• Sonnenhindernis

    Das hat doch schon Wolfgang Neuss gewußt: "Schauspieler kriegen Selters, sagt der Hauptmann. Wenn die Sonne keinen Hof hat, will er ihr einen machen - wenn's regnet, Kasernenhof!" Ich hab die Sonne neulich noch in voller Schönheit hinterm Siebengebirge untergehen sehen, und wie heißt Chemtrails zwischen Ronsdorf und Hürth-Hermülheimes bei Heine: "Mein Fräulein, sei'n Sie munter, das ist ein altes Stück! Da vorne geht sie unter und kehrt von hinten zurück."  -Drachenfels

    Allerdings fielen selbst mir vor ein paar Wochen bei einer Fernstraßenbahnfahrt von Bonn hierher auch die seltsam verwinkelten Kondensstreifen auf, die nach Meinung ernsthaft besorgter Bürgerinitiativen geheime Botschaften oder ein lindes Nervengas ausstrahlen, jedenfalls irgendwas zu bedeuten haben, und im Zweifelsfall nix Gutes. Da bin ich dann selber proaktiv geworden und habe mal ein unverfälscht reines Stück blauen Himmels fotografiert, eigentlich nur so, um mich selber an dem Anblick des schönen Blau zu erfreuen. Und dann stieß ich auf ein ziemlich merkwürdiges Geheimnis. Ich kann mich irren, aber wenn meine Vermutung stimmt, hat Bill Gates zusammen mit dem Software Entwickler Thomas Knoll die Himmelsfarbe verfälscht! Wie sagt unser Dichterfürst? "Wär nicht das Auge sonnenhaft...", und: "Wie wir den hohen Himmel, die fernen Berge blau sehen, so scheint eine blaue Fläche auch vor uns zurückzuweichen." Aber denkste! Seht euch die Ergebnisse selbst an. Vier Farben blau! Aber nach heutigem Anspruchsdenken in puncto ÄußerlichkeitenSonnenhindernis eben nicht schön genug, das ist so wie mit den hübschen Models, die werden auch durch Finessen aus der Retorte noch verschönert, blanke Augen, große Münder, weiße Zähne usw. usf. sind heute Programmier-Produkt der Brüder Thomas und John Knoll, die das allgegenwärtige "Photoshop" entwickelt haben! Das ist schon ein Ding, oder? Sonnenfinsternis, daß ich nicht lache! Allles nur gefaked, getürkt und ausgedacht! Soll ich euch mal was verraten? Ich glaube, es gibt gar keinen Himmel und keine Sonne mehr, das bilden wir uns alles nur ein, der Himmel sieht längst rot und schlierig aus wie diese Derrick-Werbeplakate, die seit Jahrzehnten im Schaufenster der chemischen Reinigungen gilben, Kontrast, Tonwert und Farbe des Himmels wurde von Microsoft-Agenten verpixelt, und die verwalten auch unsere in Nährflüssigkeit eingelegten Hirne, die sich das alles nur einbilden! Ganz oben findet ihr das Stück blauen Himmels, das ich fotografiert habe. Ganz schön, oder?

    Sonnenhindernis

    Das Foto darunter ist dasselbe, wenn man im photoshop-Programm in der Bildbearbeitung die Option "Kontrast" wählt. Wahnsinn, was?

    Sonnenhindernis

    Aber es kommt noch besser. Das dritte Bild zeigt mein schönes Himmelblau, wenn man zusätzlich zu dem Kontrast auch noch die "Auto-Tonwertkorrektur" anklickt.

    Sonnenhindernis

    Und das letzte Foto, ganz unten? Immer noch dasselbe Himmelblau, nur außer Auto-Kontrast, Auto-Tonwertkorrektur auch noch "Farbkorrektur" angeklickt!

     

    Sonnenhindernis

    Der Himmel ist gar nicht mehr blau! und wer hat uns auf die richtige Spur gebracht? Chemtrail-Kritiker! Die Bürgerinitiativen gegen die Chemtrailverschwörung sind der letzte, verzweifelt-hilflose Versuch des Aufbäumens gegen die allgewaltige, unsere Wahrnehmung bestimmende und beeinflussende Matrix!

