• Nicht viele von uns werden einst so ein Begräbnis haben wie das, dem ich heute leider beiwohnte. Ein Freund, oder besser der Mann einer guten Freundin von mir, die ich seit meiner Zivildienstzeit 1976 kenne, ist am 21.12., knapp vor Weihnachten gestorben. Wir hatten noch ahnungslos Jahreswechselgrüße hingeschickt. Klaus der Geiger und ein GitarristEr war Neurologe und das Paar war sehr engagiert; sie hatten es auch mit der Kölner Musikszene; bei einer Party meiner Bekannten hab ich zum ersten Mal die "Black Fööß" gehört (während ich Rio Reisers Röhren erstmals bei Imogen vernahm, damals chancenlose Bundestagskandidatin für die trotzkistische Partei: "Keene Macht vor niemand!") - die Kontakte waren, anders als bei den Trotzkisten, Maojüngern und Buddhisten, mit denen ich verkehrte, nie ganz eingeschlafen, und bei einer kleinen Ausstellung meiner Frau, die meine Zivildienst-Bekannte besuchte, lernten wir auch den Verstorbenen kennen, der uns Schokolade mitbrachte, und das damit begründete, er tue das immer, weil er als Nachkriegs-Kind (1937 geboren) mal von Nachbarn Schokolade geschenkt kriegte und ihn das zeitlebens nicht losgelassen hat. Klaus der G. auf der Trauerfeier für Klaus B.Nun ruhe er in Frieden. Vor der Kapelle auf Melaten versammelten sich die schon bejahrten Gestalten verschiedener engagierter Gruppen, meine arme Freundin weinte und weinte, es war herzzerreißend, aber sie freute sich doch über jeden, der bei dem Sauwetter gekommen war. Bei der Trauerfeier spielte Klaus der Geiger mit einem ausgezeichneten Gitarristen drei Sachen, darunter ein Lied "Das Leben ist schön" (bei schlechter Akustik kaum verständlich) und das neulich hier so oft zitierte Scarborough Fair - perfekt begleitet , eröffnet mit Flageolet-Tönen, eigentlich war der Geigenschmus drumherum, vom Straßenmusikanten ungewohnt,  fast unnötig, aber auch nicht störend. Die Predigt, besser Trauerrede (gespickt mit Intellektuellen-Zitaten von Umberto Eco, Barbara Tuchman, Jacques LeGoff, Statistitiken über Sternenferne und Anzahl der Hirnzellen geteilt durch neuronale Netze), hielt der eigentlich als linker Leutpriester beliebte Pfarrer Meurer, der zuvor eine Joseph-Beuys-Postkarte mit der Aufschrift Mensch verteilt hatte. Übrigens kommt dieser Meurer aus derselben Siedlung wie ich und hat so ein, zwei Jahre vor mir Abitur am selben Gymnasium gemacht, während sein Arbeitgeber, der Erzbischof mit dem Rilkesken Vornamen, ebenda aufgewachsen ist und am selben Gymnasium ein, zwei Jahre nach mir Abitur machte. Schade eigentlich, dass ich die Grundausbildung (Vaterunser auf Latein auswendig lernen) zum Ministranten bei dem etwas zudringlichen Kaplan abgebrochen habe, ich hätte es in der alleinseligmachenden Mutter Kirche womöglich noch weit bringen können! - Statt dessen wurde ich erfolgloser Dachbodendichter, und dichter Dauerregen setzte beerdigungsgerecht ein, als der Zug sich in Bewegung setzte und dem Sarg hinterherschlurfte bis zu dem unumgänglichen Erdloch, in welches vom Pfarrer Weihwasser, ein Schäufelchen Torferde und Blüten geworfen wurden, letzteres wiederholten die übrigen Trauergäste. Ich stand am Grubenrand so ziemlich als letzter, barhäuptig im Pladderregen, und entschloss mich dann, die Karte mit der Aufschrift Mensch hinterhersegeln zu lassen. Da lag sie, Vorderseite nach oben, ein schwarzes Viereck inmitten der Blumen. Denn als Kaminsims-Andenken an den lieben Bekannten ist mir die Kunstpostkarte dann doch zu artifiziell und um die Ecke gedacht (tut mir leid, liebe Crossposter), ich lege meine Andenken dafür hier nieder.

