• ...Dann geht er von neuem auf und ab, bleibt plötzlich stehen, faltet die Hände vor der Brust, wirft den Kopf zurück und beginnt, aus voller Brust zu singen.

    WLADIMIR: Ein Hund kam in...
    Da er zu tief einsetzt, hört er auf, hustet und fängt von neuem etwas höher an zu singen.
    Ein Hund kam in die Küche
    und stahl dem Koch ein Ei.
    Da nahm der Koch den Löffel
    und schlug den Hund zu Brei.
    Da kamen die anderen Hunde
    und gruben ihm ein Grab...
    Er hört auf, denkt nach und beginnt von neuem.
    Da kanmen die anderen Hunde
    und gruben ihm ein Grab.
    Und setzten ihm ein'n Grabstein
    worauf geschrieben stand:
    Ein Hund kam in die Küche
    und stahl dem Koch ein Ei.
    Da nahm der Koch den Löffel
    und schlug den Hund zu Brei.
    Da kamen die anderen Hunde
    und gruben ihm ein Grab...
    Er hört auf, denkt nach und beginnt wieder.
    Da kamen die anderen Hunde
    und gruben ihm ein Grab...
    Er hört auf, denkt nach und singt dann, etwas leiser, weiter.
    Und gruben ihm ein Grab...
    Er schweigt, bleibt einen Augenblick stehen, ohne sich zu bewegen, geht dann wieder in fieberhafter Eile auf der Bühne hin und her und auf und ab.

    Leider habe ich keine Zeit, täglich hier anzudocken. Jeden Tag ein neues Wort einstellen, das wär was! Kürzlich lernte ich das Wort barfen v. t. kennen. Heißt soviel wie "Hunde biologisch füttern" und wird abgeleitet von BARF, einer Abkürzung für "Biologisch artgerechte Roh-Fütterung", der Köter kriegt frische Leber, Niere und/oder Schlachthofabfälle durch den Wolf gedreht, dazu gemahlene Knochen und gekochte Möhren und dafür kein Diabetes mehr, wie (angeblich) der Prachtkerl dank Schappi. Heute schon bedarft, äh, gebarft? Im Internet gibt es entsprechende Foren, wo man diskutiert, ob Barfen auch auf dem Jakobspilgerweg oder beim Campingurlaub geht, und dass es heute auch nicht mehr so ein Abenteuer ist wie vor 12 Jahren, an Schlachthofabfälle zu kommen.

    Neulich im Theater, wir beeilten uns, weiter zu warten - und nun raten Sie mal, wer nicht kam? Genau. Erst kamen wir zu spät los, weil die Küche noch aufgeräumt werden müsse ("wegen der Aura"), dann rasten wir zur Bahn, statt auf den Bus 133 zu warten, der auch pünktlich ohne uns losfuhr, der andere, 131er, tat desgleichen und von der Linie 12 weit und breit nichts zu sehen: Tödlicher Unfall auf dem Höninger Weg, Ecke Gottesweg, da war ein 50jähriger Radfahrer in der Schienenrille festgeklemmt und gegen die anfahrende Bahn geprallt. Gut, dass mir das nicht passiert ist! Wir nahmen notgedrungen das Auto zum Schauspielhaus, fanden sogar eine kaputte Parkuhr und abends kamen wir mit dem Wagen nur über Umwege, nicht über den Hönigerweg zurück, denn die Spusi war noch um 22.30 am Werk, die Unfallstelle zu sichern bzw. den -hergang zu klären.

    Schließlich machten wir kehrt, um Didi und Gogo nicht allzu lange warten zu lassen. Die Kölner Inszenierung hat gewaltige Emotionen ausgelöst. "Godot kommt nicht, auch nicht in Köln", stellte der Deutschlandfunk fest; "ergreifend bedrückend", schrieb eine Zuschauerin in den Blog der Bühnen der Stadt Köln. Das Bühnenbild sei eine "Metapher der Aufführung, die sich die Grube zum Stolpern selbst gräbt", frohlockte der Kritiker Andreas Wilink. Und doch: Mich mutet das Bühnengeschehen etwas seltsam an.
    Erstens: Dass ein großes Haus das macht, mit Kronleuchter und allem Klingklanggloria; früher war das ein Kammerspielstück für Studentenbühnen (ich hab es zuerst in einem alten Frachtkahn auf der Rhône gesehen, beim Theaterfestival in Avignon, dargestellt vom Ensemble "la péniche"). Zweitens, mir war einfach zu viel los auf der Bühne, da wurde ständig gemacht und getan, gerannt und gestikuliert und gefuchtelt, um die Langeweile totzuschlagen, die eigentlich das Hauptmerkmal einer zeitgenössischen Inszenierung des Antistücks sein könnte. Und warum nicht auch mal Langeweile, z. B. gegen die ständige Reizüberflutung "der" Medien an-inszenieren. Drittens, und das ist mein gewichtigster Einwand gegen die (sonst gelungene, verdienstvolle, darstellerisch brillante usw.) Aufführung: All die dick unterstrichenen Anspielungen zu KZ und Holocaust waren derart aufdringlich-einseitig, dass es schon wieder störte und wie ein allzu schlichter Schlüssel für's Ganze daherkam. Ich weiß oder habe gelesen, dass Beckett sich durch zwei Juden, die in der Vaucluse auf Papiere zur Weiterreise warteten, zu Wladimir und Estragon anregen ließ. Und es gibt Hinweise genug im Stück selbst: Gogo, der seine Hochzeitsreise nach Palästina machen wollte, "wir haben unsere Rechte verschleudert" und so weiter. Und Köln? Da wird aus dem Fingerzeig ein Ellbogenstemmen und das Ganze noch dicker aufgetragen, schließlich sind wir im Schauspielhaus. Da wühlen sie permanent in Bergen von Altklamotten, wie sie bei der Befreiung der KZs vorgefunden wurden, tragen selbst rutschige OP-Hemdchen, das Herr&Knecht-Nebenpaar Lucky & Pozzo glitter-farbene Zebrakostüme, pardon, Sträflingskleidung, SS-Peitsche darf auch nicht fehlen, fernes Grollen deutet die Artillerie der nahenden Ostfront an, und natürlich dürfen auch jede Menge gestischer Anspielungen nicht fehlen: Zu Beginn des zweiten Akts hebt Wladimir zu singen an, "da kamen alle Hunde und gruben ihm ein Grab", um sich gleich drei- bis viermal mit "piffpaff" in die ausgehobene Sterbegrube (wo er weich landet, unten liegen ja die Altklamotten, die immer wieder per Hydraulik nachgeliefert und hochgehievt werden) fallen zu lassen.
    Gleichzeitig übernahm man aber auch die Mahnung vom Altmeisters Beckett, wonach das Stück komisch zu verstehen sei. Ganz so zirzensisch, wie er es in seiner eigenen Inszenierung im Winter 1974/75 am Schillertheater in Berlin. Er habe das Theater "und besonders Godot leid und satt" schrieb er einem befreundeten Filmregisseur: „Tag um Tag diese Worte hören zu müssen ist zur Tortur geworden." 
    Da Beckett selbst Deutsch beherrschte, griff er damals an vielen Stellen in die Übersetzung von Elmar Tophoven ein, z. B. die Beschimpfungen der beiden Hauptprotagonisten: "Schurke! - Würstchen! - Saftsack! - Giftzwerg! - Rotzlöffel - Rindsknochen!" in "Streithammel! - Querulant! - Stinkstiefel! - Giftnickel! - Brechmittel! - Pestbeule!". Vielleicht hatte Beckett aufgdie Schnelle noch Recherchen in Kreuzberger Hinter- oder S-Bahnhöfen angestellt? Bei Wladimir gipfelte der Beschimpfungsduett in "Mistbiene!" (Tophoven). Beckett änderte in "Scheißkerl" und strich das wieder, um "Parasit" drüberzuschreiben. Diese ironisch-kabarettistische Manier wird auch in Köln genugsam herausgestrichen und begleitet die Holocaust-Grundstimmung: Suchscheinwerfer des Amüsementbetriebs im finsteren Sumpf der Geschichtsmelancholie. Irgendwie peinlich, unpassend, und damit meine ich nicht etwa political incorrect, ganz im Gegenteil, für die gegenwärtige Lage in Nachkriegseuropa total correct, immer mal etwas Holocaustmahnmal und dann wieder ein paar Takte comedy (statt irgendwelcher Musikeinlagen): Hach, wie sind wir doch locker & flexibel, wenn's um Moralismus und Bewältigungsvergangenheit geht. Die Auschwitzkeule als Jonglier-Diabolo.
    Okay, als ich das Stück zum ersten Mal las, reizte es mich zum Lachen. Meine Mitschüler, denen ich es auslieh, auch. Um den Witz zu verstehen, haben wir sogar die dreisprachige Version verglichen und nach weiteren Pointen abgeklopft. Wir haben uns beömmelt, wie man damals sagte, und konnten uns zu 100 % mit dem Stück ("...sie gebären rittlings über den Gräbern...") und der Deutung durch Theodor W. Adorno identifizieren. Das war wenig Jahre vor der Beckett-Inszenierung in Berlin. Wir lasen das Stück in der Schule, unter der Bank! wie man betonen muss, wie Comics oder Lassiter-Heftchen. Mein altsprachlich-humanistisches Gymnasium war so konservativ, dass man um Dramen, in denen Wörter wie "Mistbiene" oder "Saftsack" vorkommen, eher einen Bogen machte, von Schillers Räubern einmal abgesehen, der war ja Klassiker, da mochte das noch angehen. Ja, dieses Stück ohne Handlung, der brutalstmögliche Stillstand entsprach ganz unserer Weltwahrnehmung in der Vor-Punk-Ära. Das hatte natürlich auch was mit pubertärem Unerfülltsein zu tun. Uns gefielen ja auch Led Zeppelin und Yoko Ono. Wäre es durchgenommen worden, hätten wir uns lustlos damit herumgeödet. Wir eigneten uns den Stoff, der nie drangekommen wäre, in der Untersekunda an (später kam wohl Arno Schmidt und dergleichen auf), und meinen Lektüre-Empfehlungen folgte die Clique, deren intellektueller Stichwortgeber ich, der unsportliche, führerscheinlose und technologisch völlig unbedarfte Außenseiter, weiß der Teufel wie, damals geworden war.

