• So, jetzt habe ich es doch sage und schreibe 4 Wochen hintereinander geschafft, jeden Tag was hier einzustellen. Ob das ab jetzt so weitergeht, möchte ich bezweifeln. In solcher Fülle purzeln mir auch nicht die nötigen Ideen durch die Birne, und ohne Einfall keinen Ausfall. Und ein Bildmotiv flattert mir auch nicht alle Tage ins Haus wie neulich - was ich für das große Finale aufbewahrt habe, voll knisternder Verheißung...

    Türchen vierundzwanzig - geschafft!

    Ein Vorhang, der sich langsam öffnet, und Bretter, die die Welt bedeuten mögen ... was mag sich da Gleißendes hinter dem Vorhang verborgen halten... grell aufblitzend wie die Halogenscheinwerfer einer auf dem Radweg in Gegenrichtung auf uns zu rasenden Benzinschleuder, mit SUV-Kopp am Steuer... flackernd wie in schwärzester Nacht die Scheiben brennender Irrenhäuser... und weshalb linst es geifernd durch die muffigen Vorhänge der offenbar ziemlich heruntergekommenen Striptease-Bühne, man sehe nur auf die ausgeleierten Bodendielen, anstatt in aller Ruhe den nächsten großen Auftritt zu erwarten? wieso bleibt es nicht in der Garderobe und schminkt sich, bis es aufgerufen wird? Hat es gar keine Angst, noch vor dem Gongschlag ausgepfiffen und mit Tomaten und faulen Eiern beworfen zu werden? Eins ist sicher, wir werden vom Kunstlicht geblendet, wenn es vorn an die Rampe tritt. Könnte ein Film ein... z. B. Hobbit? der Endkampf der Orks mit Zwergen, Elfen und Aragorn, Arathorns Sohn? Buchstaben sind zu erkennen... steht da etwa FUCK? oder AFD? oder FRAGIDA? oder alles zusammen, wie auf der Postkarte, die mir eine aufstrebende Spaßpartei geschickt hat? Oder ist es eine andere, aufstrebende F-Partei, die mich mit diesem Bildmotiv zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang (aber erst am 12. Januar, wenn das neue Jahr schon voll im Gang und Fass' Rum ist) ins Düsseldorfer MARITIM einlädt? Wenn es das ist, was ich vermute, dann bleibt es vorerst im Zuschauerraum sitzen, auf den billigeren Rängen. Den Vorhang zu, und alle Frager hoffen!


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  • Okay, gestern habe ich meine Patientenverfügung formuliert, wonach einzig und allein Felix Wuff vorgelassen werden soll, der auch über das Schicksal meiner transplantationsfähigen Organe entscheiden darf, wenn mein Kontroletti-Selbst, das schlechtere Ich im Nebel der Verblödung entschwunden ist. Aber dann machte ich eine fasche Bewegung auf dem Laptop, um etwas zu korrigieren, und schwupps war der ganze Blogeintrag verschwunden. Dass ich ihn dann einigermaßen rekunst-roieren konnte, zeigt doch, dass es mit neuronalen Netzen und synaptischer Verbindung in der schwappenden grauen Hirnmasse noch einigermaßen fluppt. Dass soll aber nicht heißen, ich könne mich annähernd vergleichen mit dem seltsamen Heiligen, den ich nicht in einem buddhistisch-tibetanischen Kloster vorgefunden habe, und der hier im Bilde zu sehen ist:

    Türchen dreiundzwanzig

    Habe ich schon erwähnt, dass in Oberschwaben die Wiege der deutschen Kultur zu suchen ist? Althochdeutsche Glossen, mittelhochdeutsches Minnelied, barocke Puttenengelstrompetenchöre mit echten Instrumenten, rebellische Bauernführer, die unter Berufung aufs göttliche Recht die Gleichheit der Menschen einforderten, aufgeklärte Fürstbischöfe mit Schlossgärten, durch die ein Wieland mit Sophie von La Roche lustwandelte und in Duodezbändchen lateinisch-griechische Erotik-Klassiker las, hier ist so ziemlich alles versammelt, was gut und (mir) teuer ist! Aber gestern habe ich mir - vorgezogenes Weihnachtsgeschenk - einen sog. Datenport gekauft mit 1 000 000 000 000 Byte Speicherplatz, und werde darauf die geschätzten 15.000 jpegs Manuskript, das ich aus grottenschlechten, über- oder unterbelichteten Mikrofilmen der 19-siebziger Jahre transkribiere, gesammelt aufspeichern. Mein Datenport für 79,90 (zurück: 0,10 €) ist intelligenter als ich! Verdammt, ich weiß immer noch nicht, an welchem Abend ich die Mülltonnen in der Ausnahme-Weihnachtswoche rausstelle und ob die mit gelbem (Verpackungsmüll) oder blauem Deckel (Papier) dran sind. Derartigen Routinequatsch muss ich im "Abfuhrkalender" der Entsorgungsbetriebe nachschlagen oder im Internet suchen, wo es für Doofe bei Eingabe von Straße und Hausnummer erklärt wird. Diese Daten kommen auf den NSA-Müllberg zu den anderen soundsoviel-99 Bytes, die über meine armselige Existenz versammelt sind. Jedenfalls kann ich nicht gleichzeitig zurück- und in die Zukunft sehen, während ich die Gegenwart ins Auge fasse wie der Heilige - oder ist es der Dreieinige himself? - aus der Benediktinerabtei Ottobeuren. Hier möge er jeweils den "Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht" verkörpern, von dem der arme Scrooge bei Charles Dickens geplagt wird.