    Wachsbild vom SylvesterwachsgießenUm aber zum Jahresauftakt so trübe nicht zu enden, hier noch ein Wahrsagerätsel aus der Sylvesternacht. Bleigießen, so musste ich mich belehren lassen, ist igittibäh, giftig und outdated. Wachsbild vom SylvesterwachsgießenDie umweltverträgliche Alternative der Klimawandelära ist: Wachsgießen. Kein Wunder, dass bei meiner Frau eine echt künstlerische Form (links) herausgekommen ist, während ich nur Hudel zustande kriege. Man soll ja angeblich die Zukunft aus dem im Wasserbad erkalteten Schmelzklumpen lesen, bei mir (rechts) kann ich da allenfalls auf ein Männlein mit Stiefeln tippen, einen leicht angegammelten Ötzi mit verlorengegangenem Kriegshackebeilchen. Das von meiner Frau identifizierten wir anfangs als "Baum", schön in Blumenkohlmanier gemalt, jetzt denke ich immer mehr, es ist das 19. Jahrhundert-Medaillon einer Frau mit Lockenkranz (Dutt?) von hinten. Jedenfalls bezaubernd schön, mysteriös, phantasiestiftend, und giftiges Blei liegt jetzt nicht mehr bröselnd herum, dafür klebriges Wachs.


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  • Wunderkerze im KüchenbalkonkastenEigentlich konnte ich den Geldsegen gar nicht brauchen, der mein Konto am Tag vor Jahresschluss zum Platzen brachte - steuer- bzw. vorsorgemaßnahmen-technisch wäre es ein paar Tage später willkommener gewesen, weil ich 2017 zuwenig ausgegeben und "zuviel" verdient, aber 2018 voraussichtlich weitgehend Ebbe in der Kasse habe. Ich muss nämlich in jedem Kalenderjahr ein gewisses Minimum verdienen, kann das aber nicht in "Vortrag" nehmen, wie der Fiskalbeamte sich ausdrückt. Angedroht war mir die Einnahme im Sommer, als die erste Tantiemenzahlung der VG Wort eintraf, auch schon ganz nett, aber wer glaubt schon noch an das Wunder des Eintreffens von Versprechungen? Bierflasche auf ParkbankDie Autoren-GEMA hat noch eine Nachzahlung ergehen lassen, ansehnlich sogar. und wir konnten zu Sylvester ausnahmsweise mal den Champagner aus den Hirnschalen darbender Verleger trinken (statt wie sonst umgekehrt, was Arno Schmidt Ernst Rowohlt vorhielt). Die bekamen nämlich bisher einen Löwenanteil von den Lämmern, ihren Autoren, geschenkt. Die Urhebertantiemen-Verwertungsgesellschaft darf nunmehr, nach einem von einem Querulanten erstrittenen BGH-Urteil, kein Geld mehr an die Verleger auszahlen, da sie nun mal keine Urheber sind. Das Geld, das sie durch Bücherverkäufe einnehmen, muss ja erstmal durch Ausdenken und Niederschreiben der Bücher, Texte usw. usf. erwirtschaftet werden. Komischerweise stehen wir Autoren am Anfang der literarischen Wertschöpfungskette, aber ganz am Ende der Verdienstskala, und das, wovon so mancher in seiner blühenden Jugend produktive Autor jenseits der Pensionsgrenze leben muss, - während nicht selten die "großen Verlegergestalten" einen Prachtbau nach dem anderen in die Innenstädte setzen, von ihren Villen (Rowohlt!) auf Sylt ganz abgesehen - kannst du in einem ganz kleinen Portemonnaie aufbewahren, wenn's nicht längst aufgezehrt ist. Und während des Verlegers Erben oder Enkel sich ein flottes Leben machen und ihren Kindern und deren Enkeln die Villen vererben, kriegen Enkelkinder der Kinder der Autoren - NICHTS, denn das Urheberrecht, das jene erwirtschaftet haben, erlischt 70 Jahre nach ihrem Ableben (hähä, weg ist weg!). Im Gegensatz zu allem anderen Eigentum auf Erden wird das der Dichter und Autoren "gemeinfrei". Die 1948 gestorbenen sind so viele nicht, da zuvor die anständigeren ihrer berühmteren Kollegen im Krieg krepiert, im Exil verhungert oder im KZ ermordet worden waren. Na, Schwamm drüber, ich habe mich jedenfalls nicht überreden lassen, einen Revers zu unterschreiben, der die Hälfte meiner mickerigen VG Wort-Einnahmen Verlegern überlässt, von denen ich keinen kenne. Die, für die ich arbeitete, haben genug an mir verdient und mich mit Peanuts-Honoraren abgespeist, wenn sie nicht ganz aufs Zahlen verzichteten oder von mir Druckkostenzuschüsse oder die Abnahme der halben Auflage verlangten. Ein Verleger zahlte mich mit symbolischen Beträgen, zu denen ich Bücher aus seinem Sortiment entnehmen durfte, aber keine Freiexemplare meines eigenen Werks, und schon gar keine aktuellen Sachen aus dem laufenden Verlagsprogramm, nur jahrealte Hündchen.

