitfällen zusammen kommt, ist das hier doch bloß eine harmlose nette Unterhaltung von Mann zu Mann gewesen.

    *Eine...ääh... "Filmkritik" (hihi) über Lost in translation von Andreas, sabber, Borchholte - lechz, lechz - im SPIEGEL drückt es so aus: "Die erst 18-jährige Scarlett Johansson, Darstellerin der grüblerischen Charlotte, verfügt über eine natürliche Schönheit, eine unprätentiöse Grazie, die selbst dann noch erhalten bleibt, als Coppola Charlotte in einer mädchenhaft rosafarbenen Unterhose inmitten eines von Papierblumen übersäten Hotelzimmers herumfläzen lässt. Sie ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Mit leiser, spöttischer Verwunderung, den Kopf zur Seite geneigt, die Augenbrauen zum Fragezeichen geformt, erwärmt sie sich immer mehr für den älteren Mann, der ihr Vater sein könnte..." usw.


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  • Echt nicht mein TagEiner Sportsfreundin meiner Liebsten passierte neulich, dass sie den Schlüssel in der Umkleide des Turnerheims liegenließ und, wie alles, was man in Umkleideräumen hinterlässt, war er sofort weg. Sie ging dann nach Hause und beobachtete kurze Zeit später, wie ein Auto vom Hof wegfuhr - leider war es ihr eigenes und sie saß nicht drin! Offenbar war ihr jemand gefolgt und hat nun den Schlüssel zu ihrem Leben, natürlich hat sie gleich alle Schlösser austauschen lassen. - Und was sagen Anwohner der Bonner Straße dazu, wenn ihr gestern noch fehlerfrei geparkter Wagen heute, am Montagmorgen, im Auftrag von einem dieser dämlichen Privatsender (die wir dem im Leokirchhof zu Speyer begrabenen Helmut Kohl und seiner geistig-moralischen Maike zu verdanken haben) abgeschleppt worden ist? Und das nur,  weil man unversehens wichtigen filmkünstlerischen Außenaufnahmen im Weg gestanden hat, für genau die Serien-Gülle, die seit Jahr und Tag in die Hirne der TV-Betrachter eingetränkt wird. Mein Rat an alle Ferienhabenden, die Augen schön offen zu halten und sich nicht von Taschendieben einkreisen zu lassen! Denn gerade wenn man in diesem träumerischen ich-hab-doch-Urlaub-Modus versinkt, ist man leichte Beute für bösen Überraschungen des Alltags!Darwin sträubt sich der Bart: Gehbehinderte Meisen füttern, und das im Sommer?

    Hält schön still für die Aufnahmeherabhaengendes Eichhörnchen am GitterDas Eichhörnchen auf dieser Seite läßt sich auch gern hängen, es chillte in der abgebildeten Position geschlagene zehn Minuten "ab", war aber noch keineswegs als Wildpret vorgesehen. Eigentlich dachte ich, sowas machen nur die Bonobos oder ähnliche affenartige Verwandten des Zweibeiners namens Homosapiens. Diese sonst eher hektischen Eichhörner machen aber, im Gegensatz zum gestreßten Nüssefuttergeber, auch gern mal "Pause" und sitzen still und stumm da und gucken ins Leere. Beim Yoga nennt man das wohl die "Savasana"-Position. - Nach gehabter meditativer Erholung flitzte es dann eilends davon. Der Meisenvogel allerdings hat es auch nicht leicht im Leben, er ist nämlich einbeinig, d.h. das andere Bein steht "atypisch" ab, wie der Orthopäde sagen würde. Das Tierlein klammert sich also mit nur einem Bein an den Knödel resp. Knödelhalter und läßt sich anschließend einfach fallen, findet dann kurz vor dem Boden wieder Aufschwung und flattert davon (die Meisenkollegen stoßen sich immer wieder ab). Wir hatten das arme Einbein schon vor ein paar Wochen zwischen den Futterplätzen herumhüpfen sehen, aber es kam mehrmals wieder und sieht, wie meine Frühstückspartnerin sagt, "inzwischen schon ganz proper aus". Inklusion nun auch auf unserem Balkon! wir haben natürlich nichts gegen Behinderte, wenn sie nicht alles vollscheißen und brav ihre Knödel aufessen.Einbeinige Meise am Knödel

