• country life

    Hier findet sich alles, was man im "dörflichen" Landleben rings um unsere Wohnung tut.

  • Mit diesem Blog wollte ich zwischendurch mal auf die segensreichen Funktionen eines eher unscheinbaren Satzzeichens, des Bindestrichs aufmerksam machen. Trennstriche und Trendgendertrennungsrichtlinien und rattenscharfe Kriterien gibt's genug. Gerade in einer Sprache, in der man praktisch unendliche Wortketten bilden kann, und einer Zeit, die von Polarisierung und Gegeneinander geprägt ist, sollte das Augenmerk auch mal auf das moderat Verbindende, intersubjektiv Vermittelnde fallen. Der Bindestrich ist sozusagen der Mediator unter den Satzzeichen, ein feinsinniger und bescheidener Diplomat, man sollte ihn nicht nachträglich einzwängen und immer dann seiner Aufgabe nachgehen lassen, wenn zwei anonsten gegensätzliche oder schwer zu vereinbarende Begriffe aufeinanderprallen.  Der Aufkleber, dem ichGruss von der Kö kürzlich an einem Laternenpfahl an der Saarschleife begegnete, ließ mich ans heimische Rheinland denken, an unsere geliebte Nachbarstadt. "Ein Gruß von der Köterrasse", ein Herz für Tiere, was könnte schöner, mondäner und gemütsvoller sein, multikulti und heimatverbunden zugleich. QuallabelDenn die Königsallee in Düsseldorf, von Einheimischen liebevoll "die Kö" genannt, beherbergt Caféterrassen, zudem viele Japaner, die sich schon in den 1960er-Jahren diesen Mittelpunkt ihrer wirtschaftspolitischen Aktivitäten in Europa mit einer traditionellen Feng-Shui-Technik ausgependelt haben. Unfern steht auch die Wiege Heinrich Heines, jenes Dichters, der die Loreley in aller Welt berühmt gemacht hat und zwischen französisch-aufgeklärter Rationalität und romantisch-verträumter deutscher Sehnsucht so wunderbar vermitteln kann! Natürlich sei das Bahnhofsviertel nicht vergessen, an dessen Bahndamm die numerierten Fenster, oft auch gleich groß aufgemalte Telefonnummern zu sehen sind. Zeigt sich eine blonde holde Lore (leih mir mal den Kamm) am Fenster, so kann man die betreffende Dame buchen. Die herzigen Herren, Loddel oder Luden genannt, die in diesem Milieu herumstromern, gehen unterdessen - während der Bahnkunde, der sich bei langen Zwischenaufenthalten auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof mopst, eins der am Fenster entdeckten Nümmerchen schiebt - mit Hunden promenieren, die dem hier abgebildeten Vierbeiner vielleicht nicht unähnlich sind. Den Gestaltern des Aufklebers, die vielleicht den beruflichen Ambitionen ihrer Gefährtinnen aufhelfen wollen, würde ich nur raten, einen Bindestrich zwischen Kö und Terrasse einzuschieben, dann wäre die WerbungKoranuebersetzung für ihr Etablissement sicher noch wirkungsvoller - ein Gruß von der Kö-Terrasse, das ist doch viel übersichtlicher und lesbarer, kurz, kundenfreundlicher. - Vergleicht man den politisch gar nicht sehr viel anders gelagerten Aufkleber, den ich an einer besonders schönen Aussichtsstelle während der Wanderung fotografieren konnte, steht auch hier der schnellen Erfassung des Sinnzusammenhangs das aus drei völlig heterogenen Bestandteilen gebildete Bandwurm-Wort entgegen. Mettlacher MüllkippenschildDer erste Eindruck des unvoreingenommenen Betrachters (also meiner) war, es könnte sich um ein Adjetiv handeln - "quallabel", analog zu diskutabel, formabel, blamabel. Pellkartoffeln, als vegane und trotzdem schmackhafte Spezialität hierorts sehr geschätzt, für Laktovegetarier auch mit Kräuterquark, nennt man im rheinischen Dialekt auch "Quallmänner". Die sind ohne weiteres quallabel, und völlig ohne jeden Gedanken an Tierquällerei pellabel. Bei Tier-quallabel hätte der Bindestrich Wunder gewirkt - schon der Verständigung zuliebe. Vorbildlich hat der Beauftragte für Abfallbewirtschaftung der Stadt Mettlach das Hinweisschild zur Müllkippe gestaltet, und stellte bei der Wortwahl Geschmack und Sprachkreativität unter Beweis. Vielleicht wäre "Rück-Konsum" als Euphemismus noch schöner gewesen. Aber ach, eine volkstümelnde Nachbearbeitung in lokalem Dialekt hat die edle Wortfindung wieder heruntergezogen, nun heißt das, was im Rückkonsum-Zentrum steht, SuperDreckschKescht. Da glaubt man ganz auf Bindestriche verzichten zu können. Dafür haben wir doch nicht jahrzehntelang für die radikale Kleinschreibung gekämpft, dass wir jetzt plötzlich mitten im Wort einen Buchstaben eregieren lassen wie in "BürgerInnen"! Und mit Gendersternchen fangen wir gar nicht an, die hol ich der Damenwelt nicht vom Himmel, sie liegen dann ja doch nur bei uns rum. Hier müssen m. E. ein Bindestrich und ein Schrägstich her. - Um nun endlich zum Titel dieses Beitrags zu kommen, der direkt aus der Urfassung des Korans zu stammen scheint: Eichhorn frontalMir glaubt ja kein Mensch, dass ich vorvorgestern (meine Frau schon vorher) den Jungfuchs im Hof herumschleichen sah, in hellen, leicht rötlichen Fuchspelz gekleidet. Der kommt so gegen halb elf, wenn wir im Wohnzimmer das Licht schon ausgemacht haben, und seine Streifzüge in den Hof sorgen für das Anspringen des Bewegungsmelders, schon steht er im Rampenlicht. Blöderweise hat man nie den Fotoapparat zur Hand. Und vorgestern haben meine Frau und ich den Gesellen zu zweit gesehen. ein Gast an der VogeltränkeDer ehemalige Fuchs war ein alter, ziemlich räudiger Bursche gewesen, der wirklich "schnürte", der hier tänzelte mehr durch das Grün und war auf und davon, ehe ich noch den Auslöser drückte. Aber wer beschreibt mein Erstaunen, als ich vorhin, es mag so gegen halb zwölf mittags gewesen sein, beim Abwasch zufällig aus dem Fenster in den Hof sehe, wo wir eine Vogeltränke, nur so ein Blechkasten und einen Faßeimerdeckel mit Wasser, im Grün liegen haben. Was sich über die Tränke unten beugte, hatte ich noch nie gesehen? Und während die hiesigen Elstern einen Riesen-Rabatz veranstalten, stellte ich mir die naheliegenden Fragen: 1. was ist das, 2. von welchem Planeten kommt es, 3. was ist die Telefonnummer von Angela Merkel, falls es mich bittet, den Führer der Erdlinge zu verständigen? Ich vermute mal, die runden Ohren legen es nahe, es war etwas Wieseliges oder ein Steinmarder (die Marder in der Google-Bildsuche haben nicht so dunkles Fell, die Wiesel nicht so buschige Schwänze wie dieses Tier, das ich ablichten konnte, bevor es ganz ins Grün untertauchte)... Und kaum war er verschwunden, hörten auch die ganz nervös gewordenen Elstern mit dem Gekeife auf. Ein Rieseneichhörnchen war es schon mal nicht, zum Vergleich lege ich aktuelle Eichhörnchenfotos hier bei. Sollte es ein Marder sein, steht jedenfalls fest, dass Marder keinen Ramadan feiern, denn das Tier hat in aller Ruhe getrunken und das dürfte es nach den Regeln des Al-Koran doch erst nach Einbruch der Dunkelheit.


