• Vorwärts, fort und immer fort!

    FRANKREICH sprach das stolze Wort:

    Vorwärts!

    Diese Zeilen summend, spazierte ich heute durch das Wohnviertel, fand aber nicht, dass die Vaterländerei abgenommen hatte; auch hing keine der zahlreichen Flaggen auf Halbmast, was ich ja für geraten hielte, wenn meine Mannschaft so eindeutig verloren hat wie gestern die Nationalelf gegen Frankreich.Abpfiff Der Torschütze, ein gewisser Griezmann, kommt aus Mâcon, einer meiner Lieblingsstädte, wo ich immer gern Station gemacht habe auf dem Weg in den Süden, um am grünen Ufer der Saône kleinen Morgenschlaf auf der Bank nachzuholen - wenn nicht grade Wasserkski gefahren wurde - , und das mitgebrachte oder vom Hypermarché (tanken kann man da auch billg, ist auch immer dann grade fällig) requirierte Picknick zu genießen... Okay, jetzt muß Captain Germany die Flatter machen und sich geschlagen geben, er kann ja statt dessen die EU retten oder sich eine Bratwurst mit Sauerkraut grillen. "Zwei kleine Fehler in der Abwehr", jaAbpfiffmmerte der Reporter noch heute früh, und die Boulevardquatschpresse titelte MIST! und "Eine Hand voll Pech!", wobei mir der Mist jetzt  mal als Gärtner lieber wäre, das Bitumenzeug kriegt man ewig nicht von den Händen geschrubbt. Ich kuck ja nicht so viel Fußball wie manche Expertinnen hier, aber was ich diesmal von den Spielen gesehen habe, war langweilig und lächerlich. Erst dieses bescheuerte Defensivspielen, warten wir mal die Elfmeterrunde nach Dienstschluss ab, und dann zweimal Hand gespielt und selber das Elfmetergewitter auf sich gezogen, da kann man nur selber schuld sagen. Jedenfalls freu ich mich, dass mir die Rheinufer diesmal durch kein Puplic Viewing verstunken wurden (die stolze Abwehrkette aus Dixiklos,und -urinalen, die bei der WM dafür am Rheinufer aufgefahren wurde, habe ich hier schonmal gepostet). Jetzt brauch ich auch keine schwarzrotgoldene Nudeln ("Pokal-Pasta") mehr zu kaufen oder Fußball-Klopapier mit dem schönen Namen "Ausputzer" (wäre "Abpfiff" nicht besser gewesen - die Pappteller heißen Anpfiff -, oder erinnert das zu sehr an Dünnpfiff?).

     


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  • Zu meinen letzten Einlassungen ist noch nachzutragen, dass wir jetzt doch eine Beschwerde angebracht haben, munitioniert mit der ja bereits anwaltlich vorgetragenen Drohung, die Miete ab soundsovielten zu mindern, und immerhin 2 Namensnennungen gift auf wiese passt aufvon Verursachern - ist nicht meine Art, aber wenn es gar nichts hilft, die Leute anzusprechen, und man bei 30 Grad im Schatten hier den Hund kacken lässt und Fury, wie wär's mit einem kleinen Austritt?apfelgroße Würstchenteile liegen lässt, ist wohl Schluss mit lustig. Natürlich könnten wir es wie die Briten machen und "austreten" - dauert aber immerhin zwei Jahre, bis wir die Einlagen wiederkriegen (hier werden sie wenigstens verzinst und wir müssen nicht draufzahlen wie bei Pfandbriefen & Kommunalobligationen), abgesehen von der Wohnungssuche, Umzug und den dann möglicherweise drohenden anderen Molesten. Spielen wir das Spiel also ein bißchen weiter, die genehmigen sich Ausnahmen und "Verschmutzungsrechte", wir fordern gleiches Recht für alle usw., zahlen weniger ein, werden dafür sanktioniert oder vors HoheDemokratie ist Rauchverbot Gericht gerufen und es wird ein Hin und Her geben und ewig weitergehen wie auf EU-Ebene auch. Ach, und wen sehe ich heute früh an der Tür? Herrn Nachbarn Dutz, wie er den Müll wegbringt. Und, habe ich ihm auch hinterrücks die Tür zugeschlagen wie er mir? nein, hab ich nicht, der Blödsack und Dumpfmeister soll an seiner eigenen Bosheit ersticken.