    Was soll das heißen, wenn RTL schreibt, "wir halten unsere Mitarbeiter zu größtmöglicher Ruhe und Sorgfalt an"? Wir wissen doch, dass die Autobahngendarmerie gern mit Schußwaffen herumfuchtelt und im Fall der Übertretung des Vermummungsverbots durchaus freigebig den Wasserwerfer einschaltet. Kann bei der Hitze ja auch eine nette Abkühlung sein. Aber ehrlich, ich möchte in dem Schanzenviertel auch nicht abgemalt sein, wenn da die Autonomen auf die Schaufenster und die Hauptwachtmeister auf die Autonomen einknüppeln. Aber jetzt deswegen "Rock gegen links"-Konzerte ausrufen wie die Bildzeitung und ihr nebenamtlicher Mitarbeiter Heiko Maas? nee, ne? diese Konzerte müssen dann ja auch wieder geschützt werden vor den "Mehr-Stille"-Demonstranten oder vor den fliegenden Yogis, die mit ihren pazifistischen Meditationen vor dem G 20-Gipfel vergebens für etwas mehr Besinnung sorgen wollten! Abends ging der aufgeputschte und bierdürstende Pöbel dann doch im Supermarkt plündern, und zwar eher nicht das vegane Bio-Regal, denk' ich mal.

    Gelangweilter TurmfalkeNicht, dass wir gar keine Medienöffentlichkeit hätten hier; manchmal um die Frühsommerszeit ziehenRechts ist auch nichts los Paparazzis mit wahnsinns-Objektivröhren bewaffnet vor unserer Terrasse auf, ich denk' schon, ich werde endlich anerkannt und berühmt - als VIP und Medienfiffi - oder man ist mir auf die Schliche gekommen und ich bin Objekt skandalöser Enthüllungen geworden - aber nein, sie gehn vorbei und suchen sich andere Fotografierziele, drücken sich wie Wildpinkler ins Gebüsch hinter den Garagen herum und stellen da ihre unglaublichen Geräte auf, als wollten sie mit Theodolithen (der Geodät kommt nie zu spät) den Chimborazzo ausmessen, beobachten aber aufmerksam die alte Ziegelei von hinten, wo jetzt ein Fett- und Schmieröllieferant sein Lager hat. Von da werden wiederum sie scharf beobachtet, denn dort hat sich jahraus, jahrein der Turmfalke eingenistet, seine Gattin habe ich nicht gesehen, und ob da der Nachwuchs mit und ohne Schale herumliegt und bewacht wird, ist auch den Nabubrechern nicht bekannt, ich habe nachgefragt. Tage später war gar nichts mehr los - this bird has flown, singt George Harrison - , es kamen keine Nabu-Beauftragten mehr zum Knipsen. Dafür hatten wir in der Nacht, in der in Hamburg die Twingos in Flammen aufgingen, das schönste Glühwürmchenfeuer in den Stockrosen, und davon habe ich auch ein paar authentische Fotos gemacht, also, das sind hier nicht irgendwelche LED-Konfettipunkte. Leider gehören Glühwürmchen, wie Heinrich Heine dichtete, auch "zu jenen Asras, welche sterben, wenn sie lieben", nach der Paarung mit dem durch Blinksignal angelockten Partner (ob Männchen oder Weibchen leuchten, hängt von der Art des Käfers ab, und bei Tag sind die eher unansehnlich, erinnern an Kakerlaken oder dieses eine Plattencover von Uriah Heep oder von wem) leben die nicht mehr lang. Und so wird es auch mit dem Sommerlochthema "linke Gewalt und Polizeiwillkür beim G-20-Gipfel" sein, im Herbst ist schwupps die Merkel wiedergewählt und Herr Schulz darf dann als Minister irgendein Budget verbraten, z. B. der Glühwürmchen wimmre, schimmrenoch mehr leuchtkäferWirtschaft die begehrten Rettungsmillionen zuschustern, wenn nötig. Aber dass diese Kanzlerin vor der Wahl mal gesagt hat, mit ihr als Kanzlerin gebe es keine Maut, diese freche Lüge hat man ihr gar nicht nachgetragen, und die SPD hat sich bei dieser Abstimmung ungefähr so logisch verhalten wie die pazifistischen Grünen beim Bosnienkrieg, und links wählen? nee, das ist mir doch zu eklig, das hab ich früher mal aus Mitleid getan, damit die armen DDR-Bürger im Bundestag vertreten sind, wohl dieselben, die jetzt mit Pegida-Aufzügen das deutsche Volk arterhalten wollen. Was also wählen? Ich weiß es nicht, vielleicht dann doch Sonneborns Ernstpartei oder die fliegenden Yogis, falls es die noch gibt, die hatten bei weitem die schönsten TV-Werbespots.