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  • Als ich den letzten Blogbeitrag schieb, ahnte ich kein bißchen, was für Sommertage noch auf mich zukommen würden, und das ist auch schon wieder dermaßen lange her, dass selbst der Sommer-Bestandteil schon nicht mehr ganz wahr ist. Von den richtig üblen *§%?!-Tagen fange ich besser nicht erst an, aber dazwischen will ich einen hervorheben. Wir haben schon längere Zeit an unserem heimischen Sprudelwassergerät herumlaboriert, die Flaschen gibt es einfach nicht nachzukaufen, weil das System zum Einschrauben geändert wurde, die letzten dieser Flaschen mit kreuzförmigen (!) Halterungen im Gewinde hatten wir bei Oxfam im Gratis-Korb mitgehen heißen und davon haben wir nur noch eine und die ist auch nicht mehr ganz schön. israelisch-palästinensischer Aufkleber für SodastreamZufällig bot nun eine bekannte Supermarktkette ein Neu-Gerät desselben Herstellers feil, und zwar ein echtes Update (Glas- statt Plastikflaschen) und für nur XXL statt XXXL Euro, zufällig lag der Laden auch in der Nähe des Krankenhauses, so dass ich mit meiner damals bettlägerigen Zuguterletztlebensabschnittspartnerin verabredete, so ein Dings zu kaufen, was denn auch fast problemlos gelang. Es war nämlich sehr groß und musste zu Fuß nach Hause getragen werden. Dort las ich eine umständliche Gebrauchsanleitung und packte alles schön aus, auf der Packung war da ein Kleber, der die Ware als friedliches Koprodukt von Palästinensern und Israelis auswies, ich liebe ja solche Hinweise und zürne meiner Ehefrau noch immer, dass sie den "ökologisch-wertvoll"-Aufkleber (stromverbrauchsarm, Wasserersparnis usw.) sofort von der Waschmaschinenfront abgezurrt hat, statt ihn den übrigen Nutzern der Waschküche stolz und vorbildhaft vorzuzeigen. Hier war nun der Friedenskleber auf der Packung, in Silber und Blau, und ich will ihn euch nicht vorenthalten. Leider wurde nur eine (Glas-)Flasche mitgeliefert, und die fasst nicht ganz dasselbe Volumen Leitungswasser wie die früheren aus Plastik mit dem veralteten Drehsystem, daher beschloss ich, das Zusatzangebot desselben Discounters auch noch zu erwerben, nämlich die Ersatzglasflaschen, die (auch nicht ganz billig) im Doppelpack verkauft wurden. Kurz, anderntags, voller Vorfreude auf die friedliche Sprudel-Mission, gehe ich ca. 7.00 durch eine der stillen Seitenstraßen unseres genossenschaftlichen Viertels und sehe dort, nicht bei der Ko-, sondern bei der Kotproduktion, den Polarhundwelpen und den Nachbarn, der denselben wohl nicht mehr, jedenfalls nicht bei Tageslicht, vor unseren Terrassenbalkon, zugegeben, sondern an die Ecke Dingsheimer zur Dummszwister Straße in einen anderen Vorgarten ausführt. (Viele Friedensprozess erfolgreich abgeschlossenHunde hier haben kein abwechslungsreiches Leben, werden höchstens 10 Schritt straßenauf- oder ab geführt.) Durch diese Straße ging ich neuerdings des öfteren, weil ich das etwa 20 Min entfernte Krankenhaus zweimal am Tag aufsuchte, und zuletzt hatten sich pogromartige Szenen abgespielt. Ich hatte nun ja Gelegenheit, die Wiese vor unseren Schlaf-, Arbeits- und Wohnzimmerfenstern 2 x täglich zu prüfen und Hinterlassenschatfen, die die Hundehalter dort vergessen haben, sorgsam aufzusammeln, mit Hilfe einer pappverstärkten Reklame oder genossenschaftlicher Rundbriefe höchst sozialdemokratisch gerecht auf dem Bürgersteig zu verteilen, so dass die gesamte Front des Hauses genug abbekommt. Seit da auch noch die Verbotsschilder stehen, ist es zwar weniger geworden, aber immer noch genug, dass Passanten, oft Hundehalter, hineintreten, die arglos oder in ihr Handy vertieft ihres Hundes / ihrer Schritte nicht achten, und Schlechtwetter verteilt den braunen Brei, der sonst vor unserer Terrasse schwappen würde, so recht über die ganze Fläche des Bürgersteiges. Nun hatte ich auch noch eine der besonders hartnäckigen Scheißerinnen ertappt, wie sie ihren Wauwau bei der Etagennachbarin vor das Küchenfenster führte, ich kam grade zurück von einem Unfallort, wo ich verspätete Beweissicherung gemacht hatte, und hatte meine Kamera daher schon in der Hand, und fotografierte auch ausgiebig - die Genossenschaft hatte mir anlässlich einer Beschwerde ausdrücklich geraten, das zu tun. Mein Fotoapparat löste heftiges Gezeter bei der Porträtierten, anderntags eine große Hundehalterkonferenz auf derselben Wiesenfläche (die Hunde "kamen zu Potte" dabei), und eben auch das besagte Pogrom in der Dummzwister Straße aus. Ich würde illegal Leute filmen, zudem den Bürgersteig verunreinigen, man werde das Ordnungsamt holen usw. Etwa vier bis fünf Leute beteiligten sich daran, ferner auch das Polarhund-Ehepaar, dessen männliche Hälfte nun wiederum um 7.30 den Polarhundwelpen (ob sie den großen noch haben, entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht leben sie von der Hundezucht, würde mich als Lebensmodell hierorts nicht verwundern) in den Vorgarten seiner Nachbarn (natürlich nicht den eigenen) führte. Beim Gezeter der Weiber und o. g. Pogrom war ich völlig still und passiv geblieben, hatte nur nett gefragt, ob die Dame, die sich gefilmt wähne (konnte Film und Fotoapparat nicht auseinanderhalten) denn "Juhutjuup" kenne. mit hundi kacki gehenproserpina_mit_zerberusLeben vor dem Küchenfenster der anderenAber Herr Polarhund unterschied sich insofern, als er in dem Haufen pöbelnder