• Rhenus als BachhusNun ist das Licht im Steigen,
    Es geht ins neue Jahr.
    Laß deinen Muth nicht neigen,
    Es bleibt nicht wie es war.
    So schwer zu seyn, ist eigen
    Dem Anfang immerdar,
    Am Ende wird sichs zeigen,
    Wozu das Ganze war.
    Nicht zage gleich den Feigen
    Und klag' in der Gefahr!
    Schwing auf zum Sonnenreigen

    Dich schweigend wie der Aar!
    Und wenn du kannst nicht schweigen,

    So klage schön und klar!

     

    Schwer genug gerungen
     Haben Dämmerungen.
     Mit dem Licht, dem jungen
     Durch das alte Jahr;
     An des Haders Stelle
     Soll des Friedens Hellein Worten: Zweitausend und sieben und zehn
     An des Neuen Schwelle
     Jetzt aufleuchten siegreich klar.Ruckert-
    Wer ist dumpf beklommen?
     Einen Stern entglommen
     Seh' ich, uns zum Frommen,
     Mitten aus der Nacht.
     Daß die starren Krämpfe
     Seine Milde dämpfe,
     Die verworr'nen Kämpfe
     Friedlich schlichte seine Macht!
    Dieses Sternes Funkeln
     Bitt' ich, daß im DunkelnDen
     So es lass' entfunkeln
     Seiner Strahlen Kraft,
     Daß, wo Frost noch lauern
     Mag mit alten Schauern
     Hinter Herzensmauern
     Ganz er werd' hinausgeschafft!
    Die verstockt in Grimmen
     Selber sich verstimmen,
     Die in Flammen glimmen
     Trüb unlautern Scheins;in Worten: Zweitausend und sieben und zehn
     Daß sie klärend alle
     Himmelslicht durchwalle,
     Daß empor mit Schalle
     Jubel steig' und schall' in Eins!
    Vor des Sternes Blinken
     Wie vor Zauberwinken
     Soll die Maske sinken
     Jedem, der sie trägt,
     So der Groß' als Kleine,
     Daß, wie er es meine,
     Vor der Welt erscheine,
     Jedem sei sein Recht gewägt.
    Daß sich Schlechtes schäme,
     Rechtes nicht sich lähme,
     Gutes selbst sich zähme,
     Alles wachse frei!
     Daß kein wildes Schwärmen,
     Und kein lautes Lärmen,
     Und kein stilles Härmen
     Unter uns in Zukunft sei!

     


