Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.
Mit der Freigabe der Zensur eröffnete sich neben Satire, Karikatur, Pasquill und dergleichen eine neue Spielart anarchistischen Humors. Der konnte sich zum Teil auch in der Zeit der Reaktion halten.
Oder besser, in dieser Zeit blühte er erst richtig auf, denn halb-diktatorische Zustände sind dem Kabarettistenhumor immer noch zuträglicher als vollkommen freie und daher auch humorfreie Zonen. Die Verbitterung kann einen auf Dauer zu Tode giften und muss sich ein Ventil schaffen, aus dem die überschüssige Lauge ätzend herausspritzt. Zu Anfang der Revolutionsära 1848
waren die Witze eher flach oder vielmehr bescheiden, besonders die Anzeigenparodien werfen bei genauerer Kenntnisnahme eher Gähn- als Lachfalten. Das ist einfach ein Umdrehen der Tatsachen nach Art der 'Verkehrten Welt'. Für die Errichtung von Ehrenpforten für den Prinzen melden sich Barrikadenbauer, der "Zufall" vermeldet in einer Anzeige, er habe eine Büchse erfunden, die ohne weiteres Zutun bei Forderungen des Volkes zu schießen beginnt, und so weiter - sehr viel tiefsinniger wird das nicht. Zugleich kam über ein Extra-Blatt der Vossischen heraus, dass die zahlreichen reaktionären Anzeigen, die zur Rückkehr des Prinzen von Preußen aufriefen, ein wichtiger Einnahmefaktor der Zeitung geworden waren. 
Besser sind die unfreiwillig witzigen Anzeigen, wie die einer von einem Bildhauer verlassenen jungen Mutter, die sich in den Annoncen als Ex und ihren Verflossenen als Ehemann outet, und das rutscht durch denselben Kollegen Zufall (oder dank geschickter Redaktions-Regie?)
unversehens unter ein passendes eingesandtes Liebesgedicht. - Oder die Geschichte mit dem Grafen Schlippenbach, Dichter und ehemals Offizier des Garde-Kürassier-Regiments: Der hatte am 17. Juli 1848 einen sogenannten preußischen
Treubund für preußisch
e Jungfrauen gegründet, die sich bei patriotischer (und reaktionärer) Gesinnung der Pflege preußischer Tugenden und karitativen Aufgaben widmen sollten. Dafür wurde er vielfach angegriffen, er beteuerte aber immer, er wolle nur die Not lindern. Als er allerdings 1850 die Demokratie zum Hauptfeind deklarierte, erinnerte ihn der Kladderadatsch an sein Verhalten im Jahr 1848, als er sich noch mit der Demokratie verbrüdern wollte. Aber die Aktion mit den Liebesbriefen, die unter seinem Namen an Treubundmitgliedinnen geschickt wurden, hat mehr von eingreifender Satire und kabarettistischer Performancekunst, wie wir sie seit Fritz Teufel und Wolfgang Neuss lieben.
