• Vorgestern war es so weit. Am  18. November 2019, kurz nach 20.00, hörte ich "es" zum ersten Mal in der Tagesschau. Eines dieser neuen, ekelhaften Wortbratzen, eins der schlimmeren. Der Wortmüll, den ich immer wieder bekämpft habe,  von "Car-Sharing" über "Team-Teaching" bis zum "Steil-Schiet", und selbst die "Chance auf" seien dagegen geschenkt, das ist schon Schnee von gestern, hundertfach gesendet und gedruckt. Aber jetzt kam der Hammer, eine Stimme von sprühender junger Weiblichkeit sprach es fast vergnügt aus, im Kontext einer Erklärung zu irgendeinem Datenwahnsinn - irgendwelche Daten seien durch die und die Programmiertechnik auch nunmehr....

    zuordenbar

    Tja, jetzt ist es heraus. Gehört habe ich das Wort wohl gelegentlich schon, aus mehr oder minder berufenem Munde, und jedesmal bin ich zusammengezuckt wie bei einem knirschend-quietschenden Misston, mit der Gabelspitze über die Schiefertafel sozusagen, oder als säße ich in der Probe zu einer meiner Lieblingssinfonien, ausgeführt von einem Taubstummen-Orchester im Hospiz zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. Es waren aber immer ganz harmlos dummdeutsch-sozialisierte Sprachgenossen, die den stinkenden Bratzen ahnungslos fallen ließen, nicht grade Nachrichtensprecher, Politiker oder "Arbeiter der Stirn und der Faust(-interpretationen)", die es besser wissen müssten.

    Es ist auch nicht so, dass sich die Redaktion nun schämt - weit gefehlt. Im Gegenteil!! Gebe ich den Namen "Tagesschau " und das Quatschwort bei Google ein, stellt sich heraus, dass sich die Redaktion längst angewöhnt hat, dieses Wort zu benutzen. Nicht nur in leserkommentaren, auch Meldungen wie am 7. 11.2019: "Spahn-Gesetz im Bundestag: Ist die digitale Arztpraxis sicher?" da wird ein gewisser Armin Kessler von der Linkspartei ohne Anführungszeichen zitiert, mit der Besorgnis, einzelne Patientensätze seien trotz Anonymisierung leicht "zuordenbar". Nachfolgepartei der SED! Liest man die Stasi-Unterlagen, fällt einem überall die Verrohung der Sprache auf. Bei den Geheimdiensten im Westen ganz ähnlich: Auch in dem NSA-Untersuchungsbericht des "Selektionsbeauftragten" der Bundesregierung Kurt Graulich stößt man auf Sprach-Sondermüll "Auf dieser Stufe werden die Selektoren anhand eindeutig zuordenbarer technischer Parameter auf G10-Relevanz überprüft..." womit z. B. die Vorwahl +49 gemeint sein soll. 

    Freunde! Feinde! Lasst uns innehalten, Luft holen und bei allen Gegensätzen daran festhalten: "Zuordenbar" ist kein Adjektiv! Das lassen wir nicht zu! So ein Ungetüm kommt uns nicht in den Wortschatz! No pasarán! Und wenn es morgen kanonisert wird, weil Neologismen der Tagesschau automatisch DUDEN-relevant werden? Bitte: Zwar kann man etwas zuordnen, dies oder das kann eventuell noch "zuzuordnen" sein, es wird aber durch noch so schöne Parameter nicht "zuordenbar". NEIN, NEIN, NEIN! Wollt ihr das womöglich noch steigern, z. B. behaupten, dieses oder jene Parameter sei noch "zuordenbarer" als die Vorwahl +49, und wir suchen anschließend noch im ganzen weiten deutschen Sprachraum nach dem "zuordenbarsten" aller denkbaren Parameter? Was hätte Kant dazu gesagt? "Obwohl geistesgeschichtlich noch der Epoche der Aufklärung zuordenbar", schreibt ein gewisser Heinz-Kurt Wahren in einem Buch, "kann man ihn als ersten Philosophen der Neuzeit betrachten". Auf Kants Lehre der Deduktion beruft sich auch Markus Arnold in Die Erfahrung der Philosophen (Wien/Berlin 2010), wo es S. 302 heißt, "Daher sollte auch in der transzendentalen Deduktion die Frage nach dem Geltungsbereich der Gesetze eng mit der Frage verbunden sein, welche Art von Handlungen und welche Art von Gesetzen dem transzendentalen Subjekt zuordenbar sind"... Und selbst das Immanuel-Kant-Gymnasium zu Tuttlingen lässt in der Datenschutzerklärung seines Webauftritts verlauten. "Diese Daten sind nicht bestimmten Personen zuordenbar..." Lässt sich diese Schrumpfgrammatik in den Köpfen denn gar nicht mehr vermeiden? "Sprache ist lebendig", hör ich die Beschwichtiger schon. Na klar, Sprache ist lebendig! Besser noch, anders als vieles andere Lebendige kann sie sich nicht wehren gegen diejenigen, die sie in den Mund nehmen. Sie kann gekaut oder ausgespieln, geknetet oder geknechtet werden, man kann sie verhunzen und verstümmeln, sie kann alt und hutzelig darüber werden. Wollt ihr das??? Aber wenn das alles nicht abhält, dann vielleicht dies: Wenn sich das Wort "zuordenbar" durchsetzt, werden auch noch andere Verben in dieser Weise adjektivisiert. Und dann droht außer den hunderttausend humorigen Friseurs-Wortspielen mit "Haar", "Head", "Schnitt" usw. usw. auch noch eine ungeahnte neue Springflut bescheuerter Kneipennamen, nach "Unvorstell-Bar", "Unkünd-Bar" "Bar-Code", "Bar jeder Vernunft" wird es nun die "Zuordenbar" geben, dort kann ein jeder ordentlich ordern, wenn er oder sie nicht zu zu oder die Bar schon zu ist...


