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    Stieglitz an der FuttersäuleWie die getreue Leserin (es gibt, glaube ich, nur eine oder zwei) weiß, berichteten wir schon allerlei aus der Welt der Fauna vor dem Küchenfenster: Füchse, Karnickel, Katzen, Marder, Feldmäuse und vor allem Eichhörnchen. Was dieses Getier von Hunden unterscheidet, die sich eher vorn raus zeigen, wenn sie ihre Halter durch die Gegend ziehen? Die hier leben wild und zugleich kontrolliert. Verglichen mit jenen überzüchteten Vierbeinern,Meise und Stieglitz an einem Trog an die der knechtsselige Besitzer eine nie selbst geschmeckte Ahnung von Freiheit delegieren muss, oder die er mit Zuwendung übertüdelt, die ihm selbst fehlt, sind die Tiere, die wir beobachten, FREI. Sie leben in einer von der Heiligen Evolution gebändigten Anarchie, suchen sich ihr Fressen selbst, baden, wenn sie Gelegenheit finden (die ich ihnen natürlich verschaffe durch die Wasserschale im Hof), gehen ansonsten ihrer Wege und beherrschen sich, wenn sie sich denn einmal im Hof begegnen, gegenseitig. Die Raben lassen die Eichhörnchen nicht zu hoch hinaus, wo sie ihre Nester bauen, die Eichhörnchen sind flinkere Astklimmer, die Raben für das Laubwerk zu plump. Elstern kommen nicht gegen die Rabenpolizei auf, nehmen aber, was die Habichte fallen lassen; Karnickel werden vom Fuchs in Schach gehalten, Adressenliste eines Freiluftlokalshalterlose Katzen warten ab, bis die Feldmaus sich zeigt usw. Seit ich hier wohne, hat es phasenweise Überpopulationen gegeben, z. B. als das Haus an der Ecke gebaut wurde, verschwanden dieKrallen des Stieglitz Raben und die Elstern wurden frech. Doch wie die Baumaschinen abzogen, kamen schon die Raben zurück. Und beim homo sapiens? Unter Coronabedingungen sind die wenigen Do's and Dont's, an die sich eingermaßen alle gehalten haben, erst radikal verschärft und dann wegliberalisiert worden. Die Rücksichtslosigkeit und Unbarmherzigkeit, die sich jetzt breit machen, unter Demonstranten und Polizisten, Drogendealern und Fleischbaronen, Juxpräsidenten und Fußballmanagern, signalisiert der Bevölkerung: Nieder mit Abstandsgrenzen, Schutzzonen und Nasenbindern, der Bürgersteig gehört mir, ab stieglitz nach rechts blickendsofort ist alles erlaubt! Wer zu Stoßzeiten am Steuer bleiben will, sollte nie Bremse und Gas gleichzeitig betätigen, das sei den Mächtigen gesagt.

    Was die Vogelwelt betrifft, gab es Elstern, Dohlen, Halsbandsittiche, Habichtsvögel (über der benachbarten Wiese, manchmal im Baum pausierend), Eule (im Gemäuer, wie sich's gehört), Eichelhäher, Türkentauben, verirrte Enten und fliegende Wildgänse, Amseln beiderlei Geschlechts, Grün- und Buntspechte (einer der letzteren schlägt jetzt immer mal wieder seinen langen Schnabel in einen Futterknödel, am liebsten möchte er das aus einem dicken Ast geschnitzte Futterhäuschen aufhämmern, einmal gelang es ihm fast, ich musste diese Seite förmlich zubetonieren). Nachtigallen ausgestopfter Storch mit Mundschutz am Schnabelmuss es geben, weil wir sie singen hören, sie lassen sich aber nicht blicken... Und von den kleineren gefiederten Freunden? Da gab es Baumläufer, Rotkehlchen und Spatzen, Blau- und Kohlmeisen, Grün- und Buchfinken, haben wir alles hier gehabt. Ich glaube, damit habe ich sie alle aufgezählt. Achtung, es gibt auch Fledermäuse, sie surren unsichtbar herum. denen verdanken wir ja angeblich den Covidscheiß. Aber das sind ja auch keine Vögel. Jetzt ist ein neuer aufgetaucht, allem Anschein nach ein Stieglitz. Nicht, daß ich michHerbst-Allegorie wahnsinnig gut "auskenne mit Vögeln", - Fachmann aber kein Experte, hihi -, aber mit der Zeit konnte ich sie auseinanderhalten. Die Stieglitze haben fast solche Flachrundzangenschnäbel wie die Finken, Pizza und Salat im Freienaber die Schnäbel sind doch anders, wirken dünner. Schnäbel und wurmartige Füße sind hell (Meisen haben so richtige Roboterfüße mit Ringgliedern). Das deutlichste Merkmal ist ein postgelber Rallyestreifen und die interessant gerahmten Schwanzfedern. Am seltsamsten ist der Kopf, Stieglitze wirken immer wie maskiert! Die dunkel eingebetteten Augen in der knallroten Maquillage kaum zu erkennen - nur wenn sie die blinkende Sonne reflektieren.

    Einen Storch hatten wir übrigens noch nicht, während sie in Süddeutschland in Rotten über die Felder staksen. Wenn uns je einer besucht hat, war ihm der Schnabel zugebunden, wie dem ausgestopften Exemplar in der Apotheke!

    Übrigens haben wir kürzlich unseren Besuch im Schloßpark von Brühl wiederholt, wo heimische Vögel auf einer Tafel erklärt werden. In Falkenlust fanden wir zwar keine Falken, aber ein sehr annehmbares Gartenlokal vor, das eine ausgezeichnete Pizza serviert. Zum ersten Mal musste ich mich "immatrikulieren" in dieser Gastro-Fakultät. Aber der Kellner war nett und hat nicht grade an unserem Tisch gesungen, nur in der Küche, und die Abstände zu anderen Tischen stimmten auch, da kann man nicht meckern. Leibesübungen am Brühler Läufer-StadionIm Freien passiert schon nichts (hoffen wir), und der Parmaschinken war bestimmt nicht aus der Tönnies-Fleischfabrik. Merkwürdig war der Spruch, der Leibesübungen als direkten Weg zum Adelsdiplom anpreist, und zwar auch zum "geistigen" Adel (wenn ich an unsere Fußballhelden denke, leuchtet das nicht recht ein); fand sich später südlich des Schlossparks an der Fassade eines Sportlerheims. Ist nicht auch fürstliches Tafeln eine Leibesübung? Noch seltsamer, dass die Seitenstraße des Sprint-Stadions nach einem Brühler Landeskind benannt ist, das in der deutschen Wikipedia null Erwähnung findet - nur in der italienischen fand ich die Werke seiner Reifezeit. Kein Wunder, hat er sich doch für das Haus Savoyen - physischer Hochadel europäischen Zuschnitts - Parks gestaltet, z. B. in Piemont, und auf Schlossterrassen gespeist, was la bella figura macht!


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  • Commentaires

    1
    Mardi 23 Juin à 08:41

    Als Kind hatte ich mal ein Vogelquartett zum Geburtstag bekommen mit richtig schönen Zeichnungen. Am besten gefiel mir immer der Stieglitz, den würde ich auch heute noch jederzeit erkennen. Am Wochenende an der Ostsee habe ich Schwalben gesehen, die im Carport meiner Schwester nisten. Da dürfen sie, aber sie versuchen sich auch auf der Veranda breitzumachen. Meine Region ist mit Großvögeln gesegnet, Störche, Graugänse, Fischreiher, sogar Flamingos, mein Garten eher mit Schmarotzern, die sich über das Katzenfutter hermachen.

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