• Wußt' ichs doch, wenn nicht Weihnachtsgewürz oder Salz, finden sich mediterrane Geschmacksverstärker in dem adventlichen Vorfreude-Tagebuch. gnocci mit kürbisstreifenUnd zwar enthält die heutige Mischung (außer den obligaten Spuren von Erdnüssen, Sesam usw. ) Oregano, Basilikum, Majoran, Thymian, Salbei, Rosmarin und Bohnenkraut. Abgesehen davon, dass mir beim Kochen Mixturen aller Art wegen unabsehbarer Aromaturbulenzen unsympathisch sind, heißt der andere Name von Majoran nicht 'Dost' und ist Dost nicht letztlich auch sowas wie Origano? und ist der letztere nicht auch nur eine weitere. leicht verwechselbare Abart von Bohnenkraut? Gleichviel, von pizza-kompatiblen Kräuter-Konglomeraten und auch von den einzelnen Bestandteilen derselben haben wir bereits erkleckliche Vorräte in diversen Büchschen und Näpfchen und Gläschen. Da aber alle diese Kräuter und einige mehr aus der Heilkunde kommen, bringt mich das auf Ärzte, über die ich in letzter Zeit nachdenke. Eine Anthologie von dummen Orthopädensprüchen könnte ich bereits anlegen.italien_frankreich_usa_speisen Die schenkelklopfende Burschikosität dieser Leute kommt, glaube ich, von der Nähe ihrer Profession zum Muckibuden-Coach. Knochen wachsen ja letztlich von selber zusammen, was der Arzt durch seine Maßnahmen (Schienen, Strecken, Tapen, Ruhigstellen) nur fördern, nicht veranlassen kann. Düsterer sind die Chirurgen, die immerhin am organischen Kern des Lebens selbst herumschnippeln, mit mehr oder weniger Glück. Rheuma-, Gicht-, Arthrose-Ärzte kämpfen ohne Aussicht auf Erfolg gegen das Schicksal der Unheilbarkeit und haben entsprechend milde, beruhigende Tonarten in ihrem Diskurs. Bestrahlungsärzte sind die traurigsten Mediziner, die ich kennengelernt habe (Vater einer Freundin), selbst nicht weit von der Depression, weil sie nur den Verfall lindern und bestenfalls hinauszögern. Läßt sich dieses kleeblattartige Grundmuster auf andere Naturwissenschaften übertragen, z. B. Geologen (Kontinente gibt's immer, auch wenn sich die Erdplatten verkanten), Mineralogen (tickende Radioaktivität in jungem Gestein), Biologen (Aussterben der Arten) und Erforscher des Weltklimas (gegen dessen Wandel kämpfen Götter selbst vergebens)? und wie stehts mit den Geisteswissenschaften, z. B. Soziologen-Linguisten (die Praktiker), Kunsthistoriker- interpretierende Literaturkundler (schon etwas skeptischer), Archivare-Textkritiker (Windmühlenflügelkriege um die Rettung des Gegenstands ihrer Bemühungen) und Archäologen (begleiten den Untergang der Weltreiche mit hilflosem Stochern und Zufallsglücksfunden)? Ich sehe schon, mein Versuch, auseinanderstrebende Sparten unter einem Gesichtspunkt zusammenzufassen, ergibt Ratatouille, Couscous, Olla potrida oder Potpourri, wozu das o. g. Mediterrangewürz vermutlich passt.