Megären und sonstigem Abschaum der einzige männliche Schreier war und mir Prügel angedroht hatte. So auch jetzt, als ich, unterwegs zu meiner Nahost-Friedenssprudelmission und voller Gedanken an Flaschen und Flüssigkeiten, ihn nicht weiter beachtend auf der anderen Straßenseite vorüberging: "Ich schlaach disch kapott, dir polier ich die Fresse", so und ähnlich äußerte sich Herr Polarhund, und  an diesem Morgen, in aller Frühe bei menschenleerer Straße war es mir einfach zu arg, ich durchmaß die Dummszwisterstraße und war mit wenigen Schritten bei und vor ihm. "Du willst mich also schlagen", redete ich ihn an und duzte gleich frei nach Heines Motto, nur wenn wir im Kot uns fanden, / da verstanden wir uns gleich - "dann machs dioch mal, los jetzt, schlag zu" (das wiederholte ich in dem folgenden Dialog der Taubstummen wohl ein dutzendmal).  Er kniff leicht verdutzt die Augen zusammen, rückte mir auch bedrohlich auf die Pelle, vielleicht mit geballten Fäusten - das sollte wohl eindrucksvoll abschrecken, aber ich wich keinen Millimeter zurück, wobei sich leider für meine Nase herausstellte, dass er den Hals nicht gewaschen hatte. Er war überhaupt noch im Kurzhosen-Pyjama unterwegs, die nackten Füße in Gummisandalen, der weit besser gepflegte Hund schnoberte in dem fremden Vorgarten herum, pißte, gesellte sich dann zum ungepflegten Herrchen. Ich, ungeduldig: "Na los doch, mach schon! Jetzt kannst du doch, ist keiner in der Nähe..." Er zog ein Gesicht, als hätte ich ihm einen Fuffie angeboten, der aber Falschgeld zu sein schien, "nachher krieje isch nochen Anzeijebei der Pollezej, wenn ich en '***schloch wie dich..." stammelte er jetzt. Ich hielt ihm demonstrativ die Backe hin und tippte darauf. "Hier. mach schon, nicht bloß labern, oder soll ich die Brille abnehmen? Mache ich, wenn du dich dann traust" usw. Okay, er war etwas kleiner gebaut, aber bestimmt skrupelloser als ich, er hätte mir ja jetzt wirklich eins auf die Zwölf geben oder mich niederwerfen und mit meinem Schädel Fußball spielen können, womöglich mit schlimmen Folgen, ein Äderchen platzt an der Schläfe und aus wär's mit den ganzen Bildungskram, den Fremdsprachen und dem aufgespeicherten Wissen über das 19. Jahrhundert. Besttseller, eine Art Buch zum FilmAndererseits, er hatte eine kugelige Riesenwampe und trug Gummisandalen, ich hatte wenigstens Schuhe an, wenn auch nicht die mit den Stahlkappen (und nahm mir stillschweigend vor, die öfter wieder anzuziehen, wo jetzt Herbst wird). Jedenfalls wich ich nicht von der Stelle und starrte ihn ohne mit der Wimper zu zucken an: "Du bist also ein Feigling, was? eine Labertasche, die nur dummes Zeug schwätzt", tatsächlich ging in diesem Moment eine Tür auf, zwei afrikanische Jungs verließen das Haus gegenüber, gingen ihrer Wege wohl zur Schule. Nee, fing er an, nicht unter Zeugen (obwohl die sich grade entfernten), er werde mich ein andermal fertig machen, und überhaupt, da drüben (er wies unbestimmt in Richtung Dingsheimer Straße) wohnten noch andere, die würden mich vermöbeln - nach und nach rückte er ab, und je größer die Distanz wurde zwischen ihm und mir, der ich wie angewurzelt stehenblieb (ich rief dann immer ganz freundlich "Na, Feigling?", "komm doch endlich", "du quasselst doch nur rum und machst nichts!" usw. dazwischen), desto lauter pöbelte und schimpfte er weiter, wobei erst richtig ungewaschenes Zeug aus seinem Mund purzelte. "Wenn du noch einmal wagst, eine Frau anzugreifen, du Drecksack... das ist nicht deine Wiese...", er und "die anderen" würden mir nachts auflauern... und außerdem: "Ich schreib dir in dein Internet!", das schien die stärkste Drohung zu sein, aber nein, er hatte noch mehr zu bieten. "Ich arbeite bei der Zeidung!" und das würde ich noch sehen, was das heißt, denn er arbeitet bei der Zeidung. - Ich war eigentlich ganz nostalgisch gerührt, denn diese Sprache hatte ich zuletzt so mit 10, 12 Jahren vernommen, um 1965-70 in dem Problemstadtteil, wo ich aufgewachsen bin und wo man bestimmte Straßen tunlichst meiden musste: die Labersäcke von damals schlugen wirklich zu, allerdings nur bei kleineren Kindern, spuckten aber, wenn sie ihrer Sache nicht ganz sicher waren (und auch ich wuchs dann mal heran und wirkte martialischer als ich war), wortwörtlich dieselben großen Töne, dir werd ich's zeigen, na warte, und wenn das den Eindruck verfehlt, kommt dies: da drüben wohnen meine Freunde, wahlweise mein großer Bruder, der wird dir einheizen, und so weiter und so blöd. Dass ich das mit meinen grauen Haaren nochmal erleben durfte, schmeckt wie ein köstliches Madeleine im Hustentee meines Alters. - Meine zwei Ersatzflaschen für den Sodasprudler, für den übrigens meine Lieblingsschauspielerin (Scarlett Johansson, aber eigentlich nur in Lost in Translation* und in zwei Woody-Allan-Filmen) trotz Boykottdrohungen Reklame macht, habe ich dann noch bekommen und so eben auch noch mein Scherf zum Frieden im Nahen Osten beigetragen, als Dalai Lahmarsch von nebenan. Und ob ihr es glaubt oder nicht, am selben Morgen finde ich im Bücherkasten (so einer dieser Gratis-Bücher-Verteilstellen steht auch auf dem Platz, wo der Discounter ist) die abgebildete, vergnügliche Fachliteratur, wenn ich das bedenke, was da alles an Streitfällen zusammen kommt, ist das hier doch bloß eine harmlose nette Unterhaltung von Mann zu Mann gewesen.