    Was aber den Brexit betrifft, hab ich eigentlich vor Jahren schon die Briten rauswerfen wollen: ständig Sonderkonditionen, Separatverträge und und dann noch 'rumzicken und Volksabstimmungen gegen EU machen, was soll das? Bitte, da ist die Tür. Was die Highbrowlanders von der Verfassung halten, hat uns der König von Hannover, Ex-Herzog von Cumberland, 1837 bei den Göttinger Professoren zur Genüge gezeigt. Fürsten zum Land hinaus, naus, naus, naus, naus! KKWs in Nordseenähe bauen sie ohne Ende, ihre Heringsstaubsauger setzen sich über FangqExtrawurst für die Britenuotenbeschränkungen hinwegDemokratie eine Farce, und das Verbot von Zirkus-Schaustellerei mit Wildtieren soll gefälligst auch für das touristengeplagte Ungeheuer von Loch Ness gelten. Bitte,wenn ihr das nicht wollt, bleibt in eurer vermufften Provinz und lasst euch statt von EU-Kommissaren von diesem Inspektor Barnaby drangsalieren. - Aber dann auch gefälligst hierorts Strafzölle, Verbot englischen Shag-Pfeifentabaks, Importstopp aus dem Inselstaat, militärisch gestützte EU-Beobachter auf die Schlepper- und Schmuggelinseln im Kanal (Guernsey, Jersey und Trevira), Einreisestopp für britische Weihnachtsmarkt-Hooligans im Rheinland, Zwangsumtausch und Visagebühr für die frankophilen Käselutscher, die in Calais die Croissantbäckereien und Weinsupermärkte leerkaufen, Boykott von Orangenmarmelade arf, Shortbread, Relish, Cheddar, Stilton, Shredded Wheat (gibt es sowieso nirgends mehr), Twinings-Tee und Pfefferminzsauce. Kultur ist kein Problem, die musikalischen und literarischen Iren bleiben uns ja erhalten, und wenn die Melonenfresser, äh, -träger glauben, sie seien ihr Migrationsproblem mit einem Schlag los, haben sie sich getäuscht, notfalls öffnen wir die Ventilklappe am Tunnel! Übrigens, was machen jetzt eigentlich die Schotten? die sollten sich auf ihr eigenes Referendum besinnen und mit den Iren zusammen - die Shetland-Inseln werden den Eskimos und damit Dänemark zugeschlagen - eine EU-Aussengrenze gegen das perfide Albion bilden, notfalls Einkesselung mit Stacheldrahtzaun, ha!

    Nachtrag: und Cameron, der sein Volk hat abstimmen lassen und wie Moses die Juden aus Ägypten führen wollte, hat getan, was ein Oppositionssprecher sagte, "thirty seconds after the Brexit decision" ist er zurückgetreten, der Ärmste. Jaja, mit dem Populismus soll man nicht liebäugeln, lieber auch wenn's wehtut bei einer Sache bleiben, wie schon Friedrich der Große sagte: "konsequent oder aber inkonsequent, aber nicht dieses ewige Hin und Her!"


