• Heute erfuhr ich von einer Bekannten was Neues über tierische Inhaltsstoffe in non-food-Produkten. In Gummireifen sollen demnach AUCH Bestandteile tierischen Ursprungs sein. Wenn das stimmen sollte: Adieu Fahrradfahren - auf einen gemütlich-wollenen Hinternschonbezug auf dem Ledersattel müssen Veganer ja schon jetzt verzichten. Wenn ich "Gummireifen tierische Bestandteile" eingebe, fallen sie durch die Suchmaschen und ich finde nichts: Auf jeden Fall gehört Ruß zu den elementaren Bestandteilen der Reifenchemie, wobei sich die Frage stellt, was da verbrannt wurde, um den zu gewinnen. Die Pneuhersteller schweigen dazu, jeder Hersteller hat sein Geheimrezept. Aber wir kennen ja die tückische Verschlagenheit des Michelinmännchens, erst kommt es scheißfreundlich und harmlos daher und verspricht uns eine vernünftige Autowanderkarte, und im Nullkommanix haben wir dieselben Rettungsringe um die Hüften wie Bibendum, nachdem wir all die carnivoren Gourmettempel aufgesucht haben, deren Köche einen, zwei, oder gar drei Michelinsterne vorweisen können. Je mehr Sterne, desto
    Speckröllchen! Aber Veganer, das ist viel mehr als dies oder jenes nicht essen dürfen. Bienenwachskerzen, Schellack-Schätzchen, Lippenstift, Daunenfedern, Rasierpinsel, Seidenblusen, Perlmutt-Ohrringe, Perlen, alles Ausbeutung von Tieren! Wir empfehlen Stearinkerzen, Gummimatratzen, Hanf- und Flachsfasern, Sojaseide und Viskose. Aktivkohle in Aquarienfiltern, lese ich auf einer Ratgeber-Website, ist gepreßte Asche von Tierknochen. (Aber moment Mal, beschleicht mich da ein unguter Verdacht, dürfen sich waschechte Veganer der Freiheitsberaubung schuldig machen und Mandarinfische, Miesmuscheln, Moderlieschen, Mikroplankton und sonstige Meeresfrüchte in wassergefüllte Glasgefängnisse sperren? Ach, die bewahren im Goldfischglas nur ihre kostbare Sammlung von Flußkieseln auf? na dann....)


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  • Ob der Allmächtige auf dem Zwergplaneten Ceres wirklich das Faß mit dem Mineralsalz verschüttet hat, ist doch sehr die Frage. Ich hab immer gedacht, da reflektiert ein großes Schaufenster, hinter dem die Ceresianer versuchen, uns anzublinken. Eher sei da ein langsames Ausdünsten festzustellen, bemerken dazu jetzt die Sternexperten: "Offenbar verdampft dort Wasser und trägt kleine Teilchen mit sich." Ist die Umweltsauerei da droben das letzte Blitzlicht einer untergegangenen Zivilisation? Ich tippe auf die Vorfahren der Pharaonen, die mit Raumschiffen erst in der Ebene von Naczka landeten und dann die Landschaften rund um den Golf von Mexiko und am Nil mit markanten, gut sichtbaren Aussichtstürmen verschönert haben. Wer sonst soll denn den "sechs Kilometer hohen, pyramidenförmigen Berg auf der südlichen Hemisphäre" des Kleinplaneten Ceres errichtet haben? Und Flecken haben sie auch hinterlassen, uns zum Zeichen uns zur Warnung - stellt die Erderwärmung endlich ab, sonst kocht der Nordpol über, das Rumspielen mit Atomkernen und Wasserstoff muß aufhören, die Haarrisse in Doel und Tihange sind auch kein Spaß mehr. Wenn das mal alles in die Luft fliegt, dann fly me to the moon, hat schon Frank Sinatra gesungen, der heute Hundert geworden wäre - guck ich mir die letzten 100 Jahre ein, weiß ich eins: Es muß der rechte Fleck sein, auf dem die Menschheit ihr Herz verloren hat.


