• Nicht durchs Internet ins Hintertreff kam der Katzschwänzkalender, sondern weil ich gestern einen alten Bekannten traf, den ich auch schon etliche Jahre nicht mefallendes Blatthr gesehen habe, wann immer wir uns treffen, diesmal im Goldenen Kappes, gibt's ein Gespräch über künstlerische Altersvorsorge. Der hat's echt besser drauf als ich mit der Kohle, weil er genauso wenig verdient wie ich aber immer neue Quellen erschließt. - Er kriegt offenbar jährlich einen Zuschuß von einer dieser obskureren, in luxusdampfergroßen, panorama-verglasten Modernsttempeln residierenden Tantiemenverwaltungsorganisationen (während die Urheber in schimmeligen Hütten vor sich hin darben), denen ich auch beigetreten bin vor Jahrzehnten, als ich mal kurz im Fernsehen gastiere# 4: Ingwer geschnittenn durfte und Radiosendungen machte. Wovon ich aber so lange nichts mehr gehört habe, dass ich glaube, dort längst aus der Kartei gestrichen zu sein. Aber andererseits, ausgetreten bin ich nicht, vielleicht winkt mir ja auch ein kleines Zubrot zu der mickerigen Sozialrente, die trotz ihrer Mickerigkeit alles übertreffen wird, was ich so durchschnittlich verdiene. Aber, fluctuat nec mergitur heißt mein Grundsatz und daher lasse ich mich nicht vom Selbstmitleid überfluten und halte Kurs wie der Schwimmer zwischen der schwarzen und der gelben Welle rechts im Bilde. Gelb, gelb, gelb sind alle meine Kleider, gottlob nicht die Finger vom Zigarettenumklammern, obwohl ich damals, in der Tantiemengesellschaftszeit, stark geschmokt habe, hab's mir dann beim zu frühen Tod mancher Bundesgenossen abgewöhnt und seither nicht vermißt. Gelb ist auch der Ingwer, den ich nicht so schätze und der heute in dem Würzkalender war, meinetwegen kann meine Liebste ihn rauchen oder in den Thee tun oder in Wischnu's Namen in irgendein indisches Wok-Gericht, da fällt der Ingwer nicht so auf. Aber das fallende Blatt links (etwa in der oberen Bildmitte) ist auch gelb, auf einem anderen Foto, das ich hab, sieht man das Fallen deutlicher, aber das ist natürlich verwackelt.


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  • Es ist grob. Es ist körnig. Es sieht aus wie Hagelschlag auf den Rieselfeldern oder gestoßener Kandis. Und ich weiß ehrlich gestanden noch nicht, was ich damit machen soll, es sei denn, ich pökle den Cockerspaniel ein, den mir neulich eine der Schmuddeltanten über die Wiese zum Schlachten geschiMotoradhelme verbotenckt hat, oder knödle Teig und werde zum Laugenbrezelbäcker. Schmecken tut es ... salzig. Und das, obwohl auf dem Mini-Etikett steht, es könne Spuren von Erdnüssen, Sellerie, Senf und Sesam enthalten. Friseurwerbung aus einem RheindorfNicht von Sand? Wüstensand und so? Nein, das Salz kommt aus einem urzeitlichen See, der heute nur noch vom Weltraum aus als sog. Salzpfanne erkennbar ist. Nun, der gestrige Selbstversuch mit der Arrabiata von Tag 1 ergab, dass es schon ganz schön scharf sein kann, insofern muss man vermutlich auch mit kristallinischen Spurenelementen aus der Kalahari eher sparsam salzen. Bei "Kahlahaari" fällt mir noch ein, dass mich ein deutlich schüttererer (als ich) Freund neulich besuchte, und ich dachte, er kann eigentlich mit Stolz verkünden, dass er den Physiognomen die Arbeit erleichtert oder ihrem Anliegen zumindest weit entgegenkommt. Franz Xaver Messerschmidt konnte übrigens auch nicht bloß aus Marmor grimassierende Glatzköpfe formen; die Stadt Saulgau in Württemberg hat ein Denkmal für Maria Theresia an prominenter Stelle platziert, wieso für die und nicht für Friedrich den Bärtigen? Weil hier bis zur Abdankung des Kaisers Franz II. noch ein Außenposten des Habsburgerreiches war. Und dieses Denkmal ist eine Kopie des Messerschmidtschen Originals in Wien.