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  • Heute war ich's end-gül-tig-leid. Schon das dritte Jahr in Folge (seit ein gewisser neuer Nachbar hier wohnt, der nach Auch Kunst: Wohncontainer in Münchenunserem Eindruck per Mietwagen vorwegend nachts 3.00-4.00 ausreisewillige Senioren zum Flughafen kutschiert) liegt pünktlich Ende Oktober ein Kürbis auf der Treppe, ein stinknormaler Hokkaido in schreiendem Orange mit so Glubsch-Augen, Grinsemund, aus dem eine Rolling-Stones-Schleckzunge ragt, so Kleber auf den Kunst-Containernein stilisiertes Comic-Antlitz halt, und d. h., wenn wir unsere Parterrewohnung verlassen, liegt das auf der soundsovielten Stufe etwa in Augenhöhe und glotzt mich an. Bisher hab ich mir damit beholfen, die Fratze gleich zur Seite oder ganz umzudrehen und so blieb es meist wochenlang liegen. Da an gleicher Stelle mit meiner höchstnachbarlichen Genehmigung ein Kinderwagen parkt (nur ganz ausnahmsweise zwei bis drei plus Kinderrad, meinetwegen,Graffito-Portrait auf einem Container aber die werden nach dem Kindergeburtstag wieder weggeräumt), hatten wir die evtl. überhumorigen Eltern in Verdacht, die wie alle andern hier im Haus (außer uns) Jahreskreis-Kränze außen an die Wohnungstür hängen, und zur Weihnachtszeit den Balkon mit Leuchtsternen, LED-Engel und Glühbirnenrehen schmücken. Oder war es der neue Nachbar, der solches Zeug am Flughafen umsonst kriegt? Der stellt auch seltsame Vorräte auf die Schrankwand vor seiner Eingangstür ab, gammelige Äpfel oder ganze Paletten von Süßkram, die vielleicht vom Lufttransporter gefallen sind. Schön und guFlaschencontainer in Reih und Gliedt, das sehen wir nicht, wir haben nicht mal eine Mesusah an der Tür, obwohl ich auf dem (bisherigen) Höhepunkt des Mobbings schon mit dem Gedanen gepielt habe - warum nicht so ein Stück Thorarolle n der Glasphiole und jedesmal bei Aus und Eingang an den Großen Mietvertrag mit dem Allerwertesten erinnern? - aber das Gerümpel der anderen sehen wir normalerweise nicht, da wir das Treppenhaus nur hinaufgehen, wenn Wäsche aufzuhängen ist, nach gehabten Erlebnissen machen wir das nie ohne Zeugen d. h. zu zweit. Wir sehen also nur ein- bis zweimal im Monat, wie das Möbellager auf den Treppenabsätzen immer wuchtiger und vielfältiger wird, die eine hat neben Riesenschirmständer nun auch noch eine hoteltypische Schuhputzmaschine (macht Frau Kr. jetzt Kohle mit air-bnb???) , andere lassen die Schweißmauken gleich draußen vor der Tür rumliegen, wieder andere zimmern eigene Schuhschränke dafür und seit die Mülltonnen nicht mehr am Haus sind, sondern 50 Schritte Supermarkt-Kunst in Ingolstadtweiter auf so einem eingezäunten Müllplatz,Gratiszeitungs-Kasten für Kunst-Infoblätter lassen mehrere dieser Prolls auch lose eingetüteten Stinkemüll auf den Treppenabsätzen stehen, um sie erst bei nächster Gelegenheit (wenn der Bierkasten leer ist?) mit runterzunehmen. Das sehen wir alles nicht, jedenfalls nicht täglich, und Santa Claus' Lampenladen bleibt uns auch erspart, weil you can't have your cake and eat ist, genauer gesagt, you don't see the front of the house if your're in. Nur der verdammte Kürbis nervt allmählich, der liegt, wenn keiner was unternimmt, bis ans Ende aller Zeiten da herum, und die Mutti von den Eltern-Nachbarn hat versichert, der Kürbis sei nicht von ihnen, jedenfalls so ähnlich, wörtlich hat sie eigentlich mehr oder minder gesagt, der könne so lange da liegenbleiben oder sie würde ihn erst entfernen, wenn er schimmlig und faul ist. Schwer zu deuten, diese Äußerung. Ist er von Frau Kr., die sich bei der Elternmutti vergebens einschleimen will, oder von den Prolls mit den Schweißmauken? Gleichviel, heute früh, als ich meinerseits den Müll raustrug (wir bewahren ihn konventionellerweise in der Wohnung auf, in einem traditionell dafür vorgesehenen Müll-Eimer, mit Deckel, und stellen ihn nicht bis zum Flilegenmadennausschlupftermin in offenen Plastiktüten vor die Tür) habe ich mich denn entschlossen, den Kürbis kurzerhand ebenfalls zu entsorgen. Die Tür zum drahtzaun-geschützten Mülltonnenplatz aufgeschlossen - die sechs, sieben Container sind gesicherter als Ceuna, das spanische Guantanamó an der Küste Marokkos -, und plumps, landete das Grinsegesicht dort, wo es schon seit Allerheiligen hingehört. "Halloween" oder wie man das jetzt nennt ist meines geringen Erachtens nur eine Nacht lang, danach kehrt, und zwar spätestens am Morgen danach, Ruhe vor Gespenstern ein, oder?