    RheinschiffWie auch immer, kurz nach Weihnachten hatte ich einen Traum, bei dem ich an einer Tagung teilnahm. wo ich nicht referieren musste. Sie fand mehr oder minder im Freien und in eine Art Stuhlkreis statt. Stuhl, haha, ihr ahnt, worauf es hinausläuft! Da suchte ich verzweifelt nach einer Toilette und die stand tatsächlich auch im Freien, ohne Häuschen drumherum, allen einsehbar, die am Colloquium teilnahmen. Das Klopapier war auch seltsam, so eine Art transparentes Knisterpapier, das man in riesigen Vierecken abreissen musste.  War mir das peinlich, vor aller Augen auf dem Lokus zu sitzen! und ich hatte dermaßen lange an dem Geschäft zu tun - nicht wg. Verstopfung infolge Käsefondue, das nicht, sondern es war einfach die schiere Masse des von mir Ausgedrückten - dass ich die Pause überdehnte und das Vortragsprogramm ohne mich weiterging. Das war natürlich noch peinlicher, weil die anderen Referent-/innen gewahr wurden, dass mir die körpereigene Peristaltik ein dringenderes Anliegen war als die Würdigung ihrer wissenschaftlichen Leistungen. Ich sah schon die vorwurfsvollen Mienen und - erwachte. Nun sind sich ja von Artemidoros bis S. Freud alle Traumdeuter einig, wenn man im Traum - äh - mit Exkrementen zu tun hat, bedeutet das, es sei in nächster Zeit reicher Geldsegen zu erwarten. Graffito in Überlingen, August 2918Zumal ich den Traum in den "Rauhnächten" hatte, was meine Lebensabschnittsliebste für besonders traumverwirklichungskräftig hielt. Aber wie erkläre ich mir den Traum von heute nacht, 2. auf 3. Januar? Ich hatte irgendeine Krankheit, eine Lähmung, konnte das Bein nicht bewegen und lag in einem Krankenzimmer, in einer (mir fremden) Wohnung, glaube ich, darnieder, da kam eine junge Frau und gab mir Kleingeld, das sie aus Mitleid für mich gesammelt hatte. Ich war erst irritiert, freute mich aber, schließlich habe ich keine Krankenhaustagegeld-Versicherung (zwanzig Jahre lang nie Gebrauch davon gemacht und nahm eine Beitragserhöhung zum Anlaß, sie zu kündigen). Dann besah ich die Münzen, ein paar Groschen und zwei Zwei-Euro-Stücke, das eine kam aus Frankreich, es zeigte eine Guillotine und Olympe de Gouges auf der Verso-Seite! Das andere war eine deutsche Münze, mit einem "Ernst von Wied", das soll ein äußerlich ziemlich beleibter Refomator gewesen sein, der an seinem Schreibtisch sitzend mit Federkiel und so weiter gezeigt wurde. Ich erzählte dann der jungen Frau, wer Olympe de Gouges war, die sei (so glaubte ich im Traum) eine ziemlich radikale Jakobinerin gewesen, dann aber selber auf dem Schaffott gestorben - diesen Herrn von Wied aber kennte ich nicht. Traumdeuter, aufgepasst! Was ist davon zu halten? Erst träume ich so, dass ich mir Hoffnung auf Reibach machen kann, und muss dann leider vier, fünf Tage später das Gegenteil träumen und - deshalb serviert mir dieses neue Jahr noch jede Menge Sch...???