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  • hirsche mit Knien aneinander stoßendUff, das Hochladen wird aber schwierig, weil ich seit Tagen immerzu morgens und zur Feierabendzeit und nun wohl das ganze Wochenende mit den Freizeitsufern um die schmale Band"breite" im Kölner Kabelnetzwerk kämpfen muss. Heute war' also Zimt dran, der rieselte nicht aus dem Kalendertürloch, sondern war fest verschlossen im Gläschen deponiert. Nun, heute befassen wir uns mal mit einer nicht so gelungenen Weihnachtsdeko, die auf einem Klebeband zu finden war. Zwei Hirsche rennen offenbar gegeneinander und zwar diametral gegenteilig zu den kölnkarnevalistischen "Stippeföttchen", statt dessen drehen sie sich um und machen frontal "Stippepfötchen", denn die dekorativen Rehbeine knallen am Knie derb gegeneinander und produzieren, wie man sehen kann "Sternchen", - und was bedeuten Sternchen in der Comic-Bildsprache? richtig, das tut echt weh, so dass einem die armen Tiere geradezu leid tun. Dabei sollen die das zur Brunftzeit im Wald echt so machen, Anlauf nehmen und gegen einander anrennen. Das ist im September, wenn ich recht orientiert bin (google-Nutzer). Aber wer möchte daran zur Weihnachtszeit denken? Die Leute vielleicht, die ihren Schneehasen weihnachtlich dekorierte Dessous schenken? In dekorativer Absicht wird hier also Hirschquälerei betrieben, wie weiland der Fürst Pückler tat, der mit weißen (Albino-?) Hirschen, als Zugtiere an einem Schlitten oder einer Kutsche vorgebunden, vorgefahren sein soll in Berlin. Allerdings sagte mir mal ein Kenner der einheimischen Waldfauna, das sei unmöglich, niemand zähme einen Hirsch und bringe ihn dazu, sich aufzäumen zu lassen oder eine Kutsche zu ziehen. Vermutlich waren es also Pferde oder Maultiere, die der Fürst weiß angemalt und mit dekorativen Geweihen gekrönt hat.

     

     

     


