Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.
Okay, nach meinem gestrigen Wink hat sich der Mauerkalender besonnen und heute eine normalo-Süßigkeit ausgespuckt, eine Kugel aus weißer Schokolade mit Trüffelpralinenfüllung, Hülle in Hülle ohne Fülle. Die Praline selber ist in Goldfolie gewickelt, was ihr die Anmutung eines Sylvester-Knallbonbons gibt. Warum nicht, "Zimmerfeuerwerk" zum Jahreswechsel wird wohl noch gestattet bleiben dürfen und geht auch weder Mensch noch Tier auf den Zeiger.
An überfüllten Plätzen ist es untunlich; auf die Freiflächen vor der Stadt, wo Brillen-Napoleon und sein Rheinbundfürst Patachon die neuerrichteten Impffabriken besichtigen, stellen wir Kühlcontainer für das Wundermittel, das bisher weder zu Ende erfunden noch schon spritzbereit ist: "Wir warten auf das richtige Rezept! auf ein Serum, das die Krankheit nicht verschleppt und in einem radikalen Racheakt das Übel bei der Wurzel knackt", sang einst der in der Jugend hellsichtige Schreiber dieses Blogs zur Guitarre. Zurück zur Verpackungsindustrie: Auch Scherzartikel wie Pfefferpralinen oder solche mit Senffüllung hat man gern früher in Gold gehüllt. Einmal nicht richtig hingeguckt, schon hat man fieses Zeug geschluckt. Andere müssen, wie Alice im Wunderland, von Flaschen zum Konsum überredet werden. Es mehren sich Verpackungen, die den Kunden aufdringlich duzen oder anherrschen, angefangen mit "Sixtuwohl" und endend mit "merci" und "Nimm zwei!" (oder umgekehrt), Supermarktweine kommandieren "Richtig lecker!", damit man auf keine anderen Ideen kommt. Aber in den Diskurs der Produkte mit dem Verbraucher mischen sich Not und Existenzansgst. Verpackungen wollen vor der Destination Trennmülleimer bewahrt werden. Eine der alten Schachteln macht sich anheischig, als Geschenkkarton neue Verwendung zu finden. Aber wie soll das gehen, am 24. Dezember offenbart sich das Wendebild des Papp-Puzzles, dann brauch ich euch vollzählig - ob ich an Heiligmorgen noch Geschenke verpacke, steht sehr dahin.