    *Eine...ääh... "Filmkritik" (hihi) über Lost in translation von Andreas, sabber, Borchholte - lechz, lechz - im SPIEGEL drückt es so aus: "Die erst 18-jährige Scarlett Johansson, Darstellerin der grüblerischen Charlotte, verfügt über eine natürliche Schönheit, eine unprätentiöse Grazie, die selbst dann noch erhalten bleibt, als Coppola Charlotte in einer mädchenhaft rosafarbenen Unterhose inmitten eines von Papierblumen übersäten Hotelzimmers herumfläzen lässt. Sie ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Mit leiser, spöttischer Verwunderung, den Kopf zur Seite geneigt, die Augenbrauen zum Fragezeichen geformt, erwärmt sie sich immer mehr für den älteren Mann, der ihr Vater sein könnte..." usw.


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  • Echt nicht mein TagEiner Sportsfreundin meiner Liebsten passierte neulich, dass sie den Schlüssel in der Umkleide des Turnerheims liegenließ und, wie alles, was man in Umkleideräumen hinterlässt, war er sofort weg. Sie ging dann nach Hause und beobachtete kurze Zeit später, wie ein Auto vom Hof wegfuhr - leider war es ihr eigenes und sie saß nicht drin! Offenbar war ihr jemand gefolgt und hat nun den Schlüssel zu ihrem Leben, natürlich hat sie gleich alle Schlösser austauschen lassen. - Und was sagen Anwohner der Bonner Straße dazu, wenn ihr gestern noch fehlerfrei geparkter Wagen heute, am Montagmorgen, im Auftrag von einem dieser dämlichen Privatsender (die wir dem im Leokirchhof zu Speyer begrabenen Helmut Kohl und seiner geistig-moralischen Maike zu verdanken haben) abgeschleppt worden ist? Und das nur,  weil man unversehens wichtigen filmkünstlerischen Außenaufnahmen im Weg gestanden hat, für genau die Serien-Gülle, die seit Jahr und Tag in die Hirne der TV-Betrachter eingetränkt wird. Mein Rat an alle Ferienhabenden, die Augen schön offen zu halten und sich nicht von Taschendieben einkreisen zu lassen! Denn gerade wenn man in diesem träumerischen ich-hab-doch-Urlaub-Modus versinkt, ist man leichte Beute für bösen Überraschungen des Alltags!Darwin sträubt sich der Bart: Gehbehinderte Meisen füttern, und das im Sommer?