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  • Gegen 9.30 ging der Lärm des Baustofftransports wieder los. Unsere fürsorglich ausgelegte Dämmstoff-Jute hat keinerlei Interesse gefunden, ebenso wenig halb geknackte Walnüsse und Nusskerne. Statt dessen wird unermüdlich abgeknabbert, rausgerupft und nach oben abgeschleppt, keine Ahnung, wo das Projekt realisiert werden soll. Wir gehen nachher mal ums Haus, vielleicht kann man das Nest von außen sehen, an der Regenrinne oder so, vermute ich, oder unter den Dachziegeln? In den Speicher sind sie nicht vorgedrungen, bisher.

    Eichhorn beisst den Faden ab


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  • Eichhörnchen klettert talwärts auf dem SpalierWenn man noch jung ist, ist man andauernd auf der Suche, giert nach Party, Leckerlis und willigenMerkwürdige Verrenkungen eines Eichhörnchens Kooperationspartnern auf sexuellem Gebiet, wer denkt da an Häuslebau und Vorratshaltung? Schon in der Einzimmer-Studentenbude stellt sich meist unversehens erster Nachwuchs ein. Kommt man in die Jahre, ist der Sturm und Drang vorbei, größere Wohnungen mit geräumigen Schränken werden angemietet, es füllen sich Scheuer, Sparbuch und Kellerregal, und wird erst der Bausparvertrag zuteilungsreif, hat man - wenn man nicht in den Alleen unruhig hin- und herwandeln und anschließend lange (schnorrermäßige) Briefe verfassen muss - nur noch mit Best- oder Hanglagen, Grundrissen und Genehmigungen, Bauleitung, Bitumen und Gaszentralheizungsfragen zu tun, schon um für den Winter des Lebens gerüstet zu sein - und wie ein türkisches Sprichwort sagt: Ist das Haus fertig, zieht der Tod ein.

    Eichhörnchen nähert sich heimlich

    Nicht so bei unseren nächsten Nachbarn, den Kleinnagern, da spielt sich der ganze Reigen entweder in umgekehrter Reihenfolge oder jedenfalls in schönem Durcheinander ab. Es muss ja auch viel schneller gehen, die haben nicht so viele Jahre vor sich. Erst bevölkern sie, als Babys noch scheu, unseren Ausrupfen einer Ranke am BalkonBalkon und suchen nach geschnippelten Möhren und allerlei Nußwerk, das, wenn von den Spendern nicht sorgsam vorher aufgeknackt, irgendwo sinnlos verbuddelt wird, im Frühjahr gehen sie gern auch mit viel Geschick an die ausgehängten Meisenknödel und hangeln sie sich hoch zur Regenrinne am nächsten Etagenbalkon, dann - aber erst im späteren Frühjahr - rasen sie die Bäume rauf und runter und spielen "Nachlaufen" (haha, mon oeuil!), und wenns mitten im Winter plötzlich schneit, fällt den Eichhörnchen ein, sie könnten sich doch mal einen netten kleinen Wohnplatz einrichten, um nicht frieren zu müssen und (wie ich diskretionshalber nur vermuten kann) den dann nach einer Weile mit einem Wurf nackter Mini-Nager für die vergessliche Nachwelt bevölkern.

