• Hat euch das Lied gefallen? Na schön. Ich hab es damals von Blind Lemongrass Jefferson selber gelernt, oder war es von Erskine "Knoblauch-" Butterfield,Weihnachtsmann mit Nikolaussack oder Jo Bohnenkrautsack aus Sylt? Oder nicht doch von Axel "Zimtstange" Zwingenberger, als der noch mit den Red Hot Chili Peppers hottete, kenn' ich, ja, so alt bin ich schon, Kinder! Weihnachtsmann, umgedrehtAlt genug, um von diesem Eisenkraut-Pfefferminztee zu trinken, eine Tasse nach der anderen, ohne "Schuss", wie in Sylt üblich und auch nicht als  "coretto", wie der Italiener sagt, wenn er Mandellikör in den Milchkaffee kippt. Da kommt man leicht durcheinander! Aber wenn ihr wissen wollt, wie ich als alter Bluesmusiker vom Blue Curaçao abgekommen bin: Damals gab es noch diesen wunderschönen, längst plattgemachten und durch ein soziokulturelles Zentrum ersetzten Schuppen namens "Obi-Bau" in Markt (Biberach), da spielte ich, wenn Wilhelmine "Willy" Scott ihre Weihnachts-Gala hatte, die zweite Rhythmusgitarre hinten links. Tja, und eines Tages kam dieser Doktor mit dem Cowboyhut und der Fransenlederjacke rein, der sich Indy nannte, angeblich Archäologie, und wollte so eine olle chinesische Vase gegen Diamanten tauschen. Der Triadenboss Lao-Tse, der seinerseits scharf auf die Diamanten war, die Urne aber nicht herausrücken wollte, gab ihm einen aus, aber der Drink war vergiftet, und im Handgemenge erschoss er den chinesischen Begleiter des Doktors. Das Gegengift bestand u. a. aus einer Mischung von schwarzem und weißem Pfeffer, Zwiebel, Kandis, Orangenschalen und Knoblauch, und Willy, die Sängerin, Monsterschaedel leicht bearbeitetkonnte es dem Triadenboss abluchsen und mit "Indy" in einem Flieger über den Himalaya entkommen,# 24: Orangenpfeffer Gewürzzubereitung aber das ist eine andere Geschichte und wurde dann ja verfilmt. Jedenfalls hatte ich wie so oft auch an diesem Abend dem Dämon Alkohol stark zugesprochen, dass ich bei dem Durcheinander liegenblieb und das Kalenderbild vom Nikolaus umgedreht sah - Potz Baselitz, da fiel mir plötzlich auf: das ist ja gar kein harmlos blödelnder Weihnachts-Opa. Das sieht ja vom Kopf auf die Füße gestellt genau so aus wie einer dieser vermaledeiten aztekischen Kristallsalzschädel, etwas angegilbt vielleicht? Kamen die nicht in "Indys" viertem und bislang letztem Sequel vor? Und wenn ich drüber nachdenke, war mir diese ganze verdammte Weihnachtsgala verdächtig geworden. Die ach so niedlichen Weihnachtsmänner mit ihren Pelzbärten, Zipfelmützen, Säcken, in denen alles Mögliche (Geschenke, Gewürze, Leichen) transportiert werden kann: Blutgierige Zombies sind das, haben ihren Rupprecht oder Zwarten Piet als Schläger im Gefolge. Die Metamorphose des Spaßmachers vom Zirkus zum Horrorclown ist ja längst vollzogen, jetzt kommt der "liebe, gute Weihnachtsmann" dran.