     


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  • Verdammt, mein Blog zu diesem Türchen ist grade verschwunden, ich kann überhaupt nicht sagen, wieso. Dummerweise wollte ich noch eine Änderung vornehmen. Na gut, das Vergessen des Internets ist so ähnlich wie das, auf das ich in diesem Türchen hingewiesen habe. Ich dachte nämlich an eine Figur, die ich auch im Bild gezeigt habe, einen ganz süßen Plüschhund namens Felix Wuff. Er bellt nicht, er beißt nicht, und er macht in der Regel auch keine Häufchen auf dem Bürgersteig, er wälzt sich nicht in Pfützen, wenn man ihn nicht gerade direkt hinein schmeißt, und er sagt in der Regel nix, nur die Mimik ist "sprechend", besonders, wenn man ihn im Nacken kneift und so die Augenbrauen zum Heben veranlasst. Aber in der Regel läßt er einen in Ruhe und wirkt nur nett und freundlich, ein Trost und ein Halt in dieser schlechten Zeit.

     

    Türchen zweiundzwanzig

    Der Blogeintrag bzw. das Adventskalendertürchen endete mit einer Erinnerung an den Obersten Stasi, Minister (seit 1957) Erich Mielke, spät verurteilt wegen eines Polizistenmordes in den 1920-er Jahren, bei dem es vermutlich auch nur darum ging, wer wem zuvor kam, zum Lohn eine Hauptschurkenrolle in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik. Dieser Mielke bekam zur Pensionierung 1989 von den dankbaren Massen einen Teddybär geschenkt, den er seither nicht mehr losließ, ob er simulierte, kann niemand wissen, er beschloss sein Leben friedlich in einem Altenheim und kann eigentlich froh sein, nicht von den Aufständischen und Mauerspechten und Stürmern der Stasi-Zentrale erwischt und an der Laterne aufgeknüpft worden zu sein. Und das ganze beschloss ich mit dem Appell: Wenn es bei mir mal so weit ist und die ersten Zeichen der Orientierungslosigkeit eintreten, gebt mir keinen Teddy, aber Felix Wuff in den Arm! Wollt ihr das tun, nach allem, was ich für euch getan habe?


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  • Dieses Türchen wollte ich zum Anlass nehmen, vor dem Spiel mit dem Feuer zu warnen. Wir wissen ja alle, was am 2. September vor zehn Jahren in Weimar auf dem Speicher der Anna-Amalia-Bibliothek passiert ist - vermutlich war ein defektes Elektrokabel die Ursache. Die wahre Katastrophe ist unser Umgang mit Büchern. Wie Heu müssen auch Ansammlungen bedruckten Papiers immer mal wieder umgewendet werden. Dass Heu sich selbst entzündet, liegt nicht an der Trockenheit der Materie, sondern an der Feuchtigkeit und der dadurch möglichen thermophilen Kompostierung innerhalb des Haufens. Diese führt zur Entwicklung von Hitzeherden, während die trockenste Philosophie mitunter revolutionäre Brandherde bildet. Überhaupt, das siècle de la lumière: In Altbauten sind uralte Elektroleitungen, die bei schadhafter Isolierung jahrzehntelang vor sich hin schmoren. Ich habe das selbst bei der Restaurierung eines alten Bauernhauses erlebt. Die Sicherungen waren noch aus Porzellan, die in den Fachwerklehm unter Putz verlegten Leitungen teilweise von Schwelbränden befallen. Im Haus gab's noch Lampen aus den 1920er Jahren, deren Elektrokabel mit Stoff umwickelt waren. Witzigerweise waren die Söhne des Bauern, der zuvor da gewohnt hatte, gelernte Elektriker. Aber so ist das, wenn du die Kinder studieren, Arzt oder Anwalt werden lässt, helfen sie dir doch nicht. Bücher wollen nicht sinnlos gestapelt, sondern gelesen werden. Die im Weimarer Speicher verschmorten Folianten und Partituren waren jahrzehntelang nicht entliehen bzw. angeschaut worden!

