• Aus dem Beweisfoto von gestern geht unzweifelhaft hervor, dass beim Öffnen der Türchen des Gewürztempels die Reihenfolge der Numerierung nicht eingehalten wurde. Jedenfalls ist die Nr. 10 noch zugesperrt, und wir haben statt dessen unten links eine 22 geöffnet. Die allerdings trug eine so pieselig kleine Hausnummer, dass die Pimentkügelchen von heute vergleichsweise deutlich größer ausfallen. Wenigstens kann ich dem Hersteller nicht mehr vorwerfen, auf Salz Salz folgen zu lassen.Abbildung Hochzeitsfrühstück in einem Benimmb uch Und was machen wir mit der 10, die meine Frau schon ungestüm sofort öffnen wollte? Aber wir hätten dann doch für den 22sten nichts mehr zum Öffnen? - Kuh nicht falsch fütternoder sollen wir die 10 heute öffnen und die nächsten immer eins herunterrechnen, damit wir am 23sten, dem Tag unserer Abreise, schon das 24ste öffnen? Dummerweise bin ich im Kopfrechnen, eins im Sinn und so, sehr schwach. - Kein Problem, wir haben einen dieser Kleberli draufgepappt und die verschlossene No. 10 handschriftlich zur No. 22 umgewidmet. Derweil beschäftigt uns die Frage, ob Piment ein Weihnachtsgewürz sei (meine Frau) oder an den Sauerbraten gehört (meine bescheidene Meinung), vermutlich gilt beides. Ob man das Zeug allerdings auch rauchen kann? Laut Wikipedia enthält es "Eugenol", aber nach welchem Eugen dieses Teufelszeug, das auch im Basilikum sein Unwesen treibt und mit dem man Fische vor dem Totschlagen betäuben soll, weiß ich nicht. Nach Eugen von Savoyen? Eugen von Beauharnais? Eugen von der Lippe? oder hat es mit Eugenik zu tun, der sog. "Veredelungslehre", die sich nur ein Volk ausdenken kann, welches degeneriert, verrottet und verkommen genug ist, sich zum Verspotten von Migranten aus dem Osten Namen wie z. B. "Pimocken" auszudenken (hab mich mit eigenen Ohren so nennen hören, auch "Wasserpolacken" und Karnickelorden und dergleichen, in den 1950er Jahren). Aber Eugenol ist dasselbe wie "Nelkenöl" und daher vermutlich auch in Gewürznelken enthalten, die man gegen Zahnschmerzen kauen kann, wie man sie z. B. infolge Ausbeißens von Zähnen an Piment-Schrapnellsplittern bekommt.


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  • Jetzt geht's wohl langsam in die Weihnachts-Endrunde. Zur Halbzeit - ganz bis zum 24. Loch kommen wir wohl nicht - muss ich aber doch mal ein Bild des zu 50 % durchlöcherten Gewürzkalenders posten. Wir haben uns schon ganz gut durch den Hirseberg gewürzt; gestern probierten wir den Bratapfel mit dem Bratapfelgewürz, aber nicht ohne Portwein, Feigenmarmelade und dies und das, was man so in Boskopp werfen kann (der Elstar schmeckte dann aber irgendwie besser). Leider erwies sich beim Verzehr, dass in dem Adventskalender mit 12 offenen TürenBratapfelgewürz aus dem Kalender unzerkaubare Bestandteile gewesen sein müssen. Die Zähne sind noch ganz, aber es hatte ungefähr die Konsistenz von feinkörnigem Gabionenschotter - in der Feigenmarmelade war das Zeug nicht. Ich vermute,# 12: Nelken, ganz es handelte sich da auch schon um (unzureichend geschredderte) Nelken, die würde ich ohne Vorwarnung des Verbrauchers nicht in Bratapfelgewürz mischen. Wobei mir immer wieder diese Party meiner sündigen Jugend einfällt, wo um 3 in der Früh jemand Hunger bekam und die Linseneintopfdose im Küchenschrank entdeckte und ein total bekiffter Typ (nicht ich, auf Ehre!) kriegte die Idee, den Eintopf ordentlich würzen zu wollen - worauf er gleich eine ganze Handvoll Gewürznägel hineinwarf. Braunnägelein sind süße, Muskaten, die sind schön, die Linsensuppe aber ward ungenießbar und diskret ins Klo gekippt, scheiden, das tut weh. Die heutigen Gewürznelken erwiesen sich wirklich als sehr aromatisch, allerdings sind hier noch jede Menge übriggebliebene Nelken vorhanden (so oft gibt's bei uns nun auch wieder keine Linsensuppe aus der Dose). Zu schweigen von den übriggebliebenen Teebeuteln von der Sorte "Glühweingewürz", das braucht man doch auch irgendwie nicht mehr, seit der Glühwein fertig und billiger in der Flasche gekauft wird, statt irgendwelche untrinkbare Plörre vom Discounter (der sich immer mehr zur Vinothek mausert - vorhin kaufte ich dort Merlot aus Saint-Guilhem-le-désert, wo ich 1980-plux-x einen schönen Wanderurlaub verbracht habe) damit aufzupeppen. Die zündende Idee meiner besseren Hälfte war, die jahrelang ungenutzten Nelkenvorräte einfach zu entsorgen und bei Bedarf auf dieses Gläschen zurückzugreifen. Und mit den massenhaft gehorteten normal-Nägeln ohne spezielle Würzkraft sollte ich das nach ihrer Meinung auch tun, die konnte man nach Schließung der letzten Fachhandelsgeschäfte für "Schrauben wie bei Muttern" auch nicht unter Stücker 150 pro Packung kaufen...


