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Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.

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Was vom Jahrgang übrigblieb

Wihnachtsmann im KaminDreikönigen ist ein schönes Fest, ganz am Anfang gelegen in einer sonst feiertagsfreien Ödnis bis Karneval. Endlich mal Zeit, den Adventskranz wegzuwerfen (die kaum heruntergebrannten Kerzen heWas vom Jahrgang übrigbliebben wir natürlich auf bzw. nutzen sie an anderen Orten). Hat sich übrigens mal jemand gefragt, wie der Weihnachtsmann, der durch den Kamin rutscht  und die Geschenke verteilt, wieder nach Hause kommt? Beethoven-BäckereitüteWürde er durch die Vordertür ins Freie schlüpfen, könnte es manches Gerede geben. Da, wo der Kaminbauer das Loch gelassen hat, ist genau der richtige Ausgang. Und während sich der arme von Bio-Advents-Dinkelpuffreis vollgefressene Santa durch die Ruß-Röhre zwängt, die bei uns im Haus sowieso nur noch als Kabeltrommel dient, machen wir uns noch ein paar Gedanken, was alles zu kurz gekommen ist im letzten Jahr. Als erstes hatte natürlich Beethoven Pech, der eigentlich einen netten Geburtstag feiern wollte: Ausstellung, Installationen, Denkmalfest, Mitmachkonzerte, alles vergebens. Nichts davoAnzeige der Fleischlobbyn realisiert. Da hatte sich ein wahres Mediengewitter zusammengebraut, um im Chor der schmetternden Posaunen, Rummeltrommen und Tutti-Geigen die Neunte und die Ode und das Klavierkonzert Nummer soundso und die wunderbare Kammermusik und ein ums andre Mal die Oper aufzuführen, aber Fidelio versus Corona, das war ein ungleicher Kampf. Allenfalls mal eine Salzburger Konserve aus besserer Zeit und ich glaube,Anhänger am Ohne-Riesling so ein Jugendknastprojekt in Berlin kamen über den Sender, die Säle blieben leer und noch beim Neujahrskonzert verbeugte sich Riccardo Muti verdrossen vor der gähnenden Leere des Wiener Musikvereinssaals, wahrscheinlich hat der Regisseur "Du musst das machen!" gesagt, und "vergiß nicht zu lächeln!" dann klappt es erst gar nicht. In der Scala hat man wohl wenigstens die Bühnenarbeiter nach vorn in die erste Reihe gesetzt, das First Class Publikum mit den Halsketten und Edel-Krawatten durfte nicht kommen, mit dem Zweiten sieht man besser (aus). Verdrossen packt auch die Bäckereifachgehilfin bröselige Vortags-Croissants in die Tüte mit der Hipster-Visage drauf und hat den Text bestimmt nie durchgelesen, weil man morgens so schlechtes Licht hat. Da ist vom Sahneschnittchen Leonore und Fidelios LeckerbiEvakuierungsbescheidssen (war das wirklich die Knast-Kost für den inhaftierten Revoluzzer, warum wollte er dann unbedingt hinaus?) die Rede - danke, verzichte, ist alles ausgefallen, "ich nehme dann mal ein trockenes Brötchen und ein Glas Wasser", wie Wolfgang Neuss in seiner Einsiedelei sagte. - Wo wir grade bei der Askese sind, mit dem Fleischkonsum war dieses Jahr ein böses Erwachen für manche Kunden der Billiganbieter. Plötzlich stellte sich heraus, dass die Grillwürstlichen von Kaufeka und Nettoldi und Pennidl, wie soll ich sagen, "Inhaltsstoffe" haben, die auf eine Weise hergestellt werden, die man gut und gerne als moderne Mietsklaverei bezeichnen kann. Den Anblick der schimmeligen Schlafsackhöhlen, in denen diese Tiere bzw. nein, ihre Schlächter gehalten werden, hätte man sich auch gern erspart. Aber als Nichtveganer will man nicht so genau wissen, wie die Wurst gemacht wird, und wenn man das Schwein persönlich gekannt oder dem Metzger die blutfeuchte Hand gedrückt hat, verdirbt es einem erst recht den Appetit. Ob es dabei einen Unterschied macht, dass das liebe Feder- Rind- und Kleinvieh in deutschen Gauen erlegt, entbeint und ausgeblutet oder zu diesem Zweck auf Höllentransporten in den Balkan verfrachtet wird? Ich fürchte, das gibt auch nicht mehr Spitzweg-Bibliothekar als BrillenputztuchGenußpunkte auf der Gourmet-Skala, eher weniger. - Wo wir bei den Gourmettabellen und Rebenranken-Listen siEngelchen mit Exlibis-Spruchnd, auch das