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  • Aus dem Beweisfoto von gestern geht unzweifelhaft hervor, dass beim Öffnen der Türchen des Gewürztempels die Reihenfolge der Numerierung nicht eingehalten wurde. Jedenfalls ist die Nr. 10 noch zugesperrt, und wir haben statt dessen unten links eine 22 geöffnet. Die allerdings trug eine so pieselig kleine Hausnummer, dass die Pimentkügelchen von heute vergleichsweise deutlich größer ausfallen. Wenigstens kann ich dem Hersteller nicht mehr vorwerfen, auf Salz Salz folgen zu lassen.Abbildung Hochzeitsfrühstück in einem Benimmb uch Und was machen wir mit der 10, die meine Frau schon ungestüm sofort öffnen wollte? Aber wir hätten dann doch für den 22sten nichts mehr zum Öffnen? - Kuh nicht falsch fütternoder sollen wir die 10 heute öffnen und die nächsten immer eins herunterrechnen, damit wir am 23sten, dem Tag unserer Abreise, schon das 24ste öffnen? Dummerweise bin ich im Kopfrechnen, eins im Sinn und so, sehr schwach. - Kein Problem, wir haben einen dieser Kleberli draufgepappt und die verschlossene No. 10 handschriftlich zur No. 22 umgewidmet. Derweil beschäftigt uns die Frage, ob Piment ein Weihnachtsgewürz sei (meine Frau) oder an den Sauerbraten gehört (meine bescheidene Meinung), vermutlich gilt beides. Ob man das Zeug allerdings auch rauchen kann? Laut Wikipedia enthält es "Eugenol", aber nach welchem Eugen dieses Teufelszeug, das auch im Basilikum sein Unwesen treibt und mit dem man Fische vor dem Totschlagen betäuben soll, weiß ich nicht. Nach Eugen von Savoyen? Eugen von Beauharnais? Eugen von der Lippe? oder hat es mit Eugenik zu tun, der sog. "Veredelungslehre", die sich nur ein Volk ausdenken kann, welches degeneriert, verrottet und verkommen genug ist, sich zum Verspotten von Migranten aus dem Osten Namen wie z. B. "Pimocken" auszudenken (hab mich mit eigenen Ohren so nennen hören, auch "Wasserpolacken" und Karnickelorden und dergleichen, in den 1950er Jahren). Aber Eugenol ist dasselbe wie "Nelkenöl" und daher vermutlich auch in Gewürznelken enthalten, die man gegen Zahnschmerzen kauen kann, wie man sie z. B. infolge Ausbeißens von Zähnen an Piment-Schrapnellsplittern bekommt.


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  • Jetzt geht's wohl langsam in die Weihnachts-Endrunde. Zur Halbzeit - ganz bis zum 24. Loch kommen wir wohl nicht - muss ich aber doch mal ein Bild des zu 50 % durchlöcherten Gewürzkalenders posten. Wir haben uns schon ganz gut durch den Hirseberg gewürzt; gestern probierten wir den Bratapfel mit dem Bratapfelgewürz, aber nicht ohne Portwein, Feigenmarmelade und dies und das, was man so in Boskopp werfen kann (der Elstar schmeckte dann aber irgendwie besser). Leider erwies sich beim Verzehr, dass in dem Adventskalender mit 12 offenen TürenBratapfelgewürz aus dem Kalender unzerkaubare Bestandteile gewesen sein müssen. Die Zähne sind noch ganz, aber es hatte ungefähr die Konsistenz von feinkörnigem Gabionenschotter - in der Feigenmarmelade war das Zeug nicht. Ich vermute,# 12: Nelken, ganz es handelte sich da auch schon um (unzureichend geschredderte) Nelken, die würde ich ohne Vorwarnung des Verbrauchers nicht in Bratapfelgewürz mischen. Wobei mir immer wieder diese Party meiner sündigen Jugend einfällt, wo um 3 in der Früh jemand Hunger bekam und die Linseneintopfdose im Küchenschrank entdeckte und ein total bekiffter Typ (nicht ich, auf Ehre!) kriegte die Idee, den Eintopf ordentlich würzen zu wollen - worauf er gleich eine ganze Handvoll Gewürznägel hineinwarf. Braunnägelein sind süße, Muskaten, die sind schön, die Linsensuppe aber ward ungenießbar und diskret ins Klo gekippt, scheiden, das tut weh. Die heutigen Gewürznelken erwiesen sich wirklich als sehr aromatisch, allerdings sind hier noch jede Menge übriggebliebene Nelken vorhanden (so oft gibt's bei uns nun auch wieder keine Linsensuppe aus der Dose). Zu schweigen von den übriggebliebenen Teebeuteln von der Sorte "Glühweingewürz", das braucht man doch auch irgendwie nicht mehr, seit der Glühwein fertig und billiger in der Flasche gekauft wird, statt irgendwelche untrinkbare Plörre vom Discounter (der sich immer mehr zur Vinothek mausert - vorhin kaufte ich dort Merlot aus Saint-Guilhem-le-désert, wo ich 1980-plux-x einen schönen Wanderurlaub verbracht habe) damit aufzupeppen. Die zündende Idee meiner besseren Hälfte war, die jahrelang ungenutzten Nelkenvorräte einfach zu entsorgen und bei Bedarf auf dieses Gläschen zurückzugreifen. Und mit den massenhaft gehorteten normal-Nägeln ohne spezielle Würzkraft sollte ich das nach ihrer Meinung auch tun, die konnte man nach Schließung der letzten Fachhandelsgeschäfte für "Schrauben wie bei Muttern" auch nicht unter Stücker 150 pro Packung kaufen...