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  • Schaedel Buehenbild der Oper Köln rotNicht vergessen, liebe Leute: heut Nacht gilt es, pünktlich und obrigkeitsbeflissen um Zwölf p. m. den Kalender umzustellen, und zwar von der 2017 auf eine glatte 2018. So ist's nun mal vorgeschrieben in der EU und hat, obwohl es anfangs sehr umstritten war ("elf Tage soll eher in Himmel kummen / wer neuen Kalender hat angenummen", spottete Friedrich von Logau), viel Segen bescheert seit der letzten Kalenderreform! Urinal in KoelnWir waren nun auch noch etwas in Köln unterwegs, um die Vorbereitungen zu den Bahnhofs-und-Umgebungs-Bacchanalien anzusehen. Berlin, naja, die haben eine Frauen-Schutzzone eingerichtet, wo sich die armen Ausgegrenzten eingepfercht allein einander erfreuen müssen; Köln war wieder schneller und hat die mobile Schutzzone in Form freilaufender Armbändchen erfunden. Die werden an Ratsuchende vom Ordnungspersonal verteilt, heißt es. Auf den Plastikdingern, unter denen man so schwitzt und die mich irgendwie an den Spindschlüssel beim Saunagang erinnern, steht das Wort "Respect!" und zwar in so bunten Lettern, dass man auf den ersten Blick glauben möchte, da steht "Aufgepasst!" Und wahrlich, jetzt weiß Mann endlich, wer als Frau Respekt heischt und verdient, böse Mädchen ohne solche Bändel kommen überall hin. Oder ist es umgekehrt? Egal, die Schlampen sind sowieso immer die anderen, isn't it? War da nicht mal was beim Betriebsausflug dieser Versicherung, "Ärger direkt", wo die mit den weißen Bändchen für den Vorstand reserviert waren? HohenzollernbalkonSowas merkt Mann sich. Noch besser sind die "Comics", die Verhaltensregeln bildlich versinnlichen sollen, z B. "Feuerwerkskörper nicht auf Menschen abschießen", da sieht man mitten in der Explosion - BOOOM! - eine Blondine im Stil von diesem PUrinal-Männereingangopkünstler Lichtenstein, sieht irgendwie nachahmenswsert aus. Richtig geil ist das Bild, das Betreffende davor warnen soll, Betroffene anzugrabbeln, die "NO!" sagen - witzig nur, der Kerl vor ihr hat ja trotz de NO-Sprechblase schon zugegriffen, und so bebildert der "Comic" eigentlich nur für Analphabeten den Normalzustand, einen Wink zum Bessermachen, eine Warnung oder Aufklärung kann ich in diesen Emblemen nicht erkennen. Dafür hat sich die Stadt das tröpfelnde Urinal von innenMännerhauptproblem was kosten lassen, und schicke neue Urinale aufgestellt. Tschüß Dixieklo, ab jetzt sind das metallic-würfelförmige, wahrscheinlich transportable Komfort-Schutzräume mit kostenlosem Eingang für Männer. Frauen müssen hingegen 50 Cent einwerfenVorsicht an der Waterkant, um sie zu benutzen, auch wenn sie nur mal ihr Baby wickeln wollen. Da ist die gute alte Ungleichberechtigung wenigstens wieder hergestellt. Mit 50 Cent ist frau auch vor Schusswaffen-Gebrauch sicher hinter der Panzertür, hoffe ich. An der Hohenzollernbrücke, von der DB vornehm "Donnerbalken", äh, "Hohenzollernbalkon" genannt, waren schon mindestens zwei solche Kästen, und da versammeln sich heute abend die Menschenmassen und dürfen nicht auf die 25-Millionen-teuren Terrassenstufen des "Rheinboulevards" (Reinigungskosten 860.000 EUR im Jahr, wird auf die Mieter bzw. Steuerzahler umgelegt) , weil sie da ins Wasser fallen könnten bzw. im Terrorattackenfall kein Fluchtweg bleibt als der nasse Vater Rhein. Die Hoherzollfällig-Brücke bietet nicht nur schöne Aussicht auf das Funkenböllerfeuerwerk, sondern ist auch der Ort der berühmten Liebesschlösser. Die hat man auch in List auf Sylt, wo es aber an Anschlussmöglichkeiten fehlt, weshalb am Fährhafen nach Rømø eine extra Liebesschlössertafel angeboten wird. Allzu viele Paare hat es noch nicht dorthin gezogen, aber wer seine Studentenliebe in Dänemark verloren hat, so wie einst ich, wird sich mit dem Gedanken anfreunden, hier ein paar Hassssschlösser anzuschmieden (wie sollten die aussehen... hm... schwarz vielleicht, so böse Fahrad-Kettengliederschlösser?). Von der Hohenzollernbrücke ging es in wenig Liebe bisher auf Syltdie Oper, wo wir zum Jahresausklang eine Aufführung der Carmina burana von Orff hörten, drei Chöre! darunter eine wenig eingesetzte, aber niedliche Kinderschar aus dem Kölner Domchor. Flieg mit deinem Drachen davonDa grüßte mich wieder ein Kristallschädel, der - von Damien Hurst inspiriert - aus dem Bühnenbild der Oper Cellini von Berlioz stammt. Man hat ihn neben der Garderobe stehen lassen, und seit neuestem wird er mit wechselnder Farb-Lichtorgel, die auch das Bühnenbild der Carmina burana beorgelte, von innen beleuchtet. Und was soll ich sagen, beim Spaziergang heute begegnet mir noch so ein Schädel, und zwar direkt über mir im Himmelsgrau! Es war, wie sich dann herausstellte, ein Flugdrache, aber nicht mit aufgemaltem Totenschädel, sondern so eine Art Außerirdischer mit Schlotterbeinen dran, die abwechselnd die Leine haltenden Kinder waren recht begeistert davon.Formular für gute Vorsätze zum Ausfüllen Und auf dem Heimweg fanden wir ausgerechnet am Zigarettenautomaten eine Aufforderung, seine guten Vorsätze hinzuschreiben - und natürlich keinen Filzstift oder Kuli dabei! In diesem Sinne aber kann jeder mal über den Text der Fortuna nachdenken, der die Carmina burana eröffnet und schließt.Drache in der Luft Spricht das nun für oder gegen gute, mittelgute oder schlechte Vorsätze? Ich nehme mir diesmal ganz fest vor, alles zu nehmen, wie's kommt, und we wish our readers a very happy new year!