    Das Buch liegt vor mir, ziemlich abgeliebt, aus der Reihe Suhrkamp Taschenbuch (von der ich damals mehreren Nummern gratis abgreifen konnte, das hing mit einem Rezensenten-Bücherschrank zusammen, in dem nur noch die Taschenbücher waren, Erstausgaben hatten schon andere abgegriffen), Bd. 1. Besonders amüsierte uns beispielsweie diese Passage, wir haben dies und anderes mehrmals in Gespräche eingeflochten:

    ESTRAGON mit todschwacher Stimme: Meine linke Lunge ist sehr schwach. Er hüstelt. Mit Donnerstimme. Aber meine rechte Lunge ist kerngesund!

    oder die hier:

    POZZO: Was habe ich bloß mit meiner Bruyère gemacht?
    ESTRAGON: Ist ja toll! Er hat seinen Rotzkocher verloren! Er lacht schallend.
    WLADIMIR: Ich komme gleich wieder! Er geht auf die Kulisse zu.
    ESTRAGON: Am Ende des Ganges links.
    WLADIMIR: Halt mir den Platz frei. Ab.

    Darauf hieß die Pfeife, die ich damals zu rauchen pflegte, auf ewig so, aber auch der übrige Dialog wurde stehende Redewendung. - Der Übersetzer des Stücks und anderer Werke Becketts, Elmar Tophoven (1923-1989), stammte übrigens aus Straelen am Niederrhein, wo er eine ererbte Hofanlage besaß, die er mit Büchern und Nachschlagewerken und Kollegen füllte und die dann mit Landesmitteln per Stiftung zum Europäischen Übersetzer-Kolleg ausgebaut wurde. Ich war verschiedentlich dort zu Gast (auf den rotwein- und schokoladeintensiven Seminaren des VdÜ) und habe mich sehr wohl gefühlt. Das Tolle, dort kann man - als Übersetzer - auf Anmeldung zeitweise wohnen (gegen geringfügiges Entgelt für den Verbrauch von Strom, Wasser und Kaffee) und vor allem arbeiten, wenn zuhause Kindergeschrei oder der genervte Hausmann (literarisches Übersetzen ist ein Frauenberuf) stören oder eine Baugrube vor dem Fenster zum Arbeitszimmer lärmt. Die Übersetzer leben in den Zimmern der Bibliothek, ich war z.B. in der russischen Abteilung untergebracht. Natürlich klopfen bisweilen Kollegen, die den einen oder anderen Band benötigen. Inzwischen ist aber auch dort der Computer eingezogen; die allgemein zugänglichen internetfähigen Laptops summen und glühen in der Nacht in dem schönen Innenhof, wo man notfalls die ganze Nacht surfen kann. In einer vergleichsweise kleinen Küche kommt man zu den Mahlzeiten, die hier meist individuell genommen werden, mit Kollegen zusammen, vielen Ausländern, die hier stipendienhalber wohnen, um den einen oder anderen deutschen Autor in die jeweilige Landessprache zu übertragen.

    Vom Barfen der Hunde zur ökologisch korrekten Humanoid-Ernährung: Vorgestern verlas eine Sprecherin im Rundfunk die Schlagzeile "Ehekrise führt zu Kompetenzstreitigkeiten bei der Lebensmittel-Kontrolle." Originalzitat! Wörtlich wiedergegeben!


