• Blöderweise habe ich vorgestern eine Tierdoku verpasst, sowas sehe ich normalerweise nie, aber wir waren dann in einer Corona-Drei gute GründeSatiresendung gelandet und haben das Umschalten vergessen. Kurz, es ging um Füchse, nämlich solche, die in der Großstadt leben.Fuchs von vorn Ich denk' noch egal, kann man später noch in der Mediathek  gucken, aber nein: nix Mediathek, und "keine weiteren Ausstrahlungen in den nächsten 6 Wochen geplant", also Sockenschuß. Dabei hörte sich die Vorankündigung vielversprechend an: "Füchse sind in allen Regionen der Erde zu Hause, denn sie sind ausgesprochen anpassungsfähig. Inzwischen sind die klugen Tiere auch in Städten heimisch geworden. Für Stadtfüchse ist das Benutzen von Zebrastreifen so normal wie das Schlafen unter Bürocontainern...Untersuchung einer Nuss Besonders beeindruckend ist das liebevolle Familienleben der Stadtfüchse: Im Berliner Regierungsviertel lebt seit vielen Jahren ein eng verbundener, mehrere Generationen umfassender Fuchs-Clan. Nahrung ist genug vorhanden, die Streifgebiete sind klein und Jäger haben sie hier nicht zu fürchten. Füchse, die mit dem steten Wandel und dem Verkehr in der Stadt zurechtkommen, können hier ein langes und sorgloses Leben führen."

    Der Clou war, dass wir nach der Satiresendung so gegen 11.20 p. m. das Zeitliche des Tages segnen und in Morpheus Arme sinken wollen, und zum Schlafengehnritual gehört, dass das Wohnzimmerfenster, das vergitterte, geöffnet wird, um nachts mal Luft in die Bude zu lenken, und siehe da, ZWEI Jungfüchse schnoberten da herum. Ich sofort zu fotografieren versucht, leider sind nur diese verwackelten Eichhörnchen verteidigt den Nuss-FundIdiotenbilder daraus geworden, nach dem Motto, "neulich hab ich Thomas Gottschalk an der Tankstelle gesehen" und die Blindzeitung veröffentlicht das dann. Wenn ich derzeit die Nachrichten besehe, habe ich den Eindruck, eine Menge aktuellen Bildmaterials wird im Handy hergestellt und die Blechtöne in den Übertragungen sollen wohl auch Wohnzimmer-Authentizität suggerieren, das ginge mit echtem Mikro besser. Und die "guten" Bilder, die feinen, perfekten, stammen aus dem Archiv und werden x-mal wiederholt, ich sage nur, Kühl-LKWs vor New Yorks Kliniken und zum Dutzendsten Mal die Militärlaster, die Coronatote aus Bergamo herausschaffen.

    Zurück zu den Füchsen, ich hab die nicht so gut fotografieren können wie meine Liebste die beiden Eichhörnchen am Morgen, die haben jedes eine Nuss gekriegt, das eine fraß seelenruhig eine Walnusschale leer und das andere krabbelte hinterher und guckte ziemlich frech über den Rand, aber sozusagen in die Röhre, da habe ich ihm eine zugeworfen, die auf dem Balkonboden landete, und am Ende hatten alle was davon. Vielleicht sogar die Jungfüchse, falls die den Koben entdeckt und die Beute redlich geteilt haben! (Nein, die Hörnchen waren vorhin wieder da.)