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  • Nach dem versalzenen Wochenende nun also mal wieder süß und vorwiegend mit Zimtzucker, das aktuelle Adventsgläschen ist randvoll davon.Birken im Schnee Wir haben sogar noch zwei Bosköppe von neulich übrig, als wir die Füllung selber hergestellt haben aus Kopfnüssen, Koriander, Korinthen, Kokoschips und Portwein. Für die Witterung durchaus passend, nur leider über Nacht sind sämtliche Schnee-GenderX-Wesen eingegangen, die von Groß und Klein gestern im Hundepark errichtet wurden, Schluss mit Schlittenfahrenund ich hatte den Fotoapparat nicht dabei. Sogar auf dem örtlichen Friedhof, wo wir die schönen Bäume in Schneedekor bewundern wollten, hatte ein Erwachsener vor unseren Augen eine Art Schneemann auf dem Weg errichtet wie so einen Auferstehungsengel. Pietätlos? In Finnland stehen den 5,2 Millionen Einwohnern 3, 8 Millionen Saunas zur Verfügung, habe ich gestern im Deutschlandfunk gehört, und das Highlight jeder Sauna ist die Auspeitschung mit Birkenstock (nicht Sandalen, sondern Zweige); in jedem besseren Unternehmen gibts eine für Mitarbeiter und Geschäftspartner (soll das mit den Birkenzweigen motivierend sein oder als Erpressung für den Vertragsabschluss dienen?), das Parlament hat eine Parlamentssauna (nimm dies, Koalitionspartner!), und wer keine eigene hat, geht in die Nachbarschaftssauna (hihi). Früher wären auch ganz normal Kinder in Saunas zur Welt gekommen und Verstorbene erhielten in der Sauna ihre Totenwäsche. Ein Bekannter der Rundfunkmoderatorin geht immer noch mit seinem Schwein in die Sauna, ich bin mir aber nicht sicher, ob zur Erholung oder zum Grillen der Schweinehälften auf dem Rost, hab nicht richtig zugehört. Wer gar keine Lust hat zu irgendwas, wie ich zu meiner Steuererklärung, kann sich in Finnland mit dem Wort saunanjälkeinen herausreden, das heißt "nach der Sauna" und bedeutet den Zustand, da man der Ruhe pflog und auf dem Saunaofen Bratäpfel mit Zuckerzimtfüllung simmern ließ.


