• # 15: Fleur de sel - Meersalz

    Von oben konnte man schon durch die bereits offenen Türen erspähen, dass wieder etwas Weißes im Glas ist. Puderzucker oder kaustisches Natriumhydroxit ist es schon mal nicht.Möglichkeiten der Handynutzung Blume des Salzes, ist das so'n Liebesgeflüster aus spanischen Gärten? "Fleur" heißt angeblich das an heißen, windstillen Tagen "geerntete" Schaumzeug an der Wasseroberfläche der Meere, mit Holzspaten herausgelöffelt, komisch, beim Auskochen von Suppenfleisch mach ich das auch immer so. Im Advent wirkt das allerdings wie eine Verhöhnung der Süßkramindustrie und ihren zuckerglänzenden Konsumorgien. Wahrscheinlich ist Salz lebensmittelrechtlich und verpackungsSchlaffer Leser auf Büchern gebettettechnisch unbedenklich in so einem alle Jahre wieder auf Halde neben den Registrierkassen liegenden Ladenhüter. Außerdem ist es weiß und rieselig und daher für die Weihnachtsvermarktung besonders geeignet. Man kann Weihnachtsdekos aus Salzteig basteln und tannenzapfenförmige Salzstreuer in Sterling-Silber verschenken oder das Zeug dem Weihnachtshasen auf den Schwanz streuen, dass er stillhält und sich freiwillig das Fell abzieht, um im Bräter Platz zu nehmen. Nur eines würde ich lassen: mit dem Salz salzen. So jedenfalls das erste Buch überhaupt, das ich einst korrektür-lektürierte, So bleibt Ihr Herz gesund! (oder war es Rund ums Wohnmobil?), das war so ein Schmöker der amerikanischen Heart-disease-prevention-Vereinigung und plädierte dringend für das Weglassen von Salz.  Auch  Tacos, Burger und Kartoffelchips sollten gemieden werden, die in meinen ersten Freiberuflerjahren noch so verbreitet waren wie heute der Hawaii-Toast oder die Königinnenpastete mit Kalbsragout. Jene sind inzwischen Haupt- und Grundnahrungsmittel der Bevölkerungsmehrheit. Ehrlich, Hamburger waren verpönt wg. Amerikanismus (Imbiß-Moloch), und weil es hinter den gelb-rot dekorierten Schwingtüren zur Küche immer nach Kinderpipi roch, Tacos unbekannt und Chips galten als dröge Fernsehsnacks unserer Eltern, höchstens vielleicht nicht ganz so käsespießig so wie Erdnußlocken oder Salzbrezeln. Von dem Buch muss ich noch eins haben, man kriegte 10 Stück als Beleg (wieso eigentlich? gelesen hatte man sie doch schon...); auf dem Flohmarkt ließen die sich jedenfalls nicht losschlagen. "Man kann bereits mit einem sparsamen täglichen Salzkonsum viel für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit... tun“, sagt heute die Deutsche Herzstiftung. Täglicher Salzkonsum? Dafür sind wir ja nun gut gerüstet!


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