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  • "Mer han jet ze beate" (nee, hat nichts mit Beate zu tun, sondern soll kölsch soviel heißen wie "wir haben was zu bieten", aber wie The Bietels geschrieben), diesen Spruch haben sich die Kölner für die diesjährige Karnevals-Session ausgedacht. In der Gegend, wo ich wohne, variierten die Anwohler der Schulze-Delitzsch-Straße den Spruch wie folgt: "wir unterbeaten alles!" und riefen den kleinsten Karnevalszug der Region aus, er ging wirklich nur die Schulze-Delitzsch-Straße entlang, aber mit eigenem Dreigestirn (wohnen alle im selben Haus). Hier das Plakat:

    Politik und Gesellschaft

    Leider war dieser Karnevalszug nebst Proklamation von Prinz, Bauer und Jungfrau im "Happy Happi"-Imbiss schon am Samstag um 13.00 gewesen, da waren wir in Heimersdorf bei Schwiegerelters zum Besichtigen der Gesamtfamilie und des Heimersdorfer Veedelszochs. Da fiel mir ein Wagen mit dem schönen Spruch Severinstorburg"Mir haben jet ze beate: Strüßjer jeje Bützjer" auf, leider waren die Damen, denen ich "Bützjer" im Tausch gegen die Erzeugnisse der Ein-Blumen-Floristik anbieten hätte können, gerade mit irgendwas anderem beschäftigt, und die Herren der Schöpfung waren auch wenig willens, Sträußchen herzugeben, wie mir schien. Sie klammerten geradezu an den Stengeln, und nur ein einziges Strüßje kriegte meine Frau von einer Bekannten ihrer Schwester. Angesichts unserer bildhübschen Neffen und Nichten regnete es allerdings Süßigkeiten, u. a. Billig-Schokoladetafeln, Bonbons, Isla-Irish-Moos-Sirup, Kekse, Mini-Rittersportschoggis, Schlüsselanhänger und 2 sixpacks mit Berliner Ballen.
    Beim Rosenmontagszug wird natürlich viel, viel mehr geworfen (auch wenn die Karnevalsvereine selbst da noch sparen, um noch genug für die Viertels-Umzüge am Dienstag zu haben),Bereitschaft im Kostümgeschäft aber wie immer ist einer von uns krank und das lange Herumstehen in der Kälte, bis d'r Zoch kütt, sowieso beschwerlich, es sei denn, man hat ein Fass Glühwein dabei (bei den meisten Wartenden am Straßenrand ist eher das "Pittermännchen" mit Kölsch im Kinderwagen versteckt). Wir haben auch dieses Jahr nur eine ganz winzige Stippvisite zur Bonner Straße machen können, wo der Zug aufgestellt wird, der dann (siehe oben) durch die Falltür der Severinstorburg Richtung Stadtarchiv-Loch (beinahe wär er vor 2 Jahren reingefallen) in Marsch gesetzt wird, um durch die Altstadt und über die Ringe zu mäandern. Dabei ist die halbe Stadt samt Umland beteiligt, mit Fußtruppen, Pferdestaffeln, Kutschen, Treckern und sämtlichen Einsatzwagen der Schokoladen-Bimmelbahn und natürlich auch der Müllabfuhr. Polizistin liegendEs wird getrommelt, gepfiffen, Blech geblasen und Samba getanzt, und wer Freude dran hat, darf hinter dem letzten Wagen herlaufen und eine originelle eigene Truppe bilden (als letztes kommen die orange kostümierten Asphaltpfleger), ansonsten ist das alles ziemlich vereinsmäßig organisiert (und Kornelia war wieder mal schwer von der Logistik beeindruckt). Es dauert ja auch eine ganze Weile, bis die LKWs mit ihren Bruttoregistertonnen von Süßkram und Blumengebinden ausgepacktLKW mit Blumen und das Wurfgut in die Prunkkarossen verladen worden sind. Da wissen alle, wo sie wann wie kostümiert und mit welcher Ausstattung erscheinen müssen, kriegen am Zielort ihre erste Erbsensuppe und ihr erstes Kölsch, die Blechbläser stellen ihre Tubas auf dem Bürgersteig ab, und dann wird erstmal stundenlang geschwafelt oder zwischendurch auch mal truppenübungsplatzmäßig "und nun alle ein dreifaches Kölle?" - "Alaaf!" gebrüllt. Die uniformierten Narren formieren sich und tanzen sich warm, zwischendurch platzt mal wieder eine Blaskapelle los oder ein wildes Getrommel setzt ein.Heinzelmännchen Denn wenn sich der Zug um 11.11 Uhr in Bewegung setzt, dauert es ja noch Stunden, bis aus allen (für den Normalverkehr gesperrten) Seitenstraßen die Karossen mit ihrer jeweiligen Entourage sich anschließen dürfen. Für den Verkehr gesperrt? Von wegen! Alle Naslang kommt ein Taxi oder eine schwere Limousine angefahren, und dem Beifahrersitz zwängen sich betagte Herrschaften in buntscheckigen Uniformen, das sind die Chefs und auch die Sponsoren der jeweiligen Vereine, die wollen bei ihren Mannschaften nach dem Rechten sehen und werden frenetisch begrüßt. Selbst die "Colombinen", eigentlich ein Damenverein, haben eine männliche Ehren-Colombine, wie wir heute lasen. Alles in allem dauert der Zug bis 17.00, wenn ich mich recht entsinne - früher endete er an der Severinstorburg, wo denn auch ein lustiges Schild hing mit der Aufforderung (deren letzter Satz zu meinen Lieblingssprichwörern gehört): Fußtruppen links - Wagen rechts. Werfen einstellen!
    Wir haben, wie gesagt, in diesem Jahr, wegen allfälliger Erkrankung von Teilnehmern, mal wieder nur ganz wenig vorab besichtigt, und dann fiel auch noch meine Kamera aus mangels Strom. Nicht immer ist der karnevaleske Witz mit gescheiter politischer Satire aufgeladen, oft genug bleibt es im Platten oder schlicht Dämlichen stecken, Böse Stundeund dass Lena bei dem Zug mitgeht, führte zu einer blödsinnigen Karikatur, wonach sie als Schneewitchen im Glassarg von uns Steffi (Raab) wachjeküss worde wär - kein Wort darüber, dass der Contest in diesem Jahr gar keiner war, weil sich außer Lena keine Schlagersternchen bewerben durfte; ich hätte dieses gesangliche Einwegprodukt als orientalische Alleinherrscherin dargestellt. Kölner MasochistenAber einige Wagen gefielen uns doch. Das "Böse" siegt in Gestalt von Josef Esch über den gleichnamigen Chef der Messegesellschaft Gerald Böse, der für die Kölner Messehallen überteuerte Mieten an den Esch-Fonds zahlt, wobei die EU die Rückabwicklung des mehr als fragwürdigen Verkaufs verlangt. - Die "Kölner Masochisten" bzw. Sportfans werden - mit einer diesmal ziemlich originellen Auslegung des diesjährigen Mottos - als sich selbst geißelnde Lederboys dargestellt, der Geißbock (Wappentier des Kölner Fußballvereins) wird zu Gyros und der Hai als Wappentier der Eishockey-Fraktion nicht zu Fischstäbchen verarbeitet, aber ins Goldfischglas gesteckt.
    Besonders hübsch war die Idee, die Intendantin des Stadttheaters, Karin Beier, als vorwärtsstürmende Freiheitsgöttin nach Delacroix "oben ohne", aber mit einem Transparent: Mut zur Kultur! über den darniederliegenden Bürgermeister trampeln zu lassen, von einem knienden Bärbelchen und einem pistolenschwingenden Hänneschen flankiert. Die Weltpolitik wirkt weniger originell. Kartenhaus des Nahen OstensDer Guttenberg-Wagen wurde in letzter Minute umgebaut und der Kopf des Ex-Ministers abgesägt, jetzt kriegt er die Kopiererklappe auf denselben und wird per Fußtritt in die Wüste katapultiert. Barak Obama schubst ein Kamel durch ein Nadelöhr, auf dem "Friedensprozess" steht - sicher ist diese zwechfellerschütternde Idee das Ergebnis endloser Entschärfungsdebatten, denn ungern möchten die Kölner an die Tradition antisemitischer Karnevalswagen in der Zeit von 33 bis 45 erinnern oder gar anknüpfen... Und als Ergebnis der Revolte fällt das Kartenhaus der Nahost-Diktaturen in sich zusammen, wenn kleine schnurrbärtige und braungesichtige Männlein aus einer palmenumrankten Stadt oberhalb eines Felsmassivs über die Brücke strömen und die Spielkarten, auf denen Mubarak, Ben Ali und Ghaddafi abgebildet sind, mit Spitzhacken und Schaufeln attackieren - vergleich' dich, Metapher, oder ich freß dich!

