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Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.

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Quarantuna und Pandemgruel

"...Ich ging dann vollends in die Stadt, die ich recht schön und fest befand; und voll guter Luft. Aber die Pförtner vor dem Tor wollten meinen Paß sehen. Betroffen fragte ich: »Wie, meine Herren, hat's irgend hier wegen der Pest Gefahr?« – »Ach Gnädigster!« versetzten sie, »unweit von hier, da sterben Euch die Leut auf den Gassen dutzendweis'.« – »Ei heiliger Gott!« sprach ich, »und wo denn?« – Darauf sagten sie mir, es wär in Laringen und in Pharingen, zwei großen und reichen Handelsstädten, wie Rouen und Nantes. Der erste Ursprung der Pest wär ein fauler und giftiger Brodem gewesen, unlängst vom Abgrund aufgestiegen, an dem über 2 060 016 Menschen seit acht Tagen verblichen seien. Da überschlug, erwog und erkannt' ich, dass es mehr seien als vergangene Woche um diese Zeit, aber dass zum Wochenende die meisten Gesundheitsämter keine aktuellen Zahlen an das RKI melden, und dies demzufolge ein stinkender Atem aus dem Magen des Pandemgruel gewesen war, als er den vielen Knoblauch aß, wie ich oben erzählt habe."

Heute hat mich eine Schlagzeile der "Kölnischen Rundschau" überrascht. Noch mehr hat mich die Tatsache der Anwesenheit der Kölnischen Rundschau auf dem Frühstückstisch überrascht, sie kam als Beilage zur Zeitung mit dem klugen Kopf, die wir eigentlich abonniert haben. Wahrscheinlich hat der sonst als Zusteller Zuständige seine Jahresferien und ein Vertreter übernahm den Job, da muss ich in den nächsten Tagen aufpassen, dass ich auch das richtige kriege (zwei Zeitungen und eine ist richtig, okay, immer noch besser als die falsche Zeitung oder gar keine kriegen).

Jedenfalls stand auf dem Titelblatt der gutkatholischen Kölnischen Rundschau Laschet Doppelpunkt Noch so ein Jahr halten wir nicht durch Ausrufezeichen! Oha, bzw. AHA, da stellt sich mir die Frage: an wen richtet sich das? An die Kanzlerin? an den gesunden Menschenverstand? an die Meeresbiologen im "Harmlose-Umweltbakterien-die-notfalls-die-Ölpest-auffressen"-Züchtungslabor von Wuhan? oder an den Allmächtigen? Sinnvollerweise kann doch keiner/kein anderer? auf diesen dringenden Appell antworten, oder?

Interessant ist aber daran, dass so langsam das nächste Jahr ins Spiel kommt. In den Anfangstagen "von Corona" bzw. des neuen Erdzeitalters war immer die Rede davon, dieses Frühjahr wird hart, dann sollten wir im Sommer früher Ferien und zwar auf Balkonien machen, schließlich hieß es im Herbst, wir locken mit Lockern zum Lockdown und zum Winteranbruch sollten wir die "Pobacken zusammenkneifen" (Knobert Roch), - aber Vorsicht, das kann schmerzhaft werden, wenn man sich derart verkrampft, wenn uns das von allem Übel erlösende Serum ins Rektum gesch... äh reingepiekst wird. Was haben wir nicht an Spritz-Touren deutscher Kameramänner im TV-Nachrichtendienst gesehen in den letzten Tagen, unverzichtbare Bestandteile jedes Beitrags über das Wundermittel waren stets erstens, in Weißack-Überzieher gewandete, mit Gummihandschuhen, Duschmützen und Taucherbrillen ausgestattete Laborfritzen, die sich über Tabletts mit brodelnden Petrischalen beugten und zweitens, jetzt kommt ein meist weiblich-unbehaarter hübscher Oberarm ins Bild, schon nähert sich die gefährliche, bereits entsicherte und probe-abgespritzte Nadel und ZACK bohrt sie sich vor aller Augen in das weiche, roisige Fleisch, auf das die Nackenhaare der Jungfrau angstvoll zu flattern begannen, und ein empörter Schrei erstickt in unserer Kehle - GOD DAMN THE PUSHER hieß es doch mal in dem Lied von Steppenwolf, sollen wir jetzt alle an daran gewöhnt werden, was des Junkie tägliche Dosis ist?