    Adventskalender mit Gewürzen als Tempel dekoriert

    Und was mag diese flackerfeurige schwedische Santa Lucia mit der Kerzentorte auf dem Blondschopf im Schilde führen, wenn sie sich auf ihrer Prozession mit Vorliebe trockenen Tannenzweigen nähert? Oder Sankt Martin, der angesichts lampiontragender Kinder beiderlei Geschlechts rittlings (!) und mit eregiertem Schwert paradiert, und hinterher den Mantel gar nicht mehr zuknöpfen kann? Wer sich unter der Tarnung von Ochs und Esel-Fellen verbirgt, will ich erst gar nicht wissen... und der Kalender, ähnelt er nicht dem der Göttin Kali geweihten Tempel des Todes? Mein guter Vorsatz für nächstes Jahr stand damit fest, und Blue Curaçao hab ich auch nicht mehr angerührt, jedenfalls auf der Bühne, ich schwöre!


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  • Wußt' ich's doch, die 24-Röhrchen-Adventsauswahl bleibt entschieden natriumchloridlastig. Wahrscheinlich ist das die gerechte Strafe für all die Salzstangen, Salzbrezeln und Salzplätzchen mit Käsefüllung, die ich auf den wilden Salsa-Parties meiner späteren Reifezeit verknuspert habe. Blau soll das Salz schimmern, weil sich Salz und Kaliumchlorid angeblich sonst gelb oder rötlich darstellen. Aber unter besonders hohem Druck, wie z. B. bei einer tektonischen Verschiebung der Erdplatten (wenn ich die Unterlagen fürs Finanzamt aus dem Haufen unerledigter Post hervorziehen will), werde das "Kristallgitter gequetscht", na, danke, ich kriege einen Tag vor Heligabend kaputtes Kristall geschenkt. Aus Salzgitter, Salzschlirf oder aus Langensalza? Teestunde im japanischen Garten Langensalzagruene Schokolade"Einst Langensalza zubenannt, lang eingesalzen hält noch Stand", dichtete der Abgeordnete der preußischen 1848er-Nationalversammlung Karl Schramm (1810–1Goethes mineraliensammlung888) aus Hückeswagen (kein Witz!) ins verschollene Poesiealbum meines Urgroßvaters ("Kommt Dir auf allen Deinen Wegen / Phöbus und Pallas so entgegen, / dann bleibst Du immer auf dem Damm! / Probatum est: der alte Schramm"). Angeblich verzehren wir rund 12 Gramm Salz pro Nase und Tag. Mars-Astronauten, denen man die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Reduktion auf die Hälfte dieser Menge angedeihen lässt, werden aggressiv, geraten in Schlägereien, verlieren an Blutdruck und träumenpredigtkanzel von langensalza von Hamburger mit Pommes. Blausalz aber, für das Wikipedia keine gescheite Erklärung bietet, soll besonders gut zu Meeresfrüchten, Carpacchios, foie gras und, ma foi!, Trüffelgerichten passen, also genau das, was mir der Diätkoch der WHO für die Feiertage verordnet hat. In der Salz-Gourmetseite ist von der prickelnden Note des Blausalzes, seiner milden Würze im Abgang die Rede: "Berühren die Körner den Gaumen lösen sie sich in ein Feuerwerk auf...", abgesehen vom fehlenden Komma ist das ja genau das, was man zu Sylvester haben will, wenn auch in der Dachgaube des unangenehmen Nachbarn, weniger gern am eigenen "Gaumensaum". Ferner rühmt man die tolle Farbe: "Probieren Sie es doch einfach mal auf Ihrer nächsten Cocktailparty aus und beeindrucken Sie Ihre Gäste mit der besonderen Farbe des Blausalzes am Rand der Gläser - " also, sooo blau bin ich, äh, ist das Zeug nun auch wieder nicht, und überhaupt, wann schmiss ich meine letzte Cocktail-Party?, das muss in der Ära der Salzletten und der TV-Knabbermischungen gewesen sein. Das Salz soll aus der bis zu 70 Grad heißen Wüste Dascht-el-Lut kommen, die sich in der iranischen Provinz Semnan breitmacht (man dekoriert damit wohl traditionell die eisgekühlten Martinis, die der Ortsmullah bei der wöchentlichen Steinigung nachlässig verschleierter Ehebrecherinnen herumreicht). Über die Wüste Lut lässt sich immerhin eines sagen: man hat dort noch keine Funde gemacht, die auf Überreste einer menschlichen Behausung schließen lassen. Auch wurden bislang keinerlei Fossilien, Reste von Krabbenschalen oder andere DNA-Spuren gefunden. Die Wüste sei bis heute unbewohnt und abso-lut (pers. "lut", = leer) menschenleer. Eines der letzten Paradiese, möge es noch lange so bleiben, und wenn ich dort schon nicht existieren kann, darf ich doch von einer Sommerfrische in Semnan träumen, während ich die Blausäurekapseln, äh, das Blausalz auf dem Gaumen explodieren lasse!