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  • schönes Gedicht auf dem Weimarer FriedhofFriedhöfe im November, das klingt nach Mehl im Schnee, oder Briefmarken bei der Post, nicht wahr? Adler mit gestuerzter SaeuleAus irgendeinem Grund musste ich aber jetzt mehrere ziemlich große Friedhöfe innerhalb von 30 Tagen ablaufen, nicht nur aus historischen Gründen wie den in Weimar, und teilweise ballten sich die Termine, so dass ich mich hätte zweiteilen müssen. Gestorben wird natürlich immer, auch im schönsten linden Frühlingslüftchen, bei hellem Sonnenschein oder an Heiligabend. Aber dass ich damit einverstanden wäre, NEIN, ich halte es da mit dem Ackermann aus Böhmen und Elias Canetti, der Tod ist nicht nur eine Beleidigung alles dessen, was man schön finden kann, inklusive Logik, Mathematik und Stilgefühl, sondern überdies ein schweres Unrecht am Leben. Ich hasse ihn, werde auch alles versuchen, ihn so lange wie möglich von mir fernzuhalten. Aber wem gelingt das schon. David Hamilton und Fidel Castro sind auch beinah in derselben Stunde gestorben,Constantins Denkstein im Park von Tiefurt das ist jetzt, sagen wir mal, von minderer Relevanz für mich. Aber wenn im Verwaltungsgebäude des Dortmunder Hauptfriedhofs eine alte Inschrift noch immer auf die "Bedürfnisanstalt" verweist, weil es schon immer, Wheathermen (hat nix mit Thermen zu tun, ist ein Ausdruck für prä-greenpeace-Durchhaltetypen) , Tramper und Obdachlose wissen das, auf den Friedhöfen Waschbecken, Wasserkräne und Klos gibt, möchte ich hiermit feststellen: MEIN Bedürfnis ist das nicht, Das Partnergrab des Max Heckerhier gehe ich nur unter Protest hin. Apropos, Sarg aussuchen nutzt auch nix, wenn der ein paar Jahre später nicht mehr im Angebot ist, und weil alles weiß ausgeschlagen werden soll, ist es schon teurer, purpurrot oder sonstwas passendes zu verlagen. Dafür ist es möglich, mit Schminkköfferchen begraben zu werden, und vier statt sechs Träger zu kriegen (die übrigens weiße Handschuhe tragen wie die Autographensammler und Archivare, und traditionell, diese Handschuhe auch ins offne Grab werfen, die sind ja auch bezahlt. Bezahlt wird auch für das Einschieben einer CD Rom in das Abspielgerät (55 EUR), beim Aussuchen hilft der BeerdigungsunterneGrab des Glockenmachers von Weimarhmer, wenn's der "Bolero" sein soll, bitteschön, warum nicht, aber bei Leonhard Cohen (auch gestorben) "Halleluja", da kann er nur abraten, sofern es sich um jemanden handelt, der besonders fromm im Leben war -  äh, wieso? wird dann zurückgefragt und dann fangen sie an, das schöne Lied zu übersetzen, was für manche Leute ein echtes Aha-Erlebnis ist, denn dass es da um jüdische und erotische MystikFuerstengruft innen geht, leuchtet auch nicht jedem gleich ein, klingt halt so schön, Halleluja, und die Helene Fischer singt es doch auch auf ihrer Weihnachts-CD? ("Remember I moved into you and the holy dove was moving, too, halleluhja!") - Egal, auf dem Weimarer Friedhof war das schönste der Führer, der sich wirklich gut auskannte mit den Reliefkünstlern und die Gräber mit Reliefs zeigte, aber eine gewisse Ahnungslosigkeit verriet, als er vor einem Engel mit gesenkter Fackel stand und nun im breitesten Thüringsch räsonnierte, diese Fackel zeige nach unten, "aber wie das nu brenn' soll wenn die Fackel nach unten zeicht, keine Oahnung...", und wollte gar nicht begreifen dass das so soll, gesenkte Fackeln bei den melancholischen Todesengeln. - Wer auf den Weimarer Friedhof geht, sollte festes Schuhwerk anziehen, da sind ziemlich eckige und kantige Geröllwege zu überwinden, wenn man nicht bei Regen durch die Wiese patschen will. -  Ich bin zwar ein Freier Mann und singe mich wohl in keine Fürstengruft, aber nach Entrichtung der nicht unerheblichen Obuloi an den grimmigen Charon (oder war's eine Charogne, die uns gleich auf die baldige, ja, fast-sofortige Schließung aufmerksam machte?) durften wir dann auch noch etwas in der großherzoglichen Verwesungsstätte herumschlendern. Ratespiel für Kenner: in EINEM der Särge liegen die irdischen Reste eines unsterblichen Deutschen Dichters! Apropos, wenn von mir ein Reliquienschrein eröffnet werden sollte, schlage ich vor, das Zahnfleisch reinzulegen, auf dem ich gegangen bin, nachdem ich all diese Friedhöfe besucht habe, mit und ohne Führung und / oder Begleitung.Nacktskulptur auf der Friedhofswiese