    Hält schön still für die Aufnahmeherabhaengendes Eichhörnchen am GitterDas Eichhörnchen auf dieser Seite läßt sich auch gern hängen, es chillte in der abgebildeten Position geschlagene zehn Minuten "ab", war aber noch keineswegs als Wildpret vorgesehen. Eigentlich dachte ich, sowas machen nur die Bonobos oder ähnliche affenartige Verwandten des Zweibeiners namens Homosapiens. Diese sonst eher hektischen Eichhörner machen aber, im Gegensatz zum gestreßten Nüssefuttergeber, auch gern mal "Pause" und sitzen still und stumm da und gucken ins Leere. Beim Yoga nennt man das wohl die "Savasana"-Position. - Nach gehabter meditativer Erholung flitzte es dann eilends davon. Der Meisenvogel allerdings hat es auch nicht leicht im Leben, er ist nämlich einbeinig, d.h. das andere Bein steht "atypisch" ab, wie der Orthopäde sagen würde. Das Tierlein klammert sich also mit nur einem Bein an den Knödel resp. Knödelhalter und läßt sich anschließend einfach fallen, findet dann kurz vor dem Boden wieder Aufschwung und flattert davon (die Meisenkollegen stoßen sich immer wieder ab). Wir hatten das arme Einbein schon vor ein paar Wochen zwischen den Futterplätzen herumhüpfen sehen, aber es kam mehrmals wieder und sieht, wie meine Frühstückspartnerin sagt, "inzwischen schon ganz proper aus". Inklusion nun auch auf unserem Balkon! wir haben natürlich nichts gegen Behinderte, wenn sie nicht alles vollscheißen und brav ihre Knödel aufessen.Einbeinige Meise am Knödel