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  • Merkwürdigerweise vergleichen ihn jetzt, wo er weg ist, alle mit Tucholsky, u. a. weil er - merkwürdige Begründung - "Sprache als Waffe" benutzt habe. Was hätten denn die mäßig zwerchfellanregenden Späßchen des Linksalterlunaticclowns W. D. mit Kurt Tucholsky gemein? Schon der Name "Wiglaf", bombastisch wie ein interessant machen wollendes Pseudonym, während jener sich mit Peter oder Theobald begnügte! Und ob die Wiege des Drosten nun in Bielefeld oder Herford stand, erscheint mir ebenso unerheblich wie seine Satireproduktion. Wohlgemerkt, nix gegen Comedy, auf Kleinkunstbühnen dargeboten oder hart an der Grenze im Radio, TV schalt' ich schon immer vorher nicht an, und meide sog. "Witzecken" (Humor in Uniform), an denen D. - bei reichlicher Fäkalmetaphorik - im linken Boulevardblättchen täglich seine Notdurft verrichtete. Pegida, AFD, "die" Nazis und ähnlich unscharf konturierte Phänomene (je riesiger die Zielscheibe, desto leichter trifft auch mal ein Fehlschütz das Schwarze) bekriegte er auch, aber die schärfste Munition verballerte er doch in Richtung der vergleichsweise arg- und harmlosen, auch vom Unbedarftesten leicht zu karikierenden Szenerie der Veganer, Lichterkettler und Friedensökos. Und ist deshalb auch immer mit diesem (seinem!) schelmischen "siehste"-Augenaufschlag von jenen facebook-geteilt worden, mit denen er  sich ungern am Kneipentisch gezeigt hätte. Wo, bitteschön, wäre ihm auch nur ein Gegner erstanden wie jene, gegen die Kurt Tucholsky angeschrieben hat? Und auf gedruckten Buchseiten zu lesen (was sag' ich, durchzusehen und wegzublättern), erscheinen mir die Thersitestiraden der Theatertriaden öde und vergessenswert. Falls das mit dem Tucholskyvergleich mit Drostes politischer Tiefrotfärbung begründet sein soll, verweise ich auf seinen phrasend komisch trauernden Freundeskreis, der sich jetzt von Welt kompakt über junge Welt und achgut bis Zeit und Tagesspiegel an versoffene Stunden mit der liebenswerten Mimose erinnert. Die Taz, die ihn dreimal rausgeworfen haben soll (u.a., weil er zum Weltfrauentag das Foto einer mit Banane verstopften Vagina veröffentlichte, weshalb ich ihn nicht so recht als Märtyrer der Meinungsfreiheit anbeten mag), sendet ihm gleich zwei Nachrufe hinterher. Einer schreibt gar, ihm habe "Orson Welles" die Hand gedrückt; stimmt schon, physiognomisch hat er den imitieren wollen, aber herausgekommen ist doch nur eine unglückliche Kreuzung von Reptiloid und Phacochoerus, argwöhnischem Glubschblick und vorwurfsvoll verkniffenem Tantenmun, mit der heiteren Grazie eines Jürgen von der Lippe und dem Wohllaut der Singstimme von Karl Dall. Ein posthum veröffentlichter (vielleicht wollte er das gar nicht?) Fragebogen enthüllt, dass er jeden, der nicht Piercing noch Tattoo sein eigen nennt und nicht "schwitzend schwatzen" will, gern in seiner Sauna willkommen hieß, wo Droste "Aufgüsse, die richtig prickeln", liebte. Gemeinsam (!) mit Kathrin Passig und Gerhard Henschel hat er Bob Dylans Blowin' in the Wind in Migrantensprech übersetzt ("Müsse pfeife in de Wind") und u. a. dafür den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe bekommen. Ob die First Lady ländlicher Lyrik an den Scherzen dieses späten Wechselbalgs Vergnügen gefunden hätte? Eher nicht, aber der Preis wird ohne ihr Zutun an Menschen vergeben, die mit der "Region" verbunden sind und irgendwas mit Kunst, Medien oder Literatur machen - solche sind dünn gesät im Land zwischen Ems und Lenne. Kurz, hier eine Grabschrift auf den "singenden Hammerhai" (Harry Rowohlt), den ich eher als "unwirschen Froschlurch" im Gedächtnis behalte:

    Gegen Phrasenschrott wie "Alles gut!"

    schrieb er'n Gedicht im letzten Spurt.

    Die ihn betrauern, hätten Tucho nachgebuht,

    drum meld' im Gegenteil ich "Alles gurrt!".


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  • Hiermit treffe ich, bei klarem Verstand und im Bewusstsein der Vergänglichkeit, als freier und derzeit weder geistig noch körperlich durch Krankheit beeinträchtigter potenzieller Patient die folgenden Verfügungen:

    Sollte ich meine Angelegenheiten, gleichviel weshalb, nicht mehr selber regeln können - sei es z. B. im Zustand der Demenz, der Vollverdieselung oder eines komatösen, durch Reden des Bundesverkehrsministers erzeugen Wachschlafs -, schwer oder tödlich erkranken, namentlich von einer Lungenkrankheit heimgesucht werden, sei es ein bloßer Infekt oder eine Bronchitis, oder etwas schlimmeres, Krupp-Steinstaub-Diesellunge, Tuberkulose oder Lungenkrebs oder dergleichen, möchte ich unter keinen Umständen behandelt werden von den Herren (insgesamt 4):

    Prof. Dr. ing. Matthias Klingner, derzeit tätig am Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden, Mitverfasser des Aufrufs und wie der folgende zuvor in Daimlers Diensten;

    Prof. Dr. sc. tech. Thomas Koch, Institutsleiter am Institut für Technologie (KIT), Mitverfasser des Aufrufs;Spenderausweis Vorderseite

    dem Physiker, Dr. Dieter Hochrainer,  am Fraunhofer-Institut in Schmallenberg;

    dem Physiker Dr. rer. nat. Gerhard Scheuch ohne nähere Ortsangabe.