    Corona hau ab als PflasterbildNormalerweise habe ich drei gute Gründe, Hundehalter anzusprechen, wenn sie allen Unterlassungsschildern zum Trotz auf die Wiese scheißen (lassen) - erstens schon mal, weil ich auf der Terrasse Aufenthalte zum Luftholen einplane, bei wärmeren Temperaturen sogar mal Kaffee draußen trinken möchte. Die Herrschaften bummeln, wie die Füchse, gern nachts vorbei und lassen sich dabei ungern fotografieren, die Bilder gelingen höchst selten. Wenn ich sie freundlich ums Anleinen bzw. Verlassen der Wiese bitte, muss ich mich gelegentlich anbrüllen und z. B. als "Wichser" bezeichnen lassen, wie neulich von einem migrantischen Akzent sprechenden Pärchen, das bei meinem Aufkreuzen aber die Straßenseite wechselte und entwich. Da würde ich schon mal gern die Abstandsregel vergessen und habe früher auch schon weitgehend den Abstand verkleinert (ich konfrontiere die Leute, die sich unbeobachtet glauben, möglichst mit den Folgen ihrer Hinterlassenschaften), das ging mitunter bis zum Showdown und mir wurden auch schon Prügel angedroht, bisher nur von Feiglingen und Großmäulern, aber wer weiß!Wolke Bombe Schmetterling

    Alles wird gutAber der zweite und der dritte gute Grund war neulich Samstags hier auf der - durch meine nächtlichen Interventionen kotfreien -  Wiese, zwei halbwüchsige Mädchen, die sich im Schatten junger Rosenblüten im Grünen niederließen. Zufällig saß ich am Fenster und las in alten Büchern. Alte Bücher, möglichst Erstausgaben aus dem 19. Jahrhundert, und selbstvergessen spielende junge Mädchen - ein weites Feld für die heißesten Altmännerphantasien... Mich haben sie nicht gesehen und ich wollte nicht stören. Aber die eine legte sich rücklings auf das Gras und die andere kniete über ihr, rupfte Gänseblümchen und Löwenzahn aus und fing an, die Liegende zu "dekorieren", gelbe Blümchen hinters Ohr, weiße in den Mund, Vergißmeinnicht fand sich auch noch an, zwischen die Finger der gefalteten Patschhändchen... Der Zauber des Moments war nicht einzufangen und Fotografieren nee, lieber nicht, nachher gelte ich noch als Pornoonkel. Aber ich fürchte, diese zwei Teenager spielten "Begräbnis", wie sich Kinder ja überhaupt ziemlich unmittelbar und wenig zimperlich mit den Forderungen des Tages auseinandersetzen, siehe die Street art, die sich in einigen kinderfreundlichen Gegenden hier vorgefunden hat.


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  • Gestern früh hatte der DLF eine Hörerdiskussion, in der man sehr schön die Bildung einer Geschichtsklitterung wahrnehmen konnte. Da wurde nämlich ein ums andere Mal von gewieften Experten und tumben Hörern der Bayrische Ministerpräsident Söder belobigt, weil er "aller Kritik zum Trotz" so einschneidende Maßnahmen im Alleingang schon so früh, ohne Rücksprache mit anderen Ländern durchgeführt habe. Pustekuchen. Die wirklich einschneidenden Maßnahmen wurden zuerst in NRW durchgeführt, und zwar im Kreis Heinsberg, Totalblockade und Ausgangssperre. Ob die sich damals abgesprochen haben mit Kollegen Söder? Ich möchte es bezweifeln, es war indiskutabel und die einzig sinnvolle Maßnahme. Dann fingen andere Städte, u. a. Leverkusen damit an, die Leute anzuweisen, zu Hause zu bleiben, und unsere Bürgermeisterin Reker hier verabschiedete sich ebenfalls in die Quarantäne mit einschneidenden Maßnahmen wie Lädenschließung, Restaurant-, Kneipen-, Kindoschließung, Versammlungsverbot für Gruppen, das zuerst natürlich nicht überall streng eingehalten wurde, weshalb man das Wasserpfeifenrauchen etc. in der  Öffentlichkeit noch besonders verboten und die Ordnungskräfte zum Eingreifen angewesen hat. Zu der Zeit grillten die Münchner noch im englischen Garten und in der allgemeinen Stammtischseligkeit bayerischer Bierstuben hat es garantiert keine "Kontaktverbote" gegeben. Selbst als Söder dergleichen verkündete, war die Gruppenbildung bis zu sechsen noch durchaus erlaubt. Der Mann hat allerdings dann den "Notstand für Bayern" ausgerufen, das ist verfassungsrechtlich höchst bedenklich, sollte man in einem föderativen Vereinsstaat nicht ohne Rücksprache mit den anderen Ministerpräsidenten tun. Dafür wurde er in der sog. "Schalte" denn auch von seinen Ministerpräsidentenkollegen gescholten, nicht wegen früh begonnener Maßnahmen, die, wie gesagt, der angebliche Cunctator Laschet hier sehr wohl hat früher anordnen lassen.