    Was soll das heißen, wenn RTL schreibt, "wir halten unsere Mitarbeiter zu größtmöglicher Ruhe und Sorgfalt an"? Wir wissen doch, dass die Autobahngendarmerie gern mit Schußwaffen herumfuchtelt und im Fall der Übertretung des Vermummungsverbots durchaus freigebig den Wasserwerfer einschaltet. Kann bei der Hitze ja auch eine nette Abkühlung sein. Aber ehrlich, ich möchte in dem Schanzenviertel auch nicht abgemalt sein, wenn da die Autonomen auf die Schaufenster und die Hauptwachtmeister auf die Autonomen einknüppeln. Aber jetzt deswegen "Rock gegen links"-Konzerte ausrufen wie die Bildzeitung und ihr nebenamtlicher Mitarbeiter Heiko Maas? nee, ne? diese Konzerte müssen dann ja auch wieder geschützt werden vor den "Mehr-Stille"-Demonstranten oder vor den fliegenden Yogis, die mit ihren pazifistischen Meditationen vor dem G 20-Gipfel vergebens für etwas mehr Besinnung sorgen wollten! Abends ging der aufgeputschte und bierdürstende Pöbel dann doch im Supermarkt plündern, und zwar eher nicht das vegane Bio-Regal, denk' ich mal.

    Gelangweilter TurmfalkeNicht, dass wir gar keine Medienöffentlichkeit hätten hier; manchmal um die Frühsommerszeit ziehenRechts ist auch nichts los Paparazzis mit wahnsinns-Objektivröhren bewaffnet vor unserer Terrasse auf, ich denk' schon, ich werde endlich anerkannt und berühmt - als VIP und Medienfiffi - oder man ist mir auf die Schliche gekommen und ich bin Objekt skandalöser Enthüllungen geworden - aber nein, sie gehn vorbei und suchen sich andere Fotografierziele, drücken sich wie Wildpinkler ins Gebüsch hinter den Garagen herum und stellen da ihre unglaublichen Geräte auf, als wollten sie mit Theodolithen (der Geodät kommt nie zu spät) den Chimborazzo ausmessen, beobachten aber aufmerksam die alte Ziegelei von hinten, wo jetzt ein Fett- und Schmieröllieferant sein Lager hat. Von da werden wiederum sie scharf beobachtet, denn dort hat sich jahraus, jahrein der Turmfalke eingenistet, seine Gattin habe ich nicht gesehen, und ob da der Nachwuchs mit und ohne Schale herumliegt und bewacht wird, ist auch den Nabubrechern nicht bekannt, ich habe nachgefragt. Tage später war gar nichts mehr los - this bird has flown, singt George Harrison - , es kamen keine Nabu-Beauftragten mehr zum Knipsen. Dafür hatten wir in der Nacht, in der in Hamburg die Twingos in Flammen aufgingen, das schönste Glühwürmchenfeuer in den Stockrosen, und davon habe ich auch ein paar authentische Fotos gemacht, also, das sind hier nicht irgendwelche LED-Konfettipunkte. Leider gehören Glühwürmchen, wie Heinrich Heine dichtete, auch "zu jenen Asras, welche sterben, wenn sie lieben", nach der Paarung mit dem durch Blinksignal angelockten Partner (ob Männchen oder Weibchen leuchten, hängt von der Art des Käfers ab, und bei Tag sind die eher unansehnlich, erinnern an Kakerlaken oder dieses eine Plattencover von Uriah Heep oder von wem) leben die nicht mehr lang. Und so wird es auch mit dem Sommerlochthema "linke Gewalt und Polizeiwillkür beim G-20-Gipfel" sein, im Herbst ist schwupps die Merkel wiedergewählt und Herr Schulz darf dann als Minister irgendein Budget verbraten, z. B. der Glühwürmchen wimmre, schimmrenoch mehr leuchtkäferWirtschaft die begehrten Rettungsmillionen zuschustern, wenn nötig. Aber dass diese Kanzlerin vor der Wahl mal gesagt hat, mit ihr als Kanzlerin gebe es keine Maut, diese freche Lüge hat man ihr gar nicht nachgetragen, und die SPD hat sich bei dieser Abstimmung ungefähr so logisch verhalten wie die pazifistischen Grünen beim Bosnienkrieg, und links wählen? nee, das ist mir doch zu eklig, das hab ich früher mal aus Mitleid getan, damit die armen DDR-Bürger im Bundestag vertreten sind, wohl dieselben, die jetzt mit Pegida-Aufzügen das deutsche Volk arterhalten wollen. Was also wählen? Ich weiß es nicht, vielleicht dann doch Sonneborns Ernstpartei oder die fliegenden Yogis, falls es die noch gibt, die hatten bei weitem die schönsten TV-Werbespots.