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  • Volkes Stimme - der politische FrühschoppenVolkes Stimme - der politische FrühschoppenGestern vor 200 Jahren wurde Ernst Theodor Amandus Litfaß, Buchhändler, Schauspieler, Verleger und Erfinder der bekannten Säule geboren. Obwohl er den Verlag seines Stiefvaters erbte, war seine Erfindung keineswegs der Pressefreiheit dienlich. Sie sollte vielmehr das Flugblattwesen der 1848er in Berlin monopolisieren und zensieren helfen. Eine Zeitgenossin beschreibt die Zeltenversammlungen zur Zeit der Märzrevolution als einen “ungeheuern Platz” mit überdachter Tribüne, “an der einen Seite von Tabagien, an der anderen Seite von Bäumen begrenzt” und mit Imbißständen ausgestattet: “ohne Saucischen und Eier ist bei uns keine Volksversammlung denkbar!” Neben ambulanten GurkenverkäufernKrakehler_titel der Zeitschrift riefen Zigarrenhändler und Zeitungsjungen ihre Ware aus  "Revolutionscigarren mit Vereinbarungsfeuer!" "Wunderschöne Ministercigarren mit Barrikadenfeuer!" Andere kommen gerannt mit kleinen Flugschriften: Meine Herren, kaufen Sie das Allerneueste, das Allerneueste! – Der Papst hat geheiratet! – Der Kaiser von Rußland dankt ab! – Ganz etwas Wunderschönes, der Krakehler und der Kladderadatsch!” Wohlgemerkt, das war vor der Erfindung der Litfaßsäule, die das Flugzettelwesen abklöste Krakehler war eine Zeitung im Verlag des Herrn Litfaß, der war allerdings damals noch freiheitlich gesinnt, erst später bat er den Polizeipräsidenten Hinckeldey um ein Plakatklebemonopol, was dem ganz recht war, weil das "wilde" politische Plakatieren mit einem Schlag verboten werden konnte. Ist so wie "Wildpinkeln", das wird auch erst kriminell, wenn's keine Alternative gibt!

    Baumsterben, ein Protest dagegenVolkes Stimme - der politische FrühschoppenDie Stadt Köln hat zwar keinen Herrn Litfaß, aber sie hat wohl das Recht, irgendwas irgendwo draufzukleben (auf Flächen, die der Stadt Köln gehören, versteht sich) an eine Agentur (lustigerweise "Kulturmedien" GmbH) verpachtet. Das kriegten neulich Baumschützer zu spüren, die in der Bonnerstraße etliche Dutzend Bäume mit Trauerschleifen, Todesanzeigen, schwarzweißen Kreuzen und ähnlichen Accessoirs beklebt hatten. Prompt erhielten sie ein anwaltliches Schreiben, das ihnen diese Nutzung der "WMahnmal fuer Baeume von 1983-1984erbefläche" untersagt, mit Geldstrafe droht usw. Ob das auch für Herzchen, die Verliebte in die Rinde schnitzen (na schön, die gehen heute mit gravierten Vorhängeschlössern an die Rheinbrücken), oder für die allgegenwärtigen "Suche Wohnung - biete Belohnung"-Annocen gilt, sei dahingestellt. Und wo bleibt da das grundgesetzlich garantierte Recht, seine Meinung in Wort, Bild und Schrift frei zu äußern und zu entfalten? Auf der Strecke bleibt das Recht, und zwar auf der U-Bahn--Strecke, ha ha ha. Da fällt mir ein, dass ich kürzlich in Bonn unweit des "Langen Eugen" ein absurdes Denkmal für das Baumsterben von 1983/84 entdeckt habe, ein in Ehren ergrautes Granitrelief mit mahnender Inschrift Rette den Wald!, wobei das zu rettende Bäumchen vollkommen dem von der Frau auf dem Fünfzigpfennigstück gepflanzten, auf der Rückseite von Kupfergeld und Groschen schon etwas herangewachsenen glich. Und gleich dahinter, man glaubt es kaum, war der flankierende Baum bereits in handliche Scheiben zerlegt, die zu Anwalts-Briefpapier oder Pellets verarbeitet werden.