    Neueste Geschicht-Klytterung

    Inzwischen entwickelt sich eine sonderbare Folklore, jeder scheint sein eigenes Entseuchungsprogramm zu vollziehen. 1, 50 m Abstand sollten genügen, um sich nicht gegenseitig anzuspucken. Steht man aber hier vor einer Kettenbäckerei an, bilden Kinderwagenmuttis eine Phalanx, Neueste Geschicht-Klytterungwelche die Wartenden mindestens 4 Meter auseinanderhält, und mit flackernder Panik in den Augen scheuchen sie jeden, der da durch will, weg, während ihre älteren Sprößlinge auf dem Bürgersteig herumbalgen und beim Nachlaufen-Abklatschen alles anfassen was in der Nähe ist. Eine entfernte Bekannte hat sich im Pfälzerwald mit Freunden getroffen auf... 5 Meter Abstand! Mitten im Wald! Und sich gegenseitig zugebrüllt, was man sich so erzählt in diesen Zeiten. Vermutlich durch Mundschutz abgedimmt. Wieder andere sollen ihre Lebensmittel, besonders Obst und Gemüse und Brot, nur noch und ausschließlich in Plastik verpackt kaufen, das war noch vor kurzem verpönt. DANN Neueste Geschicht-Klytterungkommt das Lebensmittel erst in Quarantäne, für 78 Stunden im Keller (die Kühle, konserviert die nicht?) in der Hoffnung, Erreger seien dann abgetötet. Dann werden sie weiterverarbeitet, egal ob Schalenobst oder Kartoffeln, mit desinfiziertem Gerät.

    Im grünen Bereich, "wo mehr als zwei in meinem Namen zusammenstehen, soll der Heilige Dreiteufelsnamen dazwischenfahren", das scheint zu funktionieren. Im Park patrouillieren ab und zu Polizeifahrzeuge ("treiben die Gruppen mit Gummiknüppeln auseinander"? nee, das nun nicht). Die Hundehalter im Großraum unseres Viertels, das dafür verrufen ist, machen sich indessen auf den Wegen und Bürgersteigen breit, Ausweichen unmöglich, Alternative auf die Fahrbahn ausweichen ist auch nicht so mein Fall. Muffig ziehen die meisten ihre endllos-Leinen an, wenn man beherzt auf sie zu geht, mitunter werden sie wie gewohnt ausfällig, dann zücke ich mein Taschentuch und schneuze mich ausnehmend. So hab ich mir heute den Weg durch ersterbendes Hüsteln zur Apotheke freigebahnt. Die Hunde und Katzenviecher haben das Zeug am Fell, wenn man Pech hat, weil jeder Idiot sie krault (gestern eine herumstreundende Katze in unserer Straße, die gehört zu jemandem, der sie abends frei herumlaufen lässt, ein Passant tätschelte sie im Vorbeigehen, das würde ich derzeit eher lassen - er wird wohl wissen, was sie oder er sich dabei einfängt.) Die Mitmenschen haben wenigstens Kleider an, wenn sie einen touchieren!

    historische zeitungEine Freundin schreibt aus Lausanne, dass dort 65-jährige ganz zu Haus bleiben sollen, hehe, das wäre bei mir bald der Fall. Allerdings arbeitet die Freundin bei einem über 90jährigen Strafverteidiger als Bürokraft, der immer noch mit dem Fahrrad ins Büro hechtet und keinerlei Anzechen von Erschlaffung bemerken lässt.