    Eichhörnchen klettert hinauf zum nächsten BalkonSo dachte jedenfalls heute früh, am 3. Tag des Jahres, ein hier ansässiges Eichhorn, das sich überhaupt nicht für meine "Auslegeware" interessierte, sondern stracks an unserem Balkon vorbei über ein ziemlich prekär aufgehangenes Spalier nach oben flitzte. In den oberen Stockwerken gibt esHundehalterin sammelt teilweise ein vielleicht mehr und besseres Futter, dachten wir, oder diese Generation zieht das vom qualmenden Asozialen verfütterte Erdnuss-Fast food unseren anspruchsvoller zu knackenden Walnüssen vor? Das Spiel wiederholte sich ein paarmal, und zwar sprang das Tier beim  Herunterkommen in den Flieder, verschwand aber nicht über diesen Zwischenaufenthalt im Hof, sondern riß einen Fliederzweig ab und enteilte mit dem Zweig im Mund wieder über das Spalier nach oben. Beim nächsten Mal war das Baumaterial erheblich größer, und am Ende breit verzweigt, und wir sahen mit Staunen, wie geschickt sich das Tier behalf, mal die eine, mal die andere Seite hochruckelnd, und wieder nach oben verschwand. Später stiegen wir zum Trockenspeicher hoch, fanden aber keine Spuren der Tiere, für die das in vielen Jahrhunderten aufgehäufte Möbeltrümmer-, Urväterhausrat- und Klamottenwesen unserer sperrmüllsammelwütigen Nachbarn ideale Lebensbedingungen böte. Neben Matratzen, ausrangierten Bodybuildinggeräten und unter eingestaubten Plümos und Decken vor sich hin gammelnden Kleinmöbeln fehlt es allerdings an einem Nußvorrat, den man aber von umliegenden Balkons zusammensuchen könnte, wäre da ein Durchlass.

    Wie dem auch sei, beim nächsten Raubzug entdeckte das Eichhörnchen auf unserem Balkon eine viel einfacher abzuzurrende Ranke, irgendein winterhartes Hopfenzeug, was neben der zartstieligeren und längst abgewelkten Morning-Glory-Wicke im Sommer für Sichtschutz zum Hauseingang hin sorgt. Erst fielen mir die sonderbaren Turnbewegungen am Spalier auf, dann merkte ich, wie das Biest mit ausgestreckten vier-Finger-Krallen an der Ranke rupfte und sie schließlich beherzt durchzubeißen hatte, um mit dem noch belaubten grünen Zweig den Koben, wo immer er sich befinden mag (vielleicht in der Regenrinne oder in einem Hohlraum unter den Ziegeln), auszupolstern.

