• #14: notwändige Rägelungen

    Wir neulich eine meiner wichtigsten Informationellen Mitarbeiterinnen bekräftigt hat, mu"ss" neuerdings das Wort "aufwendig" im Geltungsbereich der Neuen Deutschen Rechtschreibräform mit ä geschrieben werden, was ätümologisch begründet sei. Nicht etwa äufwendig soll man es schreiben oder gar, wie es ganz Vorwitzige wie Heinrich Berghaus im neunzehnten Jahrhundert versucht hätten, aüfwendig. Also ä statt e setzen, von Aufwand - aufwändig. Nach diesem Vorbild künftig dann auch "Hand" - "behände", "Schlachten" - "verschlächtern", "Brahms" - "brämsen", "Gans" - "gänder", usw. Wie ja auch das Wort "notwändig" zwänglos daran erinnert, dass es mal eine Notwand gegeben hat, die einzige aus Mauersteinen an der Bodensee-Pfahlbauten-Schilfhütte, gegen die sich ein Auerochse (nach Tacitus schliefen die im Stehen) gefahrlos lehnen konnte, von der dann auch die Eiger-Notwand abgeleitet und erst viel später von degenerierten Nachkommen zur "Nordwand" heruntergequatscht worden ist. Heute werden sie Brändschutzw..., 'zeihung, Brandschützwände genannt, aber erst nach der Energiewände. Von der Quantenphysik soll auch das Quäntchen abgeleitet werden - freilich, das Apothekergewicht, das auch Theodor Fontane benutzt hat, "Quint", von dem das Quentchen eigentlich herrührt, warFisch-Auto-Aufkleber mit  Füßen den Reförmstratägen nicht mehr so geleufig. Aufwändig, jawohl, auch wenn sich manche*r dabei - Matthias Koeppel bitt' für uns - an starcke Ablautreihen und ihren Wandel erinnern mag, der vom Altgotischen bis ins Niederträchtige eine beklagenswerte Schwächung teutscher Selbst-Lautung bedeutete: Stinken, stank, gestunken (wie es doch bei den Germanen sicher viel häufiger vorkam, weshalb es ein besseres Exempel wäre als die lehrwerk-übliche Beispielreihe auf "gehen" - wann "ginc" der/die Althochdeutsch-Sprechende schon? anstatt den auerochsenbespannten SUV oder, für Besserverdienende, den Schemmel zu erklimmeln und den Schimmel mit Schummelsoftware zu besteigen). - In der schrumpfgermanischen Nachgeborenen-Ära aber "backte" oder pappte jeder seinen eigenen Sprachbrei zusammen, statt ihn den anderen vor den Buk zu schießen, weshalb "backte" besser zum Backofen passt. Analog dazu versteht man die Zusammenhänge viel besser, z. B. bei "ticken" - "Tacker" - "Tucke", "giffe(l)n" - "gaffen" - "gu... äh, guck nicht so blöd", oder, einleuchtender noch: "Griffel" - "Geraffel" - "Grüffelo", hey, man kommt richtig in Schwung dabei, probiert's mal selber! Im Gewürzkalender gab's übrigens #14: Zimmet, äh, Zimt, und im Badezusatzkalender eine sog. #14: Express-Handcreme (Krem, Kram, Krume) in der Geschmacksrichtung "Bio-Guave und Grüne Minze", die von der hiesigen Verbraucherschützerin erst geprüft werden muss, übrigens wieder mit Ausrufezeichen (ab sofort krieg' ich für jedes einen Cent ins Sparschwein), nämlich mit der Aufforderung (?) "Für Fingerspitzengefühl!"


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