    O Fortuna / velut Luna /statu variabilis, /semper crescis aut decrescis; /vita detestabilis /nunc obdurat et
    tunc curat /ludo mentis aciem, /egestatem, potestatem /dissolvit ut glaciem. /
     
    Schicksal, wie der Mond dort oben,
    so veränderlich bist Du,
    wächst Du immer oder schwindest!
    Schmählich ist das Leben hier!
    Erst misshandelt, dann verwöhnt es
    spielerisch den schwachen Sinn.
    Dürftigkeit, Grossmächtigkeiten,
    schmilzet es, als wär‘s nur Eis.

    Schicksal, ungeschlacht und eitel,
    bist ein immer rollend Rad:

    schlimm Dein Wesen, Glück als Wahn bloss,
    fortbestehend im Zergehn!
    Überschattet und verschleiert
    überkommst Du gar auch mich.
    Durch Dein Spiel mit schierer Bosheit
     trag ich meinen Buckel nackt.
     
    Sors salutis et virtutis
    mihi nunc contraria
    est affectus et defectus
    semper in angaria.
    Hac in hora sine mora
    corde pulsum tangite;
    quod per sortem sternit fortem,
    mecum omnes plangite!
     
    Wohlergehen, rechter Wandel
    sind zuwider mir zurzeit.
    Wie mein Will’, so meine Schwäche
    Finden sich in Sklaverei.
    Drum zur Stunde ohne Säumen
    greifet in die Saiten Ihr!

    Dass das Schicksal auch den Starken

    hinstreckt: das beklagt mit mir!