    Das Litfaß würde aber noch im Grabe rotieren, wüßte es, daß in heutiger Zeit eine Gestalterin (ihre Adresse und Genehmigung ist auf die Plakate draufgedruckt) mit Unterstützung der städtischen Werbevermarkter die Reklamerundung für Kunst nutzt und in erster Linie künstlerisch wertvolle Fotos mit Doppelgesichtern draufklebt. Diesen Hang, sein artistisches Werk mit Gewalt in den öffentlichen Raum zu zwängen und dem Publikum ungefragt aufzudrängen, haben natürlich auch Straßenmusikanten, aber da helfen immerhin Ohrenschützer, während man mit verbundenen Augen nicht so gern über die Straßenkreuzung geht.

    Volkes Stimme - der politische FrühschoppenWir haben aber auch einen anonymen Straßenkünstler hier, der seit Jahren in unserem Viertel politische Kommentare (auf Säulen, Plakatwänden, Schildern, wo immer Platz dafür ist) mit Filzstift auf die Plakate schreibt. Volkes Stimme - der politische FrühschoppenIch habe hier schon einmal eins seiner Werke dokumentiert. Politisch tickt der zwar nicht ganz richtig, neben Gutmenschenparolen bringt er immer wieder ziemlich wirres Zeug zu Papier, aber immer noch besser als die Neonazis mit ihren Klebern und Hololigan-Sprüchen allerorten. Trotzdem bereitet auch ihm offenbar der Vertriebenenzuzug derzeit die meisten Sorgen (früher das Dioxin in den Eiern), wurden doch zwei große dem Land NRW gehörende Brachflächen, wo früher das Küppers-Brauereibier in Strömen floss, zu Siedlerland der Ankömmlinge umgewidmet - die kriegen da so aufeinandergetürmte Containerhäuser und auf den Terrassen, die sich dazwischen befinden, stehen schon jetzt die weltweit so gräßlich erfolgreichen weißen Plastikstühle. Inzwischen ist unser Stammtisch-Sprüchmacher wohl, um nicht in flagranti erwischt zu werden, zu einer anderen Technik übergegangen, er schreibt die Sachen auf weißes Papier vor, teils mit Zeitungscollagen montiert, und klebt das Ganze dann auf die Werbeplakate. Bei der o. g. artistischen Performance sieht das noch besonders doll aus, weil die Grundfarbe der Litfaßbeklebung ein tiefes Schwarz ist. Da kommen die Parolen erst recht zur Geltung. Und hier wird der neueste Output dokumentiert, mit buchstabengenauen Umschriften, denn das Gekrakel ist nicht immer leicht zu entziffern...

    Wie der Bayer sagen würdenWie der Bayer sagen würden! Wir Bürger denken so viele Politiker huaben a Rissß im Hirn man kanne vergleichen mit einer Orgel sind viele Pfeiffffen und immer dieselben Töööne!

     Es sind zu viele schlecht versorgt.Volkes Stimme - der politische Frühschoppen

    Es gehen und fliegen viele Flüchtlinge wieder zurück nach Irak zurück es würden ein Haus und Arbeit versprochen niemandem aber leider ist es sehr schlecht die Politik is sehr sehr schlecht organisiert Voraussetzungen fehlen es gibt auch viele illegale und Kriminäle in den Lagern Ihr Politiker könnt, was eine Polizei sagt die Wahrheit nicht unter Teppich kehren! auch Köln ist dagegen

    Es dauert zu lange! Wir Bürger verlangen alle Illegale Emigranten und Schlepper und Salatfisten und die sich nicht ausweisen können sofort aus unseren Land zu verlassen! Schon an der Grenze schon! im Land ist es zu spät gilt für SPD u CDU/Grün

    [quer:] Unser Land muß auch ein gewisser Schutz haben
    (auf dem Bild oben links)

     Volkes Stimme - der politische FrühschoppenWo kein Krieg ist können wir nicht aufnehmen es sind vorwiegend Illegale und Sozialsystem ausnutzer, die keine Arbeit haben. sowas geht nicht. unsere Grenzen schärfere Kontrollen sein

       

    [quer:] die müssen Arbeit haben!

    die Kohle ist nicht so gefahrlich! Wir Bürger in Deutschland u. Belgien haben von Hiroschima die Nase voll. und Europa müssen wir was tun gegen die Atomreaktoren der Vorstand muß weg kann vielleicht die letzte Stüdlein schlagen diese Atomaufbereitung ist sehr gefährlich das Plutonium ist hochgiftige!