    Karin Beier führt das Volk zur Kultur


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  • Leider, meine letzten paar Dutzend Fotos sind verloren, weil keiner meiner Computer mehr auf die Karte in der Digitalkamera reagierte, auch Cardreader-download-Programme der Hersteller nicht funktionierten und ich ziemlich viel herumfrickeln musste, wobei ich zweimal die Kamera formatierte, und einmal, als ich der Fotos sogar schon ansichtig wurde, versehentlich den falschen Stecker herauszog. Jetzt klappt es erstmal wieder mit einem extra-Lesegerät, das genauso vorsintflutlich ist wie meine Computerei. Schade um so manche schöne Aussicht und Ansicht aus dieser Gegend. - Aber auch Legenden sind sterblich, das haben wir an Peter Alexander gesehen. Eben noch der junge Polydor-Götterliebling (den übrigens zeitlebens seine Frau gemanaged hat), der spielend Schlagerschmalz mit Rock'n Roll verquicken kann und selbst den rauchigen Sinatra-Charme butterzart wie Crèmeschnittchen serviert - schwupps, schon liegt er aufgebahrt im Wiener Zentralfriedhof (wird aber in der Familiengruft in Grinzing beigesetzt). Wachskerze für SchmalzheiniTrifft nicht auf ihn jetzt zu, was er seinerzeit in "Bist du einsam heut nacht?" raunte: "Du hast deine Rolle gut gespielt damals. Bis ich dir eines Tages nicht mehr glaubte und fortging. Dann sahen wir uns wieder irgendwo zufällig. Du warst verändert, aber du sagtest: Ich liebe dich. Und ich hatte keinen Grund, dir nicht zu glauben. Ich hörte deine Lügen an, viele Wochen, und dann lebte ich ohne dich. Nun ist sie leer, die Bühne, doch das Spiel ist noch nicht zu Ende. Der Vorhang wird sich nicht senken. Wenn du willst, daß ich zu dir zurückkomme, dann komme ich..." scha-luchz! Bitte nein, bleib, wo du bist! Wahrscheinlich doch im Himmel der Schlagersternchen. Vielleicht wird Peter Alexander gar noch heiliggesprochen? Eine brennende Kerze sowie eine weiße Rose nebst Starfoto als Zeichen der Verehrung fanden sich bereits in der Kirche, in der die Kölner sonst Fürbitten an den Hl. Judas Thaddäus niederlegen - die, wenn das Geld für die goldene Inschrift auf Marmor fehlt, mit Kugelschreiber an die Wand kritzeln (da steht u. a. "Hilf, dass ich auf's Gymnasium komme", "Hilf dem kranken Opa von Emily", "Danke, Jude!"). Ich finde ja, Peter Alexander sollte sich kremieren lassen, dann hätte das Beerdigungsinstitut am Höninger Weg in Zollstock gleich die geschmacklich passende Urne für ihn, hier eine kleine Auswahl...Blick durch den Zaun am Abgrund Gleich neben der Kirche, wo ich das Alexander-Andenken fand, ist übrigens die Baugrube, die an der Stelle des einstigen Stadtarchivs von Köln gähnt - die Kirche blieb wunderbarerweise unversehrt. Handy-Fotografier-VerbotKein Wunder, dass manche damals  in den ersten Tagen nach dem Einsturz ähnliche Fürbitten für die beiden - sehr viel später tot aus den Trümmern geborgenen - jungen Männer aus der Nachbarschaft des Stadtarchivs hinterließen. Die Ursache für den Einsturz am 3. März 2009 hat man übrigens immer noch nicht richtig festgestellt, denn erst jetzt wird ein "Besichtigungsschacht" als Behelfszugang errichtet, damit sich die diversen Interessenten - Bauaufsicht, Stadtvertreter, Staatsanwälte, Versicherungsleute etc. - Zugang verschaffen können. Näher als sie kommt niemand an das Loch heran, dafür sorgen rund um die Uhr behelmte Wachleute am Bauzaun, und vermutlich herrscht Fotografierverbot,Blick durch den Zaun am Abgrund aber wenn man mit der Digitalkamera durch den Zaun zoomt, sieht man schon genug  - nachdem man dort noch weniges (Akten, Dokumente, Urkunden, verschmuddelt und unbrauchbar und erst in Jahrzehnten, wenn überhaupt, restaurierbar) rausgeholt hat, flutet des das Wasser in der Grube, und wer weiß, welche Fetzen aus der Kölner Stadtgeschichte da nun ungerettet an der Oberfläche schwimmen. Wenn sie schon nicht mehr brauchbar sind als Quellen, so belegen sie doch zumindest eins: die abgrundtiefe Blödheit der Kölner, die sich für 6 Minuten schnellere Verbindung vom Rathaus in die Südstadt eine U-Bahn in den unsicheren Baugrund am Rhein bohrten und dafür einen Riesenfundus an unersetzlichen Dokumenten ihrer Stadtgeschichte eintauschten. Andererseits hatte sich für das Archiv vorher niemand interessiert, man sah kaum Benutzer dort, und die Politik interessierte sich erst recht nicht für das Archivwesen, zuviel Bewusstsein für Kultur und Dokumentation ihrer Taten kann einem nur schaden, wie der aktuelle Titelbetrug des Grafen z. G. beweist. - Eigentlich wollte ich in diesem Blog allerlei schriftliche Quellen anderer Art zitieren, nämlich mehr oder minder politische Sprüche, die hier an Bäumen hängen oder auf Plakaten hinterlassen werden, aber das mache ich beim nächsten Mal, und dann kommt auch nochmal ein Blog über seltsame Firmennamen in der Umgebung. Als virtuellen Boten der wärmeren Jahreszeit lasse ich abschließend noch eine Sonnenblume aus dem Straßenpflaster wachsen - aber dieses Wunder der Natur, ich sage es lieber gleich, kommt nur durch eine Fälschung zustande, es ist die Spiegelung des Bürgersteigs im Fenster jenes Zoilstocker Leichenbitters, der für die Feuerbestattung diese interessanten schwarzen Blumenschmuck-Urnen feilbietet.