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  • Gegen 9.30 ging der Lärm des Baustofftransports wieder los. Unsere fürsorglich ausgelegte Dämmstoff-Jute hat keinerlei Interesse gefunden, ebenso wenig halb geknackte Walnüsse und Nusskerne. Statt dessen wird unermüdlich abgeknabbert, rausgerupft und nach oben abgeschleppt, keine Ahnung, wo das Projekt realisiert werden soll. Wir gehen nachher mal ums Haus, vielleicht kann man das Nest von außen sehen, an der Regenrinne oder so, vermute ich, oder unter den Dachziegeln? In den Speicher sind sie nicht vorgedrungen, bisher.

    Eichhorn beisst den Faden ab


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  • Eichhörnchen klettert talwärts auf dem SpalierWenn man noch jung ist, ist man andauernd auf der Suche, giert nach Party, Leckerlis und willigenMerkwürdige Verrenkungen eines Eichhörnchens Kooperationspartnern auf sexuellem Gebiet, wer denkt da an Häuslebau und Vorratshaltung? Schon in der Einzimmer-Studentenbude stellt sich meist unversehens erster Nachwuchs ein. Kommt man in die Jahre, ist der Sturm und Drang vorbei, größere Wohnungen mit geräumigen Schränken werden angemietet, es füllen sich Scheuer, Sparbuch und Kellerregal, und wird erst der Bausparvertrag zuteilungsreif, hat man - wenn man nicht in den Alleen unruhig hin- und herwandeln und anschließend lange (schnorrermäßige) Briefe verfassen muss - nur noch mit Best- oder Hanglagen, Grundrissen und Genehmigungen, Bauleitung, Bitumen und Gaszentralheizungsfragen zu tun, schon um für den Winter des Lebens gerüstet zu sein - und wie ein türkisches Sprichwort sagt: Ist das Haus fertig, zieht der Tod ein.

    Eichhörnchen nähert sich heimlich

    Nicht so bei unseren nächsten Nachbarn, den Kleinnagern, da spielt sich der ganze Reigen entweder in umgekehrter Reihenfolge oder jedenfalls in schönem Durcheinander ab. Es muss ja auch viel schneller gehen, die haben nicht so viele Jahre vor sich. Erst bevölkern sie, als Babys noch scheu, unseren Ausrupfen einer Ranke am BalkonBalkon und suchen nach geschnippelten Möhren und allerlei Nußwerk, das, wenn von den Spendern nicht sorgsam vorher aufgeknackt, irgendwo sinnlos verbuddelt wird, im Frühjahr gehen sie gern auch mit viel Geschick an die ausgehängten Meisenknödel und hangeln sie sich hoch zur Regenrinne am nächsten Etagenbalkon, dann - aber erst im späteren Frühjahr - rasen sie die Bäume rauf und runter und spielen "Nachlaufen" (haha, mon oeuil!), und wenns mitten im Winter plötzlich schneit, fällt den Eichhörnchen ein, sie könnten sich doch mal einen netten kleinen Wohnplatz einrichten, um nicht frieren zu müssen und (wie ich diskretionshalber nur vermuten kann) den dann nach einer Weile mit einem Wurf nackter Mini-Nager für die vergessliche Nachwelt bevölkern.