Weintrinken hatte in diesem Jahr seltsame Höhen und Tiefen. Einerseits fanden "Tele"-Online-Weinproben statt, die meine Immer-und-Ewigkeits-Abschnittspartnerin bestellte und die teils recht vergnüglich waren. Bei einem Anbieter wurden zum festgelegten Zeitpunkt die Korken geköpft und ein Sylvaner nach dem anderen aufgetischt, dazu in schönstem rollenden Fränkisch kommentiert - immer schön schwenken, das Glas (waren wir früher mit zartgrünstieligen Rheinwein-Pokalen zufrieden, mussten es jetzt diese gewaltigen Glasballons sein), damit sich die Kopf- und Herznoten entfalten. Ein andermal kredenzte uns ein Ehepaar, das die altväterlich-ererbten Reblagen keltert, da stellte sich heraus, da fast jeder Wein ein idealer "Terrassenwein" sei, er wurde schließlich auf denselben an- und ausgebaut. War schon nicht übel, auch wenn ich nicht gern an Pfirsich-, Kirsch- überhaupt Obstsalat-Noten denke, sondern finde, Wein soll nach Wein schmecken, natürlich bin ich bereit zu differenzieren zwischen "Kirmeswein" mit bunten Feuerwerksnoten und öligen, schweren Aurum-potabile-Akzenten. Trinkgold! Sprache, so sonderbar es ist, erlöst aber wirklich die eine oder andere Geschmachsnuance ins Wort, und so habe ich während der Winzer-Youtube-Führungen in Gedanken meinen eigenen wine guide zuPutten auf Beethovens Denkmal formulieren beschlossen, mit hundert Parkplatz-Punkten! Aber dann Zackbumm, ein neues Medikament vereitelte weitere bacchantische    Exzesse und dTurm der deutschen Welleer Alkoholverbrauch sank auf Null. Da wichen wir denn auf interessante neue Sektsorten aus, wie sie inzwischen von der ganzen Familie - Metternich und seine Mumm, Witwe Klickot und ihr brillantes Söhnlein - verkostet werden, selbst auf den Discount-Herrensitzen Stolzenfels, Lindenhof und Schöneck. Sogar den Nullkommanull-Prozent Riesling probierten wir, der schmeckte, sagen wir äh - gewöhnungsbedürftg, während die Bubbelwasser-Varianten gar nicht so unschlecht ausfielen, eine Art Prosecco gab es auch davon. - Und was die Lektüre betrifft, hat mir das Jahr, trotz verschiedner Shut-, Leck-, Lock- und Lookdowns auch nicht viel gegeben. Ich habe kaum geschafft, meine Kontoauszüge zu lesen, die inzwischen lebensversicherungs-bedingt höhere Summen ausweisen denn je. Wenn ich je auf eine einsame Insel verbannt werde, nehme ich nicht den Lufthansa-Flugplan mit, Beethoven-Denkmalaber auch nicht Ludwig Tieck, an dem ich mich seit etwa einem Jahr quäle - die späten Novellen sind mir einfach zu bieder. selbst die satirisch nicht unverbrauchte Vogelscheuche ist wie ein von der Dampfwalze zu Leinwandgröße verplatteter Kaugummi. Zur Erholung habe ich mir jetzt von Humbert Echo - nein, nicht den Erfolgsroman Das Planen der Dosis, sondern Der Friedhof von Prag aus dem Bücherkasten mitgehen heißen. Da geht es um die Protokolle der Weisen von Zion, an denen Bill Gates und Merkel ja fleißig weiterschreiben sollen. - Ich vergaß noch zu erwähnen, dass uns die Archäologie im Hoch- und Tiefbauwesen dieser Stadt so manche Bau- und Abbaustelle und damit Bombendrohungen beschert hat. Das Deutsche-Welle-Hochhaus ist nun fast verschwunden, das Eis vom Stiel (Versorgungsaufzug) ganz abgeschmolzen, dafür ragen neue Ruinen aus den Baustellen empor und babylonische Kräne schwenken nach links und rechts, nachts leuchten Baufirmalogos in die Ferne und geben herumirrenden Kampfdrohnen Orientierung und Zuversicht. Da in dieser Stadt der Boden nicht nur mit Granaten und Inseraten, sondern auch mit Granulat und Exkrementen durchsetzt ist, bekommen wir ab und zu den Evakuierungsbefehl, da weiß ich nie, was ich mitnehmen soll (der Fall der einsamen Insel, siehe oben), und meine Nachbarn in der Turnhalle auf Wartebänken wiederzusehen, mit oder ohne Schnutentuch, hab ich auch nicht die geringste Lust. Kurz, das zu Ende gehende Jahr brachte zu gleichen Teilen Unbill und Kurzweil wie jedes andere auch, abgesehen von allem, was wir ins neue mitnehmen.

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