    Blick durch den Zaun am Abgrund

     


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  • Schon am 1. Oktober, noch vor Abschluss des Mietvertrags, hatten wir beim Provider den Umzug für 15. November beantragt, was dann verschlampt wurde. Zwei weitere Wochen mussten wir auf die Freischaltung warten, einen Tag lang hielt ich vergebens Ausschau nach dem angekündigten Techniker; kein Selbstinstallationsversuch funktionierte.Tacheles Logo Zwei Tage später kam der Mann doch noch, fand keinen Anschluss unter diesem Stecker - die alarmierte Genossenschaft reagierte prompt, so dass anderntags um 11 Uhr alles funktionierte, ohne Aufmeißeln der Wände und Wegrücken der Bücherkisten im Keller! Zwischendurch hatte ich einen Übersetzungsauftrag per e-Mail zu erledigen und bekam ein honoriertes Vortragsangebot: Gerne würde ich den genauen Titel und den Termin mit Ihnen konkretisieren, schrieb mir die zuständige Dame: Unter der Tel-Nr. ******** kommt dauerhaft ein Besetztzeichen. Wie können wir miteinander ins Gespräch kommen? Darauf machte ich meiner Verärgerung in einer Beschwerde Luft:Szenenbild aus "Anstreicher sind vergesslich" ...haben den Antrag bei dem freundlichen und kompetenten Mitarbeiter abgegeben. Er wurde der zuständigen Stelle vor unseren Augen gefaxt. Damit wäre alles in Ordnung, dachten wir. Fehlanzeige! Völlig unvorbereitet erfuhren wir letzten Donnerstag, dass der Antrag bei Ihnen liegengeblieben ist. ... Von einer Entschuldigung der Firma mir gegebenüber habe ich bisher nichts gehört, und kenne nicht einmal einen belastbaren Termin... Wenn ich über eine Woche nicht mehr erreichbar bin, entgehen mir Aufträge; mir entsteht objektiv ein wirtschaftlicher Schaden. Auf diese e-Mail antwortete mir der Provider wie folgt: Guten Tag! Schön, dass Sie auch an Ihrer neuen Adresse mit *** telefonieren möchten! Dazu sind detaillierte Angaben zu Ihrem neuen Wohnort erforderlich... Bitte beachten Sie: Bei einem Umzug benötigen wir ab Eingang der Umzugsmeldung derzeit eine Bearbeitungszeit von etwa 2-4 Wochen. Bitte schicken Sie uns daher möglichst bald das ausgefüllte und unterschriebene Formular, gern auch per Fax usw. Meine Antwort: Lieber Roboter, wahrscheinlich hast Du meine Nachricht zwar gelesen, aber nicht verstanden. Lass Dich mal von einem kompetenten IT-Techniker neu programmieren. Bühnenbild zu Dario-Fo-EinakternNähme ich das von Dir emittierte Standard-Kunden-Betreuungs-Geschwafel ernst, müsste ich es für reinen Hohn halten, dass mir eine Firma, die mich soeben mit dem Termin meiner Ummeldung draufgesetzt und mich telefonkommunikationstechnisch von der Aussenwelt abgeschnitten hat, so eine Nachricht zusendet. Ich schicke aber diesen gesamten Briefwechsel ein paar Freunden von mir, die in der Umgebung wohnen und die möglicherweise auch einmal darüber nachdenken, ob sie Dich je mit irgendwas beauftragen wollen. Richard Gutermuth als Dieb, der nicht zu Schaden kamViele Grüße, Dein Kunde. Danach kriegte ich noch eine etwas kleinlautere e-Mail mit dem Angebot, mir 30 € gutschreiben zu lassen, damit muss ich es wohl bewenden lassen.

    Aber weil wir zwischendurch auch noch mal was anderes als Umzugsstress erleben wollten, folgten wir der freundlichen Einladung von Elisabeth, meiner Freundin aus frühester Jungmannzeit (35 Jahre muss das jetzt her sein), in das Kulturzentrum "Klangbrücke" nach Aachen. Dort führte sie mit ein paar Freunden unter der Regie von Tatjana Jurakowa zwei Einakter von Dario Fo auf: Der Dieb, der nicht zu Schaden kam und Anstreicher sind vergesslich. Das Theater Tacheles e. V. ist ein Unternehmen theaterbegeisterter Zeitgenossen aus den verschiedensten Berufen - Verwaltungsangestellte, Krankenschwester, Apothekerin -, die es sich leisten, zweimal im Jahr ihre Freizeit zu opfern und mit liebevollem Aufwand, selbstgeschneiderten Requisiten und Kostümen und einer eingekauften Profi-Regie Dramen, Komödien und Boulevardeskes aufzuführen.Szenenbild aus "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" Einige liebäugeln sogar mit dem Schauspielerberuf oder leben zumindest von einschlägigen Seminaren und Workshops. Eine Förderung erhält der Verein nicht und muss selbst für die städtische "Klangbrücke" einen, wenn auch symbolischen Mietpreis zahlen. Der Druck von Programmheft und Eintrittskarten wird mit Anzeigen finanziert. Für alle Stücke werden zuvor die Rechte bei den Theaterverlagen erworben - in der Hoffnung, dass sich das Geld wieder einspielt, was nicht immer der Fall ist; dann wird auch schon mal ein Nachlass gewährt. Die Liste der von ihnen aufgeführten Autorinnen und Autoren kann sich sehen lassen: Friedrich Dürrenmatt, Oscar Wilde, Michael Ende, Agatha Christie, Walter Hasenclever - und nun also der italienische Nobelpreisträger Dario Fo. Ähnliches macht eine andere, schauspielerisch ähnlich hochbegabte Freundin von mir, die witzigerweise ebenfalls Elisabeth heißt, mit dem Theater Stückwerk in Bern, das ebenfalls als Verein organisiert ist.
    Bühnenrequisit des Tacheles-TheatersTrotz Schnee & Eis & vergessenem Zettel mit der Adresse fanden wir die Kurhausstraße auf Anhieb und sogar einen guten Parkplatz, weshalb wir nicht zu spät zum Theaterfrühstück anrückten. Denn das Besondere an der Sonntagsmatinee ist, dass die beteiligten Tachelesier vor der Aufführung zu einem kleinen familiären Frühstück aus belegten Broten und Kaffee einladen. Als es schließlich so weit war, nahmen wir im abgedunkelten Saal Platz  und sahen zunächst beim Einbruch in einer gutbürgerlichen Wohnung zu. Gutbürgerliches Ehepaar Leider ist der Dieb verheiratet und seine Frau hat die Angewohnheit, ihn auch im Dienst telefonisch erreichen zu wollen. Schließlich hört er, völlig unerwartet, den Hausherrn - mit seiner Geliebten im Schlepp - an der Tür und entschlüpft in den Uhrenkasten - eine tolles Bühnenrequisit, das aus einer wunderschönen alten Standuhr und eigenhändigem Tischlerwerk eines der Schauspieler konstruiert worden ist. Nach einigen Schäferminütchen auf der Couch schlägt's irgendwann zwölf und der verbeulte Dieb gibt sich wehklagend zu erkennen. Szene aus "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam"Zunächst hält das ehebrechende Paar ihn für einen Detektiv, den die Ehefrau des Hausherrn, die bald darauf persönlich erscheint, mit Ermittlungen beauftragt hat. Auch die Ehefrau des Ganoven, dessen Leben kurzzeitig auf dem Spiel steht, will in der vermeintlich leeren Wohnung nach dem Rechten sehen. Die wechselseitigen Ausreden der Ertappten produzieren ein wildes Chaos von Missverständnissen, bis sich die Sache endlich mit der Flucht aller Beteiligten (teils wieder durch den Uhrenkasten) glückhaft auflöst.
    Das zweite Stück fordert zumindest einem der Schauspieler sehr viel Geduld ab: Tobias Valtinat & Elisabeth BooiEr muss nämlich die meiste Zeit stocksteif im Stuhl sitzen und "toter Mann" spielen. Es handelt sich, so soll man glauben, um die einbalsamierte Mumie eines Orient-Forschers, der die Vielweiberei auch praktisch erproben wollte, weshalb seine Ehefrau und (angeblich) Witwe ein Bordell für ihn erwarb, von dessen Betrieb sie heute noch lebt. In Wirklichkeit gibt sie dem Mann zweimal am Tag eine Spritze, die ihn bewegungsunfähig macht. Elisabeth Booi in der GarderobeDavon ahnen die zwei gerissenen, faulen und geldgierigen Anstreicher nichts, die sich als "Dekorateure", sogar als "Restauratoren" ausgeben und nach einem kleinen Handgemenge vermuten, sie hätten den lebenden Ehemann getötet. Einer von ihnen muss sich verkleiden und die Rolle des stummen Sitzenden spielen, während der Einbalsamierte des Anstreichers Klamotten erhält. Bis endlich die geneppte Bordellwirtin mit der Spritze naht, der vermeintlich Tote wieder aufwacht und eine turbulente Balgerei anhebt.