    Zwei Särge sah ich, inhaltsschwer...der faule Engel legt den Palmwedel hin


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  • Die abgebildete Postkarten-Collage (anders kann man es nicht nennen, denn mit dem ursprünglichen Bildmotiv hat es nicht viel zu tun) bekam ich heute ausgehändigt, allerdings nicht porto franco, sondern gegen Einzahlung einer passablen Gebühr.Allegorie an der alten Hamburger Post Merkwürdigerweise ist auf dem "Benachrichtungslabel" (spricht man läibäll aus, nicht wie "Labello") der Betrag nicht wie einst als Nach-, Straf-, oder wie-auch-immer-Porto, sondern als "Zollentgelt" bezeichnet. Und ich dachte, Zollentgelte seien mit der Gründung des deutschen Zollvereins 1834 und der Vereinigten Staaten von Europa abgeschafft worden!Postkartencollage Ich hätte die Zustellung natürlich ablehnen können, in einem Fall, wo ein etwas bescheuerter Verwandter mir eine Postkarte ganz ohne Porto sandte, wurde ich vor die Wahl gestellt. Diemal war ich nicht zuhause und bekam eine Benachrichtigung. Natürlich braucht man da nicht hinzugehen, dann wird vermutlich das Zustellungsgut nach irgendwelchen Absender-Indizien untersucht und anschließend, wenn man keinen Absender findet, geschreddert. - Da ich aber ahnte, dass diese Postkarte von zarter Hand (eben genau der unten links) in den Briefkasten (Abbildung ähnlich) geworfen worden war, ließ ich mich nicht lumpen und gab der Schalterbeamtin, was der Schalterbeamtin zusteht und erfreute mich der Lektüre einer wohlvertrauten Handschrift. Die Absenderin ist übrigens begeisterte Postcrosserin, und hat eine eigene Webseite für die öffentliche Abbildung. Stempel auf der TextseiteIch crosse zwar nicht Post, aber schon weil mir das Postwertzeichen so gut gefällt, wollte ich das Belegstück für meine wachsende Sammlung von Freundesautographen haben und es soll hier teil-veröffentlicht werden - der Zusteller wird schon kein Copyright für seine Zutaten verlangen! Also schön, die Marke war "veraltet", aus einer längst aufgegebenen Serie bedeutender Frauen der deutschen Geschichte, und die Angabe 80 bezieht sich auf Pfennig und nicht Cent. Das darf nicht sein: Diese Marken sind seit 1.7.2002 ungültig, las ich vor einiger Zeit. Es gibt in der Sprachregelung der Post AG auch "Verdorbene" Briefmarken, das sind solche, die versehentlich nicht gestempelt wurden. Neulich dankte mir jemand per e-Mail für einen Brief... und darin führte dieser Jemand u. a. aus, Briefe "mit der Hand" und von solcher Länge!!! schreiben, nein, das ginge nicht mehr. Schade eigentlich, ich möchte meine Feinmotorik noch eine Weile in dieser alten Technik schulen, bevor ich nur noch über Displays wische. Demnächst soll man ja alle möglichen Funktionen im Auto beim Fahren mit so einer Wischbewegung auslösen, und wenn erst das "autonome" Autofahren kommt, freu ich mich schon auf das autonome Einparken! Schon als es noch die autonomen Jugendzentren gab, hab ich mich immer gefragt, was demnächst noch alles autonom genannt wird. Bis dato ist der Autofahrer ja das unfreieste Wesen der Welt, geradezu verknechtet! Eben erst wurde ein Gesetz beschlossen, das ihm demnächst die Benutzung eines Tablet-PCs während der Fahrt verbietet. In meiner Jugend wurde merkwürdigerweise nie darüber nachgedacht, dem