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  • Unverbindlichen Schätzungen zufolge werden die Hälfte aller Bücher nur geschrieben, um die Irrtümer in der anderen Hälfte zu ermitteln und zu widerlegen. Das ist natürlich eine andere Rechnung als die berühmte Omar-Normalverteilung, wonach 50 % aller Bücher mit dem Koran übereinstimmen und daher überflüssig seien, die andere Hälfte dem Koran widerstreitet und daher schädlich sei. Doch das ist noch gar nichts gegen meine steile These, wonach in 100 % aller Bücher lästige und penible Dämonen wohnen. Zwar ins Regal verstaut, wenden sie mir alle scheinheilig den Rücken zu, aber sie finden reichlich Nachwuchs auf Couchtischen, Fensterbänken, Ablagen, wo die Stapel fröhlich vor sich hin wuchern und die ihnen innewohnenden Dämonen nach Beachtung gieren. Versuch es mal, sie elegant loszuwerden - ich bin in diesem Blog schon mal darauf eingegangen - , schon plagen sie dich mit Gewissensbissen, Peinlichkeitsgefühlen und Verlustängsten. Das, was die Hundebesitzer, die vor den Fenstern meines Arbeitszimmers abkacken lassen, nie kennenlernen werden! Anders meine Schwäger, die machen sich frei davon. Bücher? meinte einer neulich zweifelzögernd und nahm irgendeins in die Hand, abschätzig in die zufällig aufgeblätterten Seiten blickend, Bücher? wozu? Steht doch heute alles im Internet! Dummerweise habe ich mein Lebensmodell danach ausgerichtet, die Bücherlast zu vermehren, anstatt auf einen Theologiestudenten zu hören, der mir frühzeitig die Warnung aus dem Prediger Salomo 12,12 zukommen ließ, wonach des vielen Büchermachens kein Ende sei. Wollte ich mir die Unsterblichkeit herbeilektorieren? Richtig war, der KSK beizutreten, die mir alljährlich eine Schätzung meines Gesamteinkommens (voraussichtliches Ergebnis, wenn man prospektive Einnahmen von mutmaßlichen Ausgaben abzieht... eine lächerlich geringe Summe). Das soll jedesmal vor dem 1. Dezember eingereicht werden. Und Jahr für Jahr ist das dämliche Formular unter Manuskript- und Bücherstapeln verkramt, so daß mich das schlechte Gewissen in der Adventszeit beschleicht, dann räume ich meinen ganzen Kram auf und reiche das Dings in Gottesnamen zum 3. Advent nach.


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  • Heute in der Zeitung: VW-Skandal "löst sich in Luft auf". Hehe, hätt'ste gerne, ist aber nicht. Der Balke im Auge des andern ist der Splitter im eigenen, das Wasser hat gar keine Balken, Luft ist kein Wasser und die meisten Probleme sind nicht einmal wasserlöslich. Wie soll etwas sich "auflösen", was womöglich stinkige Immissionen hinterläßt, weshalb der ehrliche Engländer ja auch "to end in smoke" dazu sagt. Überhaupt würden wir alle, wenn das ginge, lieber von gehärteter Luft leben, als unser Brot im Schweiße des Angesichts zu verzehren. Zähren, Brot, Schweiß, Blut, nichts davon löst sich in Luft auf. Denn die Luft ist ja auch gar nicht "leer" oder irgendein nichtendes Nichts, wie der Nirvanagläubige uns einreden will, vielmehr besteht die Luft aus allerlei Sauer- Stick- und Schwebestoffen und anderem Gewebe, wenn die Umrisse verschwimmen, ist das nicht immer die ungeputzte Brille schuld oder die Bildstörungsstreifen beim Windows-update.


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  • Der Nerd treibt sein Unwesen als ein "sehr intelligenter, aber sozial isolierter Computerfan" seit 2004 auch im Duden. Früher hieß das im Englischen "Schwachkopf", sonst nichts. Komischerweise hat sich in der Dudenredaktion noch nicht das Adjektiv "nerdig" herumgesprochen. Beim Eintippen in die DUDEN-Suchmaschine wird man gefragt, "meinen Sie vielleicht 'pferdig'?" Nee, pferdig kenne ich nicht, finde ich aber pfundig. Obwohl ich das Wort allenthalben höre, z. B. beim Brillenkauf neulich. Die sei zu nerdig, diese Brille, meinte meine Lebensabschnittsbevollmächtigte, und wählte für mich eine andere. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Verbform, "nerden". Kommt bestimmt noch. Es wäre schön, wenn es "nerven", oder "nervig" ersetzte, damit das Adjektiv "nervig" wieder in seine alten Rechte eintreten kann. Es hieß mal "von Nerven durchzogen", also z. B.  "nervichte Hände", oder: "Die nervige Schreibart, wo starke Gedanken gleichsam zusammen gedränget werden." Nerden wäre schon deshalb ein schönes Tätigkeitswort, weil sich - Reimesschmeide aufgepaßt! - eine Homophonie zu "erden" anbahnt. Mit "nerden" könnte man sowohl Songtexte aus dem Elektrikermilieu als auch Geburtstagsgedichte (80 Jahr weilt er auf Erden...) munitionieren. Ganz abgesehen vom Festgemauerten in Fulgura frango! Den Nerd hat ja eigentlich Woody Allen mit seiner Brille erfunden, als er noch als Stand-up-comedian die Borschtsch-Route entertainte ("alle dachten seitdem, ich wäre ein Intellektueller, bin ich gar nicht, ätsch"). Da fällt mir ein, von Entertainment gibt es auch kein Verb, wieso eigentlich nicht? A propos, wußtet ihr schon, daß das Wort Borschtsch das Wort mit den meisten Konsonanten hintereinander ist (jedenfalls im Deutschen)? Nicht sechs, nicht sieben, nein, acht Konsonanten hintereinander.


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