    Berühren die Salzkörner den Gaumen lösen sich diese in einem Feuerwerk auf

    weitere Informationen zu Blausalz – das wohl seltenste Salz weltweit | Salz Kontor
    auf http://www.salz-kontor.de/blausalz.php
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    Berühren die Salzkörner den Gaumen lösen sich diese in einem Feuerwerk auf

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  • Eigentlich hätte man das Gewürz auch in flüssiger Form in der Phiole bergen können. Dann würde es schneller verbraucht, ebenso wie der österreicher auf dem VormarschKümmel, Anis und andere nette Schnäpsli (alles nur Bluff, ich trinke überhaupt keine starken # 22: WacholderSachen, höchstens mal einen Grappa oder Slibowitz, wenn er im schon bezahlten Restaurantpreis inbegriffen ist). Der Wacholder wächst nicht nur an penisförmig hochgereckten Stauden, er wird von Botanikern auch zu der Klasse der Spermatophytina und in die Ordnung der Koryphäen, äh, Koniferen einsortiert. Mit den Beeren sehen die Zweige schon ein bissl weihnachtlich aus. Merkwürdigerweise hießen die Pflanzen im Mittelalter, wenigstns in Bayern, Kranichkraut. In anderen Ländern sind die Namen schöner: Genévier (également appellé poivre du pauvre), Juniper (mit einem Gruß an Donovan), oder auf Dänisch Eneslaegten, auch der niederländische Oude Bossem Genever wird ja wohl daraus destilliert. Ich muss bei dem Zeug immer an Wachkoma, senile Bettflucht oder Stakeholder denken, wenn ich den Namen höre, weniger an Hölderlins Spitznamen, der wahrscheinlich mehr mit dem Holderbusch und dem Holunder zu tun hat als mit Wacholder. Aber wieso soll man vor dem die Knie beugen und vor jenem den Hut ziehen? Kommt ja gar nicht in Frage, eher benenne ich Holunder in Geßnerkraut um.


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  • # 17: Wild-GewürzzubereitungDas heutige Gewürzröhrchen soll wohl schon auf die Zubereitung des Festbratens vorausdeuten. Aber halt, das Wildpret muss beim local dealer erst umständlich bestellt werden - damit der Jäger nicht zuviel zur Strecke bringt, was anschließend mühsam abhängen muss, um den hautgoût zu erreichen. Aber in Wahrheit haben wir ja gar keine Nummer für heute, sondern die zweite Nummer 17, hätten wir das am 17. gehabt statt den Dill, Messing-Fabeltiere als Wasserspeier am Brunnenwäre es für die Bestellung nicht zu spät gewesen. Unwiderlegliche Beweisfotos mit dem Charme des verwackelt-Authentischen folgen anbei. Da eine "21" definitiv fehlt, haben wir zur Not den zweiten Gewürzeingang mit der No. 17 (rechts) aufgemacht. Mir sind zwar Zubereitungen weniger angenehm, und diese hier hat einen starken "Vorschmack" von Curry, also sollte man eher gegrilltes Steak vom indischen Nashorn als Kleinwildjagdbeute damit würzen. Wie sieht's denn mit den Zutaten aus? "Speisesalz, Paprika, Knoblauch, Rosmarin, Lorbeer, Zwiebel, Wacholderbeeren, Chili, Kümmel, Koriander, Bockshornklee, Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Cumin, Ingwer." Dem heimischen Hoppelmann würde ich eher, von Salz und Pfeffer abgesehen, Lorbeer, Lauch, glatte Petersilie, Gewürznelke, - okay, auch Rosmarin, Wacholder, Koriander plus ein paar Backpflaumen auf den Schwanz streuen mögen im Römertopf.

