Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.
Wie man sieht, haben die Meisen den exotischen Grünling rechts im Bild inzwischen als Spielgefährten adoptiert. Jedenfalls lassen sie sich nicht beirren und die Cashew-Nüsse schmecken (die ich eigentlich extra für den Papagei eingetütet hatte: Indien!) und haben auch was von ihrem Meisenknödel (anderthalb Tage lang, sofern der Buntspecht nicht dran nascht), denn dem Papagei schmecken bisher die geschälten (1, 29 bei ALDI) Sonnenblumenkerne am besten. Vorhin habe ich auch mal ein paar trockene Erbsen hingelegt, weil ich gestern in einem indischen Film hörte, dass ein Papagei mit Erbsen gefüttert wird.
Mal sehen, ob ich ihn damit locken kann. Ihm das Futter mit der Hand hinzuhalten, hat leider nicht zur Kontaktaufnahme geführt, welche anderen vertrauensbildenden Maßnahmen nötig sind, weiß ich nicht. Statt immerzu "Ara" oder "Lora" zu krächzen, schnalze ich jetzt öfter mit der Zunge, wenn er da ist, und er guckt mich aus großen, neugierigen Augen an, zeigt sich aber schon etwas weniger ängstlich (gut, ich verzichte auf das Ausreißen einer dieser türkis-blau und grün schillernden Schwanzfedern, mein Lieber). Wenn man sich vorsichtig bewegt und nicht viel Lärm verursacht, kann man die Tür zum Balkon öffnen und ihn eine Weile aus der Nähe ansehen, vor allem, wenn ihn die Nahrungsaufnahme beschäftigt und er den Mund voll hat. Leider kapiert er noch nicht, daß der Futternapf Schlagseite nimmt, wenn er sich an der Seite draufsetzt, von oben wäre er besser zugänglich, aber die sprichwörtliche Klugheit der Papageien wird ihn schon zu physikalischen Grundkenntnissen über die Schwerkraft verhelfen.
Unter den Vögeln ist auch ein Neuzugang zu vermelden. In Köln wohnen rund 64.000 Türken (nur solche mit Pass eingerechnet, nicht die eingewanderte oder hier geborene türkischstämmige Bevölkerung), soeben wird eine repräsentative Moschee gebaut, für die der Architekt Paul Böhm, Sohn vom alten (Gottfried) Böhm, dessen Kirchenbauten hier in der Gegend legendär sind (der Betonzacken von Odenthal bei Altenberg machte auf mich schon als Kind Eindruck), und Enkel vom uralten (Dominikus) Böhm, die Pläne entworfen hat. Und da ist es kein Wunder, wenn auf unserem Balkon sich inzwischen auch eine schick gewandete (kopftuchlose) Türkentaube sehen lässt. Müt ühr hüb ich auch versucht zu sprechen, z. b. Güle-Güle gesagt, wenn sie sich wegzufliegen anschickte, aber sie blieb stumm und gurrte oder turtelte nicht mit mir. Kam wohl auf Empfehlung eines Gastro-Führers nach Raderthal und sich zu fein für blöde Anmache von Einheimischen.
Manchen langweilt die abnehmende Themenvielfalt in diesem Blog vielleicht. Aber wo das Internet voller teilweise neckisch betexteter Katzenbilder ist, darf ich hier wohl auch eine kleine Sammelstelle für unsere gefiederten Freunde einrichten. Wobei mir zu Ohren gekommen ist, es gebe unter den Leserinnen und Lesern welche, die gar nicht glauben wollen, dass hier echte Papageien frei herumfliegen. Als hätte ich die Fotos hier gefaked oder heimlich im Zoo aufgenommen und per Fotoshop in unsere Wohnumgebung integriert. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, unter diesen Umständen bringe ich hier noch einen ganzen Schwung Papageienfotos mehr, die kann ich ja wohl nicht alle gefälscht haben! Übrigens habe ich jetzt auch mal den Blitz ausgeklappt, wie in der Einstellung "Gegenlicht" verlangt, so daß ich den netten Grünling ein paarmal angeblitzt habe. Schien ihm aber nichts auszumachen, beim zweiten Mal hat er ein bissl gezuckt. Und bitteschön: diese Fotos sind der Beweis, dass wir nicht nur 'ne Meise haben, oder? Es ist kein ganzer Schwarm (das ist nur der Album-Effekt), sondern ein größerer und ein kleinerer, glauben wir. Wie er sich gelenkig um das Kettchen wickelt, an dem der Meisenknödel hängt, und gleichzeitig den Ballen zum Schnabel führt, dazu immer wieder seitlich nach meiner Paparazzi-Kamera Ausschau haltend... Sowas kann man einfach nicht fälschen.