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  • Nach dem versalzenen Wochenende nun also mal wieder süß und vorwiegend mit Zimtzucker, das aktuelle Adventsgläschen ist randvoll davon.Birken im Schnee Wir haben sogar noch zwei Bosköppe von neulich übrig, als wir die Füllung selber hergestellt haben aus Kopfnüssen, Koriander, Korinthen, Kokoschips und Portwein. Für die Witterung durchaus passend, nur leider über Nacht sind sämtliche Schnee-GenderX-Wesen eingegangen, die von Groß und Klein gestern im Hundepark errichtet wurden, Schluss mit Schlittenfahrenund ich hatte den Fotoapparat nicht dabei. Sogar auf dem örtlichen Friedhof, wo wir die schönen Bäume in Schneedekor bewundern wollten, hatte ein Erwachsener vor unseren Augen eine Art Schneemann auf dem Weg errichtet wie so einen Auferstehungsengel. Pietätlos? In Finnland stehen den 5,2 Millionen Einwohnern 3, 8 Millionen Saunas zur Verfügung, habe ich gestern im Deutschlandfunk gehört, und das Highlight jeder Sauna ist die Auspeitschung mit Birkenstock (nicht Sandalen, sondern Zweige); in jedem besseren Unternehmen gibts eine für Mitarbeiter und Geschäftspartner (soll das mit den Birkenzweigen motivierend sein oder als Erpressung für den Vertragsabschluss dienen?), das Parlament hat eine Parlamentssauna (nimm dies, Koalitionspartner!), und wer keine eigene hat, geht in die Nachbarschaftssauna (hihi). Früher wären auch ganz normal Kinder in Saunas zur Welt gekommen und Verstorbene erhielten in der Sauna ihre Totenwäsche. Ein Bekannter der Rundfunkmoderatorin geht immer noch mit seinem Schwein in die Sauna, ich bin mir aber nicht sicher, ob zur Erholung oder zum Grillen der Schweinehälften auf dem Rost, hab nicht richtig zugehört. Wer gar keine Lust hat zu irgendwas, wie ich zu meiner Steuererklärung, kann sich in Finnland mit dem Wort saunanjälkeinen herausreden, das heißt "nach der Sauna" und bedeutet den Zustand, da man der Ruhe pflog und auf dem Saunaofen Bratäpfel mit Zuckerzimtfüllung simmern ließ.


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  • Waaas? schon wieder Salz mit mediterranem Krautanteil? Denen fällt wohl gar nichts mehr ein? Andererseits, das hier kann notfalls auch in den Streuer mit der XXL-Perforierung,Pünderich im Schnee und die Witterungsverhältnisse, im Rheinland "Dr. Schlawigo" genannt, weil es immerzu an die Kutschfahrt vom Bahnhof nach Warynko im gleichnamigen Film erinnert und ähnliche Verkehrsprobleme auslöst, sprechen dafür, dass Streusalz bald knapp werden könnte. Übrigens salzen wir hier sowieso immerzu nach, weil wir beim Kochen das Salz vergessen oder weglassen. Insofern, wenn das majorenne, bzw. majoran-taugliche Gerichte sind, meinetwegen. Schneemann in RaderthalIn der Ferienwohnanlage der IG Bau-Steine-Erden auf der Millionärsinsel schenken sie einem (verpackt als blödes Gewinnspiel, bei dem ich lieber die Manufaktur-Schokolade gekriegt hätte) immerzu Meersalz -  davon haben wir auch noch ein fast randvolles Einmachglas. Außerdem können wir jetzt Wüsten-, Sandstrand- und Meersalz nebeneinander legen und eine Art Salzverkostung durchführen. Stell ich mir allerdings irgendwie weniger geil vor als Weinprobe oder eine Trüffel-Degustation. "Die kristalline Grobstruktur und die leicht angeranzte Röstnote des Majorans verleihen dem Produkt einen authentischen Rahmen zur Entfaltung hauchzarter Aromata", so oder ähnlich drücken sich dann die Salzsommeliers in ihrem Kritiker-Fachblättchen aus. Salz schmeckt aber immer irgendwie salzig, da beißt die Erdnuß keinen Faden ab. Dass die Iglubewohner soundsoviele Worte für Schnee haben, ist ja auch ein 1911 erfundener Hype, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, die setzen die Wörter nur immer wieder bandwurmartig zusammen bzw. türmen sie schneemannähnlich aufeinander. Insofern können gern auch noch ein paar Gläser mit Salz aus dem Adwürzkalender fallen, ich werde mir treffende Namen für des Zeug ausdenken.


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