    [quer:] Auch die Brennstäbe und Risse komnen alles zerstören! (auf dem Bild oben links)

    Ihr Politiker der LüVolkes Stimme - der politische Frühschoppenckering [?] u. St. Pauli Kriminäle Taten in Hamburg mehrere Schlägerei und Messerstecher und Banditen, aber auch in Köln viele Illegale Typen Es wird immer mehr. vor der Polizei kein Respekt.

    [quer:] Schärfere Maßnahmen ware angebracht!

     

    Es sind KriminälVolkes Stimme - der politische Frühschoppene von RTL aus Mordafrika Rumänien der 20 Handlug und 1 Überfälle und ist wieder und drei Schlägerein in der Asyl. Heimen die Strukturen gibt es Düsseldorf und Berlin sowas zeigt RTL 5500 Überfälle

    Wir Bürger mussen dagegen Halten

     

    Die Eu tut nichts ist wie eine Orgel mit den Flüchtlingstreck sind viele Terroristen und Isis anhäg und Salafisten und viele Illegalbanden (so schnell wie möglich) müssen raus, sagen wir Bürger. wir machen vieles aber nicht alles!

    Wir müssen auch an unser Land und Menschen denken (auf dem Bild mit Merkel oben rechts)Volkes Stimme - der politische Frühschoppen

    Herr Stoltenberg! Hat ein an die Waffel kommt bestimmt von andren Stern den sollten auf den Mond schießen. Deutschland hieße es nie wieder Krieg wir haben im fremde Länder nichts verloren!

    Volkes Stimme - der politische FrühschoppenEiner, der sich die Sachen genauso interessiert durchlas wie ich, hat aber offenbar keinen Gefallen daran gefunden und kommentierte ziemlich unbeeindruckt daneben:

    Was willste überhaupt?

    Alles Kraut + Rüben!

    und Selten soviele Fehler gesehn!

    Lerne mal Deutsch!

     

     