    Die Theaterstücke, die der 84jährige Dario Fo (er war ursprünglich Architekt) für kleine Theater und Wandertruppen schrieb, gelten seit jeher als provokativ, gesellschaftskritisch, anarchistisch. Applaus für Tobias und ElisabethBegeistertes Publikum applaudiertNicht selten riefen sie die Zensur auf den Plan. Unter Druck von Obrigkeit und Kirche wurden Fo-Szenen abgesetzt, aus dem Rundfunkprogramm geworfen oder polemisch verteufelt. Inhaltlich, aber auch in den dargestellten Typen (ehrbare Bürger, kleine Handwerker, Ganoven) zehren sie von der Tradition des italienischen (vor allem neapolitanischen) Volkstheaters, der commedia dell'arte. Dass Dario Fo 1997 für sein "volkstümlich-politisches Agitationstheater" den Literaturnobelpreis der Schwedischen Akademie der Wissenschaften erhielt (es führte gar zu Rücktritten im Nobelkomitee), macht den Autor zum idealtypischen Gegenspieler des derzeitigen, leider immer wieder gewählten Präsidenten Silvio Berlusconi. "Wettstreit zweier Berufskomiker", nennt es Dario Fo laut Programmheft. Neulich hat der Theatermann dem Machthaber und Medienmogul die Leviten gelesen, mit einer Lesung aus den Schriften Macchiavellis, worauf mich Brigitta Flau in Italien aufmerksam machte.
    Natürlich fallen viele lokaltypische Anspielungen und der volkstümliche Dialekt in der Übersetzung der Einakter unter den Tisch, weshalb die Aufführung ein wenig klamottös und klamaukig daherkam. Der Spielfreude der Enthusiasten vom Theater Tacheles e. V. tat das keinen Abbruch, und sie meisterten sowohl die rasanten Dialoge als auch die physischen Strapazen mancher Gags, wie das Schultern einer mindestens zehn Meter langen Handwerkerleiter. Nils Gajek, Holger Telke, Richard Gutermuth, aber auch Elisabeth Booi und - besonders wegen ihrer ruhigen Spielweise, die ganz auf originelle Mimik vertraute - die Debütantin Astrid Maasen ließen an Professionalität nichts zu wünschen übrig. Anna Maria Emons lieferte einen ausgezeichneten ehetypischen Beziehungsdialog mit ihrem Einbrecher vom geheimnisvoll verhängten Zimmer aus - eine raffinierte Regie-Idee. Das Strumpfband: ein wichtiges Accessoire!Garderobe von Elisabeth und TheresaAuch von Tobias Valtinat, der einen überzeugenden Auftritt als krückstockschwingender Bordellbesucher hinlegte, und Theresa Müller Lüdenbach hätte man gern mehr gesehen. Begeisterter, minutenlanger Applaus des leider nicht gebührend voll besetzten Theatersaals dankte dem Ensemble für anderthalb vergnügliche Stunden voller verrückter Gags und überraschender Wendungen.
    Zum Abschluss führte man uns hinter die Bühne und wir durften einen Blick in die Künstlergarderoben werfen. Leider war die Regisseurin Jurakowa an diesem Morgen nicht anwesend, und uns fehlte auch die Zeit, mit ihrer Assistentin Petra Gawlik ein paar Worte zu wechseln, die zugleich unverzichtbare Arbeit als Souffleuse leistet. Bei professioneller Lichtregie und gut ausgewählter Musikbegleitung sind die Aufführungen des Tacheles-Theaters als unfromme, desto willkommenere Advents-Absacker zu empfehlen. Die beiden Einakter von Dario Fo sind am Sonntag, 5. Dezember 2010, 10.00 zum letzten Mal zu sehen. Und vielleicht dürfen Interessierte auch diesmal einen Blick hinter die Kulissen riskieren...

    Backstage im Tacheles-Theater


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  • update:
    Und kaum ist das Museums-Quartier am Neumarkt schlappe vierzehn Tage auf, werden in ganz Köln die lt Eintrittspreise erhöht, um 17 %. Aber die Angaben unten sind schon im Voraus korrigiert und scheinen zu stimmen. Der Pleitegeier wird mal wieder gerupft wg. schönere Federn für den Häuptlingsschmuck, oder?