    Diese Herren sind Techniker, Ingenieure oder Physiker, aber keine Ärzte. Sie geben sich allerdings als Ärzte aus oder widersprechen zumindest nicht, wenn in den letzten Tagen von einer Unterschriftenliste die Rede ist, die "von über hundert Lungenärzten" unterschrieben wurde.

    Ferner möchte ich nicht, dass zur Behandlung meiner Krankheiten folgende Personen (insgesamt 3) herangezogen werden:

    der Physiotherapeut Lukas Hermann am Herzzentrum in München;

    die Atmungstherapeutin Tanja Hahn an den SHG-Kliniken in Völklingen;

    Herr Manfred Franke, der in Sonnenberg an der Magnetresonanztomographie mitwirkt.

    Diese Genannten sind keine Ärzte, gelten aber, ohne diese Falschmeldung bisher korrigiert zu haben, seit der medialen und ministerialen Verbreitung eines Protests gegen die in der EU geltenden Schadstoff-Grenzwerte als vier von "über hundert Lungenärzten".

    Auch möchte ich, sollte ich einem Verbrechen zum Opfer fallen, und sei es ein Kunstfehler bei einer Lungenoperation, weder lebendig noch tot  von dem Prof. Dr. med. Thomas Riepert am  Institut für Rechtsmedizin in Mainz obduziert werden! (1)

    Weiterhin möchte ich unter keinen Umständen behandelt werden von den folgenden Herren (8):

    dem emeritierten Ordinarius und Klinikdirektor Prof. Dr. Gerhard Schulze-Werninghaus des Klinikums Bergmannsheil an der Ruhr-Universität Bochum;

    dem ehemaligen Chefarzt Dr. med Rainer Kappes am Florence-Nightingale-Krankenhaus zu Düsseldorf;

    dem ehemaligen ärztlichen Direktor der Lungenklinik Waldhof in Elgershausen, Prof. Dr. Harald Morr;

    dem ehemaligen Chefarzt der Asklepeios-Fachklinik in Gauting, Prof. Dr. med. Karl Häußinger;

    dem ehemaligen Leiter der Pneumologie und Allergologie an der Universitätsklinik Gießen, Prof. Dr. Hermann Lindemann;

    dem  ehemaligen Internisten an der Lungenklinik in Großhansdorf, Prof. Dr. Detlef Kirsten;

    dem ehemaligen Chefarzt an der pneumologische Klinik in Lenglern, Prof. Dr. med. Criee

    dem emeritierten Prof. Dr. med. Peter von Wichert an der Medizinischen Poliklinik der Philipps-Universität Marburg-

    Die acht Vorgenannten sind zwar Ärzte gewesen, aber inzwischen Pensionäre, falls sie sich nicht haben umschulen lassen und einen anderen Beruf ergriffen haben.Ich gönne ihnen schöne Tage auf Segelflug- oder Golfplatz, die Villa am Bergli oder an der Costa, aber von meiner Lunge oder anderen meiner Organe sollen sie gefälligst die Finger lassen!

    Mit den genannten Personen (4 + 3 +1 +8 = 16) reduziert sich die Zahl der "über hundert" Lungenärzte, die einen Protest gegen die Grenzwerte in der EU unterzeichnet haben sollen (mir liegen 112 Unterschriften vor), auf 96. Ich fordere die Medien auf, der Verbreitung der Fake-Nachricht Einhalt zu gebieten und von "unter hundert Lungenärzten" zu sprechen oder die korrekte Zahl zu nennen. Ob diese 96 tatsächlich "Lungenärzte" sind - es werden u.a. Schlaftherapie-Ärzte, Kinderärzte genannt - bleibt einer genaueren Nachprüfung vorbehalten, zu der meine Lebenszeit mir jetzt zu schade ist.

    Desweiteren berufe ich mich auf das Recht zur freien Arztwahl und das Recht zur Selbstentlassung, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und auf das Recht, per Krankenwagen auf eigene Kosten mit Höchstgeschwindigkeiten von 250 km /h und darüber auf einer nicht geschwindigkeitsbegrenzten Autobahnstrecke in eine alternative Kliniken oder Praxen an anderen Orten verbracht zu werden, sollte für meine Behandlung eine der im folgenden Genannten Heilanstalten oder Mediziner in Betracht gezogen werden, und verbiete ausdrücklich 1. meine Einlieferung, ganz oder in Teilen (Lieferung von Spenderorganen/Geweben) in eine der genannten Institutionen oder Praxen und  2. die Behandlung durch eine der namentlich genannten je nach Angabe am Ort niedergelassenen oder in den Klinik tätigen Ärzten, denen ich hiermit auch jede Einsicht in meine Krankenakten untersage:

    In Altenburg in der Klinik Altenburger Land dem Dr. med. Thomas BlankenburgSpenderausweis

    in Ansbach am Klinikum dem Dr. med Viktor Haas

    in Bad Arolsen am Krankenhaus dem Dr. med. Saskia Dressel

    in Aue dem niedergelassenen Arzt Tobias Andreas

    in Bergheim dem niedergelassenen Dr. med. Hans Albers

    in Berlin an der Charité (Universitätsklinikum) Prof. Dr. med. Ingo Fietzke; ferner den niedergelassenen Ärzten Dr. med  Thomas Hering und Dr. med. Holger Stephan

    in Bitburg am Krankenhaus Dr. med. Patrick Albrecht

    in Bad Cannstadt, am Krankenhaus vom Roten Kreuz Prof. Dr. med. Martin Hetzel,

    in Cottbus dem niedergelassenen Dr. med. Frank Käßner,

    in Darmstadt, dem niedergelassenen Prof. Dr. med. Karl-Otto Steinmetz

    in Diekholzen an der Lungenklinik, Dr. med. Gabriele Großheim

    in Dortmund, Klinikum, den Herren Dr. med. Markus Unnewehr und PD Dr. med. Bernhard Schaaf, im Knappschaftskrankenhaus dem Chefarzt Dr. med. Clemens Keibel, den niedergelassenen Ärzten Dr. Hans-Christian Blum und Dr. med. Roland Doepner

    in Duisburg, Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen, Dr. med. Christoph Tannhof

    in Düsseldorf im Krankenhaus Maria Hilf, Dr. med. Andreas Schwalen

    in Essen, Universitätsklinik, Prof. Dr. med. Ullrich Costabel, sowie dem Dr. med Thomas Hausen

    in Frankfurt dem niedergelassenen Arzt Dr. med. Peter Kardos, und am Institut für klinische Forschung, dem Dr. med. Andreas Eich

    in Göttingen an der Universitätsklinik den Damen Dr. med. Cordula Buck und Dr. med. Ulrike Olgemöller

    in Graz, Universitätsklinik, Prof. Dr. med. Horst Olschewski

    in Haan, dem Dr. med. Justuis de Zeeuf (Gott möge verhüten, dass ich in ein niederländisches Krankenhaus komme)

    in Halle, Universitätsklinikum, Dr. med. Stephan Eisenmann

    in Hamburg, den niedergelassenen Ärzten Dr. med. Andrea Irwansky, Dr. med. Christian Patzer, Dr. med. Hartmut Timmermann, Dr. med. Jan Fraedrich, Dr. med. Jens Grützmacher,  Dr. med. Johannes Wiedemann, Dr. med. Matthias Eichler, Dr. med. Matthias Müller, Dr. med. Mouin Kidess, Dr. med. Olaf Schult-Kronefeld, Dr. med. Rüdiger Bock, Dr. med. Wilhelm Westphal,

    in Hannover am Klinikum Siloah dem Prof. Dr. med. Bernd Schönhofer und dem niedergelassenen Arzt Dr. med. Helge Ahrens

    in Heidelberg, Universitätsklinik, Dr. med. Florian Bornitz

    in Herne und Bochum am Thoraxzentrum, Prof. Dr. Santiago Ewig,

    in Ingelheim, Dr. med. Gerhard Rauber, niedergelassen

    in Kaiserslautern, Dr. med. Karin Franzen, niedergelassen

    in Karlsberg, Klinikum, Dr. med.  Bernd Bley

    in Karlsruhe, Christliche Kliniken ViDia, Dr. med. Johannes Schildge

    in Klappholz, Dr. med. Mitlehner, niedergelassen

    in Köln am Klinikum Merheim dem Prof. Dr. med. Wolfram Windisch und am St. Vincenz Hospital dem Dr. med Helmut Buscham

    in Krefeld, Helios Klinikum, Leitender Oberarzt Holger Plauk

    in Lostau, Lungenklinik Oberarzt Anguche Amukobole und Dr. med Maja Hennings

    in Löwenstein, Dr. med. Achim Scholl

    in Lübeck, Dr. med Jens Becker, niedergelassen

    in Mainz am St. Vincenz- und Elisabeth-Hospital der Professorin Dr. med. Cornel Kortsik

    in Marburg an der Universitätsklinik dem Prof. Dr. med. Ulrich Köhler

    in Marl, Klinikum Vest, Dr. med Jens Geiseler

    in Moers am Lungenzentrum Bethanien dem Dr. med. Thomas Voshaar und dem niedergelassenen Dr. med. Patrick Stais

    in München an der Haunersche Klinik, dem Prof. Dr. Matthias Griese

    in Münster, Dr. med. Jörg Vieregge, niedergelassen

    in Neuss, Dr. med. Johannes Uerschelen, niedergelassen

    in Neuwied, am Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes, dem Dr. med. Bernd BorzykBlutspende-Adresse

    in Norderstedt, Dr. Helmut Schönewolf niedergelassen

    in Oberhausen, Dr. med. Thomas Seefried, niedergelassener Internist

    in Osnabrück am Klinikum dem leitenden Abteilungsarzt Dr. med. Hagen Vorwerk

    in Potsdam und Bad Belzig, Lungen- und Beatmungszenrum. Dr. med. Simone Rosseau

    in Pulheim, Dr. med. Elmar Storck

    in Saalfeld, Dr. med. Hendrik Lassmann

    in Schmallenberg - niemals ins Krankenhaus Kloster Grafschaft !! wo ein achtköpfiger pro-Diesel-Ärzteklub zusammengefunden hat, also dort schon gar nicht von Dr. med Christian Bernd, Chefarzt Dr. med. Friedrich Riffelmann, Dr. med. Detlev Heyse, Dr. med. Karsten Siemon, Dr. med. Markus Wenzel, Dr. med. Peter Haidl, Dr. med. Stephan Böckling, PD Dr. med. Dominic Dellweg,