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  • Waaas? schon wieder Salz mit mediterranem Krautanteil? Denen fällt wohl gar nichts mehr ein? Andererseits, das hier kann notfalls auch in den Streuer mit der XXL-Perforierung,Pünderich im Schnee und die Witterungsverhältnisse, im Rheinland "Dr. Schlawigo" genannt, weil es immerzu an die Kutschfahrt vom Bahnhof nach Warynko im gleichnamigen Film erinnert und ähnliche Verkehrsprobleme auslöst, sprechen dafür, dass Streusalz bald knapp werden könnte. Übrigens salzen wir hier sowieso immerzu nach, weil wir beim Kochen das Salz vergessen oder weglassen. Insofern, wenn das majorenne, bzw. majoran-taugliche Gerichte sind, meinetwegen. Schneemann in RaderthalIn der Ferienwohnanlage der IG Bau-Steine-Erden auf der Millionärsinsel schenken sie einem (verpackt als blödes Gewinnspiel, bei dem ich lieber die Manufaktur-Schokolade gekriegt hätte) immerzu Meersalz -  davon haben wir auch noch ein fast randvolles Einmachglas. Außerdem können wir jetzt Wüsten-, Sandstrand- und Meersalz nebeneinander legen und eine Art Salzverkostung durchführen. Stell ich mir allerdings irgendwie weniger geil vor als Weinprobe oder eine Trüffel-Degustation. "Die kristalline Grobstruktur und die leicht angeranzte Röstnote des Majorans verleihen dem Produkt einen authentischen Rahmen zur Entfaltung hauchzarter Aromata", so oder ähnlich drücken sich dann die Salzsommeliers in ihrem Kritiker-Fachblättchen aus. Salz schmeckt aber immer irgendwie salzig, da beißt die Erdnuß keinen Faden ab. Dass die Iglubewohner soundsoviele Worte für Schnee haben, ist ja auch ein 1911 erfundener Hype, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, die setzen die Wörter nur immer wieder bandwurmartig zusammen bzw. türmen sie schneemannähnlich aufeinander. Insofern können gern auch noch ein paar Gläser mit Salz aus dem Adwürzkalender fallen, ich werde mir treffende Namen für des Zeug ausdenken.


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  • Schon wieder Salz, diesmal mit allem gemischt, was die Provence so herbe macht (Thymian, Rosmarin, Basilikum und ein Zeug, das sich "Kräuterminze" nennt). Bestimmt hat man die Kräuter auf diese Weise früher haltbar gemacht, oder? Dagegen spricht aber das (relativ nahe) Best-before-Datum. Mindestens haltbar bis Ende, hatte ich noch gar nicht entdeckt, so winzig ist die Druckschrift der Standardformulierung, der eingedruckte Stempel lässt sich besser lesen (stünde da nichts, wäre das Zeug "mindestens haltbar bis Ende", aber von was?): 30.11.2019. Salzglas-EtikettAuf diese Weise könnten die Discounter unverkaufte Exemplare des Adventstrumms - der allerdings bald vergriffen schien - noch nächstes Jahr anbieten, und übernächstes Frühjahr dann mit dem berühmten 30-Prozent-Rabatt, den ich als Vorsicht Einbrecher mit Sackvon-Tag-zu-Tag-Einkäufer gern in Anspruch nehme. Zu Hause aber die roten Kleberchen mühsam abpiddeln, damit sich die mülltonnen-examinierenden Nachbarn nicht das Maul zerreißen über meine Vermögensverhältnisse. Das sind hier alles einfache Leutchen, die herumlaufen wie die letzten Prolls und auch so reden, von BILD allenfalls Schlagzeilen entziffern, sich aber ansonsten die dicksten BMWs in die Garagen stellen und noch Motorräder für den Sommer obendrauf. In dem Salzgläschen halten die Kräuter doch garantiert bis in the year twenty-five-twenty-five? Aber aufgepasst: Salz ist denselben Verfallserscheinungen unterworfen wie der Mensch, schon in der Bibel steht, "das Salz ist dumm geworden", was mir der Sonntagslehrer im Kommunikatonsunterricht nicht erklären konnte. "Feucht geworden", das wär' nicht schlimm, dieses 'flor de sel' behält sowieso eine Restfeuchte und soll nicht in den Streuer. Noch schwieriger ist die Fortsetzung: "ist das Salz dumm geworden, womit soll man's salzen?" - Salz salzen, ist das nicht wie weiße Schimmel mit Gips tünchen oder Zwillinge doppelt moppeln? und wieso überhaupt "Flor do Algave", heißt dieser portugiesische Ferienstrand nicht AlgaRRRve? Okay, vertippt, halb so wild. Das ist noch keine Straftat wie Salzdiebstahl - denn hier ist nicht das Salz, sondern nur die Schlußredaktion des Etikettendesigners dumm gelaufen.


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