    Ein weiteres schönstes Ferienerlebnis war am vergangenen Samstag die Eröffnung des Rautenstrauch-Joest-Museums, das zugleich mit dem umgebauten Schnütgen-Museum (oder, wie es sich neuerdings zur vermeintlichen "Internationalisierung" des Namens nennt, Museum Schnütgen - ihr wisst schon: Musée d'Orsay, Musée de Cluny, Museum of Modern Art in New York...!) nach einer exclusiven Promi-Party (vom Catering standen auf Bistro-Tischen noch halbleere Burgunderpullen herum, in der Garderobe "Brotschüsseln" mit Löffel, die ursprünglich Eintopf enthalten hatten) nun auch dem Normalverbraucherpöbel zugänglich wurde. Wir gönnten uns das, Korridor mit Teppichfliesennachdem wir renoviertechnisch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt waren: Der Boden besteht aus holländischem Nadelfilz und ist blau. In dem von mir übersetzten Buch von E. Todd Williams: Der kluge Hausmann heißt es zwar: "Teppichfliesen sind eine tolle Sache, wenn man zufällig im Pentagon wohnt. Sie benötigen ein Fundament aus gegossenem Beton und einen Stab von rund dreißig Personen, um flach zu bleiben. Ferner weitere dreißig, um die vergammelten zu ersetzen. Und wieder dreißig Mann, um die neuen sechs Jahre alt wie die anderen aussehen zu lassen..." Wer nicht "über eine abgewirtschaftete, von schwachköpfigen Steuerzahlern bevölkerte Supermacht verfügt", solle "Teppichfliesen den ganz großen Tieren überlassen" - trotzdem trauen wir uns da heran. - Das Rautenstrauch-Joest-Museum bevorzugt Klicklaminat; es basiert auf der Sammlung des Völkerkundlers Wilhelm Joest, die seine Schwester Adele Rautenstrauch 1905 der Stadt Köln geschenkt hat, und wurde vorerst nicht auf Neusprech umgestellt. Vielleicht, weil es nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang sein Quartier am Ubierring mit den Kammerspielen des Schauspielhauses teilen, und auch der immer wieder versprochene Neubau 15 Jahre auf seine Realisierung warten musste: vier Kölner Oberbürgermeister, vier Kulturdezernenten und fünf Ministerpräsidenten waren mit dem Vorhaben beschäftigt.Eröffnung Rautenstrauch-Joest-Museum Im Schatten, in dem es bislang sein Dasein fristete, wurde es zwar nicht in "Museum Rautenstrauch-Joest" umbenannt (mir schwant allerdings schon, dass man versuchen will, ihm das Kürzel "RJM" zu verpassen, das schon mancherorts auftaucht), ist aber von einem Völkerkundemuseum zu einem Museum der "Kulturen der Welt" herangeblüht. Da der Eintritt an den ersten beiden Tagen nichts kostete, war mit entsprechendem Andrang zu rechnen. Mehr als 4.000 Personen auf einmal dürften sich laut Risikoanalysen der Brandschutzsachverständigen nicht im Gebäude aufhalten, und tatsächlich wurde noch am selben Tag mehrmals die Bude dicht gemacht - memento Duisburg. Aber wir waren so früh wie möglich vorgefahren, pünktlich zur Öffnungszeit (siehe Foto, das ist keine ALDI-Filiale in der Woche der billigen Heimcomputer-Angebote), so dass wir uns, nachdem wir die Eingang gestürmt hatten, für ein bis zwei Stündchen einigermaßen geruhsam umblicken konnten.

    Als vom Neubau die zur Stadtbücherei gelegene Wand hochgezogen war, dachte man gleich an das Rathaus von Schilda, wo die Bürger vergessen hatten, Fenster einzubauen und einer mit dem Sack losgeschickt wurde, um Licht hereinzuschaffen. Reisspeicher aus SulawesiAuf der anderen Seite sieht es nicht viel besser aus; das Haus hat praktisch keine Fenster, nur zum Eingang hin eine Glasfront (auf einem speziellen Aussichtsbalkon auf der 2. Etage kann man sich mit Blick auf den Berufsverkehr in der Cäcilienstraße von den exotisch-ruralen Drittweltkulturen erholen). Tatsächlich brauchte man ein Foyer von der Größe eines Flugzeug-Hangars, um das Lieblingsobjekt der Co-Direktorin, den pittoresken Reisspeicher aus Sulawesi unterzubringen. Er soll der Hingucker des Museums sein, nimmt die Aussicht auf den Lichthof und fast zwei Stockwerke ein. Hoffentlich werfen nicht allzu viele Kölner Kleingeld vom Treppenhaus aufs Strohdach, falls sich herumsprechen sollte, dass das Glück bringt. Bei dem hierorts üblichen "magischen Denken" entwickeln sich unversehens die sonderbarsten Rituale, für die sich ja mal die indonesischen Ethnologen von der Universität in Jakarta interessieren könnten. Zweifelhaft bleibt, ob die Einwohner von Sulawesi willens wären, rund um ein niederrheinisches Getreidesilo oder eine Kartoffelmiete ein fensterloses Museum der Volkskulturen Europas zu errichten... Leider ist der Speicher für's Publikum nicht begehbar, man sollte wenigstens die IKEA-Kinderaufbewahrstätte mit einer Kopie dieser Trutzburg ausstatten.

    Jutta Engelhard, die Stellvertretende Direktorin, ist auch für die Neukonzeption zuständig, die jetzt nicht mehr völkerkundemäßig nach Kontinenten gliedert (wie etwa das Ledermuseum in Offenbach, das ich 2008 besichtigt habe), sowas gilt heuer als verstaubt und altmodisch,Indianerzelt im Versailles-Ambiente sondern "große Themen" (Orientierungsplan) präsentiert wie  "Macht", "Rituale", "Magie", "Wohnen", drunter geht's heut nicht. Das fängt bereits im ersten Stock an, wo inmitten der rokoko-nachempfundenen Schleiflack-Möbel auf Holzdielen das Zelt des Häuptlings der Schwarzfuß-Indianer aufgestellt ist und die Mokassins der kleinen Indianerbabys sooo niedlich neben denen des Häuptlings in der Vitrine stehen. Natürlich sind auch Vitrinen verstaubt (nicht grade heute, am Eröffnungstag, versteht sich, aber in ein paar Monaten schon), es gilt vielmehr, jede Menge interaktive Bildschirme aufzustellen, die auf Screentouch reagieren, indem sie wikipedia-ähnliche Allerweltsweisheiten ausspucken. Man sieht dazu in der Vitrine eine Maske, dahinter läuft überlebensgroß und verschwommen ein powerpoint-Film, wo kostümierte 

    Rautenstrauch-Joest interaktivMexiko-SensenmannHindu-Tiergötter

    Schwarzafrikaner mit der Maske herumtanzen, und auf die Wand wird noch ein weiteres, schärfer eingestelltes Filmbild mit einem anderen Tanz projiziert, das allerdings unaufhörlich von links nach rechts und rechts nach links wandert, damit man nicht zu lange davor steht und auch andere mal draufschauen können. Überdies stellt man mitten ins Versailles-Ambiente (das soll wohl an den feudalen Ursprung des Kolonialismus erinnern?) einen digitalen Weltkonferenztisch, auf dem ein weißer Globus mit der Aufschrift "Globalisierung" steht, und wo man Schubladen aufzieht, in denen z. B. T-Shirts unter Glas liegen, und wenn man drauftippt, erscheint eine Statistik zum Kleiderexport auf der Tischfläche. Und das alles mit Balinesische GottheitenHintergrund-Sound, Zwitschern und Quasseln vom Endlosfilm und unaufhörlicher Trommelmusik, als hätten sie die sonst üblichen Kopfhörer-Führungen alle auf Lautsprecher umgestellt. Unten war dazu noch live-Party, wo das "afrikanische Kollektiv Mama Afrika" vor sitzendem (!) Publikum spielte, nachmittags kamen "Klangimpressionen" von Markus Stockhausen und eine Bollywood-Performance hinzu, abends der leider unvermeidliche Wolfgang Niedecken und der noch unvermeidlichere Martin Stankowski als Talk-Duo zum Thema: "Kölsche, historische Perspektiven zum neuen Rautenstrauch-Joest-Museum".