Autofahrer das Schreibmaschineschreiben während der Fahrt zu verbieten. Einen Brummi-Fahrer aus Tschechien haben sie mal erwischt, der las während der Fahrt Bücher und hatte ein eigenes Regal unterm Steuerrad.aus Illustrierten recycelter umschlag Ich hab auch das nie gemacht, es ging nicht so richtig. Denkmal für Heinrich von StephanVorgelesen, als Beifahrer der Fahrerin am Steuer, das schon... Ich konnte allerdings früher mal freihändig Radfahren und dabei Gitarre spielen, das ging auf längeren ampelfreien Radwegestrecken ganz gut. Gitarrespielen soll übrigens auch gut sein, um der Verknorpelung der Fingergelenke entgegenzuwirken, genauso wie mit der Hand schreiben. Das denken wohl auch diejenigen, die die obige Postkarte außer mir in der Hand hatten und der maschinellen Beförderung in letzter Sekunde entzogen haben. Ich liebe ja Bearbeitungsspuren und kaufe mir im Antiquariat nicht ungern Bücher mit Anstreichungen, Kommentaren, Exlibris und Co. Historiker sind dankbar, wenn Briefe mit Umschlag aufbewahrt werden, schon weil man das Datum am Beispiel des Stempels überprüfen kann, im Januar setzen die Briefschreiber gern die falsche Jahreszahl... Und hier? Gelb heißt anhalten - vor dem ReinwerfenErstmal wurde die Ansichtskarte (eigentlich gemein, wieso überhaupt, wenn die Marke eh nicht anerkannt ist?) ziemlich unvollständig und wie mir scheint, mit der Hand gestempelt, da steht was von Briefzentrum und 16. 11., aber mehr ist nicht zu erkennen. Reichen die vielen Portoerhöhungen der letzten Jahre nicht mal aus für nasse Stempelkissen? Oder war der Stempel schon "abgenudelt" (Fachausdruck aus dem Bleisatzgewerbe)? Das untere Rund des Stempels hat meinen Nachnamen voll eingekreist, könnte auch eine Art Sympathie-Magie sein, will ich hier nicht abbilden - bei Faust auf der Türschwelle muss ja der Drudenfuß an einer Stelle offenbleiben, damit der Kernpudel rein- aber nicht wieder rauskann. Dann hat noch jemand mit starkem Edding die Ziffern G 2 und 28. zugesetzt, dazwischen einen Winkel, der verdächtig nach Galgen aussieht. Briefkasten in der LandschaftUnd schließlich wurde die Briefmarke von einem blauen Buntstift links eingerahmt (das Kleberlein mit dem komischen Vogelgesicht links daneben nicht, das war vermutlich unstrittig und ich hätte mich beschweren können, wenn das moniert würde), und daneben schrieb dieselbe Hand die nunmehr fällige Summe auf, nämlich 115 (Cent oder dann doch Pfennige? ich hätte noch genug, glaube ich... und der Kupferanteil ist höher) eingetragen. Wie die auf die Summe kommen, ist mir auch ein Rätsel, das sind ziemlich genau 70 Cent mehr als eine Postkarte mit Centmarke kostet. Und diese Einnahme verbucht die Post AG als "Zollentgelt"? Wenn ich mir vorstelle, wie viele Leute schon mal falsche Marken aufkleben, da kommen sicher stattliche Summen zusammen. Kann es sein, dass da eine gigantische Einnahmenverschiebung in Richtung Steuerfreiheit abläuft, nach Art der cum-cum-Geschäfte u. a. der Deutschen Bank und diverser Landesbanken...? Wundern würde es mich nicht, wo wir Steuerbürger jetzt die illegal von Auslandsinvestoren aus unserem Staatshaushalt abgezogenen Umsatz- bzw. Kapitalertragssteuererstattungen aus eigener Tasche zahlen müssen, statt das Geld von den Banken zurückzuverlangen.