    Türchen einundzwanzig

    Und so ist es mit allen Büchern. Man sollte sie nicht einfach auf einem Karren liegenlassen wie Daten auf Disketten, Chips oder Festplatten, wenn der Speicherplatz voll ist. Erst vor wenigen Tagen ist in der Nähe von Conz im Saarland ein ganzes Weingut abgebrannt, weil sich im oberen Stockwerk eines Hauses ein Bücherlager mit rund 60.000 Bänden befunden haben soll. "Die Bücher brannten wie Briketts", wird die Feuerwehr zitiert, die nur, und gerade noch, ein Übergreifen der Flammen auf den Heizöltank verhindern konnte. Der emeritierte Geschichtsprofessor, der das Fachwerk-Denkmal mit seinem Weinhändler zusammen liebevoll restauriert hatte, wurde mit schweren Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht, die Gebäude brannten ab. Was von seinen Büchern übrig blieb, sieht man hier. Und das war kein "warmer Abriss", um die Versicherungssumme zu kassieren. Im vorigen Jahr freute sich der Besitzer des Weinguts im Lokalfernsehen über seine Weinberge, den Rebensaft, den er seinen Kunden anbieten könne, und darüber, dass sein Sohn diesen Besitz in Kürze übernehmen wolle. Also: Lest und entstaubt eure Bibliotheken regelmäßig! Wendet die Seiten um, lasst Luft daran. Asbest? Lachhaft! Das ist keine Lösung, wie wir in Roermond gesehen haben, wo ein Brand im Yachthafen die Innenstadt mit dem Zeug verseucht hat! Und bleibt in der Nähe brennender Advents- oder Weihnachtbaumkerzen und macht dieselben konsequent alle aus, bevor ihr ein Sylvesterfeuerwerk oder im Kinderzimmer das niedliche schlafende Baby angucken geht.


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  • Viermal werden wir noch wach, schon sind wir auf der Zielgeraden dieses Kalenders! Gestern stieß ich beim ziellosen Herumsurfen auf 50 Goldene Regeln zum Schreiben eines Blogs. Nicht, dass ich nicht ein paar von denen schon jetzt befolgte ("Go outside"). Aber die erste davon, "Show up every day", ist keine geringe Herausforderung. Der einzige, dessen tägliches Bloggen über einen langen Zeitraum von mir genau studiert wurde, ist der Schreiber eines zum großen Teil unveröffentlichten Tagesbuchs, der fing erst sporadisch an und kam dann auch aufs tägliche Bloggen, einschließlich Verlinkung (Literaturhinweise) und Pressedokumentation (Zeitungsausschnitte). Er protokollierte übrigens vor etwas über 175 Jahren schon die richtige Antwort auf Pegida: "Und wieviele Juden sind denn in ganz Sachsen, dass diese Lumpenchristen so große Furcht haben?" - Kaum achthundert. - "So wenige Juden in Sachsen? Ja, da wundert's mich nicht, daß die Sachsen so dumm geblieben sind. Die müssten sich expreß welche ausbitten, damit mehr Gescheitheit ins Land käme!"

    Türchen zwanzig

    Und darum steht das heutige Symbolbildchen einerseits für die zündenden Einfälle, die einem nun mal nicht jeden Tag zu Gebote stehen, andererseits für die Trauer über die fortschreitende Verblödung der Menschheit, die auszumalen selbst 366 Kalendertürchen pro Jahr zu wenig Raum böten. Dieses Leuchtmittel musste ich gestern als letztes seiner Art austauschen, meine allerletzte "alte" Glühbirne brannte aus. Zwar könnte ich mir bei der AfD Leuchtmittel mit Glühfaden bestellen. Aber da leg ich mir lieber einen von Martin Sonneborn signierten Fünf-Euro-Schein zu, die gibt es Anfang 2015 im Internetshop von DIE PARTEI. Da habe ich mir kürzlich eine 100-€-Banknote (mit Faksimile-Autogramm vom Präsidenten der Europäischen Zentralbank) gekauft, die mir gestern eine Kassiererin nach Echtheitsprüfung mit einem gelben Filzstift klaglos eingewechselt hat. Dafür kaufte ich mir ein paar Winterstiefel, von 19.99 auf 9.99 € herabgesetzt, eine Fun-Kamera und die sog. Energiesparleuchte nach EU-Norm, Produkt einer sinnlosen Maßnahme zur Subvention der Lampenindustrie, die sparsame Null Komma Nichts zum Umweltschutz beiträgt.


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