• #15 und #16: Frusti...

    Das mit den zwei Adventskalendern war keine gute Idee. Ich komme ja schon mit einem kaum hinterher. Aus komplizierten Gründen, die auch mit einer tiefsitzenden Kalender-Neurose zu tun haben (äußert sich in Lamettitis, Bethlehemschuppenflechte und Weihnachtschweiß), muss ich dieser Tage rund 140 Geschenkpäckchen mit Selbstgebasteltem verposten, darunter zwei bis drei Dutzend ins Ausland. Den Gewürzkalender machen wir schon gar nicht mehr auf, vielleicht bei Zubereitung des Festbratens alles durcheinander reinkippen?  Da ich mit dem Basteln kaum fertig werde, hab ich nicht mehr genau unter Kontrolle, was sich in unserem anwachsenden Dresdner Hygienemuseum tut. Mir kam zu Ohren, in den letzten Tagen sei ein #15: Badezusatz O du fröhliche! hinter der Nummerntür aufgetaucht und sei sofort verbraucht, Nachbarinn euer Fläschgen gleich weggeschmissen worden. Kann ich nicht mehr nachkontrollieren. Dagegen habe ich konkret in der Hand die Flasche mit Etikett #16:  Traumfänger, ganz ihne Ausrufezeichen, und darin befindet sich laut Beschriftung "Aroma-Schaumbad mit mystisch inspirierenden Duft". Was bitte, sollen das für Ingredienzen sein? Bisher waren die Angaben immer so schön konkret, "Bio-Guave" oder Distelnelkenöl oder Thymian oder Wacholder, hoppla, das war ja der Gewürzkalender. Hier finde ich auf der Rückseite nur die in Mikrowellenschrift gedruckten Warnklauseln "Nur zur äußerlichen Anwendung!" und "Für Kinder unzugänglich aufbewahren!" (das ist auch gut so - meine Kinder, hätte ich welche, sollten besser nicht mystisch inspiriert aufwachsen) und "Nicht zum Verzehr geeignet", letzteres komischerweise ohne Ausrufezeichen. Welcher materiellen Grundlage entsteigen diese mystischen Düfte? Weihrauch? Myrrhe? bunte, knisternde Banknoten, die man eine nach der andern ins flackernde Kaminfeuer wirft? Manchmal fragen mich die Leute, was ich mir zu Weihnachten wünsche? Dann sage ich: Was Praktisches zum Anziehen! und zwar nicht irgendwas, sondern ein graues Archivars-Jöppchen, eine Art Arbeiter-Uniform, wie sie der späte Brecht und Paul Dessau, der Kommunisten-Beethoven (hätte am 19.12. 125-jährigen Geburtstag feiern können, winkt uns vielleicht noch aus dem Geisterreich zu) am Ende immer getragen haben. Aber dann müsst ich mir wohl auch so eine Bürstenglatze schneiden lassen, und ich hab noch erstaunlich viele Haare. Warum schufte ich tagaus, tagein, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen? Wer das schönste Haar hat, wird CEO oder Prime Minister oder amerikanischer Präsident, wie man jetzt wieder gesehen hat, Corbyn versus Bi-Ba-Borismann, und Hilary mit ihrem Spliß hatte gegen Onkel Donald auch keine Chance.


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