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  • Unverwandtes Starren in Gebetbücher hat verschärfte Heiligkeit zur Folge, möchte man nach Betrachtung mittelalterlicher Altarbilder meinen. Und die neuzeitlichen Smartphones, Tabletoids und wie sie immer heißen mögen, haben ja auch noch den schönen Effekt, das Gesicht von unten geheimnisvoll zu beleuchten. Dass man in sozialen Netzwerken zu Flashmobs einlädt, hat sich auch schon bis zu mir herumgesprochen (kein Handy bzw nur ein uraltes, allenfalls sims-fähiges vom Tschüboh). Aber die Hartnäckigkeit der Demonstranten, die sich an der Köbrücke versammeln, hat mich dann doch erstaunt. Neulich führte mich mein Weg durch die Landeshauptstadt, und zwar gegen 18.-00 oder 19.00 bei strömendem Regen hin und um 22.30 in Regen & Finsternis zurück zu dem weiträumig außerhalb der Parkraumbewirtschaftungszone abgestellten Fahrzeug. Und der Clou, als ich an der Königsallee ankam, hatte die Demo, so mein Eindruck, schon vor längerer Zeit angefangen, wenn auch die Leute etwas ziellos herumlungerten statt, wie man von Friedensfreunden und Rettet-die-Welt-Enthusiasten erwartet, Sprechchöre zu skandieren und Transparente zu schwenken. Die standen da mehr oder minder unbeaufsichtigt in der Gegend rum und simsten in ihre Phones. Was mich aber für sie einnahm, war die Tatsache, dass sie bei dem Schweinewetter wirklich dem Aufruf gefolgt waren und nicht, wie ich sonst, wenn eine Demo ins Nasse zu kippen droht, daheimgeblieben waren. Aber wer beschreibt mein Erstaunen, als ich bei erneutem Passieren der Stelle auf dem Rückweg dieselbe Demo noch immer in den Anfängen sah. Es hatten sich zwar augenscheinlich größere Grüppchen zusammengefunden, die allerdings auch nur wieder offenbar vergleichend auf ihre Displays glotzten. Inzwischen war es Nacht, und es regnete wirklich Bindfäden, ich hatte keine Zeit - eilte ins Trockene meines Wagens - und es war nicht genug Licht, um auch davon noch ein Foto zu machen. Inzwischen schlenderten viel mehr Leute da herum als vorher, alle geneigten Hauptes die Handys umkammernd... Und da endlich dämmerte mir allmählich, dass es sich um Pokémonjäger handelte. Sogar ein Dixieklo hatte man ihnen aufgestellt und eigens die Köbrücke für den sonstigen Straßenverkehr gesperrt. Immerhin ist Düsseldorf ja die europäische Japan-Vertretung, Mitsubishi, Takenakla, Marubeni, alle möglichen Konzerne sind hier vertreten, und so viel ich weiß haben die Japaner nach komplizierten geognostischen Feng Shui-Untersuchungen diesen Standort gewählt. Da kann man dem so viel ich weiß japanisch inspirierten Pokémonfimmel schon aus Gründen der guten japanisch-deutschen Beziehung keinen Einhalt gebieten, nur weil in der City eine Kö-Brücke zum Spielort wird.

    Nomèkop auf der Kö


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