    Natürlich haben sich auch unsere Lieblingstiere in dieser Gegend heute früh 8.30 eingefunden, ich meine den zweibeinigen Hundehalter, homo dementus exkrementis distribuans und sein Weibchen. Dieses menschenähnliche Tier legt sich einen vierbeinigen Schmarotzer zu, um das Verdreckungsbedürfnis delegieren und gefahrloser ausleben zu können. Macht man es auf das Asoziale seines Tuns aufmerksam, merkt man, dass die Hundeliebe jede Vernunftschranke längst eingerissen hat. Die blonde, schwarz kostümierte Welpe auf dem oben abgebildeten Schnappschuss, den ich aus allzu weiter Ferne und daher nur unscharf aufnahm, war zwar mit rotem Beutel munitioniert und in offenbarer Absicht hygienischer Optimierung gebückt, aber versteht sich, erst nach vollzogener Verdreckung, und zwar auf der Wiesenecke unserer Etagennachbarin - aber dafür direkt unter dem Verbotsschild (links im Bild ist der Pfahl zu sehen). Na, wenn ich das wegmache, ist es doch in Ordnung, wenn ich das Schild ignoriere, oder??? Wer jetzt noch Haufen macht, der traut sich gern noch mehr! Dass sie die Exkremente ihrer Wirtstiere (sie hatte zwei, einer lief unangeleint zur nächsten Wiese) beschnüffelt und entfernen wollte, half nichts, hinterher blieb ein Reststück liegen, das sie evtl. aus Ärger über mein Fotografieren übrig ließ. Direkt unter Hundehaufenmachenverboten-Schild abkacken zu lassen, ist schon ein guter Neujahrsvorsatz für sich. Und wir haben von allen Schildern, die man hier im Viertel so sieht, zwei der größten, am ehesten Verkehrsschildern ähnlichen abbekommen. Schilder? vergeudete Kreativität...hundeverbotsschild_donaueschingenHundeverbottschild_HonnefWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst recht