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  • Hat euch das Lied gefallen? Na schön. Ich hab es damals von Blind Lemongrass Jefferson selber gelernt, oder war es von Erskine "Knoblauch-" Butterfield,Weihnachtsmann mit Nikolaussack oder Jo Bohnenkrautsack aus Sylt? Oder nicht doch von Axel "Zimtstange" Zwingenberger, als der noch mit den Red Hot Chili Peppers hottete, kenn' ich, ja, so alt bin ich schon, Kinder! Weihnachtsmann, umgedrehtAlt genug, um von diesem Eisenkraut-Pfefferminztee zu trinken, eine Tasse nach der anderen, ohne "Schuss", wie in Sylt üblich und auch nicht als  "coretto", wie der Italiener sagt, wenn er Mandellikör in den Milchkaffee kippt. Da kommt man leicht durcheinander! Aber wenn ihr wissen wollt, wie ich als alter Bluesmusiker vom Blue Curaçao abgekommen bin: Damals gab es noch diesen wunderschönen, längst plattgemachten und durch ein soziokulturelles Zentrum ersetzten Schuppen namens "Obi-Bau" in Markt (Biberach), da spielte ich, wenn Wilhelmine "Willy" Scott ihre Weihnachts-Gala hatte, die zweite Rhythmusgitarre hinten links. Tja, und eines Tages kam dieser Doktor mit dem Cowboyhut und der Fransenlederjacke rein, der sich Indy nannte, angeblich Archäologie, und wollte so eine olle chinesische Vase gegen Diamanten tauschen. Der Triadenboss Lao-Tse, der seinerseits scharf auf die Diamanten war, die Urne aber nicht herausrücken wollte, gab ihm einen aus, aber der Drink war vergiftet, und im Handgemenge erschoss er den chinesischen Begleiter des Doktors. Das Gegengift bestand u. a. aus einer Mischung von schwarzem und weißem Pfeffer, Zwiebel, Kandis, Orangenschalen und Knoblauch, und Willy, die Sängerin, Monsterschaedel leicht bearbeitetkonnte es dem Triadenboss abluchsen und mit "Indy" in einem Flieger über den Himalaya entkommen,# 24: Orangenpfeffer Gewürzzubereitung aber das ist eine andere Geschichte und wurde dann ja verfilmt. Jedenfalls hatte ich wie so oft auch an diesem Abend dem Dämon Alkohol stark zugesprochen, dass ich bei dem Durcheinander liegenblieb und das Kalenderbild vom Nikolaus umgedreht sah - Potz Baselitz, da fiel mir plötzlich auf: das ist ja gar kein harmlos blödelnder Weihnachts-Opa. Das sieht ja vom Kopf auf die Füße gestellt genau so aus wie einer dieser vermaledeiten aztekischen Kristallsalzschädel, etwas angegilbt vielleicht? Kamen die nicht in "Indys" viertem und bislang letztem Sequel vor? Und wenn ich drüber nachdenke, war mir diese ganze verdammte Weihnachtsgala verdächtig geworden. Die ach so niedlichen Weihnachtsmänner mit ihren Pelzbärten, Zipfelmützen, Säcken, in denen alles Mögliche (Geschenke, Gewürze, Leichen) transportiert werden kann: Blutgierige Zombies sind das, haben ihren Rupprecht oder Zwarten Piet als Schläger im Gefolge. Die Metamorphose des Spaßmachers vom Zirkus zum Horrorclown ist ja längst vollzogen, jetzt kommt der "liebe, gute Weihnachtsmann" dran.

    Adventskalender mit Gewürzen als Tempel dekoriert

    Und was mag diese flackerfeurige schwedische Santa Lucia mit der Kerzentorte auf dem Blondschopf im Schilde führen, wenn sie sich auf ihrer Prozession mit Vorliebe trockenen Tannenzweigen nähert? Oder Sankt Martin, der angesichts lampiontragender Kinder beiderlei Geschlechts rittlings (!) und mit eregiertem Schwert paradiert, und hinterher den Mantel gar nicht mehr zuknöpfen kann? Wer sich unter der Tarnung von Ochs und Esel-Fellen verbirgt, will ich erst gar nicht wissen... und der Kalender, ähnelt er nicht dem der Göttin Kali geweihten Tempel des Todes? Mein guter Vorsatz für nächstes Jahr stand damit fest, und Blue Curaçao hab ich auch nicht mehr angerührt, jedenfalls auf der Bühne, ich schwöre!