"Aber, frug Grandgoschier, was wollet ihr bey dem Sanct Sebastian thun? – Wir hatten uns, sprach Renndichmüd, wegen der Pest dahin gelobt. – Ach arme Leut! sagt Grandgoschier, meint ihr die Pest komm' vom Sanct Sebastian? – Ey freilich, antwort Renndichmüd, unsre Prediger lehren's uns. – Ja? sprach Grandgoschier, lehren euch wirklich die falschen Profeten solch Lügenzeugs? Lästern sie dergestalt die Gerechten und Heiligen Gottes, daß sie sie den Teufeln gleichzustellen wagen, die dem Menschen nur Böses anthun? Wie Homer schreibt daß durch Apollo die Pest ins griechische Lager sey kommen, und wie die Poeten ein ganz Geschwader Vejoves und schädliche Götter erlügen. So predigt auch einmal zu Sinays ein Kuttner, daß Sankt Anton das Feuer in die Bein schickt', Sankt Eutropius Wassersucht, Sankt Gildas Narren, und Sankt Genou das Zipperlein macht'. [...] Und nimmt mich wunder wie euer König in seinem Reich solch Aergerniß nur predigen läßt; denn man sollt sie härter bestrafen als die durch Zauber und andre Künst die Pest ins Land ziehen. Die Pest, die tödet nichts als den Leib, aber diese Gauner und Leutbetrüger vergiften die Seelen. –"

Nun kann es ja sein, dass Laschet diesen Satz mehr zu sich selbst sagen oder vor sich hinmurmeln wollte, die Lippen unwillkürlich bewegt hat und versehentlich die Stimmbänder mitsummen ließ, als zufällig grade ein Mikrophon vor seiner FTP2-Schnute auftauchte. Aber dann muss er sich doch fragen lassen, wieso er das Zusichselbstgesagte nicht auch bei sich behält. So klingt es ja nicht wie Genuschel, sondern wie Gejammer und Gelaschel und passt prima zu dieser Wissenschaftsministerin, Julia Praxissche-, äh -schock, äh Karliczek, deren Bildungs-Ministerinnenqualitäten bisher dazu hinreichten, eine hochsubventionierte Batterie-Entwicklungsfirma in ihren Wahlkreis zu lotsen, obwohl gleichwertige oder bessere Alternativen anderswo vorlagen. Die hat jetzt gefordert, auch Grundschulkinder sollen Mund-Nase-Bedeckungen tragen müssen, damit die Kitas offen bleiben. Frau Ministerin, Herr Ministerpräsident - danke, dass Sie beide sich freundlicherweise selbst zur Verfügjung stellen und die Mühe nicht scheuen, ein Praktikum in unseren Einrichtungen ableisten, Frau Karliczek, hier entlang bitte in die Grundschule, wir fangen früh an. Würden Sie schon mal den Kleinsten da vorn die Mundschutzmasken aufziehen, ja? Gleich anfangen, damit Sie bei 25 Kindern auch nicht den Überblick verlieren. Ja, auch dem quäkigen kleinen Kevin, der sich heftig strampelnd wehrt, und der vor lauter Bammel sich einnässenden Fiona direkt daneben. Und, Frau Karliczek - immer schön Mund UND Nase einwickeln, ja? Und wehe, das rutscht fünf Minuten später beim Rumtoben runter, da müssten Sie drauf achten und dafür sorgen, dass die Mund-Nasen-Bedeckung vorschriftsmäßig auch über das Stupsnäschen geht. Und bitte trotzdem Abstand einhalten - mit ausgestrecktem Arm, also. Herrn Laschet möchte ich darum bitten, so lange unsere "Großen" zu beaufsichtigen, im Gymnasialzweig ab 10. Klasse, die sind natürlich überhaupt keine Corona-Überträger, KINDER doch nicht, das haben doch zahlreiche "Studien" belegen können, die der ministeriums-geförderte und von Story Machine vermarktete AIDS-Forscher Dr. Streeck zitiert. Wenn Sie dann bitte,  Herr Ministerpräsident, die genaue Sitzordnung notieren mit den Namen und möglichst auch Telefonverbindungen, das muss jetzt täglich in aller Frühe hochgeladen werden, und achten Sie darauf, dass alle pünktlich kommen und sich nicht etwa Zuspätkommer "irgendwohin" setzen oder später die Plätze tauschen. Hallo, die noten-relevanten Prüfungsunterlagen nicht in den Papiermüllschredder, die brauchen Sie doch noch, wir sind ja nicht an der Aachener Uni! Und den Abstand nicht vergessen, möglichst einen Platz frei lassen zwischen den Sitzplätzen. Zwanzig Minuten sind damit allein schon rum? Jetzt müssen Sie die Kippfenster öffnen und für Durchzug sorgen, eine Leiter steht zur Verfügung beim Hausmeister, aber es gibt nur eine für die ganze Schule, die müssten Sie dann holen, aber auch auf dem Gang Mundschutz tragen! Einen Schulhof hat diese Schule leider nicht, aber die Schüler sind anzuhalten, die Mund und Nase-Bedeckung auch 150 Meter rund um das Gebäude aufzubehalten, also auch, wenn sie eine qualmen gehen. Wie sie sonst die Pause verbringen? Na, unter Ihrer Aufsicht, sie bleiben 8 Std. iim Klassenraum, beim Verzehren des Pausenbrots ohne Mundschutz. Aufsicht beim Klo, auf das nur einzeln zu gehen ist, - danke, dass Sie als Praktikant auch das gleich übernehmen. Sollte eine/r der Studierenden niesen oder schniefen, sofort nach Hause schicken oder zum Test. Unterrichten? Sie wollten heute "Karl den Großen und seine Nachfahren" durchnehmen? Tut mir leid, die Stunde ist schon rum. Aber gehen Sie doch nach der Schule mal kurz bei der Kulturbeauftragten Grützwur, äh Grütters vorbei und bringen ihr ein Glas Düsseldorfer Löwensenf, die wurde grade von den Künstlerinnen und Künstlern in NRW zum Abstandsgrillen auf eine Extra-Wurst der Firma Tönnies eingeladen.