    in Schwabach, Dr. med. Burkhard Jäger, niedergelassen

    in Schweinfurt, Dr. med. Guido Rose, niedergelassen

    in Stadthagen, Dr. med. Jean Lafon, niedergelassen

    in Stendal, Priv. Doz. Dr. med. Dieter Wenzel, niedergelassen

    in Strausberg, Krankenhaus Märkisch Oberland, Dr. med. Alexandra Dubbke-Laue

    in Sulzbach der niedergelassene Arzt Robin Engert

    in Trier, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Dr. med. Joachim Vogt, Chefarzt der Med. Klinik III

    in Wittlich, Dr. med. Albrecht Gebauer, niedergelassen

    in Wuppertal, Helios-Klinikum, Prof. Dr. Kurt Rasche

    in Würzburg, Dr. med. Hagen Mehls, niedergelassen,

    sowie den Ärzten Dr. med. Gunter Becher und  Prof. Dr. med. Gerd Goeckenjan, die ohne Ortsangabe unterschrieben haben.

    Die Obengenannten unterstützen, statt ihrem hippokratischen Eid zu gehorchen, mit ihrer medizinischen Autorität eine mit dem CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer gut vernetzte Lobby der Automobilindustrie mit dem Ziel, die in langen wissenschaftlichen Reihenuntersuchungen festgelegten, mit der WHO abgestimmten und von der Politik der Kohl-Schröder-Merkel-Regierung immer wieder herunternumerierten Grenzwerte zur Luftreinhaltrung in der EU zu diskreditieren. Damit soll die von deutschen Automobilfirmen mit Schummel-Software in Dieselfahrzeugen getäuschte Öffentlichkeit, ermuntert vom Verkehrsminister Andreas Scheuer, der seine angeblich wissenschaftliche Doktorarbeit zum Gutteil aus einem Text des Bundesamts für politische Bildung plagiiert hat, von dem Software-Betrug abgelenkt werden. Wie der Minister im TV erklärte, seien die in der gesamten EU geltenden Schadstoff-Grenzwerte "politisch", woraus er folgern will, dass Dieselluft, Feinstaub und Schwebstoffe, die derzeit von Dieselfahrzeugen emittiert werden, für die menschliche Gesundheit unbedenklich seien - bestätigt durch "über hundert Lungenärzte"! Ich lehne jede medizinische oder sonstige Behandlung durch die genannten Damen und Herren, auch durch die Institutionen, bei denen sie angestellt sind die sie bei ihrer Unterschrift genannt haben, ab.

    Gegeben und verkündet am 23. Januar 2019, als eigentlich mein Termin für die nächste Blutspende anstand... die ich aber in einer Klinik mache, die hier gottlob nicht vertreten ist!

    UPDATE: inzwischen sollen es 133 Lungenärzte sein und sie haben die Reihenfolge der Genannten verändert, hinzugekommen sind vor allem unterschriftswillige Pensionäre (aus der Ära filterloser Kamine und ungebremsten Autobahnbaus), darunter ein "ehemaliger Oberarzt am Sana-Klinikum in Offenbach", ein "ehemaliger niedergelassener Lungenarzt in Schweinfurt", ein "ehemaliger Chefarzt" einer "Fachklinik in Bad Reichenhall", ein "ehemaliger Chefarzt" und "ehemaliger Herausgeber" einer medizinischen Fachzeitschrift in Essen, aber ob tatsächlich neue echte und aktive Ärzte drunter sind, nee, das prüfe und  trage ich jetzt nicht mehr nach, da könnt' ja jeder kommen, in der Wissenschaft gilt Massenvotum nicht als Beweis.