    Jedenfalls hat sich die facebook-Initiative "Sonnenfinsternis verhindern - jetzt!!" in meiner Umgegend vollumfänglich durchgesetzt. Nicht durchgesetzt hat sich der Mensch, der den Trockenspeicher bzw., meinen Zugang zu dem mir vertragsmündlich zugesicherten Aufhänge-Abschnitt immer wieder mit Altmöbeln blockiert, jedenfalls stand der Tisch schon wieder im Weg, den ich mit dem vollen Wäschekorb so nicht nehmen kann. Okay, schiebe ich den Tisch einmal mehr in die Ecke von dem verdammten Dachstuhl; weshalb es feuerpolizeilich verboten ist, Möbel auf dem Dachspeicher zu lagern, weiß ich jetzt auch, denn überall wurden zwangsweise die verdammten Rauchmelder installiert, nur nicht auf dem Trockenboden, wenn hier mal ein Schwelbrand ist (schließlich haben wir eine Lichtleitung dort), freut sich die Abrißbirne. Dichtzaun KölnMal sehen, wie lange das hin und her um den Couchtisch noch geht. Oder will die Mitnutzerin des Trockenspeichers, die eine ihr vermeintlich zustehende Anzahl von Leinen nicht mit Badetüchern wie den Strand in Mallorca, sondern mit ihren immergleichen schwarzen Unterhemdchen behängt, mich zwingen, unter diesen Unterhemdchenpuenderich im schnee hindurchzutauchen, um Zugang zum hinteren, auch nicht immer unbelegten Tockenleinenabschnitt zu gelangen? Macht sie das vielleicht unterschwellig an, wenn sie die Unterhemdchen wieder einsammelt, dass sie leicht über mein ergrautes Haupt gestrichen sind? (Nicht, dass ich das ausprobiert hätte, nein-nein, gebückt trag ich die Wäschekörbe nicht, wenn schon Hausmann, dann immer noch im aufrechten Gang des Homo saptil!) Wäre eine merkwürdige, mir altem Sünder und Perversling jedenfalls noch unbekannte Form sexueller Verirrung, dieses Fremddistanzunterwäschebewedeln. Apropos Nachbarn, eine große Baumarktkette wirbt diese Woche u. a. mit dem häßlichsten aller Blickdicht-Gartenzäune mit dem passenden Namen meiner Heimatstadt! Neben den Modellen "San Diego", "Helmstedt" und "Ramallah" ist auch "Köln" offenbar ein naheliegender Begriff für zweckdienliche Grenzbefestigungen, Aus- bzw. Einsperranlagen. Die Flüchtlingsfrage hat auch unseren hier im Wohnviertel meinungsbildend wirkenden Kolumnisten unter den wilden Wandzettelklebern stark angeregt. Sind seine sonstigen Meinungsäußerungen wenn auch wirr, so doch meist unzweifelhaft dPündericher Ausblickem linksautonomen Milieu zuzuordnen, doch scheint er inzwischen fast vergessen zu haben, dass kein Mensch illegal und jeder von uns Ausländer ist - und zwar überall. Sein neuestes Bulletin, das ich kürzlich an einer Litfaßsäule fand, verrät jedenfalls echte Sorge um den Arbeitplatz, der ihm oder sonstwem von ungelernten Flüchtlingen weggenommen werden könnte. politische_schriften

    Leider wohnen wir nicht in diesem schönen Fachwerkhaus mit Blick auf die verschneite Mosel. Denn da könnte man die Wäscheleine notfalls zwischen zwei Giebel spannen, jedenfalls im Sommer. Gut, im Sommer kann ich sie auch in den Hof hängen, aber nach der Logik mancher Hausnachbarn verliere ich dann unwiderruflich den Anspruch auf drei bis vier Leinen im Speicher, die ich natürlich brauchen würde, wenn's regnet. Apropos Regen, die partielle Verdunkelung hat hier jedenfalls nichts bewirkt, außer einem kurzfristigen Verstummen des Vogelkonzerts, und selbst die Krähen waren nicht zu sehen, die sonst entweder Eichhörnchen am Betreten der höheren Baumregionen zu hindern suchen oder scharenweise zwei bis drei Birken bevölkern. Heute früh waren aber drei Eichhörnchen nacheinander an unserem Frühstücksbuffet - als erstes wieder der kleine schwarze Teufel, der u.a. ganz scharf auf Mohrrüben ist, diesmal aber auch mit der dicksten Sonnenfinster-Nuß zufrieden war. Und kurz vor dem himmelskundlichen Event lief ein anderes rötliches Eichhorn wie verrückt über die Tannenzweige, ließ sich fallen, wuppte wieder nach oben, rannte aufgeregt hin und her, als wäre es selig, endlich mal von Raben ungestört herumtoben zu dürfen!


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