Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.
Alexander-Atrappe Alice, Anaconda Annalena, Armin-die-Arschkarte, so beginnt derzeit mein politisches Namenalphabet, aber es hört mit Omega (3-Fettsäuren-Olaf) längst nicht auf. Die gestrige "finale" TV-Allparteiendebatte war mal wieder sowas von, naja, die Fernbedienung ist nicht weit und hat einen Ausschaltknopf. Aber dieses neue zwischen Tagliatelle und Tripolini angesiedelte Pasta-Format "Trielle" genannt, das hat was. Die Ehrgeizine Baerbock strebsam posend, gestikulierend und keifend als immergrüne Altenaive, äh, fehlendes r und zweites t werden noch gesondert nachgeliefert, zwischen dem Lachsack (CDU) und dem Grinsekater (SPD) - das erinnerte heftig an jene Talkshow, bei der Charlotte Roche, flankiert von Thomas Gottschalk und Harald Schmidt, in der Mitte thronend über Hämorrhidial-Fissuren räsonnierte.
Aber wie neu ist denn diese grüne Politik? Abgestandene Plagiatswerke haben wir doch
schon genug im Schrank stehen, von Guttenberg über Annette Schlavin bis Giffey. Stellen Grüne die Regierung, wird denen, die ein gutes Gewissen pflegen - mit täglicher Glanzpolitur und Nagelschere, wie auch ihren Nachbarn, die ihre SUVs und robotergestutzten Rasenflächen ausbürsten - genau NICHTS "verboten". Aber alles andere wird anders: Die Kohlekraftwerke qualmen weiter bis 2030; das atomare Endlager wird weder um die Ecke hinter Nachbars Rübenfeld noch in Norddeutschland errichtet, sondern im ewigen Alpengranitgestein der weißblauen CSU-Domäne verplombt. Der TÜV darf den letzten Verbrenner noch 2035 neuzulassen, danach sind außer meinem noch viele Gebrauchtbenziner unterwegs. Die Nordstream-Pipeline in Mecklenburg wird geflutet, dafür Fracking-Gas aus USA importiert, und Robert Habeck freut sich schon jetzt auf lukrative Waffenlieferungen in die Ukraine. Bestellen wir eine Kalte Kriegsplatte, neu angerichtet, vielleicht am linken Tellerrand, gegen Russland hin ein ganz klein bißchen angekokelt? Man beachte die verkrakelte, asiaticozentristische Landmasse auf dem Globus rechts! Der Charmebolzen Habeck, der so großmütig-gelassen auf eine Kanzlerkandidatur verzichtete (ein bisschen Grummeln hörte man schon heraus), um nach verlorener Wahlschlacht als Grünen-Retter neugeboren zu werden, zieht sich als Außenpolitiker die verstunkenen bellizistischen Turnschuhe von Daimler-Benz-König Joseph Fischer an. Ob auch ihn dereinst eine zahnbehaarte Domina (vielleicht eine Chinesin?) wie den Joschka damals Madeleine Albright in die ausgebreiteten Keulenarme schließt? Jenseits der Politkarriere wartet vermutlich ein Aufsichtsratsposten bei Krauss-Maffei. Für die sozialen Verwerfungen (um es nicht gleich Klassenkampf zu nennen), die der verheißene ökologische Umbau zeitigen wird, halten die Grünen eine prima Lösung bereit: Wir nehmen erstmal die Klimasteuer ein und verteilen das Bargeld anschließend in die eilig hingestreckten Hände. Klingt nach Banknoten-Recycling mit kommunizierenden Röhren, da wird schon das Nötigste bei den Richtigen hängenbleiben. Und damit man das alles nicht sofort durchschaut, haben wir diese netten Kindermund-Plakate aufgestellt, auf denen in wild hingekrakelter Schrift (in Wahrheit haben das nicht die lieben Kleinen gemalt, sondern Grafiker mit einer vektorisierten Groteskschrift übers Plakat verteilt) fromme Botschaften verkünden, wie gut das tut, die Grünen zu wählen: Danke nein, da halte ich es mit Harry Rowohlt und würde lieber tot im Kosovo überm Zaun hängen.