    Frei- und letzwillige Patientenverfügung!Petit Larousse


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  • Beim Warten auf's Christkind meldete sich im Radio eine nette Moderatorin, die Feiertagsdienst schob und eine gute Geschichte zum Besten gab. Sie interpretierte den, ich weiß nicht mehr aus welcher Sprichwörter-Folklore stammenden Merksatz "Alles was Du auf Erden verschenkst, wird Dir im Himmel wiedergegeben". FlaschencachenezDas sei ungefähr wie das bekannte Nadelöhr-Kamel-Dilemma zu verstehen - daher müsse jeder, der durchs Himmelstor will, all die jemals anderen verehrten Geschenke mitschleppen, und bei der Eingangskontrolle dem lieben Gott oder gar Petrus selbst vorzeigen. Deshalb werde sie, die Moderatorin, in dieser Sendung nur ganz leichte Sachen verschenken, nämlich Musik. Allerdings war diese öffentlich-rechtliche Funkstunde von GEZ-Gebühren nicht ausgenommen. Wir schenken einander nichts in der Partnerschaft, wozu sich also zu Weihnachten was schenken, dachten wir dieses Jahr und da wir mit Weihnacht auch sonst nicht so viel am Hut haben, kriegen wir selten was geschenkt. Oder liegt es daran, dass ich kritischer Kritiker bin und das Berufslaster des Rezensierens auch an Feiertagen nur schwer abstreifen kann? Welche Nichte, die mit Selbstgebasteltem aufwartet unter dem Tannenbaum, will schon gern die Wahrheit hören: "Schlechtes Design, miserable Verarbeitung, deine Eltern sollten dich zur Adoption freigeben" - Geschmacksurteile, die mich, ließe ich sie laut werden, um den Weihnachtsbraten bringen würden. nochmal die taschenflascheAber selbst wenn ich's ausspräche, bewahrt es mich wohl nicht vor Präsenten. Denn just heute brachte der Briefträger zwei Postsendungen von den schrägen Schwestern meiner FrDie Flower Gebrauchsanweisungau. Und dazu wird ja wohl hier mal ein kritisches Wörtlein gestattet sein. Natürlich unter Beachtung der Datenschutz-Richtlinien, alle Namen von der Redaktion geändert! Das erste Päckchen, das wir öffneten, war eine seltsam geformte Tasche, mit einem Muster bedruckt, von dem ich Pickel auf die Augen kriege. Meine Angetraute wollte die Plastikfolie nicht beschädigen (Rück- oder Weitergabe an andere Beschenk-Opfer nicht ausgeschlossen), aber dann schlüpfte ihre Hand an der Unterseite hinein - war's ein Topflappen zum Überstreifen? gar eine modernisierte Form der Kaffeemütze? oder, wie ich vorschlug, ein cache-nez für eine Luger parabellum mit Schalldämpfer? (Herrjeh, wie lange hab ich keine Kaffeemützen mehr gesehen oder gar die Luger benutzt!) Der Name des Geschenks war a flower? (mit Fragezeichen, das war Bestandteil der Aufschrift). Mensch, jetzt hast du so viel DNA im Innern dieses Stoffdings hinterlassen, das kannste keinem mehr weiterschenken! Dann fiel bei uns der Groschen: Es ist eine Art Kondom für Flaschen. Nicht um den Alkoholkonsum vor den Kollegen im Büro zu verbergen, oder den Gastgeber nicht gleich merken zu lassen, dass sein Wein nichts taugt und man sich bei der Party lieber durch Fremdware aus dem eigenen Keller versorgt. Auch nicht (analog zu den Zigaretten-Umverpackungen), um vor dem eigenen besserwisserisch schlechten Gewissen pädagogische Ekelbilder von grünlich siffigen, verpilzten Lebern zu überdecken, die sind komischerweise hierzulande unbekannt, ebenso wie die bitter nötigen Feststellungen des Bundessuchtministers: "Alkohol ist ein Nervengift und tötet jede Menge Gehirnzellen ab". Der Sinn von a flower? liegt darin, passende leergeguckte Bouteillen umstandslos in Blumenvasen zu verwandeln! Jessas, da muss einer erst drauf kommen. Besser wäre es, so ein Geschenk zusammen mit einem annehmbaren Getränk zu verschenken, am besten gleich mit Rosé, damit die Flasche auch getrunken und die Rose versorgt wird. Nächstes Fragezeichen: Sollen wir das weiterverschenken? Aber wem? Als erstes fiel uns Nadine ein, für die haben wir noch nichts. Wo die doch für Wein schwärmt und Skandinavistik studiert hat und heute diesen Strickladen mit nordischen Folklorepullis betreibt - ihr würde das Design (vielleicht) gefallen. Nee, lass mal, die beweist dir dann, dass die finno-ugrische Ornamentik nicht im Entferntesten derart Raffael-Engelgeschmacklos ist wie dieser computer-generierte Bastelquatsch. Okay, dann schenken wir es doch Heinz, dem lieben Gutmenschen und unverbesserlichen Ökologen. Der freut sich über jede neue Recycling-Idee - aber nein, für den sind Schnittblumen Mordopfer, und falls der jemals eine Vase benötigen sollte, kauft er sich was Handgetöpfertes aus nachhaltigen Materialien im Bioladen. Und so ging's weiter, X. hat zuviel Geschmack, es wäre eine Beleidigung, ihr solchen Krempel anzudrehen. Y. trinkt lieber gleich aus der Flasche, von der man ihn eher wegbringen sollte. Und Z. hat als Messie die Wohnung schon voll mit Krempel, dass es an Intensiv-Stallhaltung grenzen würde, noch sowas da abzuwerfen. Einer Krankenhauspatientin mitbringen geht gar nicht - "netter Versuch", wird die Nachtschwester grinsen und den Trick, die Pulle Schampus kaschiert einzuschmuggeln, sofort durchschauen. Was macht man mit dem Textilkondom? Am besten jemandem zum Umzug offerieren - wenn die Kisten noch nicht ausgepackt sind, als Willkommensdrink und Vase für den ersten Blumenschmuck. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich die nach der Pensionierung im Ruhrgebiet niederlassende Kollegin noch mal meldet, heben wir das auf statt es gleich in die Tonne zu kloppen! Aber da war noch was auszuwickeln, genauer gesagt, zwei Geschenke, auf dem eingewickelten Karton klebten raffaelitische Engelschen, die aus einem Buch herauswachsen. Ist das die Bibel? Na klar ist das die Bibel. Richtig lesen können die nicht, sie müssten sich ziemlich verrenken! Auf dem Raffael-Altar stützen sie sich auf den unteren Bilderrahmen vor dem aufgeschlagenen Buch, und wachsen nichtBuddha's eierlegender Wollmilchpebble wurmartig aus den Seiten heraus. Ich sehe meine angeheiratete Verwandtschaft auf dem Weihnachtsmarkt überlegen - "er interessiert sich doch für Bücher, das hier wird ihm bestimmt Freude bereiten, wenn nicht gar vergnügtes Schmunzeln hervorlocken!" - Äh: nein? - In der mit den zwei geflügelten Rotznasen dekorierten Packung war das Hauptgeschenk die gewiss nicht ganz billige Keramik. Sie hört auf den Namen Zen. Pebble Box und besteht aus einem Stopf-Ei. Man kann es in der Mitte aufmachen wie die Ü-Eier aus dem Kinderschokolade-Sortiment. Drinnen findet sich ... nichts. Kein Ohrring, keine Manschettenknöpfe, nicht einmal ein Rheinkiesel. Soll man "pebbles" reintun oder ist das Ei selber ein Pebble?? Sicher zwei bei tiefsinnigen Meditationen mit verschränkten Beinen zu erwägende Optionen. Das leere Innere glattpoliert und porzellanig (deswegen glaub ich, es war nicht ganz billig) wie diese blauweiß dekorierten Asien-Schalen mit eingelassenen transparenten Reiskörnern, die im Haushalt meiner Eltern herumstanden, mit einem dito gestalteten Löffel, der nie für irgendwas benutzt wurde. Aber hier war doch was im Innern, ein starker Spruch von Buddha himself, von dumpfer Schlichtheit, und zum besseren Einprägen auch auf der Eierschale in erhabenen Lettern wiederholt, voller Tiefenweisheit, dass wir an dem Abend keine Allgemeinplätzchen mehr auf dem bunten Teller brauchten. Wofür ist das gut? Na, da kannst du prima Nähnadeln drin sammeln oder beim Essen die Fischgräten oder Eierschalen (für Hühnerknochen zu klein). Oder als Balkon-Aschenbecher, wenn unsere rauchende Freundin Else kommt? Blöd nur, dass die Schalen des Ü-Eis nicht so ganz richtig aufeinanderpassen, und dann muss sie die stinkenden Eierschalen auch ausleeren, kann sie gleich den Aschbecher nehmen. Na prima, einmal alle heiligen Zeiten kriege ich Weihnachtspräsente und werde den Eindruck nicht los, die Schwägerinnen haben sie selber erwichtelt und suchten nur günstige Gelegenheit, das Zeug loszuwerden...