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  • Im Althochdeutsch-Kurs an der Uni begegnete mir ein deutsch-fränkisches Glossar mit allerlei nützlichen Redewendungen, auf Althochdeutsch, offenbar für Reisende gedacht, da waren auch Fluch- und Schimpfvorschläge und einer lautete "Hundes ars in dîne naso!" Daran muss ich Kampfwohnen - mein Freizeitsportöfter denken, aber aussprechen, nein, ich sage nichts, außer bei Leuten, die ich zum ersten Mal auf der Wiese mit Hunden sehe, da probiere ich es noch aus, ob Fluchen hilft. Kampfwohnen - mein FreizeitsportDie anderen beobachte oder fotografiere ich einfach in ihrem Tun und Lassen, das hilft aber nur manchmal. Den Auftritt des Herrn da unten, der sich so bereitwillig fotografieren ließ und der dem Edgardo in der Kölner Aufführung von Lucia di Lammermoor sehr ähnlich sieht, kommentierte ich mit dem Seufzer "peinlich, peinlich" und schloss das Fenster. Ich wurde ja auch schon als "Blockwart" und "Hundehasser" beschimpft und grundlos der übelsten Gewalttaten bezichtigt, Oma die Treppe runtergeworfen, bei einer Dame in die Wohnung eingedrungen und hatte mein eigenes Vergnügen an den Denunziatiönchen. - Auch sonst neige ich zu buddhistischem Gleichmut und lächelndster Gelassenheit, das ist die beste Voraussetzung für ein Match in meinem Freizeitsport. Lädt man bei offener Heckklappe aus dem Kangoo größere Mengen Stückgutes aus, z. B. eine Stelltafel, die bei einem Messe- oder Ausstellungsevent keine Verwendung gefunden hat, und zwei, drei Bücherkisten, und hat man die Eingangstür zum Haus mit dem Wandhaken aufgesperrt, damit sie nicht zufällt - und parkt zufällig während des Ausladens einer der liebenswerten Nachbarn mit seiner angetrauten Ehefrau direkt neben einem und betritt das Haus, und man findet, mit Bücherkiste unter einem Arm und Stellwand unter der anderen, die aufgesperrte Tür zugeschlagen vor, dann - ja, dann - sollte man tief durchatmen, denn für diese Art Sport braucht es einen ganz langen Atem. Man muss da so ruhig bleiben wie damals, als es am Boden im düsteren Fahrrad-Abstellraum im Keller aufblinkte und man bei näherem Hinsehen eine Stecknadel entdeckte... war nicht das Vorderrad schon leicht luftleer? Aber das lässt sich ja auch durch Schrauben an den Ventilen erreichen. Oder als man die abgeschlossenen Räder zum zweiten Mal in einer anderen als die mit den Nutzern des Raums vereinbarten Ecke vorfand, weil sie einem plattbereiften Schrottrad Platz machen sollten... worauf ich unsere Räder verkettet und schlussendlich an einem Fensterverschluss festgeschmiedet habe. Kampfwohnen - mein FreizeitsportDerselbe Nachbar geht gern mit dem Hund der verwitweten Schwiegertochter vor unsere Erdgeschoss-Terrasse (Sohn gestorben! außerdem mäht er gelegentlich die Wiese, das ist nach Aussage der Ehefrau ihre Lizenz zum Eindrecken), hier links und rechts mal nicht bei uns, soKampfwohnen - mein Freizeitsportn- dern an der Terrasse einer weiteren, äußerst liebenswerten Person, der geistig nicht übertrieben hellwachen Nachbarin Frau W**. Die Rückstände lagen direkt vor der Ecke des Hauseingangs, wir haben sie liegengelassen, läge das vor unserer Terrasse, würden wir alles vorsichtig aufsammeln und auf dem Bürgersteig verteilen, das sorgt manchmal für Ruhe, weil diese Straßenseite dann gemieden wird, Hundi könnte sich ja die Pfötchen schmutzig machen. Einer der Kampfwohn-Sparringspartner, deren wir hier im Haus noch drei haben, ist ausgezogen, es war die mit dem Trockenspeicher. Was sie hinterlassen hat, sind keine Liebesringe, sondern Nylonreste, sie hat nämlich die Wäscheleine im Speicher schnippschnapp von den eingebohrten Haken abgeschnitten, - die Schnur, die wir behelfsmäßig mal dazwischen gehängt hatte,Kampfwohnen - mein Freizeitsport weil sie ihre staubtrockene Wäsche dort wie festgetackert hielt und wir mitunter ja auch mal was trocknen wollten im Speicher, ließ sie gottlob in Ruhe, von Anzeige wegen Sachbeschädigung hätte ich vermutlich abgesehen, weil es nur eine zu kurze, durch Campingseil ergänzte Schnur ist - wir haben natürlich weiter unsere Wäsche dort aufgehangen, dann aber auch eine neue Schnur montiert, die Restringelchen von der alten Schnur hab ich der Dame in die noch nicht abtransportierten Gummibaumpötte gelegt, mir aber einen aufgehoben, an dem die Tomatenpflanze jetzt emporrankt. So blüht neues Leben, wo altes schon lange, und zwar in Herz und Kopf, abgestorben scheint. Wir haben natürlich gleich eine neue (blaue) Schnur füKampfwohnen - mein Freizeitsportr 