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  • Tja, auf der Suche nach den originellsten Adventskalendern sind wir diesmal (vorvorletzes Jahr war es einer mit veganer Schokolade, davor ein Seil mit 24 Strümpfen von Tschibo, die ich immer noch trage) auf den Gewürzkalender verfallen, den es kürzlich bei einem dieser Discounter gab, deren Spaßnamen auf -i, -y oder -o enden. #1: ArrabiataHeute ist der 1. Advent, also beginnt der Produkttext erst jetzt. Wenn ich es schaffe, mache ich hier jeden Tag des Advents ein Türchen auf und gebe in der Übe#1: Arrabiatarschrift an, was drin war. Richtig geraten, es handelt sich um ein Glas mit rotem krimseligen Zeug, das verdächtig nach "mit mehr Scharf" aussieht - also genau das hier links abgebildete, wenn auch ohne die Peperoni daneben (ist wohl der Serviervorschlag, Abbildung ähnlich usw.). Vermutlich soll ich nach dem Willen der Adventskalender-Macher meine Nudeln damit würzen. Schlankheitskost? Da wollte ich die dickmachende Schokofülliung vermeiden, und nun birgt schon das erste Türchen des Advents ein Spaghettigericht. Komischerweise ist die Hülle, in welche der Kalender eingepappt war, mit einem dunkel-in-dunkel-Weihnachtsbaum verziert, unter dem die normalen Süßlis und Leckereien hängen, Zuckerstanden und so. Aber dergleichen ist in den "24 Gläschen" wohl nicht zu erwarten, dafür Chilibrösel für Nudeln rabiata. - Außerdem will ich in jedem der Türchen ein Beispiel aus meiner Logo- und Verbotsschildersammlung bringen, am besten irgendwas schräg dieseingtes - heute ist es die bescheuerte Hand-Schrift auf dem Adventskalender, das Wort Adventskalender geht noch so, aber welcher typographischen Mühle entstammt das darunter stehende Wort? Übrigens, da könnte auch Gewurze stehen, so winzig sind die Umlautpünktchen über dem u - wurde wohl in irgendeine Drittweltstaat verfasst. Aber Jesus wurde ja auch in einem ebensolchen geboren, also nicht z. B. in der Schweiz mit der schlichten serifenlosen Helvetica und auch nicht in Deutschland, wo die Engelchen ihre Transparente, mit denen sie vom Himmel den Hirten zuwedeln, das FÜRCHTET EUCH NICHT in gotischer Fraktur pinseln würden. Auch der Deckel des Adventskalender hat seine Schönheiten, da steht "Love & Harmony", als wären in dem Kalender Psylozibin-Pilze (war das nicht das das Zeug, das sich Carlos Cannjajeda nach Anweisung von einem gewissen Casanova auf dem Yaqui-Weg des Wissens in die Birne kloppte? früher gab's das im Botanischen Garten zu sehen, heute nur hinter verriegelter Gewächshaustür) oder sonstige Hippiedrogen versteckt, und das klein- bzw. grau in grau geprägte "Let it snow" läßt auch allerlei Verdächtigungen in dieser Richtung zu. Also, meiner Meinung nach hat dieser Kalender mit dem Warten aufs Christkind so viel zu tun wie Chanukka mit dem Barte des Propheten.


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  • Ich hab nichts gegen exotische Kostümierungen, bei der Burkah ist ja in der Regel nicht ausgemacht, ob sie die ästhetischen Immissionen vermehrt oder verringert. Aber daß sich kapuzenvermummte Vollbärte mit verdächtig ausgebeulten Säcken, vom Terroraufsichtspersonal unbehelligt, auf allen Weihnachtsmärkten breitmachen dürfen, versteh ich so wenig wie die Tolleranz gegenüber Kopftüchern. Ich kenn die Tücher noch aus meiner Jugend, mit Blaudruck aus Oberschlesien, und die Schrumpelköpfe, die darin eingewickelt waren, hatten verkniffene Tratschmienen (vgl. Hüsch mit dem  Niederrheinsong vom "Niemalsdorf", in dem drei Kopftuchtanten aus der Apotheke winken). Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr, betritt der Übellaune-Humorist und bekennende Hüsch-Eleve Winfried Schmickler keine Apotheke, in der eine Kopftuchträgerin hinter der Ladentheke steht. Boykott ist die politische Askese der Boygroups. Und wieso gestatten wir drei Warlords aus dem Morgenland mit sonderbaren Begründungen wie "astrologische Sternvision" die Flüchtlingsheime zu betreten und ungefragt Salbtiegel, Schmuckkästen und qualmende Räucherlampen abzustellen, in denen sich wer weiß was für home-made explosives verbergen? "Timeo Danaos dona ferentes", mahnte schon Virgil, der Christi Geburt prophezeite, und das gilt auch für Schaukelpferde, hölzerne Ochsen und aufblasbare Gummiesel unterm Weihnachtsbaum. Darum rate ich allen Flüchtlingen und ihrer heute entbundenen Nachkommenschaft: Obacht! Was man von Fremden gratis annimmt, kann ins Verderben führen.


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