Das römische Sakralgesetz erlaubte in seinem Kalender nur bestimmte Tage für Rechtsgeschäfte, die Nefasti. Dieser Kalender war in Stein- oder Marmortafeln gehauen und öffentlich ausgestellt.
Das Fuchs-Rabe-Erlebnis lag noch keinen ganzen Tag hinter mir, da begab sich, dass ich - zurückgekehrt nach einem Ausflug mit dem Rad - mit meiner Frau bei Kerzenschein und Waldmeistersirup-Soda auf dem Küchenbalkon saß und punkt 22.00, zur Fledermausstunde II (morgens ist I - siehe Arno Schmidt, Seelandschaft mit Pocahontas - wenn die übernächtigten Dämonen zu schwirren beginnen und dem Vampyr vor der aufgehenden Sonne graust) eine Katze zur Einfahrt hereinkam und zielstrebig den Hof überquerte, um ebenfalls durch das Loch im Brombeerzaun ganz hinten zu verschwinden. Zur Konferenz der Tiere vielleicht?
Darauf genehmigte ich mir einen Mavrodaphne mit Eis und Zitrone...
Und am anderen Morgen, nach einer einigermaßen durchwälzten Nacht mit allen notwendigen Wendemanövern wurde ich wach, ging einem dringenden Bedürfnis nach und öffnete das Badezimmerfenster um Punkt 5.01, wen sehe ich - wieder die Katze, die aus dem Brombeerzaun herausschlüpft und wieder zielstrebig ihrer Bahn folgend, den Garagenhof wieder verlässt, wie sie gekommen war.
Ich kenne diese Katze, ich hab sie schon ein paarmal gesehen, einmal stand ich im Hof. Sie nimmt von nichts und niemandem Notiz, spürt auch nicht neugierig herum, und von mir ließ sie sich schon gar nicht irritieren. Sieht aus, als wäre sie wie ein zerstreuter Pendler unterwegs zum Arbeitsplatz und dächte an nichts anderes. Acht Stunden sind kein Tag, Katze! Das gilt auch für die Nachtschicht. Man kann sich doch auch mal zerstreuen, in der Umgebung umsehen, auf einen Absacker im Hof bleiben oder sich gar ein knackiges Vögelchen aufreißen. Auch Katzen sollten sich gewerkschaftlich organisieren und nur gegen Tarif und Pausenregelung auf Mäusejagd gehen.