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  • Die neue 17 kommt angefahrenHurra, ich kann jetzt mit der Bahn fast bis vor das Loch fahren, in dem Bauknechte und -herren, durchwinkende Genehmbeamte und größenwahnsinnige Verkehrsplaner ein nahezu tausendjähriges Stadtarchiv versenkt haben. Angeblich ist fast gar nichts passiert, 70 % des Archivgutes sei geborgen, allerdings "für immer unbenutzbar", kurz, Fasern im Schlamm. Und die U-Bahn-Bauten haben ja massenhaft neue Funde mit sich gebracht, Protestplakat gegen die Eröffung der UbahnAltertümchen, Römerscherben, Öllichter und so weiter, und so weiter. - Aber egal, die sogenannte "Nord-Süd-Trasse" mußte her, weil sei den Weg vom Zentrum in die Südstadt fünf Minuten verkürzt hätte. Jetzt wurde die Strecke mit viel Träterä und Hembahemba eröffnet, jammertönende Jungmannenbands kölschten über die Bühne, Tausende von straßenbahnwaggonförmigen Glitzerballons wurde ausgegeben, und auf den sage und schreibe vier neuen Stationen der neuen Linie 17 durften die Stadtbewohner einen Tag umsonst fahren - dafür lohnt es sich doch, die ollen Dokumente und Urkunden der kontinentüberspannenden, völkerverbindenden Hanse in die Tonne zu kloppen!Auffallenderweise nimmt die ästhetische Gestaltung der U-Bahn-Stationen zum Archivloch hin spürbar ab, die Rolltreppen gehen nur eingleisig, die Treppe wendelt drum herum und einmal unten, fühlt man sich in der Betonversion eines Nürnberger Trichters angekommen, allerdings am falschen Ende. An der Aufenhaltsfläche hat man wohl gespart, bin gespannt, wann hier die erste Oma vom Bahnsteig ins Gleis fällt! Aber laut Ermittlungen unseres Zeitungsmonopolisten sterben Senioren ja andauernd, weil die KVB-Fahrer vorschnell bremsen und ruckig anfahren, und voraussetzen,Hüpfburg auf der Severinstraße jeder Fahrgast ("Insasse" wäre angesichts der Irrenanstaltscharakters unserer Verkehrsbetriebe der bessere Ausdruck) würde sich mit zwei Händen festhalten. Dafür gibt es nicht mal Haltegriffe genug ("das ist kein Haltegriff in der U-Bahn", sagt Marlon Brando, wer weiß noch, in welchem Film und was gemeint ist?). Und wer den Krückstock vulgo Rollator mit der einen, den zu entwertenden Fahrschein in der anderen Hand hält, hat (Kraken ausgenommen) keine dritte und vierte, um sich festen Halt zu verschaffen. - Band beim Straßenfest SeverinsstraßeDafür soll am Chlodwigplatz jede Menge bestellte Graffito-Kunst am Bau zu sehen sein. Das haben wir uns aber gespart beim Bummel durch das "KVB-Bürgerfest" in der Severinstraße, da kommen wir noch ein andermal hin. Für Kioske, Copyshops, Nagelstudios und Tattoo-Brennereien, welche die seit Beginn des U-Bahn-Baus pleite gegangenen Traditionsgeschäfte zunehmend ersetzt haben, war das ein verkaufsoffener Sonntag. Als erstes sahen wir eine busförmige Hüpfburg mit Rüttelfunktion, in der Kinder schon Hüpfburg mit Comicfahrermal üben konnten, wie sie als Renter im Nahverkehr bremsbedingte erdbebenähnliche Schwankungen überstehen. An Kinder, die das schwindelfrei aushalten konnten, wurden zum Lohn Heliumballons ausgegeben, die zu Dutzenden aufflogen und jetzt vermutlich als verschrumpelte Alu-Plastik-Masse in den Straßen und auf den Wiesen der Grünanlagen liegen oder die Rinnsteine verstopfen. Nett war natürlich, wie mit großzügigen Anzeigetafeln und Informationsschildern Ubahnstation Severinstraße - gewöhnungsbedürftignolens volens immer wieder darauf hingewiesen wird, dass es wirklich nicht mehr als vier Stationen sind, zwar geht die neue Linie 17 dann noch drei Stationen bis Rodenkirchen weiter, aber das tut die 16 schon lange und zwar vom Chlodwigplatz aus ebenerdig, und wenn ich jetzt - sagen wir - von Rodenkirchen nach Höhenhaus will, kann ich zwischen zwei Stationen zum Umsteigen wählen. Denn diese Linie endet in einem Sackbahnhof, nicht mal eine Sackgasse ist das zu nennen. Beim Archivloch ist natürlich Schluß,Severinskirche und Luftballon ursprünglich sollte das zum Heumarkt weitergehen, wo die Busse, die hier sonst verkehren, zu Stoßzeiten tatsächlich immer viel zu  lange brauchen, bis sie mit der Zeitlupen-Blechlawine des Individualverkehrs das rettende Ufer der Haltestelle "Heumarkt" erreichen. Und bis zur Marktstraße fährt nichts, da ist die Haltestelle noch immer verwaist und man hat sogar die Anzeigentafeln abgebaut (obwohl ich vorgeschlagen hatte, hier statt dem stumpfsinnigen Außer Betrieb einen Countdown anzubringen: Bahn kommt in 2.459.654.921.195.203 Minuten)! Geplant ist hier bis 2023  eine Straßenbahnlinie, die an der Marktstraße aus dem Tunnel herauskommt und über die Bonnerstraße bis zum Autobahnverteiler fährt. Dort sollen motorisierte Köln-Besucher ihren fahrbaren Untersatz stehenlassen und mit dieser Bahn, wenn das Archivloch endlich mal vertunnelt ist (bzw. die jetzt dort vorhandenen gerichtsverordneten Baustellen zu verwertbaren Beweisen geführt haben) in die Einkaufsparadiese der Innenstadt düsen. Und natürlich dürfen die Rodenkirchener dasselbe tun auf der anderen Abzweigung, Unterm Pflaster der Strand, hinterm Loch die EndstationUnterm Pflaster der Strand, hinterm Loch die Endstationdie jetzt fertig ist. Aber die hatten wohl Recht mit ihrer Skepsis gegen die Eingemeindung, noch heute werden die gelben Ortsschilder "Köln" von Lokalpatrioten mit Freie-Stadt-Rodenkirchen-Schriftzug überklebt. Dafür müssen allerdings noch etliche Dutzend Bäume gefällt, die Bonnerstraße komplett neu gepflastert, in die künftige Fahrspur hineinragende Häuser abgerissen und ein Tennisplatz am Grüngürtel beseitigt werden (wo dann das Park & Ride-Parkhaus stehen soll), denn die Straßenbahn in der Mitte drängt die Autos zur Seite, die nur noch einspurig zur Autobahn kommen, was mit Sicherheit zu neuen Nadelöhr-Stauungen führen wird. Kurz, viel Baustellenkultur wird uns die nächsten Jahrzehnte hier begleiten, mal sehen, was noch versenkt oder, wer weiß, zu Tage gebracht wird!