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  • Gtrabstein mit groß geschriebenem UndÜber Tote soll man nichts Schlechtes reden - aber auch nichts Falsches. An diesen wohl unwidersprochenen Grundsatz zu erinnern, dürfte in der Ende-Oktober-Zeit, vor Allerheiligen und Allerseelen, mal wieder angebracht sein. Nicht alle waren Heilige, aber alle waren Seelen von Mensch. OrthoepigraphieNatürlich kann sich - all things must change - auch die gute Meinung über einen Verstorbenen ändern. So mag der Ruhm einst vergötterter Künstler, wie die zur Zeit in Bonn ausgestellten Malerfürsten beweisen, wenige Jahrzehnte nach ihrem lorbeergekrönten Wandeln auf Erden unversehens verglimmen und erlöschen. Oder ein früher allseits geschätzter Zeitgenosse entpuppt sich nach dessen Abgang bei einer Neubewertung in gebührendem Abstand als übler Stinkstiefel. Aber nicht solch moralische Urteile oder Verurteilungen von Charakterfehlern sind hier gemeint. Ich möchte, kleinlich wie immer, auf die orthographischen Macken hinweisen, die sich, weil mit ehernem Griffel geschrieben, nicht so leicht korrigieren lassen. Es sieht doch irgendwie peinlich aus, wenn man am Grab eines Ehepaars steht Und auf dem Gedenkstein ist die Kopula zwischen Mann Und Frau - wie im anderen Beispiel (von demselben Friedhof) "ist" in einemGrabstein mit Schreibfehler "Tot" Bibelzitat - aus unerfindlichen Gründen großgeschrieben? OrthoepigraphieDas zweite Beispiel dazu gar noch mit großem J, und das darauffolgende kleine j in "ja" hat nicht mal einen j-Punkt? Ich wäre ganz geneigt zu glauben, dass damals, im Zeitalter der Dampfkraftmeierei, eine geheimnisvolle Schreibmaschine existierte, die - ähnlich wie die Linotype beim Bleisatz - den Marmor mit Schlegeln behämmerte, nach genau der Form, die der Steinmetz über eine Tastatur eingab. Nur dass dieser Tastatur, falls es stimmt, großes I gefehlt hat und beim kleinen j der Punkt ausgeschlagen war. Kann ja mal vorkommen, Schwamm drüber. Das würde allerdings noch nicht den Lapsus in dem Adjektiv "tot" erklären, das hier sinnstörend zum Substantiv geworden ist. Vielleicht hatten die HinterbliebenOrthoepigraphieen es sehr eilig mit der Bestellung und der Text wurde durchtelefoniert und sozusagen pris sur le vif eingemeißelt? Dass mir an einem Wasserkran auf dem Friedhof (einem anderen) beim Einfüllen der Gießkanne das Wort "totraumfrei" in die Augen sprang, hatte allerdings nichts mit dem Totenkult oder Grufti-Späßen zu tun. Das Wort ist der Klempner-Fachsprache entnommen und heißt einfach, das Wasser steht nicht irgendwo im toten Winkel herum und bildet Bakterien aus. Aber wenn es keine lebenden Bakterienkulturen enthält, müsste es nicht dann "lebendraumfrei" heißen? Und ist der Griff an dem Kran von dem Hahn nun rechts- oder linksherumdrehend? Der Hinweis bietet allerdings auch keine Garantie dafür, dass jenes Wasser nicht doch zuvor durch Totenräume (Gräber) geflossen ist - wie es angeblich im Elternhaus der Brontë-Sisters der Fall war, wie Arno Schmidt in Angria & Gondal: Der Traum der taubengrauen Schwestern behauptet: "Pfarrhaus & Friedhof beisammen; und das letztere 'höher gelegen'? totraumfreier WasserkranDas hör'ich arg gern; zumal in jener Zeit der Flachbrunnen mit Handpumpe: wäre da nicht gegen das Trinkwasser einiges Namhaftes einzuwenden gewesen?... Die hohe Sterblichkeit im Pfarrhause kann durchaus auch damit zusammengehangen haben - gesund ist es auf keinen Fall gewesen." Ein paar Seiten weiter wird Arno Schmidt deutlicher: "...die Morgensuppe angerührt: mit dem unrettbar verseuchten, aller sanitären Maßnahmen spottenden, Leichenwasser..." Dem ist aber aus meinem eigenen Erfahrungsschatz anzumerken, dass ich in jüngeren Jahren viel in Frankreich autostoppend und zu Fuß unterwegs war. Da will man auch mal Pause machen; außerhalb der Städte, an den Ausfallstraßen nach Süden oder Norden, befinden sich die Friedhöfe, unter Zypressen ist es schattig, Bänke laden zum Verweilen ein. Da ist gut Beine ausstrecken und Brotzeit verzehren, und Friedhöfe haben immer irgendwo ein Klo, wenn's mal pressiert, und sollte die Thermosflasche leer sein und man will Wasser nachfüllen, ist immer welches da. Geschadet hat mir der dem Friedhofsquell entnommene Labetrunk wohl nicht!