    Natürlich gibt es hier tolle Exponate, darunter vieles, was ich noch nicht aus dem alten Museum kenne. Aber die überdimensionierten Themenschwerpunkte (wie will man "die" Religion oder "den" Tod in allen Weltkulturen angemessen "präsentieren"?) führen im Verbund mit dem medialen Schnickschnack zur Reizüberflutung, alles wirkt wie die Abteilung Oberbekleidung der Kaufhof-Galeria beim Winterschlussverkauf. Shiva und sein PhallusDas macht sich speziell beim Lemma "Religion" störend bemerkbar. Ein Karneval aus bunten Skulpturen und Altären und Heiligtümchen - vielarmige Tiergötter neben Buddha-Figuren, Shivas Riesenphallus, der sich auch am Strand von Dangast behaupten könnte, Tempeltänzerinnen aus Kambodscha, balinesische Dämonen, ist halt alles irgendwie Übersee, nicht wahr? -, Buddha Amithabaeine Ratatouille mit viel Curry, Knoblauch und sauer-scharf-Soße, ohne zwischen den Erlösungskonzepten und Kosmologien, die doch erheblich voneinander abweichen, zu differenzieren. Eine der Unsterblichen, barbusig und würdevoll, konnte man wohl nicht identifizieren, es steht "unbekannte Gottheit" dran und wäre ich plus pieux, würde ich sie, wie einst die Römer, in ihrer gelassenen Distanz als dea abscondita verehren. unbekannte GöttinSchöne bunte Globalisierungswelt, dieser Eindruck bleibt haften, alles ein Bausch und ein Bogen. Vielleicht widme ich mich künftig wieder mehr dem Zen und der Kunst des Bogenmachens (und mache einen Bogen um das Museums-Archipel) - dem Buddha Amithaba aus Japan ist der ganze Trubel völlig wurscht, der sitzt mittendrin wie Archimedes ("störe meine Kreise nicht") und meditiert weiter. Oder soll man sich im Raum der "Rituale" ein schönes Hochzeitsritual aussuchen und ihn mit der unbekannten Göttin verpartnern? Überhaupt, wo bleiben grenzüberschreitend-interkulturelle Phänomene, die weniger spektakulär sind, wie "Bundeswehr-Komasaufen", "Schwulenehen", "Bußopfer für Verkehrssünder", "Vereinswesen"?

    Das synästhetische Tohuwabohu ließe sich ausstellungstechnisch wohl vermeiden - durch diskretere Lichtregie, vernünftige Trennwände, leisere "Medien" und detailliertere Beschriftungen. Als man noch durch die Museen flanierte und nicht dem vorgeschriebenen sens de la visite folgend, mit Kopfhörern von einer "Hörstation" zur nächsten eilte, waren Tafeln oder Beschriftungen auch ein Anlass, innezuhalten. Hier dachte man sich, um die Sphäre der Religion vom Totenkult abzugrenzen (wieso eigentlich?) Rautenstrauch-Joest-Vitrine ein Vorhang-Labyrinth aus - ja, genau wie damals in der WG, als  es schick wurde, Türen auszuhängen und sich Kettenvorhänge aus Makkaroni zu basteln, die dann mit Silberlack besprayt wurden. In dem Gewirr dieser Vorhänge stolpert man unversehens über zwei von diesen schneeweißen, kalbsledernen Sofas, auf denen ich so gern (gekochte) Nudeln mit Tomatensoße und Rotwein verkleckere. Und wenn mal ein Fetisch nicht ganz jugendfrei ist, hängt so ein Vorhang vor der Vitrine und will gelüpft werden wie der Schleier am Bildnis der Isis zu Sais. Wer sich nach solchen EnthüllungenMuseum Schnütgen auf die Werte des christlichen Abendlands besinnen will, werfe unbedingt noch einen Blick ins benachbarte Schnütgen-Museum oder nein, "Museum Schnütgen". Das Schönste daran ist, dass es die Kirchenkunst, die Alexander Schnütgen angesammelt hatte, auch in einem (ehemaligen) Kirchenraum ausstellt. Als Kind mochte ich den Geruch nach altem Stein und die bunten Glasfenster, deren Originale hier beleuchtet zu sehen sind (man hat sie aus konservatorischen Gründen in den meisten Kölner Kirchen durch Repliken ersetzt). Empfehlenswert ist das "Archivzimmer" des Domvikars Schnütgen, da darf man auch Schubladen aufziehen - in denen finden sich aber keine Globalisierungssymbole, sondern Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, vom Schluckbildchen über liturgische Kelchgläser, illuminierte mittelalterliche Handschriften und Siegel bis hin zum Reliquienschmuck. Man darf aber nur unter Aufsicht indischer oder afrikanischer Security-Leute dran - sie sind auch nebenan im Haus ihrer Heimatkulturen tätig und scheuchen Besucher, die sich auf der Suche nach den Klos (sie sind im Keller) verirren, aus verbotenen Zonen wie dem hinteren Treppenhaus (Lernspiel zum Thema Tabu). In ihren Phantasieuniformen ähneln sie der Leibgarde des Roi Christophe und passen auf, dass man die Schubladen im Schnütgen-Archivzimmer nicht zuknallt (wobei Gläser zerbrechen könnten). Der Eintritt - natürlich nicht am Eröffnungstag - kostet einen Euro weniger als im "RJM" (Kombitickets gibt's auch), und von der Weltkultur des Mittelalters, die ja noch allerorten in Europa lebendig ist, hat man wenigstens schon einen blassen Schimmer.

    Ich fürchte aber fast, die Kaufhausramsch-Ästhetik mit der Themenabend-Sortierung wird mit der Zeit auch hierhin überlappen, schon hat man sämtliche "Madonnen mit Kind" in einer besonderen Ecke gruppiert (sieht ein bisschen aus, als wäre hier die IKEA-Kinderverwahrstelle!), was nur Kunsthistorikern Freude macht, die eh schon alle Stile unterscheiden können. Anstatt Besuchern aus bildungsferneren Milieus wenigstens behutsam eine Vorstellung vom Kontext zu geben: Romanik, Gotik, Parler-Werkstatt, Renaissance, Barock... Hier und in der vorschnell abgerissenen Kunsthalle (das traurig-berühmte "Kölner Loch") hat es in den siebziger, achtziger Jahren großartige, historisch anspruchsvolle Ausstellungen gegeben (unter wenig medienkompatiblen Titeln wie Monumenta Annonis, Ornamenta Ecclesiae, Die Parler), mit den damals noch verhältnismäßig billigen Katalogen voller herrlicher Abbildungen und satt angereichert mit Aufsätzen, in denen ganze Epochen fundiert dargestellt wurden. Das war für mich Kölns museale Glanzzeit (und in die Dauerausstellungen Kölner Museen kam man mit Schülerausweis dienstags, mittwochs und donnerstags ganz umsonst rein). Wird man künftig, zur Weihnachtsmarktzeit, die Kulturgeschichte des Krippenbilds nach Öchslein und Eslein getrennt zeigen? Wehret den Anfängen, kann ich da nur sagen!


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