• pomodori (di tempi) passati

    "Ou sont les neiges d'antan?" Weiß ich auch nicht. Zur Zeit liegen Frost und Raureif auf der Wiese, wo kürzlich ein echter Hase (ein ziemlicher Trumm, mit weißem Schwanz und den eher hasen-typischen Laufbewegungen) Schlittschuh lief,Tomatenpflanze in der Duschkabine natürlich auch auf den selten benutzten Autos in der Kurve unserer Ministraße, die nicht richtig weiß, wie sie heißt... seit kurzem steht da ein irreführendes Schild, das eigentlich erst für die Straße gilt, welche jenseits unserer "Straßenkreuzung" vor der Haustür ihren Anfang nimmt und bei der evangelischen Kirche endet. Und rauh ist mir auch der Hals geworden, eine böse Erkältung mit Dauernießen, -schniefen und -husten hat uns beide ereilt. Bei mir sind es mehr die flüssigen, willkürlich herauszuprustenden Emissionen, bei meiner Mitbewohnerin der hartnäckige Husten, der nach Zehnminutentakt fortdauert und dabei so klingt, als würde der Schauspieler Gert Haucke mit seinem fetten Bass in kurzen, heftigen Alarmrülpsern das Wort "Lungenspitzenkatarrh" wieder und wieder herausbellen. Den Herrn Haucke hab ich mal im Rundfunk kennengelernt, das ist ein ganz lieber, weicher und sensibler Kollege gewesen, der das Unglück hatte, aufgrund seiner Stimme und der eindrucksvollen Walter-Matthau-Physiognomie (wie aus Knetgummi gemeißelt) oft gräßliche Rollen von SS-Schergen, Wehrmachtsgeneralen, autoritären Vätern und fiesen Folterknechten zu kriegen. Tragik des Schauspielerberufs! Seine Hunde liebt er über alles und das mit recht, und, wie gesagt, er ist ein ganz lieber, kooperativer Schauspieler gewesen, der sich nicht zu schade für eine Unterhaltung mit niederen Chargen war (ich fungierte als ein kleiner Regieassistent - mußte den Sprechjern die Manuskripte zurechtlegen, Kaffee besorgen oder die Ratschlüsse aus dem Regieraum vermitteln - "Herr Larousse, ein Staubtuch!" lautete der legendäre Satz, den der Regisseur O. mal nach mir bellte).

    Kurz, der Winter schien neulich schon kurzerhand vorbei, bevor er erst zaghaft begonnen hatte, und nun kommt er Tomatenpflanze in der Duschkabineauch nur mal auf Stippvisite zurück, wie man hört. Aber die XXL-Tomate vom Sommer, die sich so himmelstürmerisch auf unserem Balkon gereckt und bisher eigentlich nur 2-3 allerdings eindrucksvoll große Früchte herausgerückt hatte, sie steht immer noch, und zwar in unserer sonst nicht benötigten Duschkabine. Und wahrhaftig, die winzigen grünen Knödel, die sich kurz vor dem ersten Dezemberfrost zeigten, inzwischen sind sie herangewachsen, aufgeplustert und gereift und können in Kürze geerntet werden. Vielleicht sind sie besonders schmackhaft, wie Eiswein oder Grünkohl, nach dem Frost geerntet? Die armen Blätter sind darüber - trotz Gießens - verwelkt, aber der Stamm steht noch, und ich will versuchen, Kerne aus den Früchten zu lösen und zu trocken, um eventuell im Frühsommer zu einer neuen Tomatenpflanze von solch überzeugender Standfestigkeit zu kommen. So hat auch der Winter seine Freuden - Vorfreuden, vor allem. Draußen eilen die Eichhörnchen über die Bäume auf der Suche nach Nußbergwerken, Rotkehlchen und Meisen pwechseln sich an den Knödeln ab, mitunter schaut ein Buntspecht vorbei. Heute abend freue ich mich auf passierte, frische Tomaten, auf pasta al sugo e al burro!


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  • Commentaires

    1
    karinkornelia Profil de karinkornelia
    Dimanche 22 Janvier 2012 à 14:56

    Wenn dir die Kernvermehrung gelingt, möchte ich auch solch ein Wunderpflänzchen. Mach es wie Monsanto, melde ein Patent auf den Samen an. "Tomate Larousse, increvable et délicieuse".

    2
    Petit Larousse Profil de Petit Larousse
    Dimanche 22 Janvier 2012 à 18:21

    ...es wurden dann, mit selbstgepflanzten Basilikum und gutem Öl, waaahnsinnig leckere Bruschetti daraus... sie schmeckten wie ein Nachmittag in der Frühlingssonne an der Nitrodiquelle auf Ischia!

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