    Dass ich abelehrung durch mülltonnenllerdings in zunehmendem Alter immer häufiger mit murksoiden Texten umgeben bin, ist vielleicht auch eine Folge der Sensibilisierung durch Friedhofswasser. Dummerweise kann man diese Fehlschreibungen nicht mal rasch mit Filzstift übermalen so wie in dem Schild mit den ergänzten Naturschutzregeln aus dem Siebengebirge. Das sähe (auch wenn es mir in den Fingern juckt, roten Filzstift sollte man nehmen, den ganzen Friedhof durchkorrigieren und eine Note unter das missratene Diktat schreiben) nach Vandalismus und Störung der Totenruhe aus und brächte mir am Ende noch eine Geldstrafe ein, während der rechtschreibschwache Steinmetz sich ins schwielige Fäustchen lacht, falls er nicht längst Hammer und Meißel beiseite gelegt und selber das Zeitliche gesegnet hat. Aber er fand würdige Nachfolger in jenem Schildermaler, der einen Hinweis für Rechtsabbieger im Kölner Süden verbumfeit hat. Während der arme Autofahrer die komplizierte AnweisungOrthoepigraphie noch vergebens ausbuchstabieren will, ist ihm längst jemand reingefahren und die anderen Verkehrsteilnehmer stehen hupend und schläfenmühlchendrehend um ihn herum. Und was zum Teufel hat es zu bedeuten, wenn die Wortfolge WIR LEBEN EINRICHTEN, unabwischbar lackiert auf eine Straßenbahn, so ganz und gar nicht MIR WOLLEN EINLEUCHTEN? Ich nicht einrichten wollen auf lesen Dummdeutsch! Und an solchen SpraOrthoepigraphiech-Müll müssen wir uns, was die Zukunft angeht, wohl oder übel gewöhnen. Kein Wunder, wenn mit einem ähnlichen Spruch der hessische Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gymbel, dessen Zweitnamen ich grundsätzlich mit Ypsilanti schreibe, die nunmehr dritte Landtagswahl vergeigt hat. Natürlich kann man auch den text(il)freien Werbeauftritt suchen und seine Botschaften zunehmend entsprachlichen, wie jener Brillen- und Hörgeräteverkäufer in Bad Ems, der die Wiedereinführung der Hieroglyphenschrift auf dem Ladenschild vorangetrieben hat und den Punkt vom Treff als großen orangenen Ball ans Schildende pinselt.Augenoptiker-Ladenschild Ob Druck, ob Lack, ob in Granit geätzt oder auf Marmortafeln graviert, das alles wird vom Internet übertroffen, wo zwar der größte Blödsinn zu finden ist, immerhin aber alles mit einem Mausklick gelöscht oder notfalls korrigiert werden kann. Will man das dokumentieren, muss man schon auf Screenshot zurückgreifen wie bei der Programmankündigung neulich, mit welcher der einst "Rotfunk" genannte Westdeutsche Rundfunk den Genossen Holger Meins als einen der Botschaftsbesetzer in Stockholm bezichtigt hat. Zudem wär er nach 20jährigem Knastaufenthalt noch 10 Jahre in den Favelas von Rio für den "Weltfriedensdienst" tätig gewesen, komisch, mich erinnert das immer an die katholisch gewordenen SS-screenshot der WDR5 AnkuendigungLeute, die nach 1945 im Handumdrehen Gutes taten und sich für jüdisch-deutsche Begegnung oder Literaturgeschichte  stark gemacht haben, wie jener Professor Schschsch ...Schneider aus Aachen, der sich selbst totsagte und seine Frau neu heiratete und fortan "Schwerte" hieß wie Schwertlein im Faust (von dem Mephisto der lustigen Witwe sagt, "ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen!"). Sind so Bußauflagen, damit die Nachwelt sagt, der hat doch manches Gute bewirkt, ne?  Bundesverdienstkreuz musste der Prof. zurückgeben und verlor seine Bezüge, aber der hatte (sich) genug erspart, da musste die "Stille Hilfe" nicht helfen. Meins hat die Stockholmer Botschaft nie von innen gesehen, er starb 1974 wg. Hungerstreik und seine Aufbahrung als Gandhi-Guru in weiß mit langem Bart wurde Kultbild der RAFkes und ihrer Gutheißer. Von da an hieß das Kommando "Holger-" (unter dem Namen stürmten sie die Botschaft und ermordeten Zivilisten), und später, nach dem Abebben der Linksextremie und dem Aufleben der New Economy "Alles Meins!" Einem echten Sympathisanten wär das nicht passiert, insofern kann wg. "Rotfunk" beim WDR Entwarnung gegeben werden.


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