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  • Wußt' ich's doch, die 24-Röhrchen-Adventsauswahl bleibt entschieden natriumchloridlastig. Wahrscheinlich ist das die gerechte Strafe für all die Salzstangen, Salzbrezeln und Salzplätzchen mit Käsefüllung, die ich auf den wilden Salsa-Parties meiner späteren Reifezeit verknuspert habe. Blau soll das Salz schimmern, weil sich Salz und Kaliumchlorid angeblich sonst gelb oder rötlich darstellen. Aber unter besonders hohem Druck, wie z. B. bei einer tektonischen Verschiebung der Erdplatten (wenn ich die Unterlagen fürs Finanzamt aus dem Haufen unerledigter Post hervorziehen will), werde das "Kristallgitter gequetscht", na, danke, ich kriege einen Tag vor Heligabend kaputtes Kristall geschenkt. Aus Salzgitter, Salzschlirf oder aus Langensalza? Teestunde im japanischen Garten Langensalzagruene Schokolade"Einst Langensalza zubenannt, lang eingesalzen hält noch Stand", dichtete der Abgeordnete der preußischen 1848er-Nationalversammlung Karl Schramm (1810–1Goethes mineraliensammlung888) aus Hückeswagen (kein Witz!) ins verschollene Poesiealbum meines Urgroßvaters ("Kommt Dir auf allen Deinen Wegen / Phöbus und Pallas so entgegen, / dann bleibst Du immer auf dem Damm! / Probatum est: der alte Schramm"). Angeblich verzehren wir rund 12 Gramm Salz pro Nase und Tag. Mars-Astronauten, denen man die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Reduktion auf die Hälfte dieser Menge angedeihen lässt, werden aggressiv, geraten in Schlägereien, verlieren an Blutdruck und träumenpredigtkanzel von langensalza von Hamburger mit Pommes. Blausalz aber, für das Wikipedia keine gescheite Erklärung bietet, soll besonders gut zu Meeresfrüchten, Carpacchios, foie gras und, ma foi!, Trüffelgerichten passen, also genau das, was mir der Diätkoch der WHO für die Feiertage verordnet hat. In der Salz-Gourmetseite ist von der prickelnden Note des Blausalzes, seiner milden Würze im Abgang die Rede: "Berühren die Körner den Gaumen lösen sie sich in ein Feuerwerk auf...", abgesehen vom fehlenden Komma ist das ja genau das, was man zu Sylvester haben will, wenn auch in der Dachgaube des unangenehmen Nachbarn, weniger gern am eigenen "Gaumensaum". Ferner rühmt man die tolle Farbe: "Probieren Sie es doch einfach mal auf Ihrer nächsten Cocktailparty aus und beeindrucken Sie Ihre Gäste mit der besonderen Farbe des Blausalzes am Rand der Gläser - " also, sooo blau bin ich, äh, ist das Zeug nun auch wieder nicht, und überhaupt, wann schmiss ich meine letzte Cocktail-Party?, das muss in der Ära der Salzletten und der TV-Knabbermischungen gewesen sein. Das Salz soll aus der bis zu 70 Grad heißen Wüste Dascht-el-Lut kommen, die sich in der iranischen Provinz Semnan breitmacht (man dekoriert damit wohl traditionell die eisgekühlten Martinis, die der Ortsmullah bei der wöchentlichen Steinigung nachlässig verschleierter Ehebrecherinnen herumreicht). Über die Wüste Lut lässt sich immerhin eines sagen: man hat dort noch keine Funde gemacht, die auf Überreste einer menschlichen Behausung schließen lassen. Auch wurden bislang keinerlei Fossilien, Reste von Krabbenschalen oder andere DNA-Spuren gefunden. Die Wüste sei bis heute unbewohnt und abso-lut (pers. "lut", = leer) menschenleer. Eines der letzten Paradiese, möge es noch lange so bleiben, und wenn ich dort schon nicht existieren kann, darf ich doch von einer Sommerfrische in Semnan träumen, während ich die Blausäurekapseln, äh, das Blausalz auf dem Gaumen explodieren lasse!

    Berühren die Salzkörner den Gaumen lösen sich diese in einem Feuerwerk auf

    weitere Informationen zu Blausalz – das wohl seltenste Salz weltweit | Salz Kontor
    auf http://www.salz-kontor.de/blausalz.php
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