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  • Mit der Demokratie ist es bekanntlich so eine Sache bzw. ist hierzulande alles gut, so lange stets das Richtige "hinten herauskommt" (Helm. Kohl). Das ist ja das Vertrackte am Volk, wenn man es wählen oder gar entscheiden läßt, darf man sich nicht wundern, wenn am Ende ein - Ergebnis herauskommt. Über die Abschaffung der Todesstrafe, die Einführung des Dosenpfandes hab ich ja auch nicht abstimmen dürfen. Aber ich hab noch Willy Brandt im Ohr, wie er im Winter 1989/90 in der Bonner Uni bei einer Diskussion das Ansinnen weit von sich wies, nun, nachWeltvernunftmedaille für Hamburg dem Ende des DDR-Regimes, wie es ja grundgesetzlich so festgelegt worden war, das deutsche Volk in Einheit und Freiheit und gar noch über eine Verfassung entscheiden zu lassen. Wofür hat man schließlich ein Grundgesetz, wenn da nicht noch ein Hintertürchen wäre, und das war der "Beitritt" der angeblich herrenlosen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern usw. usf. Die Altkommunisten und ZK-Kader wußten Bescheid, die waren dafür, schon der Rente wegen. Da hätten womöglich die paar Dissidenten mit Nein gestimmt, die lieber erst den Sozialismus des dritten Weges ausprobieren wollten. Oder die Kirchentagspazifisten hätten Oberwasser bekommen, die früher schon den gouvermental bevorzugten "Wandel durch Annäherung" mit peinlich-unpassender Distanzierung trübten und prompt mundtot gemacht (eingesperrt & freigekauft) wurden. - Wo wären wir heute, wenn eine knappe Mehrheit nachher gegen die sog. "Vereinigung" von BRD/DDR gestimmt hätte? Na, wir hätten noch immer einen Gutteil der Grenzbefestigungen nach Osten (oder je nachdem, Westen), die Bayern und die Junge Union jetzt bedauerlicherweise vermissen müssen.  Und jetzt sind wieder mal demokratisch starke Nerven gefragt. Noch am Samstag rief die FAZ den Bürgermeister Scholz zum "Olympioniken" aus, die "Zustimmung" der Hamburger dürfe "als sicher gelten": "Alles andere wäre eine Überraschung", aber: "Politisch richtig war, das Referendum anzusetzen. Dazu mußte die Verfassung geändert werden", ebeneben, wir wollten das Volk befragen und es sollte ganz sicher das Richtige ankreuzen! Läßt sich das absehen, dann ist dann auch eine Verfassungsänderung kein Problem. "Ein Nein im Referendum wäre eine politische Katastrophe", das ZDF hatte entsprechend auch schon 56 Prozent Zustimmung gewittert (ein Prösterchen auf die Prognostiker!) - tja, und nun ist die Welt untergegangen und die Hamburger haben sich anders entschieden, und jetzt urteilt die Süddeutsche nachtragsschlau, "angesichts des Rufs, den der Sport sich mit vielen Affären verdient hat, mag das nicht überraschend sein"...Weltvernunftmedaille für Hamburg