    Eine andere Freundin schreibt aus (Süd)-Italien: "Die Tschechen haben eine Riesenlieferung aus China nach Italien an Schutzmasken, Beatmungsgeräten usw. geklaut, da stand auf chinesisch 'Forza Italia!' drauf, mit Nationalflaggen und allem. Die reden sich jetzt raus, sie würden das untersuchen, und haben eine kleine Lieferung aus dem eigenen Land nach Italien geschickt. Das macht sich wirklich schlecht, genauso wie die 'Pizza Corona' aus dem frz. Satiremagazin, was sofort unterbunden wurde. Hier lacht man schon lange nicht mehr. Um 18 Uhr täglich erklingt die Nationalhymne per Lautsprecher (hier sehr heiser!), dann folgt eine Opernarie und irgendeine Melodie, mit der man sich identifizieren kann ('Il silenzio', 'Azzuro' oder sowas), um die Solidarität zwischen den vereinzelt in ihrer Wohnung Lebenden zu fördern. Ich nehme an, daß es noch länger dauern wird. Gestern Abend war hier in etwa 300-400 Meter Entfernung Luftlinie etwas sehr Eigenartiges zu beobachten: dort liegt eine Wiese o.ä. neben einer Villa (Privatstraße), die taghell mit Generatoren erleuchtet wurde, deren Abgase bis zu unserer Küche drangen. Weißgekleidete machten dort anscheinend eine Tatortuntersuchung, man sah rotweißes Absperrband, das Ganze dauerte bis Mitternacht. Ein Toter? Waffendepot?"
     

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  • Wegen der merkwürdigen Betonungen durch den dings-achtel-Takt kann ich die erste Strophe noch aus dem Kopf niederschreiben: "Wer der erste war, wußte schon bald keiner mehr, doch wahrscheinlich der bucklige Handelsvertreter, der mitten am Tag seTarantellaine Kleider zerriß, als die schwarzweiß gestreifte Tarantel ihn biß! Er hüpfte und tanzte die Straßen entlang, wobei er mit Hüften und Armen schwang... EINS und zwei DREI und vier FÜNF SECHS ta-dumm und bei Dreißig dann einmal im Kreise herum. So tanzt man seit jeher DIE Tarantella, die TArantella die TAHArantel-la... So tanzt man seit jeher DIE Tarantella, die TAHARAN-TEHEHE-HEhella...

    Geht dann so weiter, offenbar darf man das zitieren... gutes altes Väterchen Franz, wenn du aus dem Grab herausrotieren könntest angesichts der allgemeinen Grundrechte-Verjuxung durch Söder und Genossen, was sagste dazu? du würdest singen "wer jetzt nicht tanzt"!

    Der Bucklige biß einer Hausfrau ins Knie
    Als sie an der Haustür: "Ich kaufe nichts!" schrie,
    Und die Frau hieb die Zähne in ihren Mann
    Als er neben ihr lag und zu schnarchen begann,
    Und der Mann schlüpfte diesmal am anderen Tag
    Nicht dem Chef ins Gesäß, sondern schnappte danach,
    Und der Chef fuhr mit gläsernem Spinnenblick
    Seiner Ehefrau während sie schlief ins Genick.

    Beim Leichenschmaus tanzte man die Tarantella,
    Die Tarantella, die Tarantella,spanische_pipp
    Beim Leichenschmaus tanzte man die Tarantella,
    Die Tarantella!spanische Grippe

    Die Frau verbrannte bis auf ihr Gebiss,
    Das der Feuerbestatter gleich mitgehen ließ.
    Er brach der Prothese die Goldzähne aus
    Und trug sie ins städtische Pfandleiherhaus.
    Der Pfandleiher, der sie recht schmuddelig fand,
    Zerschnitt sich beim Säubern an ihnen die Hand
    Und er ließ sich dann abends beim Skatspielen geh'n:
    Und da wars um den Finger des Kiebitz' gescheh'n!