5,99 gekauft und aufgehangen, aber die rote Wäscheleine zu zerfetzen (die Schnurreste hat die Wüterine wohl vom Boden aufgelesen) ist doch Sünde gegen die praktische Vernunft. Die jetzt ausgezogene (und in der nächsten Seitenstraße, in einen neuen Speicherausbau eingezogene) Trockenspeicher-Regentin, die wir Frau Getz nennen (weil sie offene Treppenhausbriefe mit "gez. ..." zu unterschreiben pflegte), der Knallkopf, der die Tür zuzieht, wenn wir ausladen, und seine mitnichten bessere Hälfte, die ein Recht zum Verdrecken der Wiese aus dem Mähen derselben durch ihren Mann ableitet (sagen wir: Herr und Frau Dutz, unterschreiben mit "i.A."), und die leicht beschränkte Frau mit der Terrasse, vor der eben jetzt zwei Hundehaufen zum Himmel stinken (Frau Wutz), die sind nur Nebendarsteller, der Coach dieses Kampfteams ist Frau Kratz, die ist das Herz der Finsternis, die sich hier ausbreitet, sie brütet Böses aus und stiftet andere an, es zu tun. Neulich wieder blitzte sie meine Lebensgefährtin und mich an und prompt tauchte wieder jemand mit Hund vor unserer Terrasse auf und provozierte herum, schon wieder so ein Spasti, der merkwürdig tänzelte und in abgehackten Schnaufern redete, "sehnsewoll haha... der Hund geht ja doch auf die Wiese, haha, was wollnse, was wollnse", so in der Art, er zog aber dann ab und ich blickte ihm nach, bis er entschwunden war. Das ist nicht der einzige, Kampfwohnen - mein Freizeitsportda wäre die Trine genau gegenüber, die einem ähnlichen Aufruf der Frau Kratz (die selbst nicht mehr kommt) folgend, auch immer vor unsrer Terrasse erschien, sogar mitHundekacke, verschmiert auf der Wiese Wasserpistole bewaffnet, weil ich sie vor einem Jahr nassgespritzt hatte (als sie, bei 30 Grad im Schatten, sich über die Reling beugte und aggressiv wurde). Ich sag mal, wenn wir hier in einem Kurpark, neben einer Rehaklinik für Sozialgestörte oder unweit einer offenen Psychiatrie leben würden, wär das eine Erklärung für das auffällige Verhalten, aber schaut man sich hier etwas genauer um, ist eine so konzentrierte Ansiedlung schrulliger Benimmkrüppel doch ungewöhnlich. Allein die quäkend-heulsusigen Stimmen, das "kölsche Timbre"! Natürlich wird auch anderswo im Viertel der Hund ausgewrungen, mit Vorliebe, wo es andere stört, wie das nebenstehende Plakat lehrt. - Ein Gehbehinderter, den wir sogar mal als Wahlhelfer an der Urne in der nahegelegenen Schule gesehen haben (es war die Wahl, die wegen Unregelmässigkeiten wiederholt werden musste), erklärte mir neulich folgendes: Nein, der von ihm mitgeführte Hund (der ihm, glaube ich, nicht gehört) werde nicht auf die Wiese kacken, der Hund müsse "nur" KOTZEN und zu diesem Zweck solle er jetzt Gras fressen, von der WieAmpel mit Hundedreckprotestplakatse, weil er besser kotzen könne, wenn er Gras fresse (das habe ihm der Tierarzt geraten), dem Argument, Kotze auf der Wiese sei nun auch nicht schöner als Sch..., begegnete er mit leisem Vorwurfston in der Stimme: der Hund sei krank, dafür tomatenpflanzenmüsse ich doch Verständnis haben; auf meinen Einwand, das Gras könne er doch auch in der öffentlichen Grünanlage fressen, wo es eigene Freilaufflächen für Hunde gibt, behauptete der Mensch, den ich nie gesprochen hatte und bisher für leidlich normal hielt, der Fußweg in den Park sei ihm unzumutbar. (Gehbehindert! und ein Unhold wie ich verlangt einen Gang von zwei, drei Minuten von ihm! ein Abgesandter der Vermieterin behauptete neulich, gar nicht zu wissen, dass in der Nähe ein Park sei, wo der wäre?) - Wir trafen den Kotzheilpraktiker mehrmals ohne Hund noch weiter weg, im Grüngürtel, ich grüßte mit ostentativ geschwenkter Mütze und dem Ruf, er sei ja gut zu Fuß! - Künftig wollen wir Briefwahl beantragen. Diejenigen, die keine Hunde haben, an Wochenenden mit Pfeifenreinigern in der Hand unterm Motorrad liegen und Zwischenräume der Radspeichen polieren, Maibäume von Laternen abzwecken und ins Gebüsch werfen, dafür drei bis vier Tschlandflaggen im Staatsakt-Format (Gratisware mit Werbeaufdruck bekannter Brauereien drauf) vom Balkon flattern lassen, und Mieter der Schwarz-Garagenwerkstätten, die monatlich vier bis sechs verschiedene Autos aufbretzeln und verticken, oder jene, die von 24.00 bis 3.00 früh die Waschmaschine rotieren lassen, Möbel, Mülltüten und ihre ausgelatschten Schweißmauken vor die Tür stellen (die man, wenn man wollte, problemlos mit Kothaufen ihrer Schoßhündchen füllen könnte), sind noch gar nicht erwähnt.


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