    "Olympia in Deutschland - diese Idee ist zu begraben", seufzt die Süddeutsche, "eine schwere Schlappe für den deutschen Sport" und für "Olaf Scholz eine schwere Pleite" wittert der Deutsche-Welle-Kommentator. Die FAZ warnt bereits, daß sich "Deutschland damit vorerst ins Abseits katapultiert", während der Berliner Tagesspiegel eine "Niederlage für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland" beklagt, "ein weiterer Triumph der Nimbys in einem saturierten, überalterten Land, das jede Veränderung vor der eigenen Haustür aus Abstiegsangst verhindern will" (Nimbys sollen aber lt. Wikipedia eher auf ihren Hinterhof achten statt vor der Haustür kehren, und damit das sprichwörtliche Sankt-Floriansprinzip verkörpern). Einen Tick schriller klingt der Notschrei im Kommentar der Berliner Morgenpost:

    "Und es stellt sich die Frage, welche Rolle der Senat und die repräsentative Demokratie bei den wichtigen Entscheidungen für die Stadt überhaupt noch spielen. Nach den vergangenen großen Volksentscheiden hat man den Eindruck: kaum eine. Das ist gefährlich, weil dadurch die Autorität und die Legitimation der Regierung zusätzlich geschwächt wird."Weltvernunftmedaille für Hamburg

    Anarchie, Chaos, Tätera! Ich hab doch gewußt, daß es mit dem ganzen Volksentscheidungs-Getue nicht gut ausgehen wird, am Ende versenken die noch die freiheitlich-demokratische Grundordnung wie einen lecken Kahn im Hafen, worauf soll das (um im Bilde zu bleiben) noch hinauslaufen! Diese Hamburger haben ja eben erst den bekennenden Kettenraucher Helmut Schmidt zu Grabe getragen, als wär es ein Heiliger, wie soll da Alfons Hörmann ("ein herber Tief- und Rückschlag") vom Deutschen Olympischen Sportbund "ohne Rückenwind einer Olympiabewerbung Sportdeutschland weiterentwickeln"? Selbst die Grünen, die doch so gern alles außer der Abschaffung der Braunkohle und der Kernkraft einem Volksentscheid unterwerfen wollen, sind ärgerlich, weil sie die Bewerbung unterstützt hatten, Konstantin von Notz behauptet, die "Verantwortlichen" (wer denn, zum Teufel) hätten es geschafft, "die Menschen zu verunsichern", denn - so der Sportbundchef in Hamburg Jürgen Mantell:  "Das war keine rationale Entscheidung, sondern eine aus dem Bauch heraus." An die Volksbrust, also ein paar Handbreit oberhalb von diesen Bauch, aus dem die weise Entscheidung zum Verzicht kam, ein Bauch, der bestimmt kein Waschbrett ist, sondern ein wohlgefüllter Resonanz-Volkskörper, möchte ich aber jetzt den Weltvernunftorden heften.

     

     

     


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