    Der tanzte besessen die Tarantella,
    Die Tarantella, die Tarantella,
    Der tanzte besessen die Tarantella,
    Die Tarantella!

    Und er riß dann am Sonntag beim Meisterschaftsspiel,
    Als ein Tor gegen die schwarze Vereinsmannschaft fiel.
    Dem jubelnden Sportsfreund vom weißen Verein.
    Der vor Freude hochsprang, ein Stück Fleisch aus dem Bein,
    Und der fiel dann gleich über den Nebenmann her,
    Und da wartete keiner der Sportsfreunde mehr:
    Ob schwarz oder weiß wurde bald einerlei
    Bei der schwarz-weiß gestreiften Tarantellei!

    Man tanzte verbissen die Tarantella,spanischer pipp
    Die Tarantella, die Tarantella,
    Man tanzte verbissen die Tarantella,
    Die Tarantella!

    Von da an fehlt jede vereinzelte Spur.
    Historiker, die berichten uns nur:
    Ein schwarz-weiß gestreiftes Tarantelinsekt,
    So groß wie ein Fussballplatz, tanzte direkt
    Zur Stadt hinaus weiter und bis an den Rand
    Jenes Kraters, der einmal beim Planspiel entstand.
    Aber achttausend Klafter? Der Sturz währte lang,
    Und so hörte man lange noch den Gesang:

    Refrain


    Nach zwölf Lichtjahren fand dort ein Hirte im Gras
    Einen Schneidezahn, der eine Elle maß.
    Er schnitzte sich gleich eine Flöte damit,
    Die ihm beim Flöten die Lippen zerschnitt.
    Er hüpfte zur Stadt hinein, tanzte und sprang,
    Wobei er mit Hüfte und Armen schwang:
    Eins und Zwei, Drei und Vier, Fünf-Sechs-tadum
    Und bei Dreißig dann einmal im Kreise herum...spanischer pipp 2

    Nach zwölf Lichtjahren, dtz dtz, sowas findet sich immer mal wieder beim "frühen Degenhardt", den ich früh zu schätzen gelernt hatte.