    Adventskalender 17/1zweite 17 auf dem AdventskalenderErstmals für das Jahr 2017 - der Doppeltag 17. Dezember im Kalemder, äh, Kalender! Achtung, die 17 ist nicht nur Fermatsche Primzahl, in Italien bringt sie Unglück, z. B. Veni, Vidi, Vixi; am 17. Schöpfungstag erließ der HErr die Sintflut, und das Jahr ist noch nicht ganz rum...


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  • Immer wenn es noch exotischer wird als man denkt, kommt der Kalender wieder auf die Mittelmeerküche zurück. Deutsche Traditionsgewürze wie  Borretsch oder Wacholderbeeren oder Löffelkraut kommen eher nicht vor, na gut, neulich der Dill. Bin gespannt, ob die Rosen des Frühjahrsvor Weihnachten nochmal Salz zu finden ist. Wußtet ihr, dass Estragon den gleichen Vornamen hat wie Artemisia Gentileschi, die angeblich traumatisierte Malerin, die ihre eigene Vergewaltigung mit der immer gleichen, immer blutigeren Darstellung von Männerenthauptungen kompensiert hat? Das habe sich inzwischen, liest man, als Legende entpuppt. Aber mit Rosmarin kann man wenigstens was anfangen, es riecht zwar immer etwas nach Krankenhausluft, wohl weil es so heilsam ist, aber an Schweinebraten oder in Spaghettisoßen speiseeis und fritten verbotenlässt es sich trefflich verwenden. Hawaiitoast, Vanillepudding oder Kaviarbrot würde ich allerdings nicht damit würzen, das wäre wie Honig durch einen Strohhalm einsaugen - möglich ja, aber irgendwie sähe es komisch aus und man würde nicht recht ernstgenommen. In Köln ist ja alles möglich, z. B. Reibekuchen mit Lachs, pder warme Blutwurst mit Kartoffelpamps und Apfelmus ("Himmel und Äd" jenannt). - Meine Schwiegermutter pflegte rohe gehackte Zwiebel in den Krabbencocktail zu tun - und die Majonäse und den schönen krabbentypischen Geschmack vollkommen zu verderben - vielleicht dachte sie, Krabben sind so eine Art Matjes oder so zu behandeln wie Mettbrötchen. Neulich brüstete sich so ein Fernsehfiffi, er könne noch Krabben selbst puhlen, seine müssten nicht vorher nach Marokko ins Kühlzelt in die Wüste transportiert und zurück nach Norddeich gebracht werden, er könne die praktisch mit den Zähnen aus der Schale zupfen ohne sie auch nur anzufassen. Aber ich komme vom Rosmarin ab und nun wieder drauf zurück. Dabei hat das Kraut mit Rosen so gar nichts zu tun, und Rosenwasser ist ja auch allenfalls bei der Marzipanbereitung erforderlich, oder wenn man ein paar Rosenkreuzler zu Besuch erwartet und ihnen einen Willkommensdrink servieren will. Früher waren da immer so nette Anzeigen für die Rosenkreuzler in den Western- und SF-Heftchen, die ich las, Überschrift: "Haben Sie schon einmal gelebt?", Mysterium der Wiedergeburt usw. man sollte sich ein Broschürchen unter einer Postfachnummer bestellen. Seitdem weiß ich, alle Rosenkreuzler beten den Rosenkranz und kommen out of Rosenheim, und sofern sie militärisch zur See fahren, gehören sie der Rosmarine an.


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