Wie Pandemgruel mit der Wurst-Königinn Niphleseth parlamentirt "...Bat ihn hierauf den Fehler ihnen großmüthigst zu verzeihn, hinsichtlich man doch in Würsten eher Dreck denn Gall fänd, unter dem Beding daß Sie und alle Niphleseths nach ihr auf ewige Zeiten, dieß ganze Reich und Eiland von Ihm und Seinen Leibeserben zu Lehn und Mundburt tragen wollten, in allen Stücken Ihm folgsam seyn, Freund seiner Freund, Feind seiner Feind; auch zu Bekenntniß solcher Lehnspflicht ihm jährlich achtundsiebzigtausend Royal-Würst senden, daß sie ihm an seiner Tafel sechs Monat lang bey der Vorkost den Dienst versehen. Wie auch geschah und Tags darauf ernannte Wurst-Zahl ungesäumt dem guten Quarantuna auf sechs grossen Brigantinen verabfolgt ward, unter Geleit der jungen Niphleseth, Infantinn ihres Königreichs. Der edle Quarantuna schickt' sie wieder dem grossen König von Paris zum Präsent: allein sowohl vom Wechsel der Luft, als auch aus Mangel an Senf, dem natürlichen Wurst-Erwecker und Lebensbalsam, starben fast all', und wurden, mit Gunst und auf Befehl des grossen Königs haufenweis an einen Ort in Paris begraben, der heut noch die Wurstpflasterstraß heißt. ... Pandemgruel dankt' der Königinn liebreich, erließ ihr alle Schuld, verbat sich ihr Anerbieten und verehrt' ihr ein artigs Prager Messerlein. Frug sie darauf neugierig wegen der Erscheinung des Ungeheuers. Sie antwort ihm, dieß wär das Urbild Karnevals ihres Schutzpatrons in Kriegszeiten, ersten Stifters und Ahnherrn der gesammten Wurst-Raß. Darum glich er auch einem Schwein, weil Würst vom Schwein abkünftig wären. Pantagruel frug sie, zu was End, oder nach welcher Cur-Method er so viel Senf zur Erd geworfen. Die Königin antwortet' ihm, Senf wär ihr Himmels-Elixir und heiliger Graal; sowie man nur davon ein wenig in die Wunden der zu Boden geschmetterten Würst thät, über ein kleines heilten die Verstümmelten und die Todten erstünden."

 

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