    Eichhörnchen klettert hinauf zum nächsten BalkonSo dachte jedenfalls heute früh, am 3. Tag des Jahres, ein hier ansässiges Eichhorn, das sich überhaupt nicht für meine "Auslegeware" interessierte, sondern stracks an unserem Balkon vorbei über ein ziemlich prekär aufgehangenes Spalier nach oben flitzte. In den oberen Stockwerken gibt esHundehalterin sammelt teilweise ein vielleicht mehr und besseres Futter, dachten wir, oder diese Generation zieht das vom qualmenden Asozialen verfütterte Erdnuss-Fast food unseren anspruchsvoller zu knackenden Walnüssen vor? Das Spiel wiederholte sich ein paarmal, und zwar sprang das Tier beim  Herunterkommen in den Flieder, verschwand aber nicht über diesen Zwischenaufenthalt im Hof, sondern riß einen Fliederzweig ab und enteilte mit dem Zweig im Mund wieder über das Spalier nach oben. Beim nächsten Mal war das Baumaterial erheblich größer, und am Ende breit verzweigt, und wir sahen mit Staunen, wie geschickt sich das Tier behalf, mal die eine, mal die andere Seite hochruckelnd, und wieder nach oben verschwand. Später stiegen wir zum Trockenspeicher hoch, fanden aber keine Spuren der Tiere, für die das in vielen Jahrhunderten aufgehäufte Möbeltrümmer-, Urväterhausrat- und Klamottenwesen unserer sperrmüllsammelwütigen Nachbarn ideale Lebensbedingungen böte. Neben Matratzen, ausrangierten Bodybuildinggeräten und unter eingestaubten Plümos und Decken vor sich hin gammelnden Kleinmöbeln fehlt es allerdings an einem Nußvorrat, den man aber von umliegenden Balkons zusammensuchen könnte, wäre da ein Durchlass.

    Wie dem auch sei, beim nächsten Raubzug entdeckte das Eichhörnchen auf unserem Balkon eine viel einfacher abzuzurrende Ranke, irgendein winterhartes Hopfenzeug, was neben der zartstieligeren und längst abgewelkten Morning-Glory-Wicke im Sommer für Sichtschutz zum Hauseingang hin sorgt. Erst fielen mir die sonderbaren Turnbewegungen am Spalier auf, dann merkte ich, wie das Biest mit ausgestreckten vier-Finger-Krallen an der Ranke rupfte und sie schließlich beherzt durchzubeißen hatte, um mit dem noch belaubten grünen Zweig den Koben, wo immer er sich befinden mag (vielleicht in der Regenrinne oder in einem Hohlraum unter den Ziegeln), auszupolstern.

    Natürlich haben sich auch unsere Lieblingstiere in dieser Gegend heute früh 8.30 eingefunden, ich meine den zweibeinigen Hundehalter, homo dementus exkrementis distribuans und sein Weibchen. Dieses menschenähnliche Tier legt sich einen vierbeinigen Schmarotzer zu, um das Verdreckungsbedürfnis delegieren und gefahrloser ausleben zu können. Macht man es auf das Asoziale seines Tuns aufmerksam, merkt man, dass die Hundeliebe jede Vernunftschranke längst eingerissen hat. Die blonde, schwarz kostümierte Welpe auf dem oben abgebildeten Schnappschuss, den ich aus allzu weiter Ferne und daher nur unscharf aufnahm, war zwar mit rotem Beutel munitioniert und in offenbarer Absicht hygienischer Optimierung gebückt, aber versteht sich, erst nach vollzogener Verdreckung, und zwar auf der Wiesenecke unserer Etagennachbarin - aber dafür direkt unter dem Verbotsschild (links im Bild ist der Pfahl zu sehen). Na, wenn ich das wegmache, ist es doch in Ordnung, wenn ich das Schild ignoriere, oder??? Wer jetzt noch Haufen macht, der traut sich gern noch mehr! Dass sie die Exkremente ihrer Wirtstiere (sie hatte zwei, einer lief unangeleint zur nächsten Wiese) beschnüffelt und entfernen wollte, half nichts, hinterher blieb ein Reststück liegen, das sie evtl. aus Ärger über mein Fotografieren übrig ließ. Direkt unter Hundehaufenmachenverboten-Schild abkacken zu lassen, ist schon ein guter Neujahrsvorsatz für sich. Und wir haben von allen Schildern, die man hier im Viertel so sieht, zwei der größten, am ehesten Verkehrsschildern ähnlichen abbekommen. Schilder? vergeudete Kreativität...hundeverbotsschild_donaueschingenHundeverbottschild_HonnefWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst rechtWer jetzt kein Haus hat, baut erst recht


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