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  • Okeeh, ich hab nicht aufgezählt, was alles an Gegenanzeigen vorliegt, wonach ich das Krönchenvirus nicht hätte (die Apotheken-Umschau vulgo "Rentner-Bravo" behauptet sogar, es gebe überhaupt kein "Screening", aus Wuhan nach Frankfurt eingeflogene Restdeutsche habe man untersucht und zwei ohne jegliche Symptome hatten das Dingens, haendewaschen richtigwährend zwei mIt jede Menge Symptomen virusfrei gebklieben waren): z. B. hab ich keine Übelkeit, kein hohes Fieber, mein Geschmackssinn funktioniert noch tadellos (Costières de Nîmes) und eine gutgefüllte Babywindel (so das Praxisbeispiel neulich in der Expertenseite der Faz) kann ich geruchstechnisch auch noch von Buttermilch unterscheiden. Aber wenn ihr geglaubt habt, alle bleiben schön vernünftig zu Hause, der "Hundeklaaf", Konferenzen unserer Lieblingsnachbarn vor dem Haus mit sich auf ihre Pissfläche geräkeltem Köter finden jetzt erst recht statt, die Leute haben ja Zeit ohne Ende! Immer zeigen sie Jungmenschen, die im Stadtpark die Bierbuddel kreisen lassen, die Hundenachbarn sind nie im TV. Gassi-Führen ist übrigens ein triftiger Grund, das Haus zu verlassen, vielleicht sollte man damit mal an die Grenzposten am Grenzpfosten herantreten, wenn man mal kurz nach Polen rübermachen will. Mein Waldi müsste mal kurz auf die Westerplatte...? Und deswegen kriegen wir ihn auch hier im Lande NRW, den Curfew, wie im Zweiten Weltkrieg, der laut Ansprache der Kanzlerin die letzte große Herausforderung an unser Land war bzw. umgekehrt, welcher der Mundschutz für alleCorona-Tarantella als Vergleichsmaßstab dient ("die größte Herausforderung an unser Land seit..."). Moment mal - war der Zweite Weltkrieg eine Herausforderung an unser Land? Dann hätten wir ja mit vollem Recht die Nachbarvölker überfallen und besetzt, geknechtet und ausgeraubt, wenn die uns so provoziert haben? Nein, das hast du falsch verstanden, das war mehr allgemein gedacht, eine "schwere Zeit" nennt man auch eine "Herausforderung an unser Land". Das kann auch ein Krieg sein, z. B. denk an den Dreißigjährigen Krieg, Simplicius Simplicissimus, nicht wahr. Ja aber ein Krieg, den wir angefangen haben, ist das nicht eher eine Herausforderung an die Außenwelt? GaststaettenschliessungUnd trifft das auch auf den Holocaust zu, den Kolonialismus, die Ausrottung der Hereros und der Münchener Räterepublik, eine schwere Herausforderung an unser Land? die Niederschlagung des Dresdner Aufstands durch sächsische und preußische Truppen, des badischen Revolutionskriegs durch preußische und badische Truppen? (Apropos, kommt das auch alles in das Museum der "Geschichte der Hohenzollernherrschaft", mit dem uns von Berlin aus der ehemalige Kultursenator André Schmitz, Freund gekrönter Häupter, behelligen will?) Na, jetzt mal nicht so meckern, wir wollen doch im Geiste des Miteinanders zusammenhalten und Solidarität üben... nicht nur mit den Erniedrigten und Beleidigten, auch mit denen, die im Glanz ihres Adels und im Licht der PR-Scheinwerfer stehen... Am Schluss noch die Gute Nachricht, in Aachen wo der schlimmste nordeuropäische Seuchenherd ganz nahe liegt, hat man eine Hl. Corona entdeckt, deren Reliquien noch dieses Jahr im Münster ausgestellt werden sollen, und diese Hl. Corona (Gedenktag 14. Mai) ist auch noch Schutzpatronin gegen Seuchen - na, geholfen hat es den Erfassten und Weggerafften in Heinsberg auch nicht.


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  • Nach den in Presse, Funk und Fernsehen freigebig ausgestreuten Anamnese-Fragebögen bin ich ein typischer Fall! "Milde Symptome, anfangs, und das dicke Ende kommt nach!" Dauerschnupfen, check, leichtes Halskratzen, check, dizzy im Kopf, check, Gliederschmerzen, check, ab und zu leichter Dünnschiss, check, Fieber? naja, 37, 5 ist schon leicht erhöhte Temperatur. Check! Kurz, ich bin entweder schon ein akuter Fall oder auf dem Weg dorthin. Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen! Atembeklemmungen keine, ich nehme keinem alten Menschen den Schnaufautomaten weg - wenn es so weit ist: "Laßt mich hier liegen, versucht, die nächste Station zu erreichen!". Hab ich jetzt das dämliche Virus und kann mein "Tagebuch der Coronakrankheit" beginnen (unvermeidlicher Bestseller 2021, ich sehe schon förmlich, wie sie geschrieben werden, "Tag eins" und so...) oder ist es nur ein blöder grippaler Infekt, haha, leichte Erkältung, in vierzehn Tagen ist alles ausgestanden und Sie sind IMMUN??? Zum Arzt kann ich sowieso nicht, der schreibt mich zwar krank, aber es nutzt mir nichts, ich kriege als Freiberufler keine Lohnfortzahlung. Das Halskratzen ist schon wieder vorbei, der trockende Reizhusten hat sich in nassen verwandelt mit "Auswurf", hatte ich letztes Jahr auch, damals dacht ich mir nichts dabei und heute sind das Anzeichen für eine positive Diagnose für die Krankheit, die hier alles lahmlegt. Mein Kontakt zu Personen, die sich in einem besonders gefährdeten  Gebiet aufgehalten haben, hält sich in Grenzen, die tägliche Virenschleuder in der Schule, in die meine Frau nicht mehr gehen muss, könnte natürlich den gewünschten Hintergrund liefern: eine Schülerin von ihr,neben der sie auch noch gesessen hat, um ihr was am Computer zu zeigen, kommt aus Heinsberg bei Aachen, und ihr Vater, nee, der nicht, aber die Lebensgefährtin des Vaters nahm an der berüchtigten Karnevalssitzung teil, die in die Geschichte eingehn wird! Ebenso historisch wie die bevorstehende Aberkennung des Literaturnobelpreses für Gabriel García Marquéz, weil er uns mit seinem dämlichen Roman das virale Klischeewort von "In Zeiten der..." (folgt irgendeine ekelhafte Infektionskrankheit) eingebrockt hat. - Neueste Plünderkultur-Erfahrung: Bei REWE Richrath in Köln kauf ich nie mehr ein, der hat ohne jede behördliche Anweisung begonnen, Lebensmittel zu rationieren und den Bedarf nach eigener Willkür festzusetzen, man verkauft an der Kasse nicht die gewünschten 5 Becher Buttermilch (hätte ich lügen sollen und betteln, ich hätte fünf minderjährige Kinder, die gewohntheitsmäßig jedes einen eignen Becher kriegen und sich nicht um zwei balgen wollen? das "Rauschgetränk der Schamanen" benötige ich als Kreativwirtschaftsdienstleiter für rituelle Bäder, wer mich kennt, weiß, dass ich immer fünf kaufe, mindestens. - Ja, aber gehört "Publizist und Übersetzer" zu den unentbehrlichen Berufen? wohl eher nicht, mach dich vom Acker, wenn du kein Feuerwehrmann, Krankenpfleger, Politiker oder HNO-Arzt geworden bist, du nutzloser Freßsack! Apropos, wo bleibt eigentlich Verkehrsminister B. Scheuer (t) mit seinen 100 Lungenärzten, die nicht irren?). Die Kassiererin, auffallend mit Handschuhen zupfend und sich von meinem Geld fernhaltend - nöö, ich dürfe nur zwei bekommen! Zwei oder gar nichts. Wollen Sie die jetzt? Mir fiel sofort die sechste Szene im dritten Akt von Karl Kraus, "die letzten Tage der Menschheit" ein, die Sache mit Viktualienhändler Chramosta und dem Gemüsesalat - "i hob Kreagsanleih' zeachnet!!" - Den Laden stantepede verlassen. In Köln kein Problem, ich kaufte mir Buttermiclh, so viel ich wollte im nächsten Discounter, wo nur Nudeln (außer Barilla, die machen das Geschäft ihres Lebens) und Mehl fehlten, was ich alles grade nicht benötige oder auf Vorrat im Keller habe. Nach (mir unbegreiflichen) Klopapier-Engpässen sind bald Grillkohle und Kaminofen-Pellets ausverkauft, wenn der Strom ausfällt, sind Besitzer eines Kaminofens fein raus. Kurz, ich weiß nicht recht, wie ich mich auf die unvermeidliche Quarantäe vorbereiten soll, bin nur froh, am Ende der Woche keinen Vortrag halten zu müssen wie geplant, und arbeite an meinem gewaltigen Fragment, das in Knüppelversen die Zeichen der Zeit mit flammenden Lettern an die Wand malen wird, hier schonmal vorab die ersten Fingerübungen:


    In Zeiten der Corona-Krise
    machte ich hunderttausend Miese
    In Zeiten eines Seuchen-Falles
    verlor ich Haus, Hof, Handy, alles,

    In Zeiten einer Pandemie

    drängt es mich nicht zum Herdenvieh,
    In Zeiten von Sars CO-V-2
    knutsch' ich mit Fremden nicht, verzeih!

    In Zeiten von Zeh Ovid neunzehn,
    war es nicht ratsam, sich zu schneuzehn,
    In Zeiten der Corona Krisis